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Leselupe.de > Humor und Satire
Verben
Eingestellt am 22. 02. 2004 00:53


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flammarion
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Verben

Es heißt, die deutsche Sprache sei schwer. Dabei ist sie vor allem aufschlussreich. An den Verben zum Beispiel kann man deutlich erkennen, welches Verb wie alt ist.
Die √§ltesten n√§mlich werden stark konjugiert, die moderneren schwach. Weil sogar schon die Urmenschen wussten, dass es etwas ganz anderes ist, ob „ich“ etwas mache oder jemand anders.
So hei√üt es also: „ich esse, du isst“, „ich gebe, du gibst“, „ich nehme, du nimmst“, „ich stehle, du stiehlst“, „ich laufe, du l√§ufst“, „ich schlage, du schl√§gst“, „ich schlafe, du schl√§fst (pennst)“.
Fragen ist ein Zwitter, denn man sagt teilweise „ich frage, du fr√§gst“, aber auch „ich frage, du fragst“. Fr√§gst verschwindet leider allm√§hlich aus dem Sprachgebrauch. Dabei ist es doch wirklich ganz was anderes, ob „ich“ eine Frage stelle oder irgendwer bl√∂d plappert.
L√ľgen ist das √§lteste schwach gebeugte Verb, weil lugen ja ein ganz anderes Wort ist. Daher ist l√ľgen die Urmutter aller schwach gebeugten Verben.
F√ľr h√∂ren benutzte man sehr lange Zeit die Geb√§rde Hand am Ohr, damit der Partner wei√ü, dass er jetzt ungest√∂rt sprechen kann. Man benutzte diese Geste so lange, dass inzwischen der Gebrauch der Sprache so weit fortgeschrittenen war, dass h√∂ren nur noch als schwach gebeugtes Verb benutzt werden konnte. Gleichzeitig trug gerade diese Geb√§rde zur Entwicklung der Pantomime bei. Noch heute lassen sich damit Lacher erzeugen.
Die moderneren Verben sind haben, lieben, glauben, hoffen, streiken, bauen, verdienen, zeigen, siegen, segnen, biegen, bringen, springen, bangen, verlangen, beten, bitten, hassen, spinnen, weben, kleiden, verneigen, achten, wachen, merken, stärken, wetten, vertrauen, befriedigen, verzichten, berichten und viele, viele andere.
Aber nicht alle schwach konjugierten Verben sind moderne. Unter ihnen verstecken sich auch viele alte, z.B. singen und reden: Ich singe, rede, du hältst das Maul. Ich tanze, du siehst zu. Ich gehe, du haust ab. Ich rufe, du schreist. Ich schwitze, du stinkst. Ich leide, du jammerst nur. Ich arbeite, du stehst im Weg.
Fest steht, dass die am schwächsten gebeugten Verben die modernsten sind.
Wie das mit dem Modernen nun mal so ist, hatten einige Verben es nicht leicht, am Leben zu bleiben. Z.B. schw√§chen. Wer sagt heute noch: „Ich habe mein Weib geschw√§cht?“
Ein ganz gro√üer Sonderfall ist: „Ich Male, du Dieter“. Weil das zu selten stimmt, wurde dieser M√§dchenname abgeschafft. Aber das Malen erfreut sich nach wie vor gro√üer Beliebtheit.
In diesem Sinne - Kallau (Zusammenfassung von Kölle alaaf und helau).

__________________
Old Icke

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SCHNEPF
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Verben

Hallo flammarion,

k√∂stlich zu lesen; interesse mich immer f√ľr Sprachen, habe so eine heitere Auslegung noch nicht gefunden gehabt. Da mu√ü man erst drauf kommen. :-)))

Mit freundlichem Gruß,
SCHNEPF
__________________
O.S.
"Wer immer strebend sich bem√ľht, den k√∂nnen wir erl√∂sen." Goethe

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flammarion
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hallo,

herzlichen dank, schnepf, f√ľrs lesen und kommentieren. ja, ich f√ľhlte mich verpflichtet, auch was zur n√§rrischen zeit beizutragen . . .
ganz lieb gr√ľ√üt
__________________
Old Icke

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SCHNEPF
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Verben

Hallo flammerion,
ja, war echt närrisch. Mein "interesse mich" sollte aber keine närrische Spracherneuerung sein, sondern eigentlich "interessiere mich" heißen.

Gruß,
Schnepf
__________________
O.S.
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flammarion
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ja,

das hatte ich auch erkannt. typischer fl√ľchtigkeitsfehler.
det sehn wa nich so vabissn.
ganz lieb gr√ľ√üt
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Old Icke

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katia
???
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gut gelacht

die urmutter aller schwach gebeugten verben....HERRLICH. hat spaß gemacht, dieser text!

findet
katia
__________________
(kas)

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flammarion
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oh,

vielen dank, katia. ganz lieb gr√ľ√üt
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Old Icke

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