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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Velocidad
Eingestellt am 23. 03. 2015 08:51


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ThomasQu
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Velocidad

Jesus Jorge Pouso war der Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters, aufgewachsen in Madrid. Dort hatte er auf einer deutschen Schule Abitur gemacht und anschließend in MĂŒnchen Architektur studiert.
Nach seinem UniversitĂ€tsabschluss fand er eine Anstellung in einem mittelgroßen NĂŒrnberger ArchitekturbĂŒro, das kreativ ausgerichtet war und gerne jungen NachwuchskrĂ€ften eine Chance gab.
Die packte Jorge beim Schopf. Schnell siedelte er von MĂŒnchen nach NĂŒrnberg ĂŒber und schon drei Jahre spĂ€ter gehörte er zu den EntscheidungstrĂ€gern des Unternehmens. Er erwarb eine luxuriös sanierte Altbauwohnung im Herzen der Stadt, deren aufwĂ€ndigen Umbau natĂŒrlich er selbst geplant hatte.
Inzwischen ging Jorge fast gar nicht mehr ins BĂŒro, sondern kommunizierte nur noch online mit seinen Kollegen.

Jorge war jetzt 35, Workaholic und Vollchaot. Er war nicht fĂ€hig, irgendetwas aufzurĂ€umen. In seiner Wohnung hingen die in Folie verpackten AnzĂŒge, die aus der Reinigung kamen, ĂŒber sĂ€mtliche Stuhllehnen verteilt, ungeöffnete Post lag herum, die Tische waren ĂŒbersĂ€t mit Zeitschriften, schmutzigem Geschirr, ĂŒbervollen Aschenbechern, leeren Pizzakartons 
 Der ganze Boden seines Arbeitszimmers war mit PlĂ€nen, Dokumenten und Skizzen zugelagert und auf seinem Schreibtisch tĂŒrmten sich die Aktenordner.
Die frische WÀsche entnahm er gleich aus dem Korb seiner WÀscherei, der irgendwo herumstand und dessen Inhalt noch niemand in die SchrÀnke eingerÀumt hatte.
Jorge fĂŒhlte sich in dieser Umgebung wohl, zumindest bis zu einer gewissen Grenze.
Jeden Tag zwischen 12 und 14 Uhr kam Frau Fischer, seine Perle und versuchte, ansatzweise Ordnung zu schaffen und die nötigsten Reinigungsarbeiten und EinkÀufe zu erledigen.
Am Vormittag frĂŒhstĂŒckte Jorge unten beim BĂ€cker um die Ecke, danach begann sein Arbeitstag. Der dauerte fĂŒr gewöhnlich bis weit nach Mitternacht, auch sonntags. Zwischenzeitlich war sein ArchitekturbĂŒro auf dem Sprung, sich internationales Renommee zu erwerben, zu einem großen Teil war das sein Verdienst.

Jorge war 165 cm groß, hatte dunkles, wirres Haar, Dreitagebart und ein kleines WohlstandsbĂ€uchlein. Alkohol trank er kaum, er musste ja stĂ€ndig klaren Kopf behalten, aber sein Zigarettenkonsum war betrĂ€chtlich.
In letzter Zeit bemerkte er jedoch so eine seltsame Kurzatmigkeit an sich, die ihm Sorge bereitete. Daher beschloss er, fĂŒr eine Woche ĂŒber seinen Schatten zu springen, alles liegen zu lassen und sich eine Auszeit zu gönnen. Sein erster Urlaub!
Er meldete sich bei seinen Kollegen und bei Frau Fischer ab, packte das Nötigste in eine Reisetasche und stieg in seinen Porsche, Ziel unbekannt.

Am Abend erspĂ€hte er irgendwo in den österreichischen Bergen in einem kleinen Seitental eine einfache Pension, etwas außerhalb des Dorfes, in die er sich einmietete. Es war Ende April. WĂ€hrend ĂŒberall das FrĂŒhjahr Einzug gehalten hatte, lag hier noch vereinzelt Schnee. Er hatte seine Wanderstiefel dabei, die er noch aus Studentenzeiten besaß und die gut eingelaufen waren. Die zog er sich am nĂ€chsten Morgen an.
Der Weg fĂŒhrte gleich hinter dem Haus leicht bergauf. Wenn er den immer weiter ginge, so beschrieb es der Zimmerwirt, kĂ€me er nach zwei bis drei Gehstunden zu einer kleinen HĂŒtte, die zwar nicht bewirtschaftet war, aber auf deren Terrasse man rasten und die Aussicht genießen könne.
Nach halber Strecke wurde der Pfad steiler. Jorge fĂŒhlte sich auf einmal nicht mehr wohl. Immer öfter musste er stehen bleiben und verschnaufen. Er setzte sich auf eine Bank, die am Wegesrand stand, um sich auszuruhen. Sein Herz hĂ€mmerte, als wĂŒrde er in vollem Sprint schon die dritte Runde um den Sportplatz rennen, er kam gar nicht mehr mit dem Atmen nach. Sollte das von dem bisschen Bergauflaufen kommen? FrĂŒher, in seiner Studentenzeit, war er doch auch oft in den Bergen gewesen. „Por Dios, so was habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte er zu sich und trocknete sich mit einem Taschentuch die Stirn.

