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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Vergeltung
Eingestellt am 29. 01. 2006 19:58


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sylvanamaria
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Vergeltung

Maria rieb den schmerzenden R├╝cken und ├╝berschaute ihren Garten. Sie war zufrieden mit ihrem Tagewerk. Die Heilkr├Ąuter, die sie zog und verkaufte, machten einen Teil ihrer Erwerbst├Ątigkeit aus. Sie sch├Ątzte die Uhrzeit auf drei Uhr anhand des Sonnenstandes. Zeit f├╝r eine Pause ÔÇô viel-leicht auch Schluss f├╝r heute. Eine Weiterarbeit w├╝rde sich auch nicht mehr lohnen. Es war zu warm f├╝r eine Ernte. Die Sonne meinte es gut an diesem sch├Ânen Altweibersommertag. Maria suchte mit einem Glas Eistee ihre Lieblingsbank auf. Unter einer gro├čen Kastanie mit Blick ├╝ber den See. Das Chalet im R├╝cken konnte sie einen Gro├čteil des Tales ├╝berblicken. Haus, See, Wald und Tal hatte sie von ihrer Gro├čmutter m├╝tterlicherseits geerbt, einer sehr unabh├Ąngigen, willensstarken und freiheitsliebenden Frau, die die gleichen Charakterz├╝ge in ihrer Enkelein entdeckt hatte. Wie recht sie haben sollte, erfuhr sie leider nie.
Pl├Âtzlich lauschte die Frau angespannt. Sie hatte Kinderstimmen geh├Ârt. Eigentlich hier unm├Âglich; auf ihren Privatbesitz hatte keiner Zugang und es gab keine ├Âffentliche Stra├če. Die n├Ąchste Ansiedlung war knapp einen Kilometer entfernt. Da - wieder. Helle Kinderstimmen durchdrangen die friedvolle Ruhe. Maria stand auf und folgte den Stimmen. Auf der kleinen Lichtung am See stand ein kleines Zelt, davor spielten zwei Kinder. Maria sch├Ątzte das M├Ądchen auf zehn und den Jungen auf acht Jahre alt. " Da, Jonas, fang auf!" rief die helle M├Ądchenstimme und warf dem Jungen eine Handvoll Kastanien zu. Woher die Fr├╝chte stammten, war unschwer zu erraten. Zahlreiche m├Ąchtige B├Ąume schirmten die Lichtung zum See hin ab. "Zu weit, Elisa, viel zu weit, die fange ich nicht.". Die im Schatten stehende Frau versp├╝rte einen j├Ąhen Stich im Brustkorb, einen kurzen Augenblick dachte sie ohnm├Ąchtig zu werden. Elisa - dieser wundersch├Âne Klang - war der Name ihrer f├╝nfj├Ąhrigen Tochter gewesen, deren Tod sie vor zwei Jahren miterleben musste. Ein Grund, weshalb sie sich von der Au├čenwelt zur├╝ckgezogen hatte und die Menschen mied. Ihre Eltern waren mit der Wahl dieses Wohnortes nicht einverstanden gewesen und auch ihr Mann Jeff fand diesen Ort zu abgelegen. Er versuchte ihr immer wieder die zahlreichen Gefahren und Unbilden einer allein wohnenden Frau vor Augen zu f├╝hren. Letztendlich respektierte er ihren Wunsch. Jeder Mensch trauert auf seine Weise. Immerhin hatte er sie zum Kauf eines Satellitentelefons ├╝berreden k├Ânnen, nicht sehr billig, aber man konnte nie wissen. Maria besa├č schon aufgrund ihrer Berufe auch Telefon, Fax und Internetleitungen, aber nicht immer waren die modernen Kommunikationsmittel sicher.
