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Leselupe.de > Horror und Psycho
Verderben
Eingestellt am 20. 10. 2003 23:06


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mye
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Verderben


Schlaff hing der nackte K├Ârper in seinen Armen. Der Kontrast greller Farben blendete ihn.

Er f├╝hlte, wie sich eine Traurigkeit in seinem Innern ausbreitete, die sein gesamtes Leben, sein Dasein in den Schatten stellte. Sie erfasste sein Gem├╝t mit den erbarmungslos zugreifenden F├Ąngen eines aufgebrachten Raubvogels und legte jegliches Pulsieren lahm. Das Feuer des Lebens schien zu erl├Âschen, nur ein geringer Funken, nicht mehr, als ein erb├Ąrmliches Glimmen, wachte noch in ihm. So taten sich Abgr├╝nde auf, tiefer als die dunkelsten Schluchten der Welt und verschlangen zusehends weite Teile seiner verletzten Psyche. Seine Seele fiel in einen tiefen Schlaf.

Tr├Ąnen ├╝berliefen sein Gesicht und schmeckten salzig, wie die unerreichbare Endlosigkeit eines weit entfernten Meeres. Wie sehr w├╝nschte er sich in jene Weiten, forttreibend auf den ausgeglichenen Wogen und umfangen von einer freien Gelassenheit, die ausschlie├člich ein Bestreben entgegensah, sich in dem pr├Ąchtigen Farbenspiel eines Sonnenunterganges zu verlieren.

Doch erdr├╝ckend von allen Seiten kam hindessen eine Finsternis auf ihn zu, die sein Leben stets begleitet. Und da waren keine Mittel, sie f├╝r alle Ewigkeit ins Abseits zu verbannen, nichts, was endg├╝ltig war. Immer wiederkehrend charakterisierte diese Finsternis das Zusammenspiel etlicher Elemente seiner Psyche und sorgte f├╝r ein dahervegetierendes Ensemble b├Âser Absichten.

Schon w├Ąhrend seiner Kindheit musste sich dieser ungebetene Fremde bei ihm eingeschlichen haben. Wie nur hat er es vollbracht, die Herrschaft seiner Bestimmungen zu ├╝bernehmen in einer Form von zufl├╝sternder Beeinflussung? Wann waren alle Mannen der Gegenwehr vernichtet, die Festung des Standhaltens gefallen? Und all dies durch die Macht eines unsichtbaren Fremden, der seine Gehirnstr├Ąnge als eigens angelegte Pfade des Todes betrachtete und in einer nie endenden Odyssee auf ihnen wandelte, wann es ihm beliebte, namenlos und ohne Gewissen.

Befangen von diesen Empfindungen verweilte er erstarrt in einem ausgepr├Ągten Schockzustand und sa├č bed├Ąchtig auf dem kalten Boden seines Wohnzimmers. Durchtr├Ąnkt von roter N├Ąsse waren seine Kleider, durchtr├Ąnkt von Hass seine Gef├╝hlswelt. In seinen Armen gefangen der weitere leblose K├Ârper einer Frau, die er nicht kannte.

Schlaff hing der nackte K├Ârper in seinen Armen. Der Kontrast greller Farben blendete ihn...
doch machte ihn leider nicht blind.

mye
__________________
man findet keine freunde mit sala-at, man findet keine freunde mit sala-at... (die simpsons)

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Michael Schmidt
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Hallo mye,

nette Idee, nur ein wenig schw├╝lstig erz├Ąhlt, weniger w├Ąre da mehr.

Michael

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