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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Vergewaltigung
Eingestellt am 30. 06. 2002 08:56


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Monsieur Foulland
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2002

Werke: 3
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P├╝nktlich um halb zw├Âlf hatte Schwester Maria ihr das Mittagessen serviert. Ein ausgewogenes und reichhaltiges Mahl, das sie wieder fit machen w├╝rde f├╝r den Alltag in ihrem eigenen Zuhause. Nastassja verspeiste es pflichtbewusst, aber ohne die Begeisterung, die so liebevoll zubereiteter und k├Âstlicher Krankenhausfra├č forderte. Fou bemerkte, wie sie versuchte, sich einzig und allein auf das Essen zu konzentrieren, ihn dabei nicht anzusehen oder gar mit ihm zu sprechen, nur mechanisch die erforderlichen Schritte auszuf├╝hren. Fleisch schneiden, aufspie├čen, in den Mund schieben, kauen, kauen, kauen. Endlich schlucken. Den Brechreiz unterdr├╝cken und warten, ob auch alles unten bleibt. Einen Schluck Tee zum Nachsp├╝len. Die Beilagen: zuerst die Bratkartoffeln, dann die Erbsen und das Gem├╝se. Wieder von vorn, Fleisch, Tee, Beilagen, bis der Teller leer war. Blieben nur die Tabletten.

Nastassja bat Fou, sie an sich zu nehmen, nur f├╝r den Fall, dass sie wieder in Versuchung gerate. Ansonsten war sie die meiste Zeit ├╝ber still. Sie hatte Fou nicht mehr angeschrien, hatte ├╝berhaupt nicht mehr viele deutliche oder gar sinnvolle Worte von sich gegeben. Zu Recht bef├╝rchtete er, dass Nastassja, obwohl sie mit all ihren sp├Ąrlichen Mitteln sichtbar dagegen ank├Ąmpfte, die erst gewonnene Klarheit nicht lange w├╝rde beibehalten k├Ânnen. Wenigstens verweigerte sie noch das Gift.

Eben hatte sie es aufgegeben, mit ihrem L├Âffel im Dessert, einer beinahe farblosen Creme mit Orangenaroma, zu stochern. Sie bot ihm den Rest an, aber er lehnte h├Âflich l├Ąchelnd ab. Nastassja befreite sich von dem Tablett und dem Polster, der sie w├Ąhrend des Essens notd├╝rftig in aufrechter Position gehalten hatte und verschr├Ąnkte ihre Beine zu einem leidlich bequemen Schneidersitz. Schlie├člich erkl├Ąrte sie Fou, der ihr hatte versprechen m├╝ssen, sie heute nacht nicht alleine zu lassen, wie sie nach Sankt Magdalenas gekommen war. Sie w├Ąhlte die Worte sorgsam, sprach sie sehr langsam und sehr bewusst aus und spann daraus eine auffallend verst├Ąndliche und zusammenh├Ąngende Erz├Ąhlung. Emotional erschien sie meist weit, weit entfernt, als w├╝rde sie, selbst eher uninteressiert, einem anderen aus einem Buch vorlesen. Doch nicht blo├č einmal sah er an ihren feuchten Augen, dass ein Staubkorn oder ein Haar sie reizen musste, was das M├Ądchen aber weder stocken noch ├╝berhaupt abbrechen lie├č.

Dies also ist Nastassjas Geschichte.



"Ich werde dies so oft erz├Ąhlen, so oft ich nur kann."

Ich werde dies so oft erz├Ąhlen, so oft ich nur kann. Jedes Mal, wenn ich es m├Âchte. Ich werde es dir erz├Ąhlen und jedem anderen, der sich die Zeit daf├╝r nimmt. Ich werde es so oft erz├Ąhlen, so oft niederschreiben, so oft wiederholen, bis es jede Bedeutung verloren hat. Auch die allerallerkleinste. Wenn ich zu Hause vor dem Fernseher sitze, allein, und mich etwas daran erinnert, eine Farbe, ein Geruch oder ein alter Film, den ich lange nicht gesehen habe, dann werde ich es wiederholen, nur f├╝r mich. Wann immer ich es sagen muss, werde ich es sagen. Laut und unaufhaltsam. Wieder und wieder und wieder. Bis ich es nicht mehr zu tun brauche.

