Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
65 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Ursinho lernt kochen
Eingestellt am 24. 04. 2004 21:55


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Gilmon
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 24
Kommentare: 439
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Gilmon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ursinho lernt kochen

Bei mir wohnt ein kleiner BĂ€r. Sein Name ist Ursinho. Er ist sehr lieb und versucht mir immer zu helfen, wo er kann. Vor einer Woche kam er und sagte zu mir: „Ich werde jetzt jeden Tag fĂŒr dich kochen. Wenn du abends von der Arbeit heimkommst, steht ein warmes und gutes Essen auf dem Tisch.“
Und ich fragte: „Ursinho, kannst du ĂŒberhaupt kochen?“
Er lachte und rief: „Kochen ist doch kinderleicht. Ich beginne dazu noch mit etwas ganz einfachen. Ich koche morgen Spaghetti fĂŒr dich.“
Etwas unwohl war mir beim Gedanken, dass Ursinho ganz allein kochen wĂŒrde, aber ich wollte es ihn versuchen lassen. Als ich am ersten Kochabend heim kam, erlebte ich gleich eine Überraschung. Ursinho stand vor einem Topf mit kochendem Wasser und presste aus einer Tube Tomatenmark hinein. Dabei kochte das Wasser so heftig, dass es spritzte und er sich seine kleinen Tatzen verbrannte. „Au, au!“, rief er dabei stĂ€ndig.
Als ich in den Topf schaute, wollte ich meinen Augen nicht trauen. In einer hellroten Soße schwammen Spaghetti und Eier. Ein Ei war zerbrochen und ausgelaufen.
„Was soll das, Ursinho, wer soll das noch essen.“, schimpfte ich.
Doch Ursinho hatte sofort eine ErklĂ€rung: „Das ist doch nicht meine Schuld. Ich habe doch alles richtig gemacht. Ich wollte Spaghetti mit Eiern machen. Wozu zwei Töpfe verwenden? Man kocht Spaghetti in heißem Wasser. Man kocht Eier in heißem Wasser. Warum also zwei Töpfe schmutzig machen?“
„Ja, aber ein Ei ist zerbrochen. Und was soll das mit dem Tomatenmark im Wasser?“, schimpfte ich weiter.
„Ein Ei ist beim UmrĂŒhren zerbrochen. Die Spaghetti sollen doch nicht ankleben, deshalb soll man umrĂŒhren. Und ich habe keine Tomatensoße gefunden. Aber, wenn man Tomatenmark in Wasser tut, dann wird es zu Soße.“, verteidigte er sich.
Ich erklĂ€rte ihm alles in Ruhe: „Ursinho, du Dummchen, man kochte doch alles in einem extra Topf. Das gilt fĂŒr die Spaghetti, die Eier und die Tomatensoße. Ich glaube auch nicht, dass Spaghetti und Eier gut zusammenpassen. Außerdem haben wir Tomatensoße, du musst nur richtig gucken.“
Ursinho war sehr traurig, dass er so viel falsch gemacht hatte. Um den BĂ€ren zu trösten, erlaubte ich ihm, am nĂ€chsten Tag noch einen zweiten Versuch zu machen. Ich erklĂ€rte ihm mit Chili con Carne ein Gericht, welches er in einem Topf kochen konnte und welches nicht schwierig war. Da wir heute nichts zu essen hatten, bestellte ich eine Pizza fĂŒr uns.
Als ich am nĂ€chsten Abend heim kam, war das Essen schon fertig und Ursinho strahlte ĂŒber das ganze Gesicht. Nur Zwiebeln hatte er keine ins Essen getan, aber dafĂŒr hatte er einen guten Grund: „Als ich die erste Zwiebel geschnitten habe, musste ich so weinen. Es war einfach unmöglich, die Zwiebel zu Ende zu schneiden, sie hat mich so in den Augen gezwickt.“
Auf Zwiebeln im Essen konnte ich verzichten, solang er keine anderen Dummheiten gemacht hatte. Das Essen sah gut aus, roch aber etwas eigenartig. Wir begannen zu essen. Das Essen schmeckte komisch, etwas sĂŒĂŸlich.
„Ursinho, hast du etwas SĂŒĂŸes ins Chili getan?“, fragte ich.
„Ach ja, ach ja,“, rief er und schĂŒttelte seine Tatzen, „Das Essen war so scharf! Als ich es probiert habe, musste ich ganz viel Wasser trinken. Um das Essen etwas milder zu machen, habe ich einfach etwas Erdbeermarmelade rein getan.“
Und wieder musste ich schimpfen: „Ursinho, ich habe dir gesagt: Vorsicht mit den GewĂŒrzen, die sind sehr scharf. In ein scharfes Essen kann man doch keine Erdbeermarmelade rein geben. Wir essen aber deine Kochkunst. Es schmeckt etwas komisch, aber vielleicht lernst du daraus.“
Und wieder war Ursinho traurig und wĂŒnschte sich noch eine letzte Chance. Ich ĂŒberlegte und hatte eine Idee.
„Ursinho, du kannst morgen noch einmal etwas kochen. Allerdings gebe ich dir ein Kochbuch und du versprichst mir, dich genau an das Rezept im Buch zu halten.“
ÜberglĂŒcklich versprach er, sich an das Rezept zu halten. Ich gab dem kleinen BĂ€ren das Kochbuch und bat ihn, sich heute abend schon etwas auszusuchen. Er blĂ€tterte kurz etwas hin und her und entschied sich fĂŒr Gulasch. Ich traute der Sache nicht so sehr und entschied mich, am nĂ€chsten Tag unerwartet frĂŒhrer nach Hause zu kommen.
Am nĂ€chsten Tag kam ich ganz leise frĂŒhrer heim und schlich in Richtung KĂŒche. Da hörte ich Ursinho ganz laut und langsam lesen: „Gyros, genießen sie doch mal eine griechische SpezialilitĂ€t. Am Besten reichen sich zusĂ€tzlich dazu Tza-, Tzazi-, Tzaziki. Das sieht gut aus, das mache ich jetzt.“
Was plante er da wieder? Ich roch schon Fleisch, es roch verbrannt. Ich ging schnell in die KĂŒche, Ursinho erschrak und ich rĂŒhrte das Fleisch im Topf um, welches teilweise schon verbrannt war. Dieses Mal war ich wirklich böse:
„Ursinho, was soll der Unsinn? Du wolltest Gulasch kochen und was soll das jetzt mit dem Gyros. Du liest da rum und das Fleisch brennt an. Gut, dass ich heute frĂŒher gekommen bin, du kannst wirklich gar nichts richtig machen. Du bist ein Dummkopf!“
Ursinho begann zu weinen: „Aber eine griechische SpezialilitĂ€t, dass ist doch viel besser als Gulasch. Schau, hier das Bild im Kochbuch. Und dazu Taziki.“
„Wir haben aber keine Zutaten fĂŒr Gyros und Tzaziki, lieber Ursinho. Und man fĂ€ngt doch nicht an, etwas zu kochen und entscheidet sich dann, einfach etwas anderes zu kochen.“, antwortete ich. Ich konnte ihm plötzlich nicht mehr böse sein. Es war ein Fehler von mir, den BĂ€ren die ganze Zeit allein kochen zu lassen und ihn dann fĂŒr seine MĂŒhe auch noch zu schimpfen: „Komm, wir kochen jetzt zusammen Gulasch.“ So machten wir es auch. Das Essen war lecker.
Wir kochen jetzt jeden zweiten Abend gemeinsam und so viel, dass wir zwei Tage davon essen können. Seitdem gibt es immer etwas Gutes zu essen und Ursinho lernt sehr viel. Und dieses Wochenende kochen wir zusammen eine griechische SpezialilitÀt.

