Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
69 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Vaterstadt
Eingestellt am 08. 07. 2005 19:52


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
Kommentare: 783
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gareth eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Da ich nun friedlich bei der Kirche sitze
und vor dem Knösel meine Tasse hebe,
in beider Schatten fern der Mittagshitze,
wird mir bewusst, wie gerne ich hier lebe.

Ganz langsam werd ich alt, doch ungebrochen
besteht die Liebe fort zu diesen Gassen,
von denen ich mich bisher wohl fĂŒr Wochen,
doch nicht fĂŒr immer habe trennen lassen.

Nach vierzig Jahren bin ich heute wieder,
nur nicht so schnell, den Turm hinauf gestiegen
und blickte auf die kleinen HĂ€user nieder,
die rings als Zeugen meiner Kindheit liegen.

Noch nie hab ich sie wohl so tief geachtet,
die stumm, vertraut und duldsam meinem Leben
im Lachen und im Weinen Halt gegeben,
und nie so reinen Herzens sie betrachtet.

Da schien's mir fast, ich hÀtt genug gesehen,
von andern Orten und ich sollt zurĂŒck
zu meinen Wurzeln, um nie mehr zu gehen,
und darin lag ein ruhig schlichtes GlĂŒck.

Nun hab ich meine FĂŒĂŸe wieder unten
auf uralt blanken Pflasterstein gestellt,
mir ist, als hÀtt ich meinen Platz gefunden
in dieser kleinen, meiner VĂ€ter, Welt.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


noel
???
Registriert: Dec 2002

Werke: 180
Kommentare: 768
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um noel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil



wohl
feil in wort
klang & rhythmus

noel
__________________
© noel
Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der ToxizitÀt, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level) .

Bearbeiten/Löschen    


Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo gareth,
du wechselst im vierten Absatz die Reimfolge. Mich wĂŒrde interessieren, ob es einen bestimmten Grund gibt, warum dies einmalig geschieht? Auch wechselt die Perspektive des Betrachtenden. Die Betrachtungen fĂŒr sich sind schön zu lesen, jedoch erscheint mir der Wechsel abrupt und ohne zeitliche Abfolge. Es ist erst das ruhige Sitzen - verweilen - bei einer Tasse Tee. (Ist Knösel ein CafĂ©?) Als Leser setze ich mich ebenfalls dazu und erwarte den Blick um den Prot herum beschrieben zu bekommen, doch es folgt die Beschreibung vom hohen Turm.
Trotz der kleinen EinwĂ€nde habe ich dein Gedicht sehr gerne gelesen. Es werden heimatbezogene, besinnliche GefĂŒhle transportiert. Und der Blick des Mannes zurĂŒck auf sein Leben wird beschaulich beschrieben.

LG
Sandra

Bearbeiten/Löschen    


gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
Kommentare: 783
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um gareth eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hallo Sandra,

danke erst mal fĂŒr Deine BeschĂ€ftigung mit dem Gedicht.

Also den einmaligen Ausflug vom Kreuz- zum Blockreim in der 4. Strophe habe ich mir einfach gegönnt :o). Diese Strophe ist ein bisschen emotionaler und ich fand, das könnte man auch formal etwas unterstĂŒtzen.

Was den Perspektivenwechsel betrifft:
Der Prot. reflektiert, zurĂŒckgekehrt, vor dem Cafe sitzend, seinen Ausflug auf den Turm der Kirche. Ich bin nicht sicher, ob man hier von einem Wechsel in der Perspektive sprechen kann.

Das Knösel ist im Übrigen in der Tat ein (das Ă€lteste Heidelberger) Cafe und liegt unmittelbar hinter der Heiliggeiskirche.

GrĂŒĂŸe
gareth

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!