Ungebetene Bilder dr├Ąngten sich auf . Sie litt an Atemnot und die Tr├Ąnen suchten sich ihren Weg. Maria atmete tief durch und versuchte, den brodelnden Vulkan in ihrem Innern zu beherrschen. Ihre H├Ąnde zitterten und das Herz h├Ąmmerte gegen den Brustkorb. Noch einmal zwang sie sich tief ein- und auszuatmen und betrat die Lichtung. "Hallo, was macht ihr denn so allein hier ?" Das M├Ądchen wirkte erstaunlich selbstsicher f├╝r ihr Alter. "Wir sind nicht allein. Wir zelten hier mit unserem Vater. Er ist einkaufen." Goldene Locken umrahmten das zarte Madonnengesicht und konnte man eine immense Kraft erahnen. Der Junge dr├╝ckte sich an seine Schwester, die ├ähnlichkeit war unverkennbar.
"und warum stellt ihr das Zelt nicht auf einem Zeltplatz auf ? Dies ist privates Land und au├čerdem nachts nicht ganz ungef├Ąhrlich."
"Oh, dass wussten wir nicht. Wir dachten, der Wald geh├Ârt allen. Vater meinte, es w├Ąre spannender und intressanter, die Natur selbst kennen zu lernen". Der Junge nickte sch├╝chtern zu den Worten seiner Schwester.
"Die Idee ist nicht schlecht." stimmte Maria zu, "aber habt ihr allein keine Angst ? Und habt ihr keine Mutter ?""Doch, sie lebt aber woanders. Es ist ihr bei uns zu langweilig." Man konnte sehen, wie die Erinnerung an ihre Mutter denn Kindern nicht besonders behagte.
"Aha". Maria winkte beide heran. " Dann will ich euch ein bisschen ├╝ber das Land erz├Ąhlen , bis euer Vater wiederkommt." Im Stillen dachte sie etwas ├╝ber diesen Vater nach. Die Kinder wirk-ten schon sehr selbst├Ąndig, aber so ganz allein lassen ...? "Schaut, wie friedlich der See aussieht und doch kann er gef├Ąhrlich werden, wenn der Wind kommt. Die Felsbank links kann Booten und Schwimmern schon gef├Ąhrlich werden. Im See leben viele verschiedene Fischarten und daher kann man oft ein Fischadlerp├Ąrchen beobachten. Dort oben unterhalb des Grates ist ihr Horst. Seht ihr ihn ? Er wurde von den Adlern bis zu einer H├Âhe von f├╝nf Metern gebaut. Sie haben dieses Jahr zwei Junge aufgezogen. Auch kommen hierher oft Rehe und Hirsche auf die Lichtung. Ihr m├╝sst aufpassen, wir haben jetzt im September Brunftzeit. Die Hirsche k├Ąmpfen um ihre Hirschk├╝he und Reviere. Euer Zelt k├Ânnte ihnen im Weg stehen. Und schaut die Wildspuren unten am See: eine Saukuhle. Wildschweine haben den Boden auf der Suche nach Nahrung aufgew├╝hlt und gleichzeitig ein Bad genommen. Die Natur ist nicht nur sch├Ân, sondern auch gef├Ąhrlich. Wir Menschen sind nur ein Teil derselben und m├╝ssen dies akzeptieren." Ein Ger├Ąusch hinter sich lie├č Maria verstummen. "Papa, Papa", jubelnd sausten die Kinder auf einen Mann zu, der mit vollbepackten T├╝ten den schmalen Waldweg verlassen hatte. Er sah unbestreitbar gut aus, strahlte aber eine unterschwellige Wildheit und Animalit├Ąt aus. Der Blick in den weit ge├Âffneten Augen flackerte und versuchte sie abzusch├Ątzen. Wachsamkeit und Angst lag in der Luft. "Ich habe nicht erwartet, jemanden zu treffen" r├Ąusperte er sich. "Ich auch nicht". Maria beschloss, vorsichtig und gesch├Ąftsm├Ą├čig den R├╝ckzug anzutreten. Die Luft schien elektrisch aufgeladen zu sein. Dieser Nachmittag endete eindeutig nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte: erst das M├Ądchen namens Elisa und ihr Bruder, jetzt der Vater mit einem geheimnisumwitterten Auftreten. Sie wusste, sie war allein und niemand w├╝rde sie h├Âren oder vorerst vermissen. Di e w├Âchentliche Lebensmittellieferung war erfolgt, alle Abgabetermine erledigt und der Postbote kam nur alle drei Tage.