Marius Pieruschka

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

Werke: 207
Kommentare: 2337
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um heike von glockenklang eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

ein wundervoller erzÀhlstil.
heike
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kĂŒhle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

Bearbeiten/Löschen    


Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
GrĂŒĂŸ Dich Gilmon,

eine lieb erzÀhlte Geschichte. Konnte den Kleinen da richtig sehen und schmunzelte.

Mir ist es aber einmal zu viel, so nah beinander mit:
"Ich erklÀrte ihm..."

Dann die Frage:
WIESO..war Dir unwohl bei dem Gedanken?
War vorher was vorgefallen? Ist da kein Vertrauen in ihn und wieso?

"Du Dummchen" Vielleicht könnt man fĂŒr Dummchen etwas anderes nehmen. Ist nicht schön, ein "Dummchen" zu sein

"Heute hatte er ein Chili gekocht. Zumindest sollte es das sein. Aber eines ohne Zwiebeln und das hatte seinen Grund...denn...
Ich tat meinen ersten Bissen und grĂŒbelte. Irgendetwas schmeckte komisch"
(oder so Àhnlich)

"Am nĂ€chsten Tag kam ich frĂŒher heim und schlich ganz leise in die KĂŒche..Ich roch verbranntes Fleisch und wartete ab, was dann geschah....."

Ab da wĂŒrde ich ein wenig was Ă€ndern. Gib dem kleinen Urshino ein gutes GefĂŒhl. Rette, was noch zu retten ist, ohne aus ihm einen "Dummkopf" zu machen

Ich hab auch einen kleinen "Urshino" daheim. Die kleine BĂ€rin ist fĂŒr Eierkuchen zustĂ€ndig und macht sie mittlerweile mit viel Liebe, viel besser, als ICH

Sind n paar Punkte...aber ich wĂŒrde, wenn ĂŒberarbeitet gerne eine 9 geben

lG
Susanne


Bearbeiten/Löschen    


Gilmon
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2000

Werke: 24
Kommentare: 439
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Gilmon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo heike und Susanne,

schön das euch meine Geschichte gefallen hat. Es ist die erste Kindergeschichte, die ich ĂŒberhaupt geschrieben habe.

Ich trage mich mit dem Gedanken, vielleicht noch andere Geschichten von Ursinho zu schreiben. Ich habe eine Geschichte im Kopf, wo er Schachspielen lernt und eine andere, wo er bei einem "Lernprojekt" in der Uni-Bibliothek arbeitet und dort so einiges auf den Kopf stellt.

Aber zuerst werde ich den Anregungen von Susanne folgen und den Text etwas ĂŒberarbeiten.

Schöne GrĂŒĂŸe, Gilmon

Bearbeiten/Löschen    


Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
Kommentare: 8220
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Hallo Gilmon,

gratuliere, fĂŒr die erste, wirklich gut geworden
Die neuen "Abenteuer" hören sich auch gut an..aber geh gnÀdig mit ihm um.*smile*
Denke mal, der kleine muss und kann noch durch Dich, viel lernen. Damit auch..andere Kiddies

lG
Susanne

PS: Sag Gilmon..dieses "griechische SpezialitÀt..heisst die "Marius Pieruschka? *lach*
Sorry..weils so nett drunter stand..gleich danach.

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!