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Leselupe.de > Ungereimtes
Vergebung
Eingestellt am 06. 05. 2006 11:26


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HFleiss
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Vergebung


Unsere Nachtworte vertreibt der Wind
Doch wohin sie auch fliegen,
sie werden da sein,
irgendwo, wo wir sie nicht mehr hören.
Denn sie sind gesprochen.
Fremde gehen vorĂŒber, auch sie
SpĂŒlen sinnlos Worte aufs Pflaster.
Wir schwelgen unter der Sonne
Der StÀdte, und was war, verliert
Sich in dunklen Gassen, in die wir
Niemals gehen werden und deren
Worte Stein geworden sind,
HĂ€user des Zorns.
Nichts, das uns zum Verzeihen drÀngt.
Und nichts VerÀnderbares wurde verÀndert.
Doch wir vergeben unseren NĂ€chsten,
lĂ€chelnd, großmĂŒtig, als sei, was war,
niemals geschehen.




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rosste
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hallo hanna,
"Vergebung" gefÀllt mir gut...
bis auf:
auch sie
SpĂŒlen sinnlos Worte aufs Pflaster.
- die fremden machen das sinnlose wie "wir" ("Unsere Nachtworte")
wenn sie so sinnlos sind, dann gilt doch nicht: "sie werden da sein"

Denn sie sind gesprochen. - "Denn" kannst du weglassen

"Verzeihen" und "vergeben" am ende sind ungĂŒnstig gewĂ€hlt, so kurz hintereinander, und erinnern an wiederholung oder ungenauen gebrauch der beiden so wichtigen wörter

lg

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HFleiss
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Vergebung

Vielen Dank, rosste. Was ich nicht verstehe, ist der von dir genannte Gegensatz: Sie werden dasein - sinnlos. Das meiste ist doch verdammt sinnlos, was so gesprochen wird, und es ist auch verdammt gegenwÀrtig. Ist da ein Gegensatz, den ich nicht erkannt habe?

Lieben Gruß
Hanna

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rosste
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da haben wir unterschiedliche auffassungen:
ich denke: nichts ist sinnlos
auch das einfach so dahingesagte
das hat manchmal, vielleicht sogar oft, wenig sinn (z.b. "diese hitze heute wieder ist ja grausam.") - ohne sinn, also "sinnlos" ist das aber nicht -
der sinn besteht darin, dass ich von diesem sprecher erfahre, dass er ein oberflÀchlicher, negativer, kontraproduktiver typ ist, der sich nur mal schnell mit einem satz wichtig tuen will, der auf das wetter schimpft, anstatt sich nen sonnenschutz zu bauen...

die Ă€ußerungen werden alle da sein, ja
ihre spuren werden sie hinterlassen (und deren Worte Stein geworden sind) - diese spuren sind sichtbar, hörbar, spĂŒrbar - also nicht sinnlos (auch wenn sie belastend sind)

lg

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Rhea_Gift
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Hi HFleiss

ich finde das "vergeben" passend, da es ein Glaubensspruch ist, wĂŒrde ich also nicht Ă€ndern - das Verzeihen kurz vorher stört mich nicht, das Vergeben am Ende hat eine ganz andere Gewichtung als das Verzeihen, daher unterscheidet der Sinn und es ergibt sich keine Wiederholung...

Tja, Sinn, Bedeutung, Kommunikation - Sinnloses gibt es wirklich nicht, doch in deinem Gedicht ist ein umgangssprachliches VerstÀndnis von "sinnlos" gemeint, daher ist dein "sinnlos" hier ebenfalls passend.

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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HFleiss
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Vergebung

Lieber rosste, liebe Rhea,

es ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich Lyrik gelesen werden kann, jeder findet etwas anderes (oder lehnt es ab usw.) Vielleicht liegt darin der Sinn von Lyrik. Ich frag mich nĂ€mlich dauernd, warum ich eigentlich Lyrik schreibe, und wundere mich immer, was am Ende durch Assoziationen entsteht bzw. verworfen wird. Was man zum Beispiel in der Prosa nur sehr schwer kann, fĂŒr mich ist Lyrik ein Ausweg, sie bewegt hinein ins Philosophische. Mir selbst geht es wie euch bei vielen Gedichten so, dass ich ĂŒber eine Zeile nachdenke, weiter assoziiere und so (mitunter) einen neuen Blick auf die Dinge bekomme. Obwohl ich nicht glaube, dass meine Produktionen literarisch wertvoll sind, genauso wie fremde, die mich trotzdem zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr ansprechen. Ja, warum schreibt man sonst eigentlich Lyrik?

Lieben Gruß
Hanna

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Brombeertaler
Wird mal Schriftsteller
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Ich finde das ein schönes, nachdenkliches Bild. Die Enjambments sind als Stilmittel gut gesetzt.
Was mich im Lesefluss störte, war:

quote:
irgendwo, wo wir

Ich versuche immer, herauszufinden, wo ich hÀngen bleibe. Ich denke, das hier ist eine unbewusste Alliteration: wo wo wi.

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