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Leselupe.de > Horror und Psycho
Verdammt guter Abend wird das!
Eingestellt am 26. 06. 2012 10:32


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Bad Rabbit
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Mole war schlecht drauf und stieß darum hĂ€rter zu als gewöhnlich. Percys gesamter Körper war verkrampft, wĂ€hrend er seine HĂ€nde in die Matratze krallte und sein Gesicht in das Kissen drĂŒckte, um einen Schrei zu unterdrĂŒcken. Einige sagen, sie denken sich weg, zu ihren Familien oder in schöne Erinnerungen, wenn es passiert. Percy Woznyk dachte nur daran, wie er Mole im Schlaf aufschlitzen wĂŒrde. Draußen, in der echten Welt, wĂŒrde dieser verdammte Nigger nur in irgendeinem Keller Kohle schaufeln und abends mit gesenktem Kopf zu seiner Niggerfrau und seinen Niggerkindern nach Hause gehen. Und er wĂŒrde ihn, Percy, mit Sir ansprechen! Das Problem war: Hier gab es jede Menge Nigger, und wenn er Mole auch nur ein Haar krĂŒmmte, wĂŒrden sie wie hungrige Wölfe ĂŒber ihn herfallen. Lieber war er nur Moles Hure, als die des halben Blocks.
Moles Bewegungen wurden ruckartiger, und nach ein paar letzten, besonders starken StĂ¶ĂŸen sackte er schließlich auf Percys RĂŒcken zusammen. Percy löste die Verkrampfung seines Körpers. Alles schmerzte und sein Arschloch war das Epizentrum.
„Das tat gut“, stöhnte Mole und zog seinen Schwanz heraus. Percy dachte an eine Wurst in einem zu engen Darm.
Darm, wie witzig.
„Es geht doch nichts ĂŒber den Arsch eines Kindermörders“, sagte Mole mit unangenehm zĂ€rtlicher Stimme und streichelte Percy ĂŒber die Wange.
Ich habe meinen Sohn nicht ermordet! Er hatte seinen Sohn geliebt. Über alles. Seine Frau dagegen hatte es verdient. Sie hatte ihn betrogen. Sie hatte mit ihren Freundinnen ĂŒber ihn gelĂ€stert. Sie hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass sie ihn nur wegen seines guten Jobs geheiratet hatte. Percy drĂŒckte sich hoch und setzte sich auf die Bettkante.
„Mistkerl!“, murmelte er.
„Wie war das?“, fragte Mole mit ĂŒbertriebener Lehrerstimme.
„Nichts, Sir“, antwortete Percy lauter.
Mole stand jetzt direkt vor ihm, in seiner ganzen schwabbeligen, verschwitzten Pracht, und hielt ihm seinen Elefantenpimmel direkt vor die Nase. Feucht. Stinkend.
„Saubermachen“, befahl Mole.
„Ja, Sir“, sagte Percy und machte sich an die Arbeit.


