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Leselupe.de > Feste Formen
Veraschung (Sonett)
Eingestellt am 27. 11. 2017 20:45


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AbrakadabrA
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Registriert: Dec 2014

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Die bleiche Leiche zieht sich kalt zusammen
Am Anus klebt noch Kot vom letzten Tag
Man schiebt den dünnen Billigfichtensarg
Beim Fressen ab ins rote Reich der Flammen

Das Feuer bringt die Augen rot zum Kochen
Im Hemd des Sterbens krümmt sich hoch der Kopf
Die Haare zündeln bunt von Stirn zu Zopf
Zerbröckelt knacken die umstofften Knochen

Der Körper bäumt sich auf zum Schneidersitz
Und schreit den Schmerz des Nichts im Funkenflug
Gelbgraue Nägel schmelzen sich ins Bein

Wie Öl zerzischt das fleischige Lakritz
Als wäre Leben nur ein Selbstbetrug
Verbrannt schwelt alles aschig und allein
__________________
Aron Manfeld

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Tula
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Registriert: Apr 2016

Werke: 106
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Moin abra-cadáver

Ein gewagtes Thema, ausdrucksstark und reimtechnisch ohne Makel. Und schon weil wir erst neulich harsch in den Bewertungen waren, hast du hier eine gute wohl verdient.

Bedenklich für mich dennoch die erste Strophe. Ob Tage nach dem Waschen der Leichen noch Kot sickert, weiß ich nicht. Störend aber das "Fressen". Dass der tägliche Umgang mit dem Tod zur Banalisierung des letzteren führt, kann ich nachvollziehen. Emotionale Gleichgültigkeit spiegelt die Strophe aber weniger wider, eher eine Form der Verrohung, die weder menschlich noch in der Absicht hier zwingend notwendig ist. D.h. ich hätte mir an dieser Stelle eine etwas feinsinnigere Variante gewünscht.

LG
Tula

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1554
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Hi Tula, hi AbrakadabrA,

das ist ein starkes sonett, zu dem ich glückwunsch sage. einzig der reim in s1v3 geht nicht ganz auf, aber das tut dem text keinen wirklichen abbruch.

ich empfinde s1v2 im rahmen der künstlerischen freiheit und hoffe, daß die bestatter immer eine gute arbeit machen.

toll, davon lese ich gerne mehr und gerne schwarz und drastisch.

lg W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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