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Leselupe.de > Humor und Satire
VOLKSSPORT NR. 1
Eingestellt am 19. 08. 2011 15:43


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AliasI
???
Registriert: Apr 2005

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>>>>>... und da es sich um ein relativ neues Hobby handelt, das aber stark im Kommen ist, geben wir f├╝r diesen vergn├╝glichen Volkssport ein kleines Brevier heraus, damit alle Beteiligten auch so richtig Spa├č daran haben, denn st├╝mperhaftes plumpes Mobben ist geistlos, leicht durchschaubar und vor allem LAAANGWEILIG.

F├╝rs erste nehmen wir uns den Arbeitsplatz vor, dieser ist geradezu ideal zum Mobben.

Was solltest du als angehender Mobber also beachten?

1.) Es kann nahezu jeder gemobbt werden, aber bei gewissen Leuten macht es gewaltig viel mehr Spa├č als bei anderen. Es sollte eine Person sein, die intelligent genug ist, um gewisse Minderwertigkeitskomplexe zu versp├╝ren, sie sollte gut erzogen und h├Âflich sein, denn dann wird sie sich nicht gro├č wehren.

2.) Bevor man mit dem Mobben anf├Ąngt, sollte man sich der Unterst├╝tzung seines Chefs (Abteilungsleiters u.s.w.) sicher sein. Am besten vorher durch ein paar Bemerkungen antesten, wes Geistes Kind er oder sie ist. Die Unterst├╝tzung der restlichen Mannschaft kommt ganz von alleine. Man nennt das den Mitzieh-Effekt.

3.) Dann gucke man sich ein Opfer aus und gehe dabei nach folgenden Auswahlkriterien vor:
Jemand ist zu dick, zu d├╝nn, zu gro├č, zu klein, zu schwarz, zu extravagant, zu faul, zu flei├čig, ohne die richtige Nationalit├Ąt, ohne die richtige Religion, ohne die richtigen Eltern, Geschwister, Antworten, Kleider, ist schwul, lesbisch, bi oder hetero, hat zuviel oder zuwenig Sex, kann etwas besser als du - oder einfach nur, weil seine Nase dir nicht passt.

Man hat also das Opfer ausgesucht. Nun sollte man sich ein Konzept ├╝berlegen.
Wenn das Opfer arbeitsm├Ą├čig gut ist und fast unentbehrlich erscheint, dann kann man die Arbeit des Opfers madig machen, sie zum Beispiel als k├╝nstlich erzeugte Arbeitsbeschaffungs-Ma├čnahme bezeichnen, die vollkommen ├╝berfl├╝ssig w├Ąre. Seine eigene Arbeit hingegen sollte man als firmenerhaltend und konstruktiv hinstellen und dieses auch immer wieder dem Chef (Abteilungsleiter u.s.w.) einfl├╝stern.
Man kann nat├╝rlich auch privat den Hebel ansetzen. Kleines Beispiel: Wenn eine Mitarbeiterin nicht mindestens dreimal am Tag mit ihrem Mann innige und vor allem lange Telefonate f├╝hrt, dann ist das ein sicherer Hinweis auf eine zerr├╝ttete Ehe - und sehr vielversprechend!
Falls Arbeit und Privatleben allerdings ├╝berhaupt nichts hergeben, dann kann man dem Opfer als letzte M├Âglichkeit Drogensucht vorwerfen. Das klappt immer!

Tipp: Es ist besser, vorher mit dem Opfer Br├╝derschaft getrunken zu haben, denn dann kannst du es duzen. Beim Siezen ist die Hemmschwelle zu hoch, um gute Gemeinheiten zu produzieren.
ÔÇ×Sie sind ein abartiges Wesen! (Schwach, absolut nicht ├╝berzeugend!)
ÔÇ×Du bist ein perverses Schwein!" (Viel besser!)

Du solltest auch nicht permanent auf dem Opfer herumhacken, dadurch k├Ânnten Mitleidsgef├╝hle (das soll tats├Ąchlich vorkommen, ist aber selten) bei den anderen entstehen. Besser ist es, ab und zu das Opfer um Rat zu fragen und sich bei ihm ├╝ber andere auszulassen. Das Opfer wird dadurch eingelullt, es ist froh, einen Augenblick lang Ruhe vor dem Mobber zu haben und wird einen Tag (eine Stunde, eine Minute) sp├Ąter umso h├Ąrter durch eine unverfrorene Bemerkung vom Mobber frontal getroffen. Das ist die hohe Kunst des Mobbens!
Ferner darfst du dich ruhig bestechen lassen von dem Opfer. Man kann von diesem minderwertigen Kroppzeug ruhig S├╝├čigkeiten, B├╝cher und kleine und gr├Â├čere Gef├Ąlligkeiten annehmen. Bei Gef├Ąlligkeiten sollte man das allerdings nur tun, wenn man mit dem Opfer alleine ist. Falls das Opfer dir in Gesellschaft eine Gef├Ąlligkeit anbietet oder dich um einen Gefallen bittet (weil du ihm das just gestern angeboten hast), dann weise dieses unversch├Ąmte Ansinnen emp├Ârt von dir. Das Gesicht des Opfers wird es wert sein.