FĂŒr diese Woche war Percy in der WĂ€scherei eingeteilt - leider auch an dem Tag, an dem Johnny Cash seinen Auftritt hatte, aber Aufseher Wilson hatte versprochen, dass sie das Konzert ĂŒber die Lautsprecher mithören dĂŒrften.
„Woznyk!“, schallte es plötzlich.
Scheiße, was jetzt? dachte Percy und ging zu Wilson, den er mit einem respektvollen „Sir?“ grĂŒĂŸte.
Wilson kontrollierte irgendeine Liste auf einem Klemmbrett, wĂ€hrend er zu Percy sagte: „Wir brauchen noch vier StĂŒhle fĂŒr das Konzert. Du gehst mit Aufseher Thompson in den Keller und holst sie, kapiert?“
„Ja, Sir“, antwortete Percy unbewusst in militĂ€rischem Ton und folgte Thompson zum Keller. Nach einem Abstieg in die Katakomben von San Quentin mussten sie ein paar Minuten, Stunden fĂŒr Percy, durch die engen GĂ€nge gehen, bis sie den Lagerraum erreichten. Percy hasste es dort unten. Es war feucht, es war dunkel und ĂŒberall lauerten Ratten und anderes Ungeziefer. Die GĂ€nge schienen unendlich weiter zu gehen und das schwache Licht der nackten GlĂŒhbirnen, die von der Decke hingen, ließ die dunklen Winkel noch dunkler erscheinen, anstatt den Raum mit schĂŒtzendem Licht zu erfĂŒllen. All dies erinnerte ihn zu sehr an den Krieg.
„Stapel vier von den StĂŒhlen und dann nichts wie raus hier“, sagte Thompson, dem es hier unten ebenfalls nicht zu gefallen schien. Percy hatte schon drei StĂŒhle gestapelt und wollte grade nach einem vierten greifen, als etwas sein Ohr streichelte. Ein warmer Lufthauch. Feucht. ZĂ€rtlich. Die verheißungsvolle Zunge einer geĂŒbten Hure.
„Was zum ...“
Er ging auf die Wand zu und schob einigen Ramsch beiseite, um zu sehen, woher dieser Luftzug gekommen war. Er spĂŒrte ein Kribbeln in der Brust. Aufregung. NervositĂ€t. Er musste jetzt ganz ruhig bleiben. Ein Loch! Ein Loch. Ein verdammtes Loch in der verdammten Wand, unter dem verdammten Tisch, und er spĂŒrte einen verdammten Luftzug. Das konnte nur eines bedeuten 

„Gibts ein Problem?“, durchschnitt Thompsons Stimme scharf die Luft.
„Nein, nichts, Sir. Nur eine richtig fette Ratte“, sagte Percy schnell und schnappte sich den erstbesten Stuhl, bevor der Aufseher nachschauen kam, was da war.
Als sie den Raum verließen, streifte ein letzter Hauch Percys Ohr. Er flĂŒsterte zum Abschied.


Dieses Mal dachte er nicht daran, wie er Mole umbringen wĂŒrde. Er dachte an das Loch. Wohin es fĂŒhren wĂŒrde. Der Lufthauch bedeutete, dass es irgendwo hinfĂŒhren musste. Im schlimmsten Fall wĂŒrde er irgendwo innerhalb von San Quentin rauskommen. Im besten Fall wĂŒrde er irgendwo außerhalb von San Quentin rauskommen. Dann war da noch das FlĂŒstern. Er hatte es gehört. Es hatte ihn eingeladen.
„Komm wieder!“, hatte es in sein Ohr gehaucht.
„Komm wieder!“
Er schreckte hoch und stieß mit dem Hinterkopf gegen etwas, das mit einem Knacken nachgab. Er hatte es gehört. Hier! In dieser Zelle!
„Du Arschloch!“, stöhnte Mole. „DafĂŒr bist du dran!“
Mole rutschte von ihm herunter und stellte sich neben das Bett, so dass Percy ihn sehen konnte. Blut lief aus Moles Nase.
„Du kleiner weißer Wichser hast mir die Nase gebrochen!“
Percy schluckte. Er hörte die anderen Gefangenen rufen:
„Mach ihn fertig!“
„Schlag ihm die Fresse ein!“
„PrĂŒgel die Scheiße aus ihm heraus!“
Und genau das geschah. Als Mole schließlich seine riesigen HĂ€nde um Percys Hals legte und zudrĂŒckte, verlor er endlich das Bewusstsein.


