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Leselupe.de > Ungereimtes
Verbunden
Eingestellt am 26. 07. 2008 22:26


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Verbunden

Wenn die Nacht von Stern zu Stern
ihr Saitenspiel beginnt
dort,
wo du jetzt bist,
die leise Regung der Zypressen
vom hiernoch
erinnernd dich einholt,
wird Fernsein nichtig,
mein Sch├Âner,
weil mein ├╝berquellender Lebenskelch
dir zustr├Âmt,
im eiligen Passat
die Meere zum Lachen bringt

Die Stra├čen von Marrakesch
kitzeln dich mit ihrer Buntheit.

Die Steine werden gespr├Ąchig,
der Wind ein Botschafter
alter Prophezeiung.

Dolche aus Licht
zerteilen das Gew├Âlk,
die ├╝berblaute W├╝ste
tr├Ągt dich
in ihren Frieden.

Alle Sch├Ątze sch├╝ttet
dein leuchtender Blick
vor mir aus,
wortlos sind wir einander Teil,
wenn du heimkehrst.









__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Thys
Guest
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Hi Vera-Lena

ich find ihn nicht verbaut. Ich find den einfach nur sch├Ân.
Du hast das Talent, sch├Âne gute Texte zu schreiben ohne
dabei dem Wahn zu verfallen, m├Âglichst viele oder m├Âglichst
neue skurile abgedrehte Metaphern erfinden zu m├╝ssen. Bei Dir
erkennt man sogar alte Freunde, die aber nicht abgedroschen
klingen, weil sie passend im Zusammenhang verarbeitet werden.

Einen Sinn kann ich auch aus Deinem Text lesen.
Kurz und knapp: Ich lese LI-Erinnerungen an ein wohl
verstorbenes LD "von Stern zu Stern... dort, wo du jetzt bist",
ausgel├Âst wohl durch diese besondere Umgebung/Situation.
Erinnerungen tauchen auf an Gewesenes. In dem Zusammenhang
verschwindet die "Ferne" Leben/Tod aber auch durch die
Erwartung und/oder Erkenntnis, dass das eigene Leben
"weil mein ├╝berquellender Lebenskelch"
(hoffen wir mal nicht zu authentisch...) sich dem Ende zuneigt
und damit die langersehnte Verbindung im Jenseits wieder statt
findet.

So lese ich es und so macht es f├╝r mich Sinn.

Gru├č

Thys

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Thys,

danke f├╝r Dein gro├čes Lob und f├╝r Deine Interpretation!

Ja, so kann man den Text lesen, ganz gewiss.


Ich vergesse immer, dass wir uns in Hady-Zeiten befinden, und die Menschen eigentlich nie mehr wortlos voneinander entfernt sind. Auch wenn sie auf fremden Kontinenten weilen, rufen sie doch hin und wieder zu Hause an, um sich mit dem geliebten Partner auszutauschen.

In meiner Familie beispielsweise, und da sind ja nun alle Altersgruppen vertreten, l├Ąsst man einander in Ruhe, wenn jemand auf Reisen ist. Auch wenn es vier Wochen dauern sollte. Und ich wei├č auch von anderen Menschen, dass sie es gr├Ąulich finden, jederzeit erreichbar d.h. st├Ârbar zu sein.


Der obige Text beschreibt zwei sensitive(laut W├Ârterbuch = ├╝bersteigert empfindsame) Menschen. Entschuldige bitte, die Klammer habe ich jetzt nicht eingef├╝gt, weil ich Dich belehren m├Âchte, dass liegt mir nun wirklich g├Ąnzlich fern, sondern, weil ich versuchen m├Âchte, mich auf klare Weise deutlich zu machen.

Dass es derartig feinf├╝hlige Menschen gibt, wei├č ich aus meinem Freundeskreis und so erlebt der eine mit, wie der andere sich gerade f├╝hlt. Das ├Ąu├čert sich auf vielf├Ąltige Weise. Entweder hat man dasselbe Empfinden, wie der andere,und sp├╝rt dann auch, dass es von der anderen Person herr├╝hrt, oder es taucht vor dem inneren Auge pl├Âtzlich ein Bild auf,oder man hat eine Eingebung usw.

Aus diesem Text spricht nat├╝rlich eine Sehnsucht, wenn der Schreiber es n├Âtig hat, auszusprechen:"Fernsein ist nichtig".
So, wie er das dann erkl├Ąrt, wird Getrenntsein tats├Ąchlich seines Schmerzes verringert, aber die Sehnsucht und die Vorfreude auf das Wiedersehen verbleiben trotzdem.

Nun begleitet das Lyri den Entfernten, der sich offensichtlich in Marokko befindet und dort unter anderem "die ├╝berblaute W├╝ste tr├Ągt dich in ihren Frieden" meditative Erlebnisse hat.

Die letzte Strophe macht dann noch einmal deutlich, was auch der Titel schon sagt, die Beiden blieben sich nahe, und wenn der Reisende heimkehrt, erkennt das Lyri schon am Leuchten seiner Augen, welche tiefgreifenden inneren und ├Ąu├čeren Erlebnisse diese Reise ihm gebracht hat.

Das hatte ich im Sinn, als ich diesen Text schrieb, aber auch Deine Interpretation empfinde ich als stimmig. Ich danke Dir noch einmal herzlich daf├╝r.

Ganz lieb gr├╝├čt Dich
Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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penelope
Guest
Registriert: Not Yet

liebe vera-lena,

jetzt, nachdem ich dein liebevolles gedicht in mir aufgenommen habe und thys sehr einf├╝hlsame und dazu deine stellungnahme zu hilfe nehmen kann, er├Âffnen sich horizonte ungeheuren ma├čes, etwas schwingt wie eine eingehende melodie durch deine zeilen, wie in allen deinen feinen dichtungen, und ich wei├č, dass du dieser melodik sehr gro├čen wert beilegst, das ist sp├╝rbar.
hier redet f├╝r mich nun eine echte stimme der dichtung, die nicht nur bezeichnet und hinweist, niemals etwas festh├Ąlt, es wird das wort an die sache angelegt, umschmiegt, eingekreist und wieder losgelassen. so entstehen poetische bilder, die einem den puls in die h├Âhe jagen k├Ânnen: "Die Stra├čen von Marrakesch/ kitzeln dich mit ihrer Buntheit".
das semantische setzt sich in ruhiger manier in bewegung, wandert mit der syntax durch deine bilder hindurch und holt sich von dort seine bedeutung zur├╝ck oder schafft sie neu. der weg, auf dem das durch verwandlung wandernde selbst der verwandlung unterliegt, reicht auch in das selbst des dichters, in diesem falle der dichterin, nat├╝rlich. dieser weg, wo er sich mit dem des lesers schneidet, l├Ąsst ein feuerwerk unglaublicher bilder entstehen...

lg penelope

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