Nach einiger Zeit fĂŒhlte er sich besser. Er konnte sich keinen Reim darauf machen, brach auf und schritt leichten Fußes bergan, ohne Seitenstechen und ohne ins Schnaufen zu geraten.
Als er auf der HĂŒtte angelangt war, blickte er auf die Uhr. Wie kann das sein, seit der letzten Rast waren gerade mal zwanzig Minuten vergangen? Ihm war es vorgekommen, als wĂ€re er seither schon wieder eine ganze Stunde gelaufen, von wegen, zwei bis drei Gehstunden.
Er nahm auf einer Bank Platz und packte sein Vesper aus. Die Rundumsicht war ĂŒberwĂ€ltigend, die Terrasse lag direkt in der Sonne und Jorge machte es sich bequem.
Zu seiner Linken gab es nicht allzu weit eine zerklĂŒftete Felswand. Mit bloßem Auge konnte er ein paar GĂ€msen betrachten, die sich dort tummelten. Seltsam, dachte er sich, wie trĂ€ge die sich bewegen, fast wie in Zeitlupe.

Nachdem er sich ausgeruht und gestĂ€rkt hatte, wollte Jorge aufbrechen. Ein kurzer gewohnheitsmĂ€ĂŸiger Blick auf seine Uhr ließ ihn abermals stutzig werden. Seit seiner Ankunft auf der HĂŒtte waren erst fĂŒnfzehn Minuten vergangen.
Das gibt es doch gar nicht, ich glaube, diese Uhr spinnt! Der Sekundenzeiger tickt so langsam, bestimmt ist die Batterie leer.
Er kramte in seinem Rucksack nach dem Smart Phone, das er eigentlich die ganze Woche ĂŒber nicht einschalten wollte, doch beide GerĂ€te zeigten die gleiche Zeit an.
„So etwas Komisches“, grummelte er vor sich hin, was war da eigentlich los? Er horchte aufmerksam in sich hinein, aber er fĂŒhlte sich großartig. Die gesundheitliche Krise von vorhin schien vollkommen ĂŒberwunden. KopfschĂŒttelnd stand er auf und machte sich an den Abstieg. Der dauerte nicht mal eine Stunde.
In seiner Pension traf er im Hausflur auf den Zimmerwirt, der sich auffallend langsam und trÀge bewegte.
„Haaabeeen Siieee dieee HĂŒĂŒĂŒtteee deeennn niiicht geeefuuundeeen?“
„Ja, doch, ich war oben.“
„Wiieee biitteee?“
Jorge ließ ihn stehen und lief die Stiege hoch in sein Zimmer. Der Wirt blickte ihm bewegungslos nach.

Jorge schloss die TĂŒre hinter sich. Er stĂŒtzte sich mit den Ellenbogen auf das Fensterbrett und atmete tief durch. Draußen konnte er beobachten, wie sich ganz langsam das Auto des Postboten nĂ€herte. Er stieg im Zeitlupentempo aus und ging auf die HaustĂŒre zu.
Jorge wandte den Blick ab, er konnte das nicht mehr mit ansehen. Panik stieg in ihm hoch. Was war da nur geschehen?
Ich muss hier weg, bevor ich noch verrĂŒckt werde! Er nahm sich vor, den Rest des Tages auf dem Zimmer zu verbringen, sich etwas zu beruhigen und in der AbenddĂ€mmerung in sein Auto zu springen und abzudĂŒsen. Vermutlich saßen da die Leute beim Abendbrot und er wollte niemandem begegnen.
Mittlerweile verspĂŒrte Jorge leichte MĂŒdigkeit und legte sich auf sein Bett. MĂŒhsam sank er in einen unruhigen Schlaf.
Als er erwachte, fĂŒhlte er sich frisch, ausgeruht und hungrig. Er wĂŒhlte in seinem Rucksack nach dem Rest des Vespers vom Vormittag.
Gegen 18 Uhr wollte er los, aber die Minuten verstrichen unertrÀglich langsam! Gelegentlich, wenn er aus dem Fenster blickte, konnte er beobachten, wie sich Personen wie im Schneckentempo an seinem Haus vorbei bewegten.
Ich halte das nicht mehr aus, dachte er sich, packte seine Tasche, legte einen 100 Euro Schein auf den Tisch, verließ den Gasthof und fuhr los. Niemand hatte ihn gesehen.

Doch was war das schon wieder? „Y ahora quĂ© pasa?“ schrie Jorge und schlug mit der Faust auf sein Lenkrad. „Jetzt spinnt auch noch diese Karre!“ Als Porschefahrer war er es gewohnt, diese spezielle Art der MassentrĂ€gheit zu genießen, die ihn bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal mit Macht tief nach hinten in die Sitzlehne drĂŒckt.
Diese war jetzt nicht mehr vorhanden. Der Porsche fĂŒhlte sich an wie eine Ente. Jorge blickte auf die Geschwindigkeitsanzeige. Achtzig, viel zu schnell fĂŒr diese enge und kurvige Straße. Er drosselte sein Tempo auf fĂŒnfzig herunter.
Auch spĂ€ter, als die Straßen breiter wurden und der Verkehr zunahm, musste er sich zwingen, streng nach Tacho zu fahren. Jetzt war er selbst im Schneckentempo unterwegs.