Als er aufwachte schaute er in das Gesicht seiner toten Frau. Er atmete scharf ein, wollte schreien, doch er brachte nur ein Röcheln zustande.
"Sie sind also endlich wach?", sagte sie gelangweilt.
"Die BetÀubung klingt in ein paar Stunden ab."
Dann bemerkte er die weiße SchĂŒrze. Eine Krankenschwester? NatĂŒrlich. Und schon auf den zweiten Blick sah sie seiner Frau nur noch Ă€hnlich. Er hĂ€tte sie hĂŒbsch gefunden, wenn ihr Gesichtsausdruck nicht ihre totale GleichgĂŒltigkeit offenbart hĂ€tte. WĂ€hrend sie an seinem Tropf herumfummelte, fasste Percy einen Entschluss: Er wĂŒrde in das Loch gehen.
Wenn er darin verreckte: Was solls.
Wenn er auf der Flucht erschossen wurde: Gut.
Wenn er es nach draußen schaffte: Besser.
Auf keinen Fall wĂŒrde er sich eine weitere Nacht von Mole ficken lassen. Was auch immer dort unten passierte, er wĂŒrde es schaffen. Korea, eine beschissene Ehe, der Knast - nach alldem hatte er es verdient, als freier Mann zu sterben.
Zufrieden mit sich und seiner Entscheidung lÀchelte er. Die Krankenschwester trat an den Rand seines Blickfeldes, und als sie ihm einen Moment spÀter wieder vor die Augen trat, war sie seine Frau. Sie schaute ihn auf diese teils herablassende, teils wohlwollende Art an, die er immer gehasst hatte.
"Wusstest du, dass diese fĂŒnfundvierziger Patronen echt stark sind?", sagte sie mit dieser gespielten Freundlichkeit, mit der sie immer mit den Nachbarn auf Grillparties geschwatzt hatte, nur um spĂ€ter ĂŒber sie zu lĂ€stern.
"Die gehen durch alles durch", fuhr sie fort. "Holz, Ziegel, Ehefrauen - und wenn dahinter noch ein Kind steht ..."
Sie seufzte wehleidig.
Lass mich einfach in Ruhe.
Er schloss die Augen und dachte an das Loch. Es flĂŒsterte ihm ZĂ€rtlichkeiten ins Ohr, und er lauschte begierig.