Ich wei├č, ich bin nicht die erste Frau, der das widerf├Ąhrt. Ganz im Gegenteil, es geschieht immer und ├╝berall. Es ist schon beinahe allt├Ąglich. Nein, es ist allt├Ąglich. Aber all das, all die Geschichten, die dir jemand erz├Ąhlt, all die Dinge, die nur Fremden zusto├čen in Zeitungsmeldungen und Dokumentationen und Filmen, all das bemerkst du erst, wenn es dir selbst passiert ist. Wenn du selbst beginnst, wenn du dich selbst dabei beobachtest, es fremden Menschen mitzuteilen.

Und das ist l├Ąngst nicht alles. Ich n├Ąmlich hatte Gl├╝ck, nat├╝rlich hatte ich das. Das wei├č ich auch. Manchmal qu├Ąlt es mich. Warum war gerade ich die Gl├╝ckliche? Warum nicht jemand anders? Viele mussten Schlimmeres, Dem├╝tigenderes, Brutaleres und T├Âdlicheres erleben.

Aber dies ist kein Wettbewerb. Jede Geschichte ist anders. Hier ist meine.



Der Mann war um einiges ├Ąlter als ich. Ich kannte ihn schon ewig, schon seit wir in dieses Haus gezogen waren. Zugegeben, nicht wirklich gut, aber ich hatte ihn schon ├Âfters bei uns zu Hause gesehen. Auf einen Kaffee oder ein Bier. Meistens doch Letzteres. Er hat selbst auch eine Tochter, soviel ich wei├č. Sie ist ungef├Ąhr in meinem Alter, ja.