Jorge hoffte, dass sich sein ZeitgefĂŒhl im Laufe der Heimfahrt wieder normalisierte. Die erschien ihm aber elend lang.
Schließlich kam in ihm der Verdacht auf, dass es nicht die Umgebung war, die ihr Tempo verlangsamt hatte, sondern irgendetwas hatte sein Eigenes beschleunigt, als wĂ€re er in einen Zeitraffer geraten.
GefĂŒhlte zehn Stunden spĂ€ter kam er in NĂŒrnberg an, objektiv waren es nur gute drei. WĂ€hrend der Fahrt hatte er die Hoffnung aufgegeben, dass alles nur ein lokales PhĂ€nomen sein könne. Er hatte genug Zeit, um nachzudenken und ihm war klar, dass er sich seiner Umgebung anpassen musste, wenn er nicht auffallen wollte. Das hieße, er musste sich selbst im Zeitlupenmodus bewegen und
gaaanz laaangsaaam spreeecheeen.

Gegen 20.30 Uhr kam er in seiner Wohnung an. Alles war perfekt aufgerÀumt, somit musste er in den kommenden Tagen nicht mit Frau Fischer rechnen.
Jorge hatte Hunger. Er griff zum Smart Phone und rief den Pizzaservice an. Jetzt konnte er gleich ausprobieren, wie das funktioniert, mit dem langsamen Sprechen.
„Guuuteeen Taaag, iiich hÀÀÀtteee geeerneee 
“
Zwanzig Minuten spĂ€ter war die Pizza da. Ihm kam es vor wie eine Stunde. WĂ€hrend er darauf wartete, schickte er eine kurze Mail ins BĂŒro, “Bin wieder da“.
Er sah seine Kollegen im Geiste vor sich, wie sie vor Lachen unter den Schreibtischen lagen. “Jetzt hat der Pouso zum ersten Mal in zehn Jahren eine Woche Urlaub und dann ist er am zweiten Tag schon wieder da. Hahaha.“ Jorge musste sogar selbst ein bisschen mitlachen.

Er hatte sich ĂŒberlegt, dass er ungefĂ€hr zweieinhalb Mal schneller war, wie seine Umgebung. Jetzt brauchte er einen anderen Rhythmus. Seine Schlafzeiten sollten zukĂŒnftig von 0 Uhr bis 4 Uhr und von 12 Uhr bis 16 Uhr sein. Dann wĂŒrde er wenigstens Frau Fischer nicht begegnen.
Ansonsten, solange er alleine in seiner Wohnung war, blieb alles normal. Sogar besser, denn dadurch, dass er jetzt schneller war, konnte er auch viel mehr leisten. Bis 0 Uhr hatte er noch ein bisschen Zeit. Da ihm nichts Besseres einfiel, ging er in sein Arbeitszimmer, bis er mĂŒde wurde.
Als er erwachte, hatte er sich vom ersten Schock erholt und versuchte, das Erlebte klar zu analysieren. Die Idee, einen Arzt aufzusuchen, verwarf er schnell. Vermutlich geriet er da in ein RĂ€derwerk, aus dem er nicht mehr herausfand und am Ende wĂŒrde er in einer Zwangsjacke in der Psychiatrischen Anstalt landen. Außerdem fĂŒhlte er sich gar nicht krank, im Gegenteil. Seine Kurzatmigkeit war seither wie weggeflogen und er strotzte vor Energie.

Was könnte die Ursache dessen gewesen sein, was ihm widerfahren war? Das musste er herausfinden. Im Geiste ließ er seine Wanderung noch einmal Revue passieren. Als der Weg steiler wurde, ging es mit dem Unwohlsein los, ein StĂŒckchen weiter auf der Sitzbank das Herzrasen. Leider waren das die einzigen Anhaltspunkte.
Im Klartext, er musste sich aufmachen, und den Weg noch einmal ablaufen, wenngleich er sich nicht viel davon versprach.
Könnte nicht irgendeine Strahlung die Ursache sein? Jorge googelte nach Erdstrahlen, Röntgenstrahlen, kosmischer Strahlung, vielleicht gab es Funkmasten in der NĂ€he? Das alles fĂŒhrte aber zu nichts.
Jetzt wollte er abwarten, bis die GeschÀfte öffneten. Er hatte nichts mehr zuhause und musste dringend einkaufen.
Als er gegen halb acht aufbrechen wollte, kam die Antwort-Mail aus seinem BĂŒro: “Wir hatten eigentlich schon einen Tag frĂŒher mit dir gerechnet“. Jorge sah seine feixenden, Schenkel klopfenden Kollegen vor sich und lĂ€chelte grimmig.

