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Leselupe.de > Ungereimtes
Urzustand
Eingestellt am 20. 01. 2005 00:11


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lapismont
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Urzustand

Oben -
ist noch Licht.
Es hellt,
Wolken
stapeln Macht,
wettern
ins Jenseits.

Eine Berührung mit meiner Nase.

Doch in den Straßen
stecken schon die Messer.
Sticht ein Mensch?
Ficht er den Asphalt noch an
und pflastert er die wunden Stellen steinern weg?

Doch hier ist alles hinüber,
harren Ruinen da.
Die Klingen stecken tief,
trunken blutet die Kanalisation sauberes Wasser.
Windstille Ecken bracken
blasig zwischen den Fluchten
fiebrig platzender Bauten.
Bald winkt ein Staubkorn Lärm hindurch -
hungrige Exklusivität im All.
Angerissenes zerfällt in Sterilität,
stagniert in Unlebendigkeit.

Wer dunkelt hier das Licht,
die Sicht,
mit einer Tagesdecke?

__________________
Kunst passiert.

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vicell
Routinierter Autor
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Beeindruckend, dear lapi. Diese Stagnation, dieser Urzustand, die Erde als wühlendes Gebrodel und die Decke, die schließich über dieses Toben gelegt wird. Der Mensch als der Illusionszerreißende. Metaphorisch sehr sauber.
"Bracken" ist mir gleich aufgefallen- es kam mir merkwürdig bekannt vor, so, als hätte ich es bei dir schon mal irgendwo in einem anderen Gedicht gelesen...? Seis drum....

Steine über Steine!

Es grüßt ganz lieb und wünscht gute Besserung dem Kleinen
die vic

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Aragorn
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Lieber Lapi,

dies Werk hat es mir auch angetan, es hat etwas beklemmendes,
was mir aber sehr gefällt, denn diese Stimmung muß man erst einmal bildhaft machen.
Find ich absolut klasse!

Grüße
Ara

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lapismont
Foren-Redakteur
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bracken

Hi Vic,

ohne sonderliche Angst vor Benutzung, verwendete ich bracken als Verbform zu brackig.
Tatsächlich gibt es bracken gar nicht

Ich habe via google eine Verwendung in einem Gedicht im luziden Babylonien gefunden.
Bracken sind Jagdhunde, was hier nicht gemeint ist.

Interessant!

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Perry
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Hallo lapismont,
es ist eine unwirkliche, skurrile Traumwelt auf die die Nasenspitze unter der Tagesdecke hier stößt. Den Urzustand kann ich jedoch nicht so ganz nachvollziehen, es sei denn, Du verstehst darunter Auflösung und Zerstörung.
LG
Manfred

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

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lieber lap,

wer ist noch nicht nachts
beim lesen eingeschlafen,
und wollte früh am morgen
nicht aufwachen?
das licht der lampe,
das hinter die geschlossenen
lider strahlt,
bekommt in solchen momenten zwischen
schlaf und wachsein nahezu überirdische bedeutung.
träum ich oder wach ich - das ist oft die frage,
die dein prot mit selbstvergewisserung in der berührung
mit der nase sucht.

der morgen mit seiner dunklen alltagsmacht drängt
ins bewußtsein und deckt die lichte nacht.

der urzustand ist zum alttagszustand mutiert.
herzlich

montgelas

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