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Leselupe.de > Ungereimtes
Vergänglichkeit des Barock
Eingestellt am 25. 01. 2004 14:59


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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Vergänglichkeit des Barock?
( Bei der Lektüre des Andreas Gryphius)

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen /
Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht dieser Zeit /
Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharfem Leid /
Ein bald verschmelzter Schnee / und abgebrannte Kerzen /
Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Was itzund Atem holt / muß mit der Luft entfliehn
Was nach uns kommen wird / wird uns ins Grab nachziehn /
Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starcken Winden.

.....

Und meintest, das wäre wohl Schwulst, wär Koketterie,
wär sowas von vorbei. // War aber mehr.
War schiefe, schiere Harmonie.

Waren Metaphernkatarakte,
War Totentanzseligkeit,
War Gleichmut,
War Feier körperlicher Liebe,
War Losorgeln, barockes,
War Vergnügen an der Tradition,
War eine Lust zu leben.

Nein, bin nicht nekrophil,
Sag zärtlich Dir ins Ohr:
Was sag ich?
Wir vergehn
wie Rauch vor starcken Winden.
....

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
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nun doch ein Geschwätz und Scherzen

hey da, der Gryphius macht itzund so gar ortentlichen Spass, und Willibaltsche Nachwähen sowieso. Doch hättest halt dann doch den Bildermeister ganz und gar zithiert, so wie der hungrige Wolf ja auch vom Lamm, das er einmal erfasset hat, nichts ühbrig lasset, da hätten wir uns weiter noch ergetzen gekönnet. Nur dein Tithel mag ich nit verstähen, wie kann man - auch mit Frahgezeichen - gar von der Vergangelichkeit des Barocken auch nur denken? Ist's nicht alles wahr, was derozeiten einst geschrieben ward?
Liebe Grüße
G.

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Hei, wackerer sekers,

das freut mich aber, ein Kenner&Könner, nun denn so sei Dir gewidmet das folgende Textlein:

Das Haus soll den S. schon allein
durch seine Lage erquicken.
Es soll ein reizender Ort
für seinen Herren ja sein:

Kristallklar sprudle der Bach
in einem grünenden Garten.
In seinem Gehege nist
sich die Nachtigall ein.

Es sollen das fettende Gras
dort vierzehn Böcke genießen
Zu ihnen seien gesellt
Ziegen nicht minder an Zahl.

Es sollen fünf Kühe jung,
auch Deinem Häuschen nicht fehlen.
Von denen hast Du dann Milch
und Käse .....
genug davon ...

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
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Salve! Und artig bedank ich mich auch, o Recke der Künste,
Philosophiae und Psychologiae und der vielerlei Sprachen,
Kritiker mit Deiner eigenen Show. Das gab es noch niemals:
Mir, einem Autor grad mal routiniert, ein Text ist gewidmet!
Seltsam berührt aber hat er auch mich aus folgendem Grunde:
Woher weißt Du, dass ich einen Bauernhof immer mir wünschte?

P.S.: Das mit den Kühen klären wir in Prosa.

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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na, wenn das so ist, dann gehen wir von den prosafordernden Kühen weg:

Im Stalle sollen ein Pferd
und ein zweites glücklich Dir stehen.
Dazu noch ein zahmer Gaul,
der dich, wohin du willst, trägt.

Damit du die Hasen kannst jagen,
ausbüchsende Geissen verfolgen,
sei noch ein viertes Pferd dein.
Ähem: Auch schenke Dir Venus viel Glück.

Vale

aes/w

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
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großzügig wie ein arabischer Fürst

Wie ist das, halt, mit Venus denn gemeint?
Hat es mit Hasen - indirekt - zu tun?
Auf Hügel gleichen Namens sanft zu ruhn?
Ähem: ich bin da Geist, der stets verneint!

Denn lange schon scheint es nicht opportun
Ausbüchsen. (Trefflich Verbum, so mir scheint.)
Wir wollen doch nicht, dass zu Haus wer weint.
Und eigentliches Thema war doch nun

Wenn ich an meine letzte Frage denke:
Warum der Bauernhof mir zum Geschenke
Dir eingefallen war. Das Lehen

genug jetzt hat an tierisch Elementen
halt inne nun mit weiteren Präsenten.
Und sag's mir bitte vor dem Schlafengehen.

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