ÔÇ×Sie campen auf meinem Besitz." Maria versuchte, die Lage zu entspannen. Sie verfluchte sich im Stillen, Jeffs Angebot ausgeschlagen zu haben , nicht wenigstens Shoona, seine Sch├Ąferh├╝ndin, zu sich genommen zu haben. Auf solche Situationen sollte man eingestellt sein.
"Ich wollte meinen Kindern die Natur etwas n├Ąher bringen. Oh, ...wie unh├Âflich. Mein Name ist Martin Pride".
"Sehr erfreut, ich hei├če Maria Lefevre."
"Maria Lefevre, die Schriftstellerin ?"
"Ja, wieso, kennen sie mich ?"fragte Maria erstaunt zur├╝ck.
"Wer kennt Sie nicht ? Die Autorin von "Naturheilkunde heute ", "Erste Hilfe in Sachen Kr├Ąutern" oder "Wetterkunde der Natur". Und Ihre zahlreichen Kinderb├╝cher erst. Meine Kinder ken-nen alle St├╝cke auswendig."
"Nun, Herr Pride, ich f├╝hle mich geschmeichelt, mag aber diese Art von Publicity nicht. Ein Grund, weshalb ich hier lebe."
"Verzeihen Sie, ich wollte nicht aufdringlich sein" verlegen nestelte der Angesprochene an seinem Jackenkragen. "Ich bin so aufgeregt."
"Im ├╝brigen, Herr Pride, w├╝rde ich Ihnen empfehlen, eine Bleibe in der Ortschaft zu suchen. Zum einen ist ihr Campingort denkbar ungeeignet wegen der hier lebenden Tiere. Ich habe ihren Kindern schon die Spuren gezeigt und zum anderen sch├Ątze ich meine Privatsph├Ąre. Ein dritter Grund d├╝rfte allerdings das aufziehende Unwetter sein." Der Mann schaute irritiert zum Himmel, an dem eine strahlende Abendsonne zum Verweilen einlud an diesen sch├Ânen sich verabschiedenden Septembertag.
"Sehen Sie die Quellwolken und die kr├Ąftigen roten Farben ? Sie k├╝nden schlechtes Wetter an. Die Luft ist aufgeheizt und seit heute morgen f├Ąllt das Barometer stetig. Der Wind frischt auf und kr├Ąuselt schon die Seeoberfl├Ąche. Und die Natur ist merkw├╝rdig still. Die Tiere sp├╝ren das Unwetter. Sie sollten wirklich den Wald verlassen. Campen an ungesch├╝tzten Pl├Ątzen bedeutet Lebensgefahr." T├Ąuschte sie sich oder war der Mann auf ihre Worte hin zusammengezuckt? Hatte dieser Martin Pride etwas zu verbergen? Merkw├╝rdig erschien es ihr schon, im September mit zwei schulpflichtigen Kindern zu zelten. Mussten diese nicht in der Schule sein? Oder waren jetzt Ferien? Maria wusste es nicht. Ihre Elisa war noch in den Kindergarten gegangen - in einer anderen Welt und einer anderen Zeit. Das w├╝rgende Gef├╝hl kehrte wieder.
"Danke Madam, ich werde dar├╝ber nachdenken."
Maria verabschiedete sich und machte sich auf den Heimweg. Sie w├╝rde Sergeant Marwin anrufen und fragen, ob gegen einen Martin Pride etwas vorlag. Man sollte immer vorsichtig sein. Post und Lebensmittel waren schon geliefert worden - zum Gl├╝ck, denn es war damit zu rechnen, dass das Unwetter Sch├Ąden anrichten w├╝rde. Im Garten konnte der Sturm sich austoben. Die meisten Kr├Ąuter waren abgeerntet und lagerten zum Trocknen oder Versand bereit.
Die ersten Anzeichen des Sturms k├╝ndigten sich gegen acht an. Das Dach knarrte im Wind und das Rauschen der m├Ąchtigen Baumkronen drang bis ins Hausinnere. Maria machte sich keine Sorgen. Das Geb├Ąude im Schweizer Landstil war solide zusammengef├╝gt und musste nicht das erste Unwetter ├╝berstehen. Sie konnte nur hoffen, das die Familie ihrem Rat gefolgt war. ├ťberzeugt war sie davon nicht. Kurzzeitig hatte sie mit dem Gedanken gespielt, alle ins Haus einzu-laden. Aber sie wusste, sie war nicht bereit f├╝r Menschen und schon gar nicht allein und unvorbereitet. Die Ereignisse vor zwei Jahren waren zu pr├Ąsent und diese Wunden w├╝rde auch die Zeit nicht heilen.