Der Supermarkt war zweihundert Meter von seiner Wohnung entfernt und Jorge beschloss, zu Fuß zu gehen. Die Stiege hinab konnte er noch in seiner normalen Gehgeschwindigkeit zurĂŒcklegen, ab dann war Schneckentempo angesagt.
Auf der Straße schaute er sich die Bewegungen der Passanten an und ahmte diese nach. So ein Affenzirkus. Er ĂŒberlegte sich, wie slapstickartig es aussĂ€he, wenn er in seinem “normalen“ Tempo laufen wĂŒrde, wie in einem zu schnell abgedrehten Film.
Eigentlich wĂ€re dieser ganze Zustand zum BrĂŒllen komisch, wenn er nicht so real wĂ€re und nicht gerade ihn selbst betrĂ€fe.
Nach Ewigkeiten erreichte Jorge den Markt und legte wahllos Artikel in den Einkaufswagen. Er bemerkte, wie die Blicke der Menschen an ihm haften blieben und kochte innerlich.
Jorge war kein geĂŒbter EinkĂ€ufer. An der Kasse zahlte er fast zweihundert Euro und erst jetzt ging ihm auf, dass er den ganzen Einkauf heim schleppen musste. Bepackt mit vier schweren TĂŒten machte er sich im Schneckentempo auf den Weg. Seine Arme wurden lang und als er auch noch in einen saftigen Hundehaufen trat, knirschte er mit den ZĂ€hnen vor Wut.

Am frĂŒhen Morgen bestieg er seinen Wagen und fuhr in das schöne, kleine Seitental in den österreichischen Bergen. Dort betrat er die Pension und fragte nach seinem Zimmer. Der Wirt sah ihn komisch an und gab ihm den SchlĂŒssel.
Er zog sich um und machte sich auf den Weg. Die ersten paar hundert Meter noch im Schneckenmodus, doch dann, als niemand ihn mehr beobachten konnte, schritt er tĂŒchtig aus. Welch eine Wohltat!
Schnell war er an der Stelle, an der es etwas steiler wurde. Ab jetzt schĂ€rfte Jorge die Sinne. Da, linkerhand, die Bank. Er setzte sich, lauschte in sich hinein, aber zu spĂŒren war gar nichts.
Nun, wenn ich schon mal hier bin, kann ich gleich noch einmal hoch zur HĂŒtte, dachte er und ging los. Es begann zu tröpfeln. So etwas Blödes, das auch noch.
Oben war wie beim letzten Mal alles einsam, nur jetzt verhinderte Nebel die Sicht. Inzwischen hatte es sich eingeregnet, sogar die Regentropfen fielen langsam.
Fluchend machte er sich auf den RĂŒckweg. In Höhe der Bank verweilte er noch einmal, aber er konnte nichts wahrnehmen, was einer Anomalie im weitesten Sinne gleichkam.

Eine halbe Stunde spÀter stand er in der Gaststube und unterhielt sich mit dem Wirt. Es liefen jedes Jahr ein paar hundert Leute da hinauf, meinte der und besondere VorfÀlle hÀtte es nie gegeben.
Jorge ließ sich einen ĂŒppigen Brotzeitteller auf das Zimmer bringen und nach dem Essen war fĂŒr ihn Schlafenszeit. Er stellte sich den Wecker und dachte darĂŒber nach, ob es Sinn machte, am Nachmittag noch einmal hochzusteigen oder besser gleich heimzufahren. Er entschied sich fĂŒr die zweite Möglichkeit, da wĂ€re er zeitig zu Hause und könnte noch ein wenig arbeiten.
SpÀter, auf der Autobahn, packte ihn die Verzweiflung. Völlig klar, dass diese neuerliche Fahrt ein Reinfall war, aber versuchen musste er es doch!
Was blieb ihm noch an Möglichkeiten ĂŒbrig? An wen sollte er sich wenden? Sollte er zu einem Wunderheiler, oder ein halbes Jahr nach Nepal in ein Kloster? Jorge hielt nichts von diesem esoterischen Firlefanz, er glaubte an Naturwissenschaften und an die Physik.

Zu Hause ließ er die Arbeit Arbeit sein, legte sich auf die Couch und dachte nach. Es bringt gar nichts, wenn ich mich in meiner Wohnung verbarrikadiere bis an das Ende meines Lebens. Ich muss das annehmen, ob ich will oder nicht, den Schneckenmodus eintrainieren und unter Menschen!
Jorge stand auf, stellte sich mit einer Tasse in der Hand vor seinen Spiegel und beÀugte sich, wie er Kaffee trank, doch seine Bewegungen wirkten linkisch, sein Kopf und seine Augen waren viel zu schnell. Kein Wunder, dass ihn die Leute immerfort angafften, es sah einfach komisch aus!
Angewidert wandte er sich ab. Er schaltete den Fernseher ein und studierte, wie sich die Menschen bewegten. ZusĂ€tzlich sprach er deren Dialoge nach, doch bei ihm klang alles anders, nicht so flĂŒssig. Vielleicht hilft ĂŒben?
Das nahm sich Jorge fĂŒr die Zukunft vor.

