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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Verkehrte Welt
Eingestellt am 09. 07. 2002 21:27


Autor
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Nadja
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2002

Werke: 7
Kommentare: 11
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Ich lebte in einer verkehrten Welt.
Wieso und warum das so sein musste, wei├č ich nicht.
Meine verkehrte Welt bestand aus vielen Illusionnen.

Da gab es Menschen, die nicht so f├╝hlten, wie ich es mir vorstellte.
Da gab es Menschen, die mich nicht so liebten und begehrten, wie ich es mir ertr├Ąumte
Da gab es Menschen, f├╝r die ich eine andere sein wollte, als ich war.

Alles, wirklich alles wollte ich von mir geben, damit die anderen und die Welt so ist, wie ich sie mir ertr├Ąumte - selbst mein Leben wollte ich geben, wenn es nur endlich sooo sein k├Ânnte.

Ich bin gegen viele T├╝ren gerannt, doch sie blieben verschlossen. Ich habe mir unendlich leid getan, dass ein so wunderbarer Mensch wie ich nicht endlich bekommt, was ihm doch zu steht.

Meine verkehrte Welt war sehr schmerzhaft
...und doch bereue ich nichts.

Wer gibt mir denn das Recht, die anderen so zu kneten, wie ich sie gerne h├Ątte?
Selbst Gott nimmt sich dieses Recht nicht heraus. Aber ich wollte ja immer noch ein bisschen mehr sein als Gott. Ich glaubte zu wissen, wie es sein muss.
Wer gibt mir das Recht, den anderen vorzuschreiben, was sie zu f├╝hlen haben?
Wer gibt mir das Recht, den anderen ein Ma├č an Liebe und Begehren nur f├╝r mich anzufertigen.
Niemand gibt mir dieses Recht.

Woher will ich wissen, wie die anderen zu leben und zu f├╝hlen haben, wo ich doch selbst nicht wusste, wie ich zu leben und zu f├╝hlen hatte.

Ich finde, es gibt ein wunderbares Recht in einer richtigen Welt.
Das Recht zu SEIN
...als ICH,
...als ein einzigartiges Wesen, das sich selbst, wenn es wollte von bestimmten Charakter- und Seelenz├╝gen nicht weit entfernen kann.
Wenn ich von anderen wegschaue und auf mich blicke, so sehe ich , dass ich zwar nicht wunderbar , aber immerhin kostbar bin, so wie jedes Leben auf dieser Erde.

Ich m├Âchte meine verkehrte Welt nie vergessen, denn sie war die H├Ąlfte meines Lebens und sehr lehrreich. Meine richtige Welt ist noch lehrreicher, denn sie hat Ecken und Kanten, ist unperfekt und oft verletzend. Aber sie ist auch ehrlich, klar und sch├Ân.

Ich will mich nicht mehr jammernd in die Ecke legen und mir selbst leid tun. Ich will nicht mehr an diesem meinem Leben vorbei leben. Ich will es leben und f├╝hlen mit all den Gef├╝hlen, die da sind. Ich m├Âchte mit dem Fluss des Lebens schwimmen. Und ich bitte Gott, dass er meine Seele nicht zu sehr str├Ąuben l├Ąsst und dass ich in den St├╝rmen zu dem zur├╝ck finde, was ich hier niederschreibe.

Mein Leben ist nur ein kleiner unperfekter Lichtpunkt im Universum, der irgendwann so nicht mehr sein wird. Ich bitte darum, dass dieser kleine Lichtpunkt sich ├╝ber die Verantwortung und Aufgabe seines kurzen Lebens bewu├čt wird und die Herausforderung annimmt.

Nadja (1998)

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