Die Arbeit in der WÀscherei ging diesmal langsamer von statten, weil die Mannschaft Johnny Cash lauschte. Er spielte grade I Walk the Line, und die Gefangenen im Saal jubelten vor Begeisterung. In der WÀscherei pfiffen ein paar Gefangene mit, sangen leise vor sich hin oder wippten mit dem Kopf. Die Wachen ermahnten sie nur halbherzig, weil auch sie lieber bei dem Konzert gewesen wÀren.
„Jetzt oder nie“, murmelte Percy und ging auf Aufseher Thompson zu, auf dessen jungenhaftem Gesicht sich sofort Misstrauen und Wachsamkeit zeigten.
„Was ist los, Woznyk?“, fragte dieser argwöhnisch, die Hand an der Waffe.
„Ich glaube, ich habe im Keller das Foto von meiner Tochter verloren, Sir.“
„Und was soll ich da tun?“, fragte der Aufseher, dessen Ton verriet, dass er es bereits wusste.
„Ich hatte gehofft, Sie könnten mit mir noch einmal runtergehen, damit ich es suchen kann.“
„Sehe ich aus wie dein Nigger, Woznyk?“, fragte Thompson Ă€rgerlich.
„Nein, Sir. Ich ...“
„Ich mach das schon“, sagte plötzlich einer der anderen Aufseher im Raum, ein kleiner Mann in den Sechzigern. Wie war doch gleich sein Name, BelFleur, LaFleur?
„Ein junger Kerl wie Sie versteht das noch nicht. Außerdem will ich weg von dieser Musik. Wenn es nach mir ginge, dann wĂŒrden wir diesen Cash gleich hier behalten!“ Dann, zu Percy: „Gehen wir!“
„Danke, Sir“, sagte Percy mit einem dankbaren LĂ€cheln im Gesicht und einem GefĂŒhl der Erleichterung im Bauch. Er besaß kein Foto seiner Tochter. Sie war immer auf der Seite ihrer Mutter gewesen, hatte ihn nicht einmal besucht und war auf dem College eine von diesen Baumknutscherinnen geworden, die sich wahrscheinlich in diesem Augenblick von einem langhaarigen Muttersöhchen vögeln ließ, wĂ€hrend sie einen Joint nach dem anderen rauchte.
Im Keller ging der Aufseher hinter Percy, um sich von ihm fĂŒhren zu lassen. Percy vermutete, dass der Alte die ganze Zeit seine Hand auf der Waffe hatte.
„Hier ist es, Sir.“
„Okay, du hast zwei Minuten.“
Percy ging in den Abstellraum und tat als wĂŒrde er suchen, blickte dabei aber immer wieder verstohlen zu der Stelle an der sich das Loch befand.
„Ja, hier bin ich“, flĂŒsterte er zĂ€rtlich zurĂŒck.
Inzwischen verkĂŒndete Johnny Cash, dass er seine Gedanken zu San Quentin in einem Lied verarbeitet habe.
„Na, das wird bestimmt witzig“, sagte Percy.
„Was?“ fragte der Aufseher.
„Na das Lied. Johnny Cash. Klingt vielversprechend.“
„Du hast gute Ohren, Junge. Ich hör kein bisschen hier unten.“
Auch egal, dachte Percy.
Unter dem Tisch, vor dem Loch, stand ein rostiger Eimer, welcher mit Bauschutt gefĂŒllt war. Oben auf lag ein abgebrochener Ziegelstein.
Noch kannst du zurĂŒck. Du musst nur sagen, dass du das Bild nicht gefunden hast.
„Nein, du willst hier her“, hauchte etwas in sein Ohr. Das GefĂŒhl ließ ihn augenblicklich hart werden.
„Sir, das sollten sie sich ansehen!“, rief Percy zu BelFleur (oder LaFleur, oder was auch immer).
„Ok, tritt zurĂŒck, Junge!“, befahl der Aufseher, ging zu dem Tisch hinĂŒber und ging in die Hocke.
„Aber hier ist doch gar ...“
Als der Ziegel den Hinterkopf des Aufsehers traf, ertönte ein Knacken als wĂ€re jemand auf einen trockenen Zweig getreten, bevor er wie eine mit Sand gefĂŒllte Puppe umfiel.
„So viel zum Umkehren“, sagte Percy grinsend und wandte sich zu dem Loch. Oben stimmte Johnny Cash sein Lied an. Hier unten nahm Percy die Taschenlampe aus der Hand des Aufsehers und leuchtete in das Loch. Das Ende des Tunnels konnte er nicht sehen. Der Querschnitt war ein perfekter Kreis, der Durchmesser grade groß genug zum Kriechen und die WĂ€nde waren gerillt, so als wĂ€re jemand mit einem riesigen Bohrer zu Gange gewesen. Percy fragte sich, wer es gegraben hatte und warum, doch das sĂŒĂŸe FlĂŒstern aus dem Loch verdrĂ€ngte diese Fragen wieder. Er atmete noch einmal tief durch, dann kroch er hinein.
San Quentin, you've been livin' hell to me.
Jubel. Percy lÀchelte.
Genau, Johnny, so ist es.
Kriechen. Kein Ende in Sicht. Weiterkriechen.
I've seen 'em come and go and I've seen them die,
And long ago I stopped askin' why.

„Ich auch, man. Ich auch.“
San Quentin, I hate ev'ry inch of you.
Frenetischer Jubel von den Gefangenen.
Plötzlich spĂŒrte er wieder diesen feuchten (geilen) Hauch, doch diesmal schien er aus der anderen Richtung zu kommen.
Von hinten?
Und warum konnte er das Konzert noch immer hören als wĂ€re er dort oben? Wieder der Hauch, doch diesmal war er anders. Auch wurde es immer wĂ€rmer. Dieser Geruch 

Er kroch schneller.
San Quentin, what good do you think you do?
Do you think that I'll be different when you're through?

Jubel dort oben, NervositĂ€t hier unten. Angst hatte Percy noch nicht, aber er war kurz davor, welche zu bekommen. Er spĂŒrte es jetzt öfter, der Geruch wurde stĂ€rker, und es kam noch immer aus der falschen Richtung.
„Nein, nein, nein, das ist alles falsch!“, rief Percy Ă€ngstlich, als er versuchte, sich umzudrehen, er sich stattdessen aber nur den Kopf stieß und die HĂ€nde aufschĂŒrfte.
Die Enge. Die feuchten WĂ€nde. Warum war ihm das vorher nicht aufgefallen? Und dieser Geruch 

Der Strahl der Taschenlampe streifte seine Hand. Was er sah, ließ seinen Verstand eine Vollbremsung machen. Sie war alt und seine FingernĂ€gel waren lang.
You bend my heart and mind and you warp my soul,
Your stone walls turn my blood a little cold.