Jetzt hatte er erst mal Hunger. Er wĂŒhlte in den vier PlastiktĂŒten vom Vortag und zauberte eine Dose Ravioli hervor, die er sich wĂ€rmte. Den Rest des Abends verbrachte er vor dem FernsehgerĂ€t und trainierte.
Als er am nĂ€chsten Morgen um 7 Uhr im BĂ€ckerladen stand und sein FrĂŒhstĂŒck bestellte, das fĂŒr ihn eigentlich schon das Mittagessen darstellte, war die VerkĂ€uferin ĂŒberrascht. Erstens sah man ihn selten vor halb zehn und zweitens, er wirkte so seltsam!
„Herr Pouso, geht es ihnen nicht gut, sind sie krank?“
„Nein, nein, passt schon.“
Jorge hĂ€tte ihr vor Wut am liebsten die Tasse an den Kopf geworfen. Den halben Abend zuvor hatte er geĂŒbt, wie man Kaffee bestellt und trinkt!
Jetzt war es Zeit, Frau Fischer vorzeitig aus dem Urlaub zurĂŒckzuholen. Er wĂ€hlte ihre Nummer und bat sie, gleich heute wieder zu kommen.
„Herr Pouso, ist irgendetwas los mit ihnen? Sie reden so komisch.“
„Zahnweh.“
„Oje, sind Sie wohl deshalb so zeitig zurĂŒck?“
„Ja.“ Er ballte die Faust in der Tasche.
SpĂ€ter wollte er ihr einen Zettel hinlegen, dass er schliefe und nicht geweckt werden wolle. Aber grundsĂ€tzlich wĂ€re das schon eine Option fĂŒr die Zukunft, wenn er seiner Umgebung klar machte, dass er krank sei, deshalb schlecht sprechen könne und eine Bewegungsstörung hĂ€tte. Ist ja nicht mal weit weg von der Wahrheit.

Den ganzen Tag ĂŒber war Jorge schlecht gelaunt. Er verbrachte den Vormittag in seinem Arbeitszimmer, beim BĂ€cker frĂŒhstĂŒcken wollte er in der nĂ€chsten Zeit nicht mehr.
Als mittags Frau Fischer erschien, lag er im Bett. Er konnte ihre AktivitĂ€ten durch die geschlossene SchlafzimmertĂŒre hören. Auf einmal gab es ein Scheppern, einen spitzen Schrei, ein dumpfes “Plumps“ und ein: „Au, au, au 
“
Jorge linste zum TĂŒrspalt hinaus. Frau Fischer war vom Schemel gefallen, als sie den Inhalt der vier EinkaufstĂŒten oben in den KĂŒchenschrĂ€nken verstauen wollte. Jetzt lag sie am Boden und hatte sich offensichtlich sehr weh getan.
Im Schneckentempo eilte Jorge hinzu und half ihr auf. Sieht aus, als hĂ€tte sie sich den Knöchel verstaucht. Sie stĂŒtzte sich an seinem Arm ab und hĂŒpfte auf dem gesunden Bein in Richtung Sessel, den Jorge noch schnell frei machte. Sie setzte sich und er brachte den Schemel und ein Kissen, damit sie den maladen Fuß hochlegen konnte. Jorge bemerkte, wie sie ihn musterte. Schon wieder schwoll ihm der Kamm.
„Möchten Sie einen Krankenwagen?“
„Ich weiß nicht, ich glaube schon.“
Jorge googelte nach der richtigen Nummer und wĂ€hlte fĂŒr Frau Fischer den Notdienst an. Er hatte ihr gegenĂŒber auf einem Stuhl Platz genommen. WĂ€hrend die beiden auf den Sanka warteten, erkundigte sie sich nach seinen Zahnschmerzen.
Nach gefĂŒhlten Ewigkeiten klingelten die SanitĂ€ter und er öffnete die TĂŒre.
Endlich war sie draußen.

SpĂ€ter am Nachmittag rief Frau Fischer an und teilte mit, dass der Knöchel gebrochen sei und sie fĂŒr mindestens acht bis zwölf Wochen ausfalle. Mist, jetzt brauchte er eine neue Putzfrau, aber woher nehmen?
Jorge ging hinunter, ein StĂŒck weiter die Straße hinab gab es ein McDonalds. Er klebte einen Zettel an die TĂŒr:
Zugehfrau ab sofort gesucht, beste Bezahlung, bitte schrĂ€g gegenĂŒber bei Pouso, Haus Nr. 7 klingeln.
Seine E-Mail Adresse oder Handy Nummer wollte er nicht preisgeben. Dann kam der Metzgerladen an die Reihe mit entsprechendem Text, danach der BĂ€cker. An dieses Zeitlupengelaufe wĂŒrde er sich wahrscheinlich nie gewöhnen. Jedes Mal kam er sich dabei vor wie ein Clown.
Jorge hoffte, dass die Zauberwörter “Beste Bezahlung“ ihre Wirkung nicht verfehlten und richtig, schon eine halbe Stunde spĂ€ter klingelte es. Die Stimme an der Sprechanlage klang aber nicht feminin.
Er öffnete die WohnungstĂŒre und vor ihm stand ein Punk. Ein richtiger, nicht so ein nachgemachter Modeheini. Nach anfĂ€nglicher Überraschung bat er ihn herein und umriss, welche Anforderungen er stellte.
Marcel blickte sich geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig um und meinte, das alles sei kein Problem, ab morgen könne er anfangen.
Je lĂ€nger Jorge darĂŒber nachdachte, desto sympathischer wurde ihm die Lösung mit Marcel. Er stellte keine dummen Fragen und glotzte ihn nicht dauernd blöd an. Außerdem war der ein Outlaw, genau wie er selbst.

