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Leselupe.de > Horror und Psycho
Vampire, Endzeit
Eingestellt am 02. 04. 2005 19:15


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macqjones
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2004

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Das Licht

Wir sitzen zusammen in der Wanne. Das Wasser ist so hei├č, dass das kleine Bad erf├╝llt ist vom Dampf. Um es so hei├č zu kriegen, habe ich den ganzen Rest unserer Kohlen-Ration verfeuert.
Egal. F├╝r uns wird es eh kein Morgen geben. Betty lehnt mit dem Kopf auf dem Wannenrand und raucht. Den Hals hat sie herausfordernd vorgestreckt. Sie liebt es, mir ihre Schlagader so zu pr├Ąsentieren. Eine st├Ąndige Provokation. Sie hat die Augen geschlossen. Ich lecke mir die Lippen. Doch ich widerstehe dem Drang, zuzubei├čen. Betty ist da nicht so zimperlich. Einmal hat sie mir eine Bratpfanne ├╝ber den Sch├Ądel gehauen, um an mich ranzukommen. So ein Mistst├╝ck. Ich werde uns nachher etwas fangen.
Zum letzten Mal.
"Gib mir auch einen Zug", sage ich und betrachte ihren K├Ârper. In der alten Zeit war sie mal Model gewesen. Sie meint, dabei habe sie gelernt das zu bekommen, was sie will.
Ich wei├č bis heute nicht, was sie an mir fand. Eine Frau wie sie kann auch heute noch jedes M├Ądchen haben, das sie will. Aber sie wollte mich. Ich gebe ihr die Zigarette zur├╝ck. Meine Finger sind schrumpelig vom hei├čen Wasser. Betty sieht mich an.
"Findest du nicht, wir sind jetzt hei├č genug? Ich will endlich v├Âgeln." Sie glaubt, dass ich zimperlich bin. Eine Memme. Im Grunde habe ich mich an die K├Ąlte unserer ja K├Ârper gew├Âhnt. Doch wenn wir uns lieben, dann ... dann kann ich es einfach nicht tun, wenn unsere K├Ârper kalt sind. Nicht wenn wir uns lieben.
Ich trinke den letzte Rest schalen Blutes aus der Flasche (Ist auch unser Letztes) und stehe auf.

Als wir gerade so sch├Ân dabei sind sp├╝re ich pl├Âtzlich, wie sich ihre F├Ąnge in meinem Hals graben.
"Was soll der Schei├č?, fauche ich und sto├če sie zur├╝ck. All meine Gedanken an guten, letzten Sex sind mit einem Mal verflogen.
"Macht der Gewohnheit", st├Âhnt sie und leckt sich die blutigen Lippen. Sie merkt, wie ich mich versteife und bl├Ąst sich genervt das Haar aus dem Gesicht.
"Nun hab dich nicht so. Ich habe Hunger, okay?!" Sie streichelt mir die Brust um mich zu bes├Ąnftigen. Sie wei├č, dass ich ihr nie lange b├Âse sein kann.
"Wenn Du Dir ein bisschen M├╝he gibst, fange ich Dir nachher was frisches", sage ich.
"Yes, Mam" grinst sie zufrieden und ihr Kopf verschwindet zwischen meinen Beinen.

Sp├Ąter. Unten auf der Stra├če sehe ich noch einmal nach oben, und versuche unter den im Wind flatternden Planen die Fenster unseres Apartments auszumachen. Ich werde es vermissen. In der alten Zeit war so eine Bleibe in der Upper Westside unerschwinglich. Gab es nicht einmal einen Film mit einer Frau, die in einer ├Ąhnlichen Stra├če wie dieser lebte? Wie hie├č noch mal die Schauspielern? Ich frage Betty danach. Sie schulterte gerade den Rucksack mit unserem Zeug. Sie trug ihr Lederoutfit. Ich hatte mich f├╝r einen schwarzen Overall entschieden. Nicht sch├Ân, aber praktisch.
"Ich glaube sie hie├č Meg. Meg Jolie. Ja. Stimmt, so hie├č sie." Sie nickt. "Ich hatte mal einen Fang, die sah genauso aus."
"Wie war ihr Name?", frage ich und sah sie an. Betty runzelt die Stirn.
"Von wem?"
"Na, von dem Fang. Wie war ihr Name?"
"Woher soll ich das denn wissen?", fragt sie. "Bist du eifers├╝chtig?" Ich lache traurig.
"Nein, ich bin nicht eifers├╝chtig. Erkennst du das denn nicht? Genau deshalb tun wir doch heute, was wir tun. Damit dies alles endlich aufh├Ârt." Betty zuckt mit den Achseln.
"Ich tue es wegen dem Licht."
"Dem Licht?" Ich hatte von ihr eine ├╝bliche, dumme, den Sachverhalt abtuende Antwort erwartet. Doch ihr Gesicht ist ernst:.
"Ja, dem Licht, verflucht noch mal. K├Ânnen wir jetzt?"

