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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Vergiftet
Eingestellt am 05. 08. 2002 21:02


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Concorde
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Registriert: Jul 2002

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VERGIFTET

"Immer kr├Ąftig fr├╝hst├╝cken, J├╝rgen" sagte er kauend.
J├╝rgen antwortete nicht.
Stolz betrachtete er seinen Sohn, J├╝rgen, seinen Gl├╝ckstreffer. So pflegte er ihn zu nennen am Freitagsstammtisch mit alten Kameraden, wenn sie ├╝ber ihre Familien sprachen oder Erinnerungen austauschten. Stalingrad, Donezbecken, Westfront. Sch├Âne Zeit damals.
"Bi├čchen bla├č in letzter Zeit, wohl zuviele Weiber im Kopf?" sagte er mit Kumpelgrinsen.
J├╝rgen antwortete nicht.
Ganz der Vater, dachte er stolz. Mein Gott, er damals, auch siebzehn Jahre, das kleine Judenm├Ądchen von nebenan. Konnte ja nicht wissen, wie vergiftet die alle waren, damals. Na ja, hatte den Absprung rechtzeitig geschafft. Sp├Ąter dann Heirat, saubere Verh├Ąltnisse, zwanzig Jahre kinderlos, dann J├╝rgen, sein Gl├╝ckstreffer.
"Sport treiben! Sport ist gesund!"
J├╝rgen antwortete nicht.
Er erinnerte sich; J├╝rgen war acht, als er ihn in den Boxverein steckte. Hatte oft gelacht, wenn J├╝rgen heulend nach Hause kam mit verquollenen Augen und zerschundenen Lippen. "Macht wohl keinen Spa├č mehr mit den Kanaken, was?" sagte er.
J├╝rgen antwortete nicht.
Kann ich verstehen, dachte er. ├ťberall diese Kanaken in den Vereinen. Macht sich verdammt breit, die vergiftete Brut. Stolz betrachtete er J├╝rgen, J├╝rgen seinen Gl├╝ckstreffer. J├╝rgen war wie er. Keiner von diesen Langm├Ąhnigen. Immer noch der gemeinsame Gang zum Fris├Âr, zweimal Fosson, Nacken ausrasieren. K├╝rzlich hatte er Bilder gesehen, in einer Illustrierten. Ausgemergelte Gestalten mit ihrem Besteck: Kerze, L├Âffel, Spritze. Vergiftet, dachte er, total vergiftet.
"Nicht aufgeben, J├╝rgen, denen mu├č man┬┤s zeigen!"
"J├╝rgen antwortete nicht. J├╝rgen sprang auf, st├╝rzte hinaus.
"J├╝rgen, deine Tasche!"
Er griff die Tasche, die Tasche ├Âffnete sich, klirrend fiel es heraus, das Besteck: Kerze, L├Âffel, Spritze.

__________________
Der Weg ist das Ziel....

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