„Was zum ...“ jammerte er, und nun fiel ihm auf, dass seine Stimme ebenfalls alt und brĂŒchig klang. Er quetsche seinen Arm an seinem plötzlich sehr gebrechlich wirkenden Körper entlang, um seinen Kopf betasten zu können. Er spĂŒrte tiefe Falten in seinem Gesicht. Er spĂŒrte lange fettige Haare auf seinem Kopf. Er zog sich eine StrĂ€hne in sein Blickfeld, um festzustellen, dass sie von hellem Grau war.
„Nein, nein, nein!“
Percy Woznyk, may you rot and burn in hell.
Das Publikum war nicht mehr zu halten. Percy schmerzten die Ohren von lautem Jubel. Sein Herz blieb beinahe stehen vor Angst. Dann erstarrte er. Etwas hatte seinen Fuß berĂŒhrt. Bevor er sich entschließen konnte weiter zu kriechen, wurde er nach unten gedrĂŒckt, wĂ€hrend sich etwas an seinem RĂŒcken entlang arbeitete. Etwas Fleischiges, Warmes und Feuchtes. Er schrie, als sich dieses Ding an seinem Kopf vorbei schlĂ€ngelte und er die Spitze aus widerlich dunkelgrĂŒnem Fleisch sehen konnte. Er schrie wie er noch nie geschrien hatte, bis sich diese Spitze in seinen Mund schob. Innerlich schrie er weiter, als er etwas gegen seinen Hosenboden drĂŒcken spĂŒrte. Als er hörte, wie der Stoff seiner Hose riss. Als etwas in seinen Arsch eindrang und nicht aufhörte und immer dicker wurde, (Oh Gott, nein, bitte nicht!) und er schließlich den Geruch erkannte, den Geruch von Moles Schwanz. Dann bewegte es sich in ihm und er schmeckte den bekannten Geschmack und mit jedem Stoß bewegte er sich vorwĂ€rts, tiefer in das Loch, dessen Ende er jetzt sehen konnte, und nur schemenhaft das, was dort wartete und flĂŒsterte (Kein Gott) und flĂŒsterte (Saubermachen).
San Quentin, you are livin' hell to me.
OhrenbetÀubender Jubel. Johnny Cash bedankte sich.
Das Publikum war einfach spitze.
__________________
Ein Wolf im Schafspelz bleibt trotzdem ein Wolf.

Version vom 26. 06. 2012 10:32
Version vom 08. 07. 2012 13:49

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Michael Schmidt
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Wow! Eine intensive Geschichte, die rockt unglaublich. Ab der Szene, als Mole ihn bewusstlos schĂŒttelt, wirkt es ein wenig "unĂŒberarbeitet". Hier und dort wĂŒrde ich an den Formulierungen arbeiten und die paar Rechtsschreibfehlerchen eleminieren.
Beispiel:
Er war in Korea durch die Hölle gegangen. Er war durch die Hölle einer beschissenen Ehe gegangen. Er war wegen seiner Nutte von Ehefrau durch die Hölle im Knast gegangen. Er wĂŒrde noch einmal durch die Hölle gehen, aber diesmal nur fĂŒr sich selbst. Als freier und glĂŒcklicher Mann zu sterben war sein verdammtes Recht.Zufrieden mit sich und seiner Entscheidung lĂ€chelte er.

Da wird aus meiner Sicht nicht so 100% klar, dass er sich bisher immer als Opfer sieht und das jetzt Ă€ndern will. Auch der Übergang zum letzten Satz ist suboptimal.

Ein wenig stellt sich mir die Frage nach dem Sinn der Geschichte. Warum ist er auf einmal alt?

Auf jeden Fall eine starke Story, die Feinarbeit hÀtte sie verdient.
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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Marcus Richter
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Ich muss hier auch noch mal kurz einhaken, weil ich ĂŒber diese anonyme 6 nicht fertig werde und weil die Geschichte noch ein paar lobender Worte bedarf.

