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Leselupe.de > Humor und Satire
Urlaub in Griechenland.
Eingestellt am 09. 08. 2002 17:46


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pleistoneun
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Das Flugzeug landete mit 42-stĂŒndiger VerspĂ€tung am Athener Flughafen, weil wir an den Grenzen wieder endlos warten mussten. Die Passagiere und ihr GepĂ€ck purzelten erschöpft aus dem Flugzeuginneren. Nachdem dann auch noch ein dicklicher Zollbeamter mit heiserer Stimme die Instruktion gab, die Reisekoffer zu zerlegen, war die Stimmung ganz unten, wobei aber nicht unerwĂ€hnt bleiben darf, dass bei dieser Intervention 18 Terroristen gefasst werden konnten. Im Hotelshuttlebus war weder ein Sitz- noch ein Stehplatz frei. Die meisten Menschen lagen ĂŒbereinandergestapelt am Busdach. So war die Fahrt zwar ertrĂ€glich, aber unertrĂ€glich lang. Im Prospekt stand "das Hotel liegt etwas außerhalb", aber 80 km in den Bergen Griechenlands, damit war nicht zu rechnen.

Jeder erste österreichische Nachkriegstourist bekam vom Hotel einen Blumenstrauß, der uns dann wieder wegen dem Ziegenfutter abgenommen wurde. Das Hotel wurde tagsĂŒber als Stahlfabrik verwendet, weshalb man in den UnterkĂŒnften stĂ€ndig den metallischen Geruch gekochten Eisens in der Nase hatte. Als Attraktionen dieser Region stand im Programmheft an oberster Stelle die Besichtigung eines leerstehenden Versehrtenheims und eine Ziegenschlachtveranstaltung. Die SehenswĂŒrdigkeiten waren doch eher rar gesĂ€t. Es hĂ€tten vielleicht doch nicht gleich acht Wochen Athen sein mĂŒssen.

Trotz Reservierung platzte das Hotel aus allen NĂ€hten, nachdem zwischenzeitlich eine mongoloide Reisegruppe noteinquartiert werden musste. Zum Schlafen drĂ€ngte man sich mit fremden Menschen am Gang, weil die eigene SchlafstĂ€tte lĂ€ngst von mongoloiden BettlĂ€grigen belagert war. Zum FrĂŒhstĂŒck gab es boröse Ziegenlebern und grĂŒne Fisch-Lungen, serviert in den hauseigenen StahlbehĂ€ltern. Gutgemeint, aber einige HotelgĂ€ste haben sich danach sehr schlecht gefĂŒhlt und sie wurden auch nicht wiedergesehen. Wir Übriggebliebenen verbrachten die letzten Tage unseres Urlaubs zusammengepfercht in einem feuchten Keller mit hustenden Kinder, die in Laken eingewickelt in schmutzigen Ecken kauerten. Der stets gut gelaunte Hotelier versorgte uns GĂ€ste bis zuletzt ĂŒber den Überwachungsmonitor mit aufgewĂ€rmten TĂŒrkeiwitzen, die niemand verstand, und mit militĂ€rischer Marschmusik.

Wir wurden immer gut behandelt, man spĂŒrte, dass sich das Hotelpersonal bemĂŒhte, uns einen unvergesslichen Urlaub zu bereiten. Sie haben es auch wirklich geschafft.

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