Wir fahren schweigend durch die Nacht. Der kleine VW-Bus ├Ąchzt unter der Last. So ein nuklearer Sprengkopf ist ganz sch├Ân schwer. Es war eine ewige Plackerei ihn aus dem St├╝tzpunkt im Norden hierher in die Stadt zu schaffen. Ich werfe einen Blick auf den Timer: Noch knapp eine Stunde. Zeit genug.
Betty sitzt am Steuer und sieht zu mir r├╝ber: "Skrupel?", fragt sie. Ich sch├╝ttelte den Kopf. "Nein. Keine Skrupel."

Es hatte irgendwo in Asien begonnen. Wie diese Schei├čwelle damals. Pl├Âtzlich begannen D├Ârfer am Leben nicht mehr teilzunehmen. Menschen die die D├Ârfer aufsuchten, kamen nicht wieder. Hilfsorganisationen begannen Leute zu schicken. Sie fanden menschenleere, scheinbar ausgestorbene D├Ârfer vor. Doch des Nachts hie├čen die Dorfbewohner die Fremden herzlich willkommen. Durch die infizierten R├╝ckkehrer erreichte es die ersten St├Ądte. Mit den Vielfliegern verbreitete es sich Land f├╝r Land ├╝ber die Welt. Niemand wusste genau, was eigentlich geschah. Ich arbeitete als Journalistin f├╝r ein Provinzblatt in einem Kaff in Connecticut. Als bei uns die ersten F├Ąlle auftraten, begann ich mit meiner Recherche. Ich sah mich schon den Pulitzer bekommen: Geheimnis der Seuche enth├╝llt: Vampire! -┬á Stattdessen bekam ich etwas anderes. Ich bekam eines Nachts Besuch von meiner Nachbarin. Ich h├Ątte nie geglaubt, dass Blut so spritzen k├Ânnte. Sie war noch unerfahren und ruinierte neben der Bettw├Ąsche auch meine Tapeten. Ich hatte gerade frisch renoviert. Doch es tat gar nicht weh. Und als ich in der Nacht darauf erwachte, tat gar nichts mehr weh. Ich hatte nur unendlichen Durst - wie all die Anderen.
Irgendwann war die Stadt ausgeblutet und es begannen sich marodierende Banden zu bilden, die sich nun selbst zerfleischten. Jede Faser totes Fleisch wurde gerissen, gekaut und gelutscht, um an letzte Tropfen Blut zu kommen. In den Krankenh├Ąusern und den Altenheimen muss es am schlimmsten gewesen sein. Am Ende leckten sie die getrockneten Reste von den Kacheln. Einige w├╝hlten sich sogar in frische Gr├Ąber. Nichts war mehr heilig, au├čer die Jagd nach H├Ąmoglobin.
Schlie├člich fuhr ich nach New York, in der Hoffnung dort etwas zu finden, was meinen kalten K├Ârper in Bewegung hielt. Ich wurde nicht entt├Ąuscht. Und schlie├člich traf ich auch Betty. Statt sich um den Fang zu streiten, teilten wir ihn. Es war ein junger Bursche. Irgendwas mit B├Ârse hatte er gemacht. Sein ├ťberlebensindex sank rapide, als wir mit ihm fertig waren. Ich ├╝berlie├č Betty seine ganze Leber. Wir waren verliebt.
Am Ende aller Dinge begann sich pl├Âtzlich wieder eine Ordnung zu bilden. Nat├╝rlich nicht mehr so, wie fr├╝her. Aber es begannen sich Clans zu bilden, Gruppierungen und schlie├člich herrschte im guten alten New York ein selbsternannter F├╝rst der Finsternis.
Darklord machte N├Ągel mit K├Âpfen. Er hatte einen Plan. In der alten Welt war er ein kleiner Schei├čer gewesen, doch jetzt war Dark ein Gott. Er beschloss per Dekret die Stadt zu verdunkeln. Jedes Fenster musste schwarz ├╝bert├╝ncht und jede Fassade mit Planen verdecket werden. Schlie├člich sah ganz Manhattan wie eine gigantische Arbeit von diesem alten Ficko Christo aus.