Sergeant Marwin hatte zwar eine Anzeige oder ├Ąhnliches verneint, aber ihr jahrelang geschulter Instinkt sagte ihr, dass dieser Martin Pride ein Geheimnis hatte und auf der Flucht war. Nur vor was und vor wem ? Und k├Ânnte es ihr gef├Ąhrlich werden ? Ihre eigene Vergangenheit sollte lieber im Dunklen ruhen.
Sie war zu aufgew├╝hlt um schlafen zu k├Ânnen. Mit einer Tasse Johanniskrauttee versuchte sie sich zu entspannen und lauschte dem Toben des Sturmes. Abrupt richtete sich Maria auf. Da wieder - ein Ger├Ąusch an der T├╝r. Ein Ast, ein Tier, ein ungebetener Besucher? Flink holte sie ihre Beretta aus dem Schlafzimmer und eilte zur T├╝r. Elisas wei├čes Gesicht kam zum Vorschein. Maria ├Âffnete die T├╝r weit und das M├Ądchen taumelte ins Haus Sie keuchte und war nicht in der Lage zu sprechen. Maria f├╝hrte das ersch├Âpfte Kind in die K├╝che und fl├Â├čte ihr langsam den frischgebr├╝hten Tee ein. Langsam kam Elisa zu Kr├Ąften: "Jonas` Bein, der Baum, Vater..."w├╝rgte sie hervor. Maria ahnte Schreckliches. Der Mann hatte ihre Warnungen missachtet und das Gebiet nicht verlassen. Welches Geheimnis war so schrecklich, sich selbst und seine Kinder in Lebensgefahr zu bringen ?
Maria warf sich ihr Regenzeug und Elisa einen Pullover ├╝ber. Mitleid war jetzt am falschen Platz. "Du wirst mir helfen m├╝ssen, M├Ądchen." Mit der Taschenlampe in der Hand k├Ąmpften sich beide durch den w├╝tenden Sturm. Regen klatschte ihnen kalt ins Gesicht und brannte auf der Haut. Die Lichtung lag vor ihnen. "Wo?" Der Sturm fetzte die Worte von den Lippen, Elisa musste die Frage erraten. Sie wies nach rechts. Martin Pride hatte vern├╝nftigerweise den Standort von der Lichtungsmitte verlagert in den Schatten der Kastanien. Ungl├╝cklicherweise war eine gebrochen und der kleinen Familie zum Verh├Ąngnis geworden. Das Zelt lag unter dem m├Ąchtigen Stamm und lie├č Schlimmes bef├╝rchten. Maria entdeckte ein B├╝ndel neben dem Baum. Der Vater hatte sich sch├╝tzend ├╝ber den Sohn geworfen. Jonas Bein sah ├╝bel, aber unkompliziert aus - ein offener Bruch . Beim Vater war sie sich nicht so sicher; sie konnte keine sichtbaren Verletzungen entdecken. Eine Lungenentz├╝ndung d├╝rfte bei beiden vorprogrammiert sein Sie r├╝ttelte den st├Ąmmigen Mann. Verst├Ąndnislos ├Âffnete er die Augen. "Martin, Sie m├╝ssen aufstehen! "Sie hievte den Mann hoch. "Elisa, du musst mir helfen. Du musst ihn leiten, immer einen Fu├č vor dem anderen. Ich komme mit Jonas nach. " Sie machte ihre Worte mit Gesten deutlich, der Sturm tobte immer heftiger; es schien, als ob die Wilde Jagd unterwegs sei. Maria hob den Jungen vorsichtig hoch, immer bem├╝ht, das verletzte Bein ruhig zu halten. Der R├╝ckweg gestaltete sich mit dem Wind im R├╝cken, der sie vor sich herschob, einfacher. Triefnass erreichten alle das Haus. Maria bette Jonas im G├Ąstezimmer und Martin auf das Sofa in der Wohndiele. Ihr kam nun zugute ,dass ihre Gro├čmutter das Haus amerikanisch eingerichtete hatte