Marcel war ein selbstbewusster junger Mann Anfang zwanzig, der niemandem nach dem Mund redete. Er hatte seine Arbeitszeiten auf den Abend verlegt und wenn er kam, brachte er die EinkĂ€ufe fĂŒr Jorge gleich mit. Meist, wĂ€hrend er in der Wohnung beschĂ€ftigt war, hatte er eine Selbstgedrehte im Mundwinkel und die geöffnete Bierflasche stand nicht weit. Marcel verrichtete seine Arbeit ohne Hektik, fast schon bedĂ€chtig, blieb dabei aber trotzdem effektiv.
Jorge verbrachte die meiste Zeit, in der Marcel zugange war, im Wohnzimmer auf der Couch und plauderte dabei mit ihm.
Der strahlt so eine Ruhe aus, der hat etwas ganz besonderes an sich. Jorge ertappte sich dabei, wie er auch untertags immer öfter an Marcel denken musste. Sich selbst hielt er immer fĂŒr einen eingefleischten Junggesellen, der nur Arbeit und Karriere im Sinn hatte, aber jetzt? Plötzlich verlor er sich in TagtrĂ€umen. Die Vorstellung amĂŒsierte ihn, wie seine Kollegen reagieren wĂŒrden, wenn er mit Marcel als Begleitung bei irgendwelchen gesellschaftlichen AnlĂ€ssen auftauchen wĂŒrde.
Jorge seufzte, hatte er da eine ganz neue Seite an sich entdeckt? Aber solange er diese Scheiße am Hals hatte, konnte er sich nicht vorstellen, dass ĂŒberhaupt jemand bereit wĂ€re, sein Leben mit ihm zu teilen, schon gar nicht dieser lĂ€ssige Marcel. Schließlich war Jorge selbst die personifizierte Witzfigur.
Diese ganzen Gedankenspiele endeten abrupt, als Marcel seine Freundin als Hilfe mitbrachte.

Jorge arbeitete gerade an einem Entwurf fĂŒr eine Prominentenvilla, als eine E-Mail aus dem BĂŒro hereinflatterte. FĂŒr ĂŒbermorgen hĂ€tten drei Scheichs ihr Kommen angekĂŒndigt, die in Dubai einen Hotelkomplex errichten wollten und seine Anwesenheit sei daher unabdingbar. Das Treffen sei fĂŒr 15 Uhr geplant.
„Scheiße, scheiße, scheiße!“
Jorge trommelte mit den FĂ€usten auf den Tisch, dass das Wasser im Glas neben dem Laptop schwappte. So ein Wahnsinns Auftrag! Das wĂ€re der Durchbruch, der Ritterschlag fĂŒr sein BĂŒro. Wenn man erst mal in Dubai gebaut hatte 

Jorge musste sich beruhigen. Das durfte er sich auf keinen Fall entgehen lassen, komme was wolle und das gerade jetzt in seiner Situation.
Er ĂŒberlegte kurz, bestellte fĂŒr den nĂ€chsten Abend in der Goldenen Gans einen Tisch fĂŒr vier Personen und lud per Mail den Meier, den KĂŒppinger und seinen Chef zu einem informellen VorgesprĂ€ch ein. Jetzt musste die Sache auf den Tisch. Er ließ die Villa Villa sein, legte sich auf sein Sofa und dachte ĂŒber den Hotelkomplex nach.

Als sich die Herren im Restaurant trafen, eröffnete Jorge ihnen die Existenz seiner Krankheit. Er leide an einer seltenen Bewegungsstörung und bedauerlicherweise sei auch sein Sprechvermögen beeintrĂ€chtigt. Er wolle auf diese Erkrankung nicht nĂ€her eingehen, sie sei aber nicht lebensbedrohlich und, darauf legte er den allergrĂ¶ĂŸten Wert, weder seine LeistungsfĂ€higkeit, noch seine KreativitĂ€t wĂŒrden darunter leiden.
Zuerst herrschte Beklommenheit unter den Kollegen, mit der Zeit aber, der Biergenuss tat sein Übriges, lockerte die Stimmung auf, bis Jorges seltsamer Bewegungsrhythmus und die komische Art seines Sprechens sogar fĂŒr Erheiterung sorgte.
Nachdem Jorge die Rechnung bezahlt hatte, brachen sie auf und er begleitete seine Freunde noch ein StĂŒck zu dem Parkhaus, in dem sie ihre Fahrzeuge untergestellt hatten.
An einer Straßenlaterne standen zwei Typen in Lederjacken neben ihren MotorrĂ€dern. Im Vorbeigehen streifte Jorge versehentlich einen von den Rockern am Arm.
„Hey, du kleiner Kackarsch, kannst du nicht aufpassen?“