Jetzt hocken Millionen von ewig hungrigen Blutsaugern in dieser toten Stadt. Nun, ein paar Ressourcen gibt es noch. Sie verstecken sich in den Tunneln, wie die Juden damals in den Ghettos. Doch 'Darklord' schickt seine Truppen hinaus ins Land, um frisches Blut f├╝r seine hungrige Schar zu beschaffen. Sie kommen auf Armeelastern und G├╝terz├╝gen. Dann werden Feste gefeiert. Im Central Park, oder im Madison Square Garden. Manche F├Ąnge werden gleich vor Ort verarbeitet. Es hei├čt, daf├╝r werden im mittleren Westen riesige Lager gebaut. Ihr gezapfter Lebenssaft wird in Tanklastern angeliefert und in gek├╝hlte Flaschen verf├╝llt. Die Stadt, die niemals schl├Ąft, erwacht wieder zu einem unheiligen, n├Ąchtlichen Leben.
Ich glaube, der Gedanke dem ganzen ein Ende zu machen kam mir, als ich die ersten Blut-Raffinerien vor den Toren der Stadt sah. Gott. Es sind doch Menschen. So wie wir einst Menschen waren. Wir sollten es doch besser wissen.
Damit w├╝rde bald Schluss sein. Ich sehe wieder zur Anzeige.
F├╝nfzig Minuten.

Wir sind fast da. Pl├Âtzlich nehme ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahr.
"Halt an!", rufe ich und Betty tritt auf die Bremse. Ich springe hinaus.
"Eine Frau mit ihrem Kind.", rufe ich. Betty nickt mir zu. Ich hatte ihr einen frischen Fang versprochen. Zum allerletzten Mal.
Sie sind wohl aus den Tunneln oder sie haben es geschafft von einem der Laster zu springen. Sie scheinen sich nicht auszukennen, denn sie laufen in eine Sackgasse. Wahrscheinlich hat sie der Hunger an die Oberfl├Ąche getrieben. Auf der Suche nach Dosen mit Nahrung die f├╝r uns Kreaturen der Nacht keine Bedeutung mehr haben, m├╝ssen sie die Zeit vergessen haben. Dummer Fehler.
Als ich sie erreiche sind bereits drei Andere an der Mutter dran. Ich h├Âre ihr schreien.
Die Kleine l├Ąuft mir direkt in die Arme. Von der Mutter sehe ich nur noch wie Fetzen von ihr in der Luft wirbeln, als ein dutzend Vampire um sie k├Ąmpfen. Ich schnappe mir das Kind und laufe zur├╝ck zum Bus. Ein paar der Hungrigen folgen mir.
"Fahr los!", rufe ich und springe in den Bus. Betty gibt Gas und wir rasen davon. Sie riecht das warme, frische Fleisch der Kleinen.
"Na los, worauf wartest du?", faucht sie. Ich seufze.
"Wie hei├čt Du?", frage ich das M├Ądchen. Es ist h├Âchstens sieben und hat blondes, schmutziges Haar.
"Naomi." fl├╝stert die Kleine. "Bitte, ich will zu meiner Mama." Sie wehrt sich und ihr kleiner K├Ârper zittert in meinen Armen.
"Shh, Naomi. Shh.", sage ich. "Gleich bist du bei deiner Mama. Shh. Es tut gar nicht weh.", fl├╝stere ich ihr ins Ohr, bevor ich zubeisse.
Dies ist die Letzte. Jetzt ist Schluss, denke ich und trinke ein wenig. Danach ist Betty an der Reihe. Sie bemerkt, wie ich sie dabei beobachte.
"Was?", fragt sie und h├Ąlt inne. Blut rinnt ihr Kinn herab.
"Nichts.", sage ich, sehe weg und h├Âre sie schl├╝rfen.
Zwanzig Minuten.

Wie hypnotisiert starre ich auf die Kleine. Es sieht aus, als ob sie schl├Ąft.
Betty ber├╝hrt mich am Arm.
"Wir sind da."
"Was?" Ich kann mich kaum vom Anblick der Kleinen l├Âsen.
"Wir sind da."
F├╝nfzehn Minuten.

Wir wuchten den Karren mit dem Sprengkopf in den Lastenaufzug. Es gibt eine Schrecksekunde als sich der Aufzug nicht r├╝hrt. Dann schlie├čen sich die T├╝ren und wir fahren hinauf. Das letzte Stockwerk zum Dach m├╝ssen wir den Sprengkopf schleppen. F├╝r zwei Menschen unm├Âglich, aber wir sind ja keine Menschen mehr.
Das frische Blut hat wirklich geholfen. Es war gut, dass wir noch etwas davon hatten. Betty err├Ąt meine Gedanken.
"Siehst Du, der Fang ist nicht umsonst gestorben."
"Naomi", sage ich. "Ihr Name war Naomi."
"Wie auch immer", entgegnet Betty grunzend.
Dann sind wir oben.
"Hallo", begr├╝├čt uns eine Stimme. Es ist Darklord mit seinen M├Ąnnern.
Sieben Minuten.