mit einer gro├čen Wohndiele, von der die anderen Zimmer abzweigten. "Elisa, wir m├╝ssen alle die Sachen ausziehen. Ich k├╝mmere mich um Jonas, sein Bein muss versorgt werden. K├╝mmere du dich um deinen Vater." Sie hastete ins Obergeschoss und suchte in fliehender Hast geeignete trockene Sachen: Pullover, Jogginghosen, Hemden, die nicht allzu fraulich aussahen. Auf Sch├Ânheit kam es sowieso nicht an. Wieder untern setzte sie Lindenbl├╝tentee an, um die drohende Erk├Ąltung einzud├Ąmmen. Martin d├Ąmmerte auf dem Sofa vor sich hin. Er stand unter Schock und zitterte wie Espenlaub. "Elisa, du musst mit ihm reden, er darf nicht einschlafen.Und er soll den Tee trinken." Sie schiente provisorisch Jonas Bein und legte Beinwell auf die Wunde, um Blutung und Entz├╝ndung zu hemmen.S ie fl├Â├čte ihm ebenfalls Tee ein, er musste schwitzen. Eine Lungenentz├╝ndung in seinem Alter konnte t├Âdlich sein. Sie wusste, sie konnte bei diesem Wetter keinen Arzt be-nachrichtigen. Elisa war ersch├Âpft vor dem Sofa zusammengebrochen. Sie hatte ihre Leistungsgrenze erreicht. Tapferes M├Ądchen. Maria brachte sie in ihr eigenes Bett ins Obergeschoss. Sie selbst w├╝rde unten schlafen, um Notsituationen schnell abfangen zu k├Ânnen und machte es sich auf zwei Sesseln bequem.
Pl├Âtzlich hatte sie das Gef├╝hl drohender Gefahr und schlug die Augen auf. ├ťber ihr kniete Martin mit irrem Blick und einem Messer in der Hand. Er schluchzte vor sich hin und schrie sie an: "Du wirst mir die Kinder nicht wegnehmen, du Schlampe. Jahrelang hast du sich nicht um sie gek├╝mmert, ich war ja da und nun brauchst du sie als Aush├Ąngeschild. Ich hatte nie etwas dagegen, Hausmann und Vater zu sein. ich war stolz darauf, dich an der Spitze und erfolgreich zusehen. Und pl├Âtzlich.... aus, aus, aus." Geifer spr├╝hte Maria ins Gesicht. Sie traute sich nicht zu bewe-gen. Gef├Ąhrlich nah lag das Messer an ihrer Kehle. Auch kam sie an ihre eigene Waffe nicht heran. Sie wollte ihm nicht weh tun, das Fieber sprach aus ihm. Andererseits hatte sie auch kein Vergn├╝gen an dieser Situation. "Ein Neuer soll mich ersetzen und nicht genug... Du brauchst eine Familie und warum Kinder kriegen, die Figur ruinieren. Du erinnerst dich an zwei und willst pl├Âtz-lich das Sorgerecht anfechten! Nein! Nicht mit mir! Du wirst sie mir nicht wegnehmen..."Der Ton des Mannes hing heulend langgezogen in der Luft, als er bewusstlos zusammensackte. Reflexartig warf Maria den Kopf in den Nacken, das Messer schrammte an ihrem Oberarm lang. Sie atmete tief aus. Maria war sich nicht bewusst gewesen, w├Ąhrend des Monologs den Atem ange-halten zu haben. das Fieber hatte Martin Pride vollends in Besitz genommen, er gl├╝hte. Maria fl├Â├čte ihm mehr Tee zusammen mit Mohnsamen ein, um ihm Linderung und Ruhe zu verschaffen. Um das Fieber zu senken, musste sich erst der Kreislauf stabilisieren.
Maria musste etwas tun und sie wusste auch was. Sie w├Ąhlte eine Nummer auf dem Satellitentelefon und dankte Jeff im Inneren, dass er ihren Widerstand damals ├╝berwunden hatte. Sofort wurde abgehoben.
"Ja?".
"Hallo, Jeff." Erstaunt schnappte der Angerufene nach Luft. "Maria! was ist passiert?". Es wurde ein l├Ąngeres Telefonat. "Weiss jemand etwas davon?"