Jorge erstarrte. Niemand nennt einen Spanier Kackarsch!
Ganz langsam drehte er sich um und blickte ihnen in die Augen.
„Schau, jetzt will das bitzi bitzi Bubilein auch noch Streit“, meinte der Andere. Die Rocker grinsten.
Die kommen mir gerade recht, dachte sich Jorge, wÀhrend er langsam auf die Beiden zu ging. Jetzt sollten seine Kollegen etwas zu sehen bekommen.
„Mensch, Pouso, was soll das, mach keinen Scheiß!“ schrie es aus dem Hintergrund.
„Halts Maul, Meier!“
Alles geschah ganz schnell. Jorge stand nur noch einen Meter von den Beiden entfernt. Ansatzlos trat er dem ersten in den Unterleib und gab ihm mit der rechten Hand eine “Schelln“, dass es ihm den Kopf herumwarf und Blut aus beiden Nasenlöchern schoss. Bevor der Erste lag, hatte der Zweite schon einen Fausthieb abbekommen, der ihm fĂŒr einen kurzen Moment die Besinnung raubte. Die ganze Aktion dauerte keine zwei Sekunden.
Sofort schaltete Jorge wieder in den Schneckenmodus zurĂŒck. WĂ€hrend sich die Rocker auf dem Trottoir krĂŒmmten, warf er ihre MotorrĂ€der um und kehrte zurĂŒck in den Kreis seiner Kollegen.
Die waren sprachlos und rieben sich die Augen. Das ging so schnell, die hatten ĂŒberhaupt keine Chance. Hatte der nicht vorhin noch etwas von einer Bewegungsstörung erzĂ€hlt?

Das Treffen mit den Scheichs war fĂŒr 15 Uhr geplant. Als Jorge eine halbe Stunde vorher im BĂŒro eintraf, traten alle Mitarbeiter, von der SekretĂ€rin bis zum Lehrling, hinaus in den Flur und applaudierten lachend. NatĂŒrlich hatte der Vorfall des gestrigen Abends unter den Angestellten die Runde gemacht. Jorge betrat den großen Besprechungsraum, in dem Meier und der Boss schon anwesend waren.
„Was ist denn mit dir schon wieder los, hast du eine ganze Packung Valium geschluckt?“
fragte ihn Meier.
Jorge stutzte, stutzte noch einmal und noch einmal! Dann fiel er Meier um den Hals und brach in TrÀnen aus.
Der Albtraum war vorbei, vorbei, vorbei!
Jorge fĂŒhrte einen Veitstanz auf, als ob der 1. FC NĂŒrnberg am letzten Spieltag durch ein “Last-Minute-Tor“ Deutscher Meister geworden wĂ€re. Danach verlangte er einen doppelten Schnaps.
SpĂ€ter knallte er den Scheichs, die ĂŒbrigens Anzug und Krawatte trugen, Ideen auf den Tisch, die diese kaum fĂŒr möglich hielten. Nach drei Stunden gingen die Parteien mit strahlenden Gesichtern auseinander.

Nun war Jorges Anwesenheit im BĂŒro hĂ€ufiger gefragt. Einige Tage spĂ€ter, er wartete gerade im Besprechungsraum auf den Chef, erblickte er eine technische Fachzeitschrift, die dort herumlag. Jorge begann, darin zu blĂ€ttern.
Plötzlich erregte ein Artikel seine Aufmerksamkeit, in dem beschrieben war, dass ein Forscherteam um einen renommierten Harvard Professor herausgefunden hatte, wie man mittels starker elektromagnetischer Felder die ZeitablÀufe lebender Individuen beeinflussen könne, beschleunigen oder verlangsamen.
Diese KrĂ€fte wirkten nicht nur wĂ€hrend der Bestrahlung, sondern sogar noch fĂŒr eine unbestimmte Zeit darĂŒber hinaus. Die Erkenntnisse seien zukunftsweisend fĂŒr spĂ€ter geplante Weltraum Missionen, in denen Astronauten bei einer Verlangsamung ihres eigenen Zeitempfindens viel leichter monatelange Reisen auf sich nehmen könnten.

ZusÀtzlich wurde in dem Artikel ein unerwarteter Nebeneffekt beschrieben.
Die zellulare Streustrahlung des Feldes bewirke eine temporale Angleichung der Wahrnehmung. Viele physikalische Effekte, die durch den Faktor “Zeit“ beeinflusst wĂŒrden, wie etwa Tonfrequenzen oder WellenlĂ€ngen des sichtbaren Lichtes, wĂŒrden dadurch neutralisiert werden.
Außerdem vermuteten die Wissenschaftler ein sogenanntes Spiegelfeld, das nicht lokalisierbar war und in EinzelfĂ€llen das gezielt erzeugte Kraftfeld ablenken könne. Verschiedene Testreihen hatte man mehr oder weniger erfolgreich durchgefĂŒhrt, gelegentlich auftretende Kraftfeld-Ablenkungen seien aber noch auszumerzen.

So, so 

Jorge kam ins GrĂŒbeln und kratzte sich am Kinn. Dabei bemerkte er nicht einmal die Kollegin, die hinter ihm vorbei ging und grĂŒĂŸte. Sollte vielleicht ausgerechnet er selbst Opfer eines hier beschriebenen Spiegelfeldes geworden sein? War das die Ursache seiner “Beschleunigung“?
Welch ein abstruser Gedanke, aber eine andere Möglichkeit konnte er sich fast nicht vorstellen, so kurios das klingt. Zu genau passte die Beschreibung auf seinen erst vor kurzem ĂŒberstandenen Zustand.
Von dem Gedanken, sich bei dem Magazin, oder dem Professor zu melden, kam er ab. Da wĂŒrde er am Ende gar Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Untersuchung werden und darauf hatte er keine Lust. Immerhin ging es ihm wieder gut und er beschloss, alles unter der Kategorie Lebenserfahrung abzulegen.
Erst, als sich die TĂŒre öffnete und sein Chef den Raum betrat, wurde Jorge aus seinen Gedanken gerissen. Schnell steckte er das Heft in seine Aktentasche.

