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Leselupe.de > Ungereimtes
Vereinzelt
Eingestellt am 13. 09. 2005 11:39


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Vereinzelt


Ich suchte nach mir
im GedrÀnge.
Wie Kerne einer Feige
erschienen wir
einander alle gleich.

Als ich mich
in das Erdreich geschmiegt
fand,
weitete ich mich,
wurde mir zum Baum,
vom Sturm verzerrt,
vom Blitz gezeichnet,
unverwechselbar nun,
aber voller Sehnsucht
nach den einstigen
Kerngeschwistern,
dem umarmenden Wir.

Von dem Meinigen
möchte ich euch geben
jetzt,
und empfangen
von dem Eurigen
ihr Selbste,
dass wieder NĂ€he sei
durch alles Anderssein hindurch.
Mir ist so kalt.








__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Elias
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2005

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Von dem Meinigen
möchte ich euch geben
jetzt,
und empfangen
von dem Eurigen
ihr Selbste,
dass wieder NĂ€he sei
durch alles Anderssein hindurch.
Mir ist so kalt.

Liebe Vera-Lena,

der letzte Teil ist sehr innig und gefĂ€llt mir gut. Eine Elegie der Distanz, des Gebens und Nehmens. Er könnte auch fĂŒr sich stehen, ohne den oberen Abschnitt, der etwa ablenkend wirkt.

Liebe GrĂŒĂŸe

Elias
__________________
Irgendwie. Wahnsinn.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Lieber Elias,

danke fĂŒr Deine Antwort!

Irgendwo habe ich das schon einmal geschrieben in der LL, aber ich möchte es trotzdem gerne hier noch einmal wiederholen:

Ich ernnere mich noch sehr genau, wie das war, als mir als Kind plötzlich durch den Kopf schoss: "Ich bin ja ich." Denn zunĂ€chst hat der Mensch ein Wir-GefĂŒhl, das heißt er erlebt alles gleichwertig. Wenn Mama weint, weint das Kind auch usw.

Ist man nun aus diesem Wir-GefĂŒhl herausgeschleudert,( und bei mir war das sehr spĂ€t der Fall, weil diese Art der Entwicklung durch die Kriegserlebnisse bei mir verzögert wurde, es gab ja so viel zu verarbeiten,) also hat man das Empfinden des Aufgehens in allem eingebĂŒĂŸt, lĂ€sst es sich niemals mehr zurĂŒck holen.

Jetzt mĂŒssen immer wieder Ebenen des Wir gefunden werden. Und die Begegnung im Sich-schenken und gleizeitigem Empfangen dessen, was den anderen zutiefst ausmacht, also das nun eroberte Selbst bei jedem, ist eine Möglichkeit, wieder zu einem Wir zu gelangen.

Diese Entwicklung und diese Möglichkeit, aus einer schicksalhaften, durch das allgemein menschliche Wachstum hervorgerufenen Isolation wieder herauskommen zu können, wollte ich aufzeigen.

Die Kerne in der Feige, die so dicht beieinander sind, erschienen mir als ein stimmiges Bild.

So viel zu den ersten beiden Strophen.

Dir einen schönen Tag!
Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Elias
Routinierter Autor
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Liebe Vera-Lena,

die Bilder im ersten Teil sind treffend und schön. Durch Deine ErlÀuterung sehe ich jetzt auch den Zusammenhang deutlicher. Mitunter hat man es als Leser schwer, den biographischen Hintergrund richtig zu deuten.
Stört mich eigentlich nicht weiter, aber da hier Textarbeit erwĂŒnscht ist, hab ich einfach ich ein paar EindrĂŒcke dazu wiedergegeben.

Liebe GrĂŒĂŸe

Eberhard
__________________
Irgendwie. Wahnsinn.

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plosiv
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2005

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Hallo Vera-Lena,

es regnet gerade so schön hier bei mir, deine Stimmung passt sehr gut dazu.

Man sehnt das herbei, was man nicht hat. Lebt man in Gemeinschaft will man Individuum sein und grenzt sich ab, will wachsen, sich entwickeln, doch dann erlebt man, dass ein Individuum nur in Gemeinschaft existieren kann und will zurĂŒck ins scheinbar sorgenlose Einerlei. Ein langer Weg vom 'Wir' zum 'Ich' ĂŒber das 'Du' zurĂŒck. Ich mag deine Sprache.

Liebe GrĂŒĂŸe

p.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Liebe plosiv,

ja, diese Wege muss man wohl immer wieder gehen.
Es freut mich, dass Dich, das Sprachgebilde, diese Dinge auszudrĂŒcken,anspricht.

Bei uns regnet es auch, da kommt man wirklich auf die Idee, sich einzuigeln.

Dir alles Liebe!
Vera-Lena
__________________
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