"Nein, nur Sergeant Marwin wegen der Anfrage, niemand weiter. Was soll ich tun?".
"Hm, nicht so gut, aber nicht zu ├Ąndern. Zuallererst, weisst du, wer Martin Pride ist ?"
"Nein, Sergeant Marwin hatte nichts herausgefunden."
"Kein Wunder, es liegt offiziell nichts gegen ihn vor. Eine h├Ąssliche Sorgerechtsgeschichte, die im geheimen abl├Ąuft. Wei├čt du, wer die Mutter ist?"
Maria verneinte und Jeff nannte den Namen. Nun war Maria an der Reihe, nach Luft zu schnappen. "Wei├čt du, was das hei├čt?".
"Ja." Maria schloss die Augen und ihre Gedanken wanderten zwei Jahre zur├╝ck. Sie kniete wieder in ihrer K├╝che, die H├Ąnde gefesselt auf dem R├╝cken und musste hilflos mit an sehen, wie ihre kleine Tochter als Warnung mit einem Kopfschuss gezielt hingerichtet wurde. Das Blut, der Alp-traum , ihre Panik, ihr Trauma, ihre Angst, auch Jeff zu verlieren. Sie hatte gelogen, die T├Ąter seien maskiert gewesen, sie k├Ânne sich nicht erinnern. Aber sie kannte die Leute, sie kannte alle damals Anwesenden, manche sogar sehr gut; sie hatte mit einigen zusammengearbeitet. Und sie wusste, die M├Ârder waren sich ihres - Marias -Schweigen sehr sicher. Bis heute... Entsetzen schn├╝rte ihr wie damals die Kehle zu. Die Vergangenheit hatte einen Bogen geschlagen und sie eingeholt.
"Maria, Maria, was ist los? Liebes, h├Ârst du mich?" Jeffs Stimme dr├Âhnte aus dem H├Ârer und holte sie in die Gegenwart zur├╝ck. Sie erkannte, dass sie der Vergangenheit nicht entfliehen konnte. Ihr versch├╝ttete K├Ąmpfernatur erwachte und die alte Maria wurde wiedergeboren.
"Ja, Jeff, ich bin hier. Wann kannst du hier sein? Es gibt Verbindungen zur Vergangenheit. Du musst dich um die Familie k├╝mmern."
"Welche? Die Prides oder die Lefevres?"
"Beide."
"Okay, ich kann in einer Stunde bei dir sein. Sei wachsam und vorsichtig. Ich bringe Shoona mit. Sprich mit niemanden ."
"Jeff, ich liebe dich und warte." Beide wussten, dass eine neue Zeit begonnen hatte, denn diese Worte hatte Maria seit dem Tod von Elisa nicht mehr gesagt. Maria beendete das Telefonat. Sie ging in ihr Arbeitzimmer und ├Âffnete ein Versteck, von dem sie geglaubt hatte, dass sie es nie mehr brauchen w├╝rde. Die Waffen waren perfekt gewartet und einsatzbereit. Versehen mit gen├╝gend Munition verlie├č sie das Obergeschoss.
Ihre Patienten schliefen. Dies war gut so, denn f├╝r das Kommende war dies das Beste. Maria trat vor die T├╝r. Der Sturm war weitergezogen und vereinzelt funkelten Sternen am noch mit tiefen Wolken bedeckten Himmel. Es war Neumond. Ideal. Falls ungebetene G├Ąste das Tal besuchen wollten, m├╝ssten sie Licht benutzen und dies war meilenweit zu sehen. Ein Anschleichen war aufgrund der K├╝rze der Zeit nicht m├Âglich ohne n├Ąhere Erkundungen. Jeff w├╝rde in einer Stunde da sein. Seine Libelle w├╝rde Maria sofort erkennen. Sie setzte sich auf die vor dem Haus stehende Bank, stopfte sich ein Kissen in den R├╝cken, klemmte das Gewehr zwischen die Beine und legt die Beretta neben sich. Sie w├╝rde wachsam sein. Sie kannte die Gesch├Ąftspraktiken der anderen, aber auch sie hatte nichts vergessen
Die Vergeltung hatte lange warten m├╝ssen, aber der Tag der Rache war nah. Elisas Tod sollte nicht umsonst gewesen sein und damit auch Martins, Jonas und Elisas Leben retten.

