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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Verkehrsunfall
Eingestellt am 20. 10. 2002 17:45


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Tadeya
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2001

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Motorroller-Unfall auf der Detmolder Stra├če
Am Mittwochmorgen um 6:45 kam es auf der Detmolder Stra├če in Paderborn zur Kollision eines Motorrollers mit einem PKW.

Im Vorbeifahren das Licht der gr├╝nen Ampel als langgezogener Streifen im Augenwinkel.
Ein PKW steht im Kreuzungsbereich, wartet. - F├Ąhrt pl├Âtzlich los?? ÔÇô BREMSEN!


Der 42-j├Ąhriger PKW-Fahrer mi├čachtete als Linksabbieger die Vorfahrt des entgegenkommenden Motorrollers.

H├Ąnde in der Luft, Arme ausgestreckt wie zum Fliegen.
Stille. Als wenn die Welt den Atem anh├Ąlt.
Keine Angst, nur ein wenig Verwunderung: Warum ist er blo├č nicht stehengeblieben?
Lautloser Fall auf die Motorhaube. Noch immer kein Schmerz.
Vorne runter. Mit einem Ruck auf den Asphalt.


Der Motoroller kollidierte mit dem Kotfl├╝gel des PKW.
Die 20-j├Ąhrige Kraftradfahrerin wurde auf die Stra├če geschleudert und erlitt dabei schwere Verletzungen.

Mit dem R├╝cken auf dem Asphalt, direkt vor den schmutzigen Autoreifen.
Dort oben schwebt das Nummernschild..
Die H├Ąnde flach auf die Stra├če dr├╝ckend, den K├Ârper hochstemmend: He, wo ist der Fahrer? Warum bist du Bl├Âdmann einfach losgefahren?
Kein Gef├╝hl in den Beinen, keine Kontrolle ├╝ber die Muskeln. Befehlsverweigerung.
Totaler Verlust der Kontrolle.
Arme knicken durch. Oberk├Ârper sackt zur├╝ck auf die Stra├če.
Noch immer keine Schmerzen, aber wie eine d├╝stere Flutwelle rollt die Panik heran:
ICH KANN NICHT AUFSTEHEN!


Der PKW-Fahrer erlitt einen Schock, blieb ansonsten jedoch unverletzt.
Der entstandene Sachschaden betr├Ągt etwa 15000 DM.

Schreie.
Tr├Ąnenlos.
Die Lungen ringen nach Luft, das Entsetzen ist gnadenlos.
Jemand zieht den Helm vom Kopf. Das Visier ist zersprungen.
Eine Hand reicht das halbe Gestell einer Brille: Ist das Ihre?
Die Gl├Ąser fehlen.
Zwei Meter entfernt auf der Stra├če liegt ein Schuh.
Das Gesicht der Mutter in der Notaufnahme, unverge├člich, wie die eigene grelle Pein im Innern.
Gut, da├č wir nicht die Zukunft kennen. Denn das Schlimmste hat gerade erst begonnen.


Jeden Tag dasselbe in der Zeitung.
Das Leben ist wirklich zum G├Ąhnen.

__________________
Deya

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knychen
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Registriert: Feb 2002

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hallo tadeya,
schon viele unf├Ąlle habe ich berufsbedingt miterlebt, gottseidank als unbeteiligter in sachen herbeif├╝hrung, aber zum g├Ąhnen langweilig fand ich es nie. im gegenteil, die gleichg├╝ltigkeit der vorbeifahrenden hat mich meist mehr aufgeregt als die dummheit der verursacher. trotzdem oder vielleicht gerade deshalb von mir die bewertung, haupts├Ąchlich f├╝r den letzten satz.
mein favorit unter den gleichg├╝ltigen war vor einigen jahren ein junger mann, ein jugendlicher noch, der seinen opel zwischen saarmund und phillipstal komplett um einen chauseebaum gewickelt hatte und nach einigen minuten bewu├čtlosigkeit, wir hatten ihn inzwischen rausgesch├Ąlt und auf eine decke gelegt, als erstes die frage stellte:
"wie sieht mein auto aus?"
an das m├Ądel, das den unfall unverletzt auf der beifahrerseite ├╝berstanden hatte, dachte er ├╝berhaupt nicht.
ich beruhigte ihn mit den worten: "ein guter schlosser kriegt das wieder hin."
gru├č knychen
__________________
kny

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Tadeya
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2001

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Hallo knychen,

sorry f├╝r die versp├Ątete Antwort.

Danke f├╝r Deinen Kommentar.
Die Story ist halb-biographisch. Ich habe auch einmal schwer verletzt auf der Strasse gelegen. Seitdem kann ich keinen Unfall-Artikel in der Zeitung mehr lesen, ohne ein st├╝ckweit betroffen zu sein. Leider wird man heutzutage mit so vielen schlimmen Nachrichten ├╝bersch├╝ttet, dass man dazu tendiert, abzustumpfen.

Mach's gut - und halte die Ohren steif in Deinem harten Job!
(Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass Trost und guter Zuspruch am Unfallort f├╝r die Opfer unbezahlbar sind).

Gr├╝├če von
__________________
Deya

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