Ich frage ihn, ob er zu meinem Vater will und er nickt und erwidert, ob es mir etwas ausmache, zuvor noch ein wenig mit ihm zu plaudern und ich sage: "Na gut." und wie konnte ich nur so verdammt bescheuert sein, wie konnte ich nur. Selbst jetzt tut es weh, damals so naiv, so unschuldig, nein, das trifft es wohl nicht ganz, so blau├Ąugig gewesen zu sein. Er will einen Schluck von der Limonade, die mein Vater mir immer gemacht hat. Er ist n├Ąmlich durstig und dazu noch ├╝beraus charmant. Also sage ich "Ja", gottverdammt, ich sage: "Ja, nat├╝rlich, warum denn nicht?". Warum denn nicht. Schlie├člich mochte ich ihn, irgendwo, er war ganz nett. Ein Nachbar eben. So dumm. Als ich mich nach dem Krug beuge, der am Boden steht, zieht er etwas Schwarzes, ich kann nicht erkennen, was es ist, was ist es blo├č, zieht er etwas Dunkles, etwas Schwarzes aus seiner Jackentasche, er tr├Ągt eine dieser viel zu gro├čen Fliegerjacken, die zehn, f├╝nfzehn Jahre fr├╝her in Mode gewesen sein mussten, und schl├Ągt mir mit diesem schwarzen Ding auf den Kopf. Er kann mich nicht richtig erwischt haben, denn ich erinnere mich, wie ich mich von ihm losrei├če und versuche, ins Haus zu gelangen. Er schl├Ągt noch zweimal zu und hier wird meine Erinnerung etwas verschwommen. Das n├Ąchste, das ich wei├č, ist, dass ich die Augen ├Âffne und unter mir und zwischen meinen Fingern Erde sp├╝re. Erde und Steine. Mein Kopf liegt auf der Seite und ich sehe die Hollywoodschaukel und sie schwingt allein und sie ist so weit fort. Ich kann kaum atmen. Etwas Schweres sitzt auf mir und nimmt mir die Luft. Mein Kopf tut h├Âllisch weh. Etwas Warmes rinnt mir von der Stirn ins Auge und ich taste danach, um zu sehen, ob es Blut ist oder blo├č Limonade. Jemand h├Ąlt meine H├Ąnde fest. Die Fl├╝ssigkeit erreicht meine Lippen und sie ist gar nicht s├╝├č oder fruchtig. Ich drehe den Kopf und sehe, wie er auf meiner Brust sitzt. Er wartet, bis ich mich wieder ein wenig erholt habe, dann zeigt er mir das schwarze Ding, mit dem er mich k. o. geschlagen hat. Ein Hammer. Kein gro├čer, so ein kleiner, ich wei├č nicht genau, wie man die nennt, einer, um kleine Steine zu bearbeiten. Um daraus Figuren zu machen oder so. Er nimmt den kleinen Hammer und streicht mir damit ├╝ber das Gesicht. Ich bin noch zu benommen, um darauf zu reagieren, aber nat├╝rlich wei├č ich, was jetzt passieren wird. Wie kann er das nur tun, denke ich mir, warum w├╝rde irgendjemand mir so etwas antun? Und mein n├Ąchster Gedanke ist, wie konnte ich nur so unglaublich bescheuert sein, ihm ein Glas Limonade anzubieten und wieso habe ich mich nach unten gebeugt und wie konnte ich nur mit ihm plaudern wollen und ├╝berhaupt. Wieso, verdammt. Das Metall ist kalt. Er schl├Ągt mir damit leicht auf die Stirn. Er grinst. Alles ist so verdammt lustig. Mehr Blut rinnt ├╝ber mein Gesicht. Er steckt mir den Hammer in den Mund und ich sehe, wie seine Lippen sich bewegen, wie er irgendwas sagt, aber ich h├Âre nur mich selbst st├Âhnen. Mein K├Ârper schmerzt ├╝berall und Blut rinnt ├╝ber mein Gesicht und ich habe diesen Hammer in meinen Mund und das ist der Moment, an dem ich das erste Mal daran denke, sterben zu m├╝ssen. Du wirst hier sterben, Nastassja, hier, in deinem eigenen Garten, ein paar Meter von der rettenden Hollywoodschaukel entfernt. Selbst-gemachte Limonade wird den Boden der Veranda ganz s├╝├č und klebrig machen und du wirst tot sein. Er rei├čt den Hammer aus meinem Mund und ich sp├╝re, wie ein Zahn sich lockert. Er befiehlt mir, sein Gesicht zu ber├╝hren. Ich wei├č nicht, was ich getan habe, aber er wird w├╝tend, sehr w├╝tend und packt meine linke Hand. Noch immer sp├╝re ich den Hammer an meiner Wange. Er leckt meine Finger ab, aber ich denke nur an diesen Hammer und ich versuche meinen Kopf zu drehen, um ihn besser sehen zu k├Ânnen, um das Blut zu sehen und die Haare, die auf ihm kleben. Er dr├╝ckt meine Hand auf die Erde zur├╝ck und gibt mir wieder irgendwelche Anweisungen, die ich nicht verstehe. Er riecht sehr stark, aber nicht unangenehm. Und ich denke, warum riecht er nicht un-angenehm? Seine H├Ąnde sind ├╝berall auf mir. Sie sind kalt und schwitzen. Er kratzt und rei├čt an meiner Kleidung und meiner Haut und als ich endlich versuche, mich loszurei├čen, schl├Ągt er mir mit der Faust mitten ins Gesicht. Ich sp├╝re, wie der lockere Zahn in meinem Mund sich l├Âst. Es tut nicht sonderlich weh. Ich wage nicht, ihn auszuspucken. Dann rutscht er nach unten und dr├Ąngt seinen schweren K├Ârper zwischen meine Beine. Ich wei├č nicht, ob ich mich noch wehren soll, ich glaube, ich kann es nicht. Er sagt, ihn soll ihn ausziehen, sagt, ich soll seine Hose ├Âffnen, um seinen gro├čen Bruder herauszulocken. Ich tue nichts, also beginnt er, mich zu w├╝rgen, schl├Ągt mich, w├╝rgt mich wieder. Ich huste und muss den Zahn ausspucken. Er bemerkt es nicht oder es k├╝mmert ihn nicht. Jetzt wird es geschehen, jetzt wird es geschehen, denke ich, aber ich will nicht, dass es geschieht. Ich bin zu jung und das ist der falsche Ort und ich sollte im Haus sein, ich sollte bei meinem Vater sein und wo ist der eigentlich und ich h├Ątte ihm keine Limonade geben sollen, h├Ątte ihm niemals diese Limonade geben sollen. Da verstehe ich: ich werde das hier ├╝berleben und ich wiederhole den Satz wieder und wieder in meinem Kopf. Du wirst das hier ├╝berleben! Ich wiederhole ihn, als ich versuche, den Rei├čverschluss seiner Jeans zu ├Âffnen, aber meine Finger sind kalt und sie zittern und ich rutsche ab. Und ich versuche es wieder und rutsche wieder ab. Er wird rot im Gesicht und sagt irgendwas Schreckliches zu mir, sagt irgendwas wie: "Du bist ja zum Schei├čen zu bl├Âd." Er macht es selbst. Er zieht seine Jeans und seine Unterhose runter bis auf die Knie. Er zittert. Er reibt sich an mir, fest. In seiner Linken h├Ąlt er noch immer den Hammer. Ich m├Âchte die Augen schlie├čen, aber ich kann nicht. Er keucht und spuckt mir ins Ohr. Finger bohren sich in mein Fleisch. Er rei├čt mein T-Shirt hoch und ich beginne zu zittern, wegen der kalten Herbstluft. Er zieht meinen Rock hoch und er sagt: "Na gut, also los." Ich frage mich, wie er so etwas Dummes sagen kann, in dieser Situation, auf mir drauf und ob er das immer sagt. Wieder fange ich an, meinen Satz zu wiederholen: du wirst das ├╝berleben. Aber ich habe solche Angst, dass ich es nicht ├╝berleben werde. Er wird mich t├Âten. Ich muss ruhig bleiben, sage ich mir. Ich bin kr├Ąftig, aber wenn ich mich wehre, t├Âtet er mich. Dann t├Âtet er mich mit seinem Hammer oder seinen F├Ąusten oder was auch immer er in seine H├Ąnde bekommt. Ich bleibe nicht ruhig, ich kann es nicht. Ich verkrampfe und beginne zu weinen. Er sagt, wenn du gut zu mir bist, wird dir auch nichts B├Âses passieren. Aber ich weine und er sagt, dass ich mich nicht wie ein Baby benehmen solle, dass ich das ja ohnehin schon so oft gemacht habe, er habe sie gesehen, die Jungs, die ich ran gelassen habe, die Jungs, die ich unter meinen Rock gelassen habe und er sagte, wie sehr ich seinen Schwanz in mir sp├╝ren m├Âchte und dass ich das ja schon wolle, seitdem ich laufen k├Ânne. Schlie├člich dringt er in mich ein. Beim dritten Versuch gelingt es ihm erst und es tut h├Âllisch weh. Es brennt und es sticht. Ich tue nichts. Ich beobachte, tue aber nichts, bewege mich nicht. Alles geschieht in Zeitlupe. Ich sp├╝re nichts. Er bewegt sich auf und ab. Ich sp├╝re nichts. Durch die B├╝sche, die unseren Garten vom n├Ąchsten abgrenzen, sehe ich Herrn Miller, den Nachbarn. Er spricht mit seiner Frau. Sie unterhalten sich ├╝ber den neuen Rasenm├Ąher, den sie kaufen wollen. Eben startet er den alten. Er m├Ąht den Rasen und gelegentlich kommt er so nah an die B├╝sche heran, dass ich glaube, er wird gleich in unserem Garten m├Ąhen. Ein stechender Schmerz holt mich zur├╝ck. Der Mann auf mir. Er bohrt seine Fingern├Ągel in mein Fleisch. Die Spitzen seiner Finger sind wei├č, so fest dr├╝ckt er zu, an ihren Enden sehe ich Blut. Er kratzt und zerrt und bei├čt an meiner Haut. ├╝berall auf meinem Bauch sind blutige Striemen, auch an meinen Schenkeln. Er bei├čt in meine Brust. Er unterdr├╝ckt meine Schreie mit seiner Faust. Ich wei├č nicht, wie lange das so weitergeht und was er alles mit seinen Fingern und seine Z├Ąhnen und seinem Hammer anstellt. Irgendwann zieht er sein Ding aus mir raus und sch├╝ttelt es ├╝ber mir ab. Er l├Ąsst mich am Boden liegen. Er t├Âtet mich nicht. Es beginnt zu nieseln. Dann ist er fort und es ist vorbei.


