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Leselupe.de > Ungereimtes
Verflucht
Eingestellt am 14. 06. 2004 01:20


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Alex Anderson
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2004

Werke: 8
Kommentare: 9
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Wahnsinn lodert aus ihren Geistern
Von den Massen gepriesen
Erzeugen sie Krankheit und Hass
Keiner ahnt das Unheil heraufziehen

Sie erweisen mir ihr Missfallen
Bearbeiten mich mit ihren Teufelskrallen
Erlegen damit meinen letzten Willen
Ich kann den Tod schon in mir fĂŒhlen

Es gibt keinen Ausweg ich bin verflucht
Seht in die Leichenhalle wenn ihr mich sucht

Sie tragen in ihrer Brust einen kalten Schleim
Und spucken damit wie Drachen auf mich ein
Sie laben sich an meiner verzweifelten Qual
Und freuen sich auf mein Totenmahl

Es gibt keinen Ausweg ich bin verflucht
Seht in die Leichenhalle wenn ihr mich sucht

Ihr Handeln sÀht eine Teufelsbrut
Das treibt mich in eine machtlose Wut
Ihre Worte sind KĂ€lte und Schmerz
Damit zerfetzen sie der Welt das Herz

Es gibt keinen Ausweg ihr seid verflucht
Seht in die Leichenhalle wenn ihr die Kinder sucht

Sie preisen ihre großen Taten
Mein TotengrÀber nimmt schon den Spaten
Ihr stimmt in ihr Selbstlob ein
Und brecht damit dem eigenen Kind das Gebein

Es gibt keinen Ausweg ihr seid verflucht
Seht in die Leichenhalle wenn ihr die Kinder sucht

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Alexander Rahm
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2004

Werke: 5
Kommentare: 71
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Hallo Alex Anderson!

Es gehört viel Mut dazu, die Schattenseiten des Lebens zu thematisieren. Man geht damit immerhin das Risiko ein, dass der Text nicht gelesen wird. Denn die gestaltlose Lesermasse wird schnell unruhig, wenn das Happy End ausbleibt. Womöglich mĂŒsste sie sich dann selber ein solches ausdenken...
Aber lassen wir die allgemeine Leserbeschimpfung und kehren zu dem Gedicht zurĂŒck. Die AtmosphĂ€re der Verdammnis und Ausweglosigkeit kommt gut rĂŒber. Die verwendeten Sprachbilder passen dazu. Langsam schwillt die Unmut an und erreicht schließlich mit der mittleren Strophe ihren Höhepunkt:

quote:
Sie tragen in ihrer Brust einen kalten Schleim
Und spucken damit wie Drachen auf mich ein
Sie laben sich an meiner verzweifelten Qual
Und freuen sich auf mein Totenmahl

Lauter paradoxe Bilder:
- Drachen spucken kalten Schleim anstatt heißes Feuer;
- sie laben sich an der Qual anstatt mitzuleiden;
- sie freuen sich auf das Totenmahl anstatt zu trauern.

Von unĂŒbertrefflichen Sarkasmus zeugt der Vers:

quote:
Mein TotengrÀber nimmt schon den Spaten

Ja, er ist derartig von Tod umgeben, dass er sogar einen persönlichen TotengrÀber besitzt, so wie andere LeibÀrzte und Haushaltshilfen haben.

Eine Kleinigkeit am Rande:

quote:
Ihr stimmt in ihr euer? Selbstlob ein

Euer wĂ€re zumindest schlĂŒssiger. Oder kannst du mir erklĂ€ren, wer ihr ist?

Ein Gedicht von hoher AuthenzitÀt.

Best regards,
Alexander

P.S. Einige von meinen ErzĂ€hlungen beschĂ€ftigen sich ebenfalls mit den Schattenseiten des Lebens. Als Einstieg eignet sich "Das SĂŒhnopfer".

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Gabriele
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

Werke: 90
Kommentare: 271
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Hallo Alex,

ich finde dieses Gedicht inhaltlich sehr gut, auch die Bilder, die Du verwendest. Ein paar Dinge wĂŒrde ich aber noch leicht verĂ€ndern, z.B.:

"Sie erweisen mir ihr Missfallen" klingt fĂŒr mich fast zu harmlos, wenn man dann weiterliest:
"Bearbeiten mich mit ihren Teufelskrallen
Erlegen damit meinen letzten Willen
Ich kann den Tod schon in mir fĂŒhlen"
(war wohl wegen des Reims - vielleicht findet sich noch etwas Passenderes?)

"Es gibt keinen Ausweg ich bin verflucht
Seht in die Leichenhalle wenn ihr mich sucht"
mĂŒsste m.E. nicht wiederholt werden. Oder vielleicht variierend (wie Du es ja spĂ€ter auch ansatzweise gemacht hast), z.B.:
"wenn ihr mich sucht" und spÀter:
wenn ihr die Kinder/die Neinsager/die VerrĂŒckten sucht"

"Ihre Worte sind KĂ€lte und Schmerz
Damit zerfetzen sie der Welt das Herz"
Das wĂŒrde ich auch noch Ă€ndern (liest sich m.E. eine Spur zu schwĂŒlstig).

"Sie preisen ihre großen Taten
Der TotengrÀber nimmt schon den Spaten"

Mit etwas Feinabstimmung sicher ein gutes Gedicht mit einer starken Aussage!
LG
__________________
Be yourself - no matter what they say!

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Alex Anderson
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2004

Werke: 8
Kommentare: 9
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Hallo Alexander Rahm,

vielen Dank fĂŒr deine Textarbeit. In der letzten Strophe spreche ich die Leser zum ersten Mal direkt an, mit dem zweiten ihr sind die vorher schon in der dritten Person angesprochenen gemeint. Aber um Verwirrung vorzubeugen, werde ich die von dir kritisierte Passage wohl umĂ€ndern in:
„Ihr stimmt in das Selbstlob ein“

MfG
Alex Anderson


Hallo Gabriele,

auch dir vielen Dank fĂŒr deine Textarbeit. TatsĂ€chlich hatte ich das Wort „Missfallen“ zu erst ausgewĂ€hlt und mir dann die Teufelskrallen fĂŒr den Reim erdacht, deshalb werde ich dies ganz sicher nicht Ă€ndern.

Zu deinem zweiten Kritikpunkt wÀre zu sagen, dass der Text eigentlich ein Liedtext sein soll, so denke ich dass eine Variation im Refrain ausreicht.

3. Tja ich finde eigentlich meinen ganzen Text eine Spur zu schwĂŒlstig, aber genau das soll er sein. Ich denke dir ist
"Ihre Worte sind KĂ€lte und Schmerz
Damit zerfetzen sie der Welt das Herz"
aufgefallen, weil dies doch ein halbwegs realistisches Bild ist. TatsĂ€chlich beschreibt diese Passage meine GefĂŒhle beim Schreiben des Textes genau. Ich habe nur „mir“ mit „der Welt“ ersetzt, um mich nicht zu sehr outen zu mĂŒssen, und somit auch die Variation im Refrain ermöglicht.

4. „Der TotengrĂ€ber“ wĂŒrde sicher besser zum zweiten Teil passen, da ich ja dort die Kinder thematisiere. Da ich den "TotengrĂ€ber" aber auf mich beziehen möchte, und „TotengrĂ€ber“ m. E. erst zum Schluss auftauchen sollte, werde ich dies wohl auch so lassen wie es ist.

Trotzdem nochmals vielen Dank fĂŒr deine MĂŒhen
MfG
Alex Anderson

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