Also die Geschichte ist kontrovers, das steht mal fest. Anders kann ich mir diese seltsame( im ĂŒbrigen völlig ungerechtfertigte) Bewertung auch nicht erklĂ€ren. Aber gut, eine Geschichte, die Meinungen teilt ist eine außergewöhnliche Geschichte, deshalb verleihe ich deiner Story hiermit offiziell(bevor jemand anderes es tut) das PrĂ€dikat Geheimtipp und besonders wertvoll.

Ich habe eine ganze Weile herum ĂŒberlegt, warum die Geschichte mich nicht gleich zu diesem Beifallssturm hingerissen hat. DafĂŒr gibt es einen klaren Grund, der in Michaels Kritik ĂŒberhaupt erst (und um so klarer) greifbar wurde. Denn der Schluss ist einfach mal schwierig, wie man so schön sagt. Er ist nicht schlecht. Ich frage mich nach mehrmaligem Lesen sogar, ob er nicht gut ist und sich einfach ziert, also schwierig sein will - jedenfalls wenn man ihn gegen die restlichen 2/3 deiner Geschichten stellt(die, das muss ich einfach so sagen, ganz große Textarbeit ist). Hier konkurieren ein bisschen zwei Stile miteinander - der unterhaltsame/kommerzielle und der aufrĂŒhrerische/rebellische. Der Schluss ist also in sehr gutem Sinne unkommerziell und wie gesagt, sehr schön kontrovers. Deshalb ist er aber lange nicht genial, aber ziemlich gut - vielleicht sogar besser, das muss jeder Leser fĂŒr sich selbst herausfinden. Jedenfalls schmĂ€lert dieses rebellische Ende keineswegs die AusfĂŒhrung und die Idee, die hinter dem Schlussakkord deiner Kurzgeschichte steckt. Denn natĂŒrlich finden wir im Schluss von Verdammt guter Abend wird das! eine zweite Ebene, in der der Autor, also du, uns, also dem Leser, ein Spiegelbild der "tatsĂ€chlichen" RealitĂ€t prĂ€sentiert. - Man könnte an diesem Punkt natĂŒrlich ganz tief in die Struktur deiner Geschichte eintauchen und darin herumbohren. Aber ich will es kurz machen und nur sagen, so schwer ist der Schluss dann doch nicht zu verstehen, denn schließlich geht es ums gefickt werden, darum, das ganze Leben gefickt zu werden, bis man alt ist, bis einem die Haut in Falten liegt und man auf dem Boden herum kriecht. Welche feine Nuance der geneigte Leser jetzt im Detail dem Inhalt beimengen möchte, ĂŒberlasse ich der Phantasie jedes einzelnen und möchte nur hinzufĂŒgen, ja, manchmal kommt man nur auf Knien aus einem sehr niedrigen Zimmer heraus und man kann nur hoffen, dass sich irgendwo in der Wand ein Loch auftut, in das man hinein kriechen möchte, weil einem der Teufel im Nacken sitzt.

Und dieser Gedanke ist natĂŒrlich spitze, keine Frage - besser aber diese noch: Will ich eine angepasste, schön gedrechselte und unterhaltsame Geschichte lesen, in der ich am Ende schmunzeln muss? NÖ. Hast du damit alle Anforderungen, die ich als Leser an dich als Autor stelle erfĂŒllt? ÄHM - JO!
Also komme ich nach einfachem Ausschlussverfahren zu dem Schluss, dass deine Geschichte genial ist. Sie ist nicht kommerziell, nicht pflegeleicht. Gut. Das ist eben so und dadurch wird sie eben auch nie die ganz große Leserschaft finden, aber wer weiß. Jedenfalls, klar hĂ€tte deine Geschichte das Potential, ganz großes Kino zu werden, also beim Leser die Lichter auszuschalten, den Film ablaufen zu lassen - und einfach weiter zu kriechen und immer weiter, wenn du verstehst, was ich meine.