Sp├Ąter h├Ârte es auf zu regnen. Herr Miller m├Ąhte nicht mehr seinen Rasen und ich lag neben den B├╝schen, lag im Dreck und versuchte, den Mut zu finden endlich aufzustehen. Ich hatte ├╝berlebt und irgendwie war mir das mittlerweile nicht mehr so wichtig. Ich richtete mich auf. Blut rann meine Beine hinab und ich wei├č nicht, ob ich nur meine Periode hatte oder er mich verletzt hatte. Ich musste w├╝rgen. Ein bitterer Geschmack erf├╝llte meinen Mund. Ich zog den Slip hoch und r├╝ckte meinen Rock zurecht. Das, was vom Shirt ├╝briggeblieben war, stopfte ich darunter. Alles war voller Schlamm und Blut und Sperma. Ich w├╝nschte mir, der leichte Schauer, der pl├Âtzlich aufkam, w├╝rde es fortwaschen. Der Dreck ging nicht ab. Solange ich auch dort stand in diesen zerfetzten Kleidern. V├Âllig nutzlos, er ging nicht ab. Irgendwo lag ein Zahn von mir. Zweimal ├╝bergab ich mich, das meiste davon blieb in meinen Haaren h├Ąngen. Ich band sie zusammen. Du bist am Leben, Nastassja, sagte ich immer wieder zu mir.┬á

