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Leselupe.de > Gereimtes
Verkehrte Welt
Eingestellt am 14. 11. 2007 21:40


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dissidentin
Hobbydichter
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Verkehrte Welt

Wieder ein Songtext, diesmal etwas l├Ąnger mit Hook
├ťber Kommentare w├Ąre ich nicht traurig, seien es zerfetzende oder wohlwollende...

Manchmal denk ich ich leb inner parallelen Sph├Ąre
alles l├Ąuft fehl, als ob es schier umgedreht w├Ąre
zeigste Begeisterung starrn Dich entgeisterte Massen an
sie fragen sich wie man sich so treiben lassen kann
verziehste keine Miene, sei dir gewiss dann kriegste Liebe
versteck Deine Gef├╝hle, lass die Mimik stilvoll frieren
feierste freies Denken unterstellt man Dir Beschr├Ąnktheit
doch f├╝r m├Ą├čiges Gepl├Ąnkel spendet man dir Sendezeit
Verstand, n guter Rat, fang blo├č nix mit ihm an,
der is out wie mutige Taten and ÔÇ×the show must go onÔÇť
Klimper mit den Wimpern und spiel einfallsloses Dummbrot
aber nicht beim Pimpern, da halt den Einfallsfundus gro├č
F├╝r echte Bl├Âdheit reicht n Informations├╝berschuss
brauchste Sch├Ânheit, sei einfach mit der Mode im Fluss
denn heute biste h├Ąsslich, wenn dich das Leben zeichnet
doch mit dicker Maske hei├čts, Du w├Ąrst wie gemeiselt,
doch weil die Fassade br├Âckelt, wenn du dann mal Lachen willst
geh in den n├Ąchsten Laden dass Dus mit Massenware killst
da Sachen Fragen stilln, um nicht den Faden zu verliern,
mit dem Du nen Galgen kn├╝pfst um nicht im Fahrtwind zu erfriern

irgendwie verdreht, is die Welt in der wir leben
ne Welt wo wir nach Licht in Kellerzimmern streben
andre f├╝r uns Denken, weil wir selber zu bequem sind
uns auf die Hinterbeine stellend auf die F├╝├če treten

Ne Welt in der Dich Rapper heute Kunde statt n H├Ârer nenn┬┤
Kinder statt an Liebe oder Wunder nur ans T├Âten denken
wir als Volk in den Bundestag Vertreter w├Ąhlen
die gegen Volksverschw├Ârung ne Hundertschaft als S├Âldner stellen
Ne Welt in der die Herrscher selbst das Sonnenlicht bestechen
in unsren Ozeanen Harmonien in Tonnen Gift versenken
statt an echten Tr├Ąumen inner Komma-Strich-Welt h├Ąngen
und Kids sich aus Verzweiflung in Drogentrips versenken,
ne Welt in der die Wissenschaft den Spirit fast ertr├Ąnkt
Brillianten statt Brillianz ne K├╝nstlerhand beh├Ąng┬┤
mit Energie man Empathie ins Hinterland verdr├Ąngt
uns bereits jetzt nix mehr vonner Winterlandschaft trennt
ne Welt die ich verlass, ich schlie├č ab ÔÇô ich mach mich weg
wie man vor ihr fl├╝chtet, hab auch ich l├Ąngst abgecheckt
abgedeckt was mich verr├╝ckt macht, gecancelt was verletzt
will Gef├╝hl statt Kalk├╝l beend drum den Denkprozess

irgendwie verdreht, is die Welt in der wir leben
ne Welt wo wir nach Licht in Kellerzimmern streben
andre f├╝r uns Denken, weil wir selber zu bequem sind
und viel lieber untergehn, statt uns endlich zu erheben

__________________
Der Hohn ist nur dann berechtigt,
wenn er dem edlen Zorne eines ├╝berlegenden Geistes entspringt.
myspace.com/dissidentin

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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Songtexte

Hallo dissidentin,

ich denke gerade dar├╝ber nach, warum es mir wiederstrebt, Songtexte in diesem Lyrikforum zu kommentieren.

Es liegt wohl daran, dass es eine ganz andere Spezies ist. Ein Songtext lebt kraft einer symbiotischen Gemeinschaft mit Musik. Manche Songtexte faszinieren mich auch als f├╝r sich genommene Sprachwerke; jedoch erst dann, wenn sich ihr Zauber in vielen Schleifen als Botschaftstr├Ąger in meine Empfindungen gewunden hat. Oder wenn es sich um ein vertontes Gedicht handelt. Das vermag ein Songtext, der mir ohne Musik dargeboten wird nicht. Er erscheint mir ohne sein klangliches Pendant fragmentarisch. Deshalb f├╝hle ich mich nicht in der Lage, dar├╝ber zu befinden.

Vielleicht geht es anderen Lesern hier ├Ąhnlich wie mir, mit Deinen Werken.

Liebe Gr├╝├če

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

Wohnhaft am Stammtisch

Nicht wirklich spannend zu lesen, was wohl auch daran liegt, dass es sich hier um