Weiter: Du solltest nicht zwei Leute auf einmal mobben, es k├Ânnte zu Fraktionsbildungen bei den Opfern kommen, und das wollen wir ja nicht. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit der Fraktionsbildung unter Opfern verschwindend gering, denn eines von beiden wird sich nicht so stark gemobbt f├╝hlen wie das andere, und dieses nicht so stark gemobbte m├Âchte mit dem anderen Loser nichts zu tun haben. Ungl├╝ck steckt n├Ąmlich an... Besser ist es, sich nach und nach neue Opfer herauszupicken. Das alte Opfer wird ein enormes Gef├╝hl der Erleichterung versp├╝ren, wenn dein erbarmungsloser Druck nicht mehr voll auf ihm lastet, es wird dein williges Werkzeug werden, und es wird auf dem neuen Opfer mit Hingabe herumhacken. Tja, so sind die Menschen halt...

Das war nat├╝rlich nur eine kleine Einf├╝hrung in die Hohe Schule des Mobbens. Bald wirst du selber alle Tricks und Kniffe beherrschen. Nat├╝rlich sind die Feinheiten des Mobbens deiner Fantasie ├╝berlassen. Du musst nur einen Blick f├╝r die Opfer und ihre Empfindlichkeiten haben, denn Mobben ist reine Psychologie. Und wir wollen das Mobben doch auf keinen Fall st├╝mperhaft betreiben, wir wollen dem Opfer nicht nur die reine Kindergartenzeit, die Schulzeit und die Arbeitszeit vermiesen, nein, wir wollen ihm auch die Zeit zwischendurch vermiesen. Es soll immer an uns denken, immer an die Attacken denken, die da noch kommen werden und von denen es sich keinerlei Vorstellung macht. Und auch wenn es sich davon Vorstellungen macht, so werden seine Erwartungen immer ├╝bertroffen werden. Nat├╝rlich im negativen Sinne.

Also dann, wir w├╝nschen viel Erfolg beim Mobben! <<<<<

-----------------------------

Bernd Elzebupp legte das kleine B├╝chlein kurz beiseite und musste heftig grinsen. Wieder mal was dazu gelernt...

Er drehte sich auf seinem Stuhl herum und rief: "Hey Clancy, Sie abartiges Wesen, kommen Sie doch mal her, ich will mit Ihnen Br├╝derschaft trinken!" Er nahm das kleine B├╝chlein wieder in die Hand, um auch noch das Nachwort zu lesen. Aus den Augenwinkeln heraus sah er, wie Clancy angedackelt kam. Das feige Schwein!
Leider bemerkte er nicht, dass Clancy eine dieser portablen Garten├Ąxte in seinen H├Ąnden hielt, er sah nur noch, wie ein st├Ąhlerner scharfer Schatten auf seinen Sch├Ądel zuraste, h├Ârte ein dumpfes Ger├Ąusch, irgendetwas knackte laut, und dann konnte er auf einmal gar nichts mehr sehen, geschweige denn denken.

Clancy atmete auf, zu seinen F├╝├čen lag Elzebupp, blut├╝berstr├Âmt und anscheinend ziemlich tot, auch im Tode hielt er immer noch das kleine Buch fest.
Clancy b├╝ckte sich und nahm es an sich. Nachdenklich wog er es in seiner Hand. Dann schlug er zielsicher die letzte Seite auf und las laut:

NACHSATZ: F├╝r die Opfer.

Leider kann der Verfasser dieses Breviers euch keinen guten Tipp geben au├čer:
Wenn Ihr dem Mobber in den Hintern kriecht, verl├Ąngert das nur Eure Leiden, denn so werdet Ihr ihn NIE los.
Und h├Ârt endlich auf damit, bei anderen Leuten Hilfe zu erflehen, denn es wird euch sowieso keiner helfen.
Fangt an, euch zu wehren denn was habt Ihr schon gro├č zu verlieren! Also wehrt euch mit allen Mitteln - und diese Mittel bleiben nun EURER Kreativit├Ąt ├╝berlassen...

__________________
Die Lust ist eine Kunst, aber die Kunst ist nicht immer eine Lust (von mir oder von irgendeinem anderen).

Version vom 19. 08. 2011 15:43

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Tach,AliasI!

Ich h├Ątte da noch`n Anfangs-Vorschlag:

Freunde des sinnfreien Hobbys haben darauf bestimmt schon lange gewartet und werden staunen:
es gibt ein neues Brevier f├╝r einen vergn├╝glichen Volkssport, den sich wirklich jeder leisten kann, der kurzweilig ist und den kreativen Umgang mit der Wahrheit f├Ârdert.
Damit alle Beteiligten auch so richtig ihren Spa├č daran bekommen, statt dilettantisch herumzust├╝mpern:

MOBBING FOR BEGINNERS

Unit 1....

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AliasI
???
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gef├Ąllt mir!

es liest sich so verlagsm├Ą├čig professionell... ;-)
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