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syl

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F Fuller
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Eine sprachliche ├ťberarbeitung ist dringend notwendig, auch in Hinblick auf Zeichensetzung (Vor allem: Trennstriche weg und Leerzeichen vor den Fragezeichen)! Ein Beispiel: "Der Sturm fetzte die Worte von den Lippen, Elisa musste die Frau ge erraten."
Die Geschichte beginnt noch einigerma├čen strukturiert, gegen Ende ist es aber damit auch vorbei.

Insgesamt: sehr schlampige Arbeit, auch wenn der Plot vom Ansatz her ausbauf├Ąhig ist.

Mein Rat: einfach von vorne beginnen!

F.

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sylvanamaria
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Vergeltung

Harte Worte sollten als Kritik konstruktiv untermauert werden, denn jede Meinung ist subjektiv. Das Wort "schlampig" in den Raum zu werfen ohne Begr├╝ndung ist auch schlampig. Sylvanamaria
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syl

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F Fuller
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sylvanamaria:

wenn jemand gewisse regeln der grammatik nicht kennt oder legastheniker ist, ist das eine sache. ich ziehe den hut vor jemanden, der versucht trotz solcher schw├Ąchen seine texte zu ver├Âffentlichen. Aber einen text schnell runtertippen, ihn dann nicht einmal selbst lesen, bevor man ihn anderen zumutet - das hat nichts mit schw├Ąche zu tun, sondern nur mit schlampigkeit.

F.

P.S: Nicht immer nur den letzten Satz lesen, dann w├╝├čtest du n├Ąmlich, was ich u.a. mit schlampigkeit meine.

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sylvanamaria
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Vergeltung

Guter Rat schon gegeben bei Beitrag "Preis des Gehorsams". Lies die Autoren, die deiner Meinung nach unter deinem Level liegen, erst gar nicht. Dann sparst du dir Zeit und M├╝he f├╝r unqualifizierte Kommentare. Sylvanamaria
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syl

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Wolf-Wolle
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Lass es sein, sylvana, solche Beitr├Ąge habe ich in zusammenhang meines Buchprojektes auch bekommen, solche ├Ąhnlichen. Ich werd mir mal die beiden von f. beanstandeten beitr├Ąge zu gem├╝te ziehen,
lieben gru├č

wolf

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