"Was soll das, Rachel?", fragt mich Darklord.
"Es muss hier enden, Dark.", sage ich und er schl├Ągt mir ins Gesicht.
Meine Lippe blutet. Ich betrachte sie belustigt. Der letzte vergossene Tropfen Blut.
"Stell die Schei├če ab, sofort", befiehlt er und schl├Ągt mich wieder. Betty lacht. Er sieht sie w├╝tend an. Pl├Âtzlich hat Dark einen Holzpflock in der Hand und rammt ihn Betty mitten ins Herz. Sie starrt ihn verbl├╝fft an und sieht dann noch einmal zu mir. Eine Tr├Ąne rinnt ihre blasse Wange hinab. Dann zerf├Ąllt sie zu Staub.
"Nein!", schreie ich. Man h├Ąlt mich fest. Das ist nicht fair. Sie wollte doch das Licht sehen.
"STELL DIE SCHEISSE AB!", schreit Dark mich an und h├Ąlt mir drohend den Pflock vor die Nase. Jetzt muss auch ich lachen. Was f├╝r ein Idiot.
"Was gibt es da zu Lachen, Du dumme Schlampe?!", keift er, F├╝rst der Finsternis, der gro├če Diktator.
"Aber Dark, darum geht es doch gerade", sage ich ruhig. "Die Scheisse h├Ârt jetzt endlich auf."
Dark Gesicht zeigt deutlich sein Bem├╝hen, meine Worte zu verarbeiten. Ich sehe weg. Ich will als letztes etwas anderes sehen.
Ich sehe zum Sprengkopf. Der Timer blinkt und gibt ein leises Piepsen von sich.
Null Minuten.

Betty hat recht behalten.
Es hat sich gelohnt. F├╝r diesen kurzen, strahlenden, reinen Moment voller Licht.
Es ist wundersch├Ân.

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Troll
???
Registriert: Mar 2005

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Hallo,

interessante Geschichte. Folgende Hinweise von mir. Rechtschreibfehler habe ich nicht alle beachtet - ist hoffentlich in deinem Sinne. Ich hoffe, dir helfen meine Anmerkungen.

- du und dir immer klein schreib├ęn, au├čer am Satzanfang
- Leider geht erst mitten im Text hervor, dass es sich um zwei Frauen handelt
- Ich halte die Ich-Form ungl├╝cklich gew├Ąhlt, wenn der Erze├Ąhler in der Geschichte stirbt.
- "dass das kleine Bad vom Dampf erf├╝llt ist" nicht "erf├╝llt ist vom Dampf
- "F├╝r uns wird es sowieso (statt "eh") kein Morgen geben"
- "... an die K├Ąlte unserer K├Ârper gew├Âhnt" ("ja" streichen)
- "(ist auch unser letztes)
- "wie sich ihre F├Ąnge in meinen Hals graben"
- Appartements
- "Sie tr├Ągt (nicht trug) ist Lederoutfit. Ich habe (nicht hatte) mich f├╝r ..."
- "Ich lache traurig als Anfang des n├Ąchsten Absatzes
- "Genau deshalb tun wir das doch heute, was wir tun. Damit dies dieser Mist endlich aufh├Ârt."
- Pl├Âtzlich begannen D├Ârfer nicht mehr am Leben teilzunehmen. Menschen, die dort hin gingen, kamen nicht wieder. Hilfsorganisationen schalteten sich ein.
- "... verbreitete es sich Land f├╝r Land ..."
- "Irgendwann war die Stadt ausgeblutet und marodierende Banden bildeten sich, zerfleischten sich gegenseitig."
- "Und schlie├člich traf ich auf Betty."
- "... mit Planen verdeckt ..."
- "Doch Darklord (hier mit Anf├╝hrungszeichen - weglassen) schickt seine Truppen..."
- "... in gek├╝hlte Flaschen abgef├╝llt."
- "drei andere an der Mutter ..."
- "Von der Mutter sehe ich nur noch wie Fetzen von ihr blutigen Fleisches in der Luft ..."
- "Es war gut, dass wir noch etwas davon hatten."
- grunzend? - wie redet jemand grunzend?
- zu lachen

Viele Gr├╝├če
Troll

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