Klar, dass Jorges ArchitekturbĂŒro den Zuschlag erhielt und als zwei Monate spĂ€ter die letzten VertrĂ€ge unterzeichnet waren, nahm er Urlaub und bestieg sein Auto.
Der Weg fĂŒhrte ihn in ein kleines Seitental in den österreichischen Bergen. Er quartierte sich in einer einfachen Pension am Rande des Dorfes ein, hinter der ein Spazierweg den Berg hinauf fĂŒhrte. Das Wetter war herrlich, und Jorge schritt wie auf Wolken. Auf halbem Wege rastete er auf einer Bank und als er oben die HĂŒtte erreichte, betrachtete er voller Hingabe die GĂ€msen und den Sekundenzeiger seiner Uhr.

Version vom 23. 03. 2015 08:51
Version vom 05. 06. 2015 15:09
Version vom 05. 06. 2015 15:33
Version vom 05. 06. 2015 23:59
Version vom 14. 06. 2015 19:19

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aligaga
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Hallo @Thomas,

das ist eine gut erzÀhlte, interessante Fantasy-Geschichte, an der es kaum etwas zu meckern gibt.

Das Fantastischste ist in meinen Augen aber nicht der Time-Hop, sondern der Umstand, dass der Halbspanier nach dem Studium sofort eine feste Stelle in einem ArchitekturbĂŒro bekam und dabei soviel Geld verdiente, dass er sich nach drei Jahren einen Porsche leisten konnte. Jeder, der sich auf dem "Markt" der letzten Jahre ein bisschen auskennt, weiß, dass man als Architekt kaum noch ĂŒber die Runden kommt - es sei denn, man wird in eins der großen BĂŒros "hineingeboren". Und davon gibt's nur ein paar wenige.

Du hast ĂŒbrigens nicht berĂŒcksichtigt, dass zeitlich verzögerte Sprache und Musik nicht nur "lĂ€nger dauert", sondern - im Falle einer zweieinhalbfachen Verlangsamung - auch zweieinhalb Oktaven tiefer klingt und damit schuuuh guuuuut wuuuuuu uuuunvvvuuuurschchschtuuuuunddllllluuuuuchchch wuuuuurrrdd. Da mĂŒsstest du dir noch eine Lösung einfallen lassen.

Gruß

aligaga

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ThomasQu
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Hallo aligaga,
erst mal vielen Dank fĂŒr deinen Kommentar. Ich habe damals auch darĂŒber nachgedacht, ob in diesem Falle Musik und Gesprochenes tiefer klingen muss, habe mich aber dagegen entschieden. Es ist ja nicht wie bei einem Tonband oder einer Schallplatte, die man langsamer abspielt. Wahrscheinlich hat bei dem Thema ein Physiker oder Tontechniker das letzte Wort, aber ich befĂŒrchte, wenn sich ein Physiker diese Geschichte vornimmt, haut er sie in StĂŒcke und gibt mir 0 Punkte. Ich selbst habe von Naturwissenschaften keine Ahnung und alles ist nur zusammengesponnen. Was die Job-Möglichkeiten fĂŒr Architekten betrifft, naja, vielleicht hatte mein Jorge zu seiner ganzen GenialitĂ€t auch noch eine gute Portion GlĂŒck.
DANKE
Thomas

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aligaga
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quote:
Wahrscheinlich hat bei dem Thema ein Physiker oder Tontechniker das letzte Wort, aber ich befĂŒrchte, wenn sich ein Physiker diese Geschichte vornimmt, haut er sie in StĂŒcke und gibt mir 0 Punkte. Ich selbst habe von Naturwissenschaften keine Ahnung und alles ist nur zusammengesponnen.
Dass Töne aus Schwingungen bestehen und jeder Ton eine Frequenz (Schwingungen pro Zeiteinheit) hat, lernt man nicht auf der Hoch-, sondern eigentlich schon in der Volksschule, und zwar im Musikunterricht.

Den Fehler entdeckt also jeder, der sich deiner Geschichte wirklich widmet, statt sie nur zu ĂŒberfliegen.

Daher nochmal der Tipp: Nachbessern!

Gruß

aligaga

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ThomasQu
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Vermutlich hast du recht, ich hĂ€tte damals die ganzen Volksschulklassen nicht ĂŒberspringen sollen. :-) :-) :-)
GrĂŒĂŸe
Thomas

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buchstab
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Hallo Thomas,

es gibt inzwischen durchaus Computerprogramme, die MusikstĂŒcke(und so auch Sprache) in der Geschwindigkeit unter Beibehaltung der Tonhöhe verĂ€ndern können. Warum sollten das irgendwelche phantastischen Superwellen nicht fertigbringen? Vielleicht hilft Dir das als Anregung weiter, bevor Du einen HarvarD - Studiengang in Akustik belegen mußt.

GrĂŒĂŸe,

buchstab

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