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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
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Eingestellt am 25. 05. 2011 01:20


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MrsBrainshaker
Hobbydichter
Registriert: May 2011

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Eine ewige Liebe und ihre Trennung





Es fällt mir unglaublich schwer, diese Liebe und diesen langen Weg miteinander, so zu beschreiben, wie ich es möchte.
Dies soll ein Abschiedsbrief an dich sein.
An eine langjährige Begleiterin.
Eine beständige Freundschaft, die letztes Jahr ihren Höhepunkt erreicht hat.
Und jeder kennt doch den Satz: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören/ gehen.
Und an diesen weisen Satz möchte ich mich halten.

Deine Freundschaft war sehr beständig.
Jedoch einmal mehr und mal weniger intensiv.
Doch du warst jahrelang fĂĽr mich da.
Du bist oft neben mir eingeschlafen und am nächsten Morgen erwartungsvoll neben mir aufgewacht.
Du hast mir so oft versucht zu zeigen, dass deine Präsenz einen Sinn hat.
Ich sah dich aber immer als Last an.
Ich gab dir die Schuld an meinem Versagen. An meiner Antriebslosigkeit. An meinem oft, von mir als grundlos bezeichnetem Weinen.
Doch in jeder Minute, an der du an meiner Seite standest, zeigtest du mit deinem Finger auf mein Unterbewusstsein und vorderste mich auf, diesem mehr Beachtung zu schenken.
Lange weigerte ich mich, dieses so unscheinbare, doch so wichtige Bewusstein, in meinen Blickwinkel aufzunehmen.

Du warst mein bester Fuckbuddy. Auf mentale Weise.
Keiner kannte mich so genau wie du.
Keiner konnte mich so derart bewegen und wiederum so lähmen wie du.

Ich empfand dich immer als Last. Als lästige Krankheit, die man mit Medikamenten bekämpfen müsse.
Doch habe ich lange deine immer wieder kehrenden Erscheinungen nicht verstanden.

Ich nahm dich sogar als eine Art Ehepartner wahr. Als Zwangsheirat zu verstehen.
Ich wollte dich nie in meiner Nähe haben. Nie in meinem Bett, in meiner Wohnung und schon gar nicht in meinem Körper.

Als Chance, die du letztendlich auch warst, hab ich dich lange nicht gesehen.
Du warst die Chance auf den Pfad zur GlĂĽckseeligkeit.
Man sagt doch auch immer, dass man erst am Tiefpunkt ankommen muss, um das Leben und seine schönen Seiten schätzen zu können.
Und die Gabe, sich ĂĽber die kleinen Dinge des Lebens zu freuen, hast du mir mehr als nur einmal geschenkt.
Ich betrachte dank dir, nichts mehr als selbstverständlich. Jedes noch so kleine Präsent an mein Leben wird von mir mit offenen Armen, dankend und schätzend empfangen.

Du nahmst mich oft an der Hand und versuchtest mich, auf einen anderen Weg hinzuweisen, denn ich habe sehr oft den für mich falschen gewählt.
Du kamst immer zum richtigen Zeitpunkt, um mir die richtige Richtung zu weisen.
Auch hast du mich niedergezwungen, um auch mal nur Zeit mit mir zu verbringen.
Um mich besser kennen zu lernen. Mich zu schätzen. Mich bewusst wahrzunehmen.
Mir selbst zu helfen.

Lange Jahre versuchte ich die Hilfe in anderen zu finden. Vergebens.
Ich wollte mir unsere Trennung einfach machen.
Einfach vor dir weglaufen und dir keine Beachtung mehr schenken.
Doch eine saubere Trennung funktioniert so nicht.
Das musste ich erstmal lernen zu begreifen.
Du gabst mir diese Zeit und kamst einfach später wieder.
Die intensivste Vereinigung, den intensivsten mentalen Sex hatten wir letztes Jahr.
So tief umschlungen von deinen Armen und Beinen fĂĽhlte ich mich beengt.
Ich sah, dass unsere Liebe zueinander nicht mehr gesund war.
Sie fĂĽhlte sich zu stark an. Zu besitz ergreifend.

Ich wusste, ich musste mich entscheiden. Zwischen mir und dir. Jede Verbindung hat ihre Grenzen. Und wir haben unsere letztes Jahr erreicht.
Und da du mich gelehrt hast, auf mich selbst zu achten, wusste ich, dass der Punkt erreicht war, mich fĂĽr mich stark zu machen.

Wir machten unseren letzten gemeinsamen Spaziergang. Uns war beiden nicht klar, dass dies unsere letzten Meter waren in unserer so langen, innigen Beziehung.

Wir schlenderten durch die Innenstadt und marschierten Hand in Hand in einen kleinen Laden.
Dort wartete eines der größten Geschenke meines Lebens auf mich.
Ohne Schleife. Unauffällig. So wunderschön, kostbar und in menschlicher Form.
Wir beide wussten von nun an, dass unsere Trennung unmittelbar bevor stand.
Mit jedem weiterem Wort, das ich und meine neue Wegbegleiterin wechselten, verschwandst du weiter aus meinem Blickwinkel und aus meinem Körper.
Mit jedem Ausatmen stieĂź ich ein Gramm Last aus.
Bis du eines Tages ganz verschwunden warst.

Ich bedauere unsere Trennung nicht. Keineswegs.
Ich vermisse dich auch nicht sonderlich.
Jedoch bin ich dir unglaublich dankbar, fĂĽr deine Treue, bis ich endlich bereit war den Weg zur Selbstfindung und GlĂĽckseeligkeit zu beschreiten.

Und hiermit möchte ich für immer Abschied von dir nehmen. Denn ich werde dich zukünftig nicht mehr brauchen. Meine Augen sind geöffnet und meine Seele bereit anzunehmen.

Ich vergrabe dich mental auf dem Friedhof der Vergangenheit.

Ruhe in Frieden, meine Depression…

__________________
MrsBrainshaker

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