Ich zog meine Schuhe aus und ging durch das feuchte Gras zur├╝ck ins Haus. Mein Vater sa├č im Wohnzimmer. Er sagte, dass ich nicht mit dreckigen F├╝├čen ├╝ber den Teppich laufen solle. Er sagte nichts ├╝ber mein zerrissenes T-Shirt, nichts ├╝ber das Blut, nichts sonst, ja, er sah noch nicht einmal von seiner Lekt├╝re auf. Ach ja, und er fragte mich, ob ich nicht eine Tasse hei├čen Tee m├Âchte. So eine Tasse macht alles wieder gut, hat er gesagt, auch die Leiden des Herzens. Ich antwortete ihm nicht. Bis zum heutigen Tag nicht.

Ich ging nach oben und nahm eine lange Dusche. Hei├č, kalt, wieder hei├č. Ich wechselte die Kleidung, warf die alte fort und ging zu Bett, so wie an jedem anderen Tag auch.



Fou nahm sie in den Arm, obwohl er wusste, dass er das nicht tun sollte. Er k├╝sste sie auf die Stirn, obwohl ihm bewusst war, dass es eine Dummheit war. Er nahm sie in den Arm, k├╝sste sie auf die Stirn und als sie zu weinen begann, zog er seine Hand zur├╝ck und sa├č da und sprach kein einziges Wort mehr, bis sie eingeschlafen war. Vielleicht war sie ersch├Âpft gewesen.

Er deckte sie zu und setzte sich in einen Sessel. Ihre Puppe, die noch immer keinen Namen erhalten hatte, hielt er die ganze Zeit ├╝ber, in der sie schlief, fest in beiden H├Ąnden, vorsichtigst darauf bedacht, ihrem Mund nicht zu nahe zu kommen. Nastassja w├╝rde ihre Ruhe bekommen.

Irgendwann sp├Ąter war der Tag zu Ende.

Aus: Nastassja zu brechen - ein bitteres M├Ąrchen
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