Jaja, jedenfalls hat deine Geschichte das Zeug dazu, wahrscheinlich ist es das, was Micha meint, wenn er schreibt, die Geschichte bedĂŒrfte noch der Feinarbeit. Ich bin mir da nicht mehr ganz so sicher - ja, Rechtschreibung klar, das ist der Tunnel, durch den jeder Autor durch kriechen muss - aber was du am Inhalt Ă€ndern könntest ĂŒberlasse ich guten Gewissens deinen fĂ€higen HĂ€nden und Gedanken, denn hier gilt wie immer, der Autor ist der Hexenmeister seines Werkes.

Also, nochmal dankeschön fĂŒr die gute Geschichte und noch schnell zum Abschluss - die Sache mit Jhonny Cash und seinem San Quentin-auftritt ist hier natĂŒrlich in wunderbar klassischer Weise in den Text eingeflossen - auch das hab ich ganz selten aus deutscher Feder in solcher Perfektion gelesen.

Also, Hut ab und GrĂŒsse,
Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂŒnbein

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Michael Schmidt
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@Marucs (und natĂŒrlich auch Bad Rabbit): Die anonyme 6 sollte man nicht ĂŒberbewerten (ich wars nicht, meine Wertungen sind immer öffentlich). Die Geschichte ist ja wirklich kein einfacher und gewöhnlicher Stoff und gerade das hebt sie aus der Masse heraus. Und natĂŒrlich spaltet das die Leser, das wĂŒrde ich eher als Lob auffassen.
Ich meine ĂŒbrigens mit der Feinarbeit nicht, die Geschichte in gewöhnliche Fahrwasser laufen zu lassen, sondern hier und da den ein oder anderen Gedankengang ein klitzekleines StĂŒck weiter herauszuarbeiten. Stellenweise könnte es ein StĂŒck weit ausfĂŒhrlicher sein, das wĂŒrde auch im zweiten Teil noch die AtmosphĂ€re erhöhen.

Das mit dem Alter werden und gefickt werden, was Marcus schreibt, da bin ich z.B. so nicht drauf gekommen. Ich bin jetzt auch ein Gegner davon, alles haarklein zu erklÀren und dem Leser prÀsentieren zu wollen. Aber man kann ruhig mal abklopfen, was kann man verstehen und wo muss man noch ein klein wenig deutlicher werden.

Die Geschichte hat es auf jeden Fall verdient, die letzten paar Prozent noch rauszukitzeln und ist in der jetzigen Form schon großes Kino.

WĂ€re auf jeden Fall was fĂŒr Zwielicht.
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Bad Rabbit
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Michael:

Ich hab kein Problem mit einer anonymen 6 oder deiner Bewertung der Geschichte. Feilen kann man immer,ihr mĂŒsst euch da jetzt also nicht beharken. Obwohl ... ich freu mich, dass Leute ĂŒber meine Geschichte diskutieren.
Wie gesagt: Besagte Stelle gefÀllt mir auch nicht zu 100% da geht vielleicht noch was.


Marcus:

So ein Lob habe ich noch nie fĂŒr irgendwas geschriebenes bekommen und kann damit grade nicht umgehen. Danke!
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Bad Rabbit
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@lapismont

Danke!


@Michael

So, ich habe besagte Stelle kurzerhand gestrichen und duch einen einzigen Satz ersetzt. Das passt imo besser zum sehr ökonomischen Stil der Geschichte.

Nochmal danke fĂŒr den Hinweis!

Ich habe viele Stunden mit der Korrektur zugebracht, aber ich fĂŒrchte, ich habe noch immer nicht alle Tipper gefunden.

@Marcus

Ich weiß immer noch nicht genau was ich dir antworten soll. Ich freu mich einfach. Deine Analyse der Geschichte ist toll und ich bin baff, dass sich jemand so intensiv mit meiner Arbeit auseinandersetzt.
Mit dem Schluss hatte ich mich auch schwergetan. In meiner Vorstellung hatte Mole Percy nicht auf die Krankenstation befördert, sondern umgebracht. Alles was dann passierte, war so eine Art Hölle - daher auch der Übergang von realer zu surrealer Gewalt. Eine Zeit lang habe ich mit dem Gedanken gespielt, ob Percy am Ende des Tunnels in seiner Zelle rauskommt, wo bereits ein oder mehrere Moles auf ihn warten.

Danke fĂŒr eure tollen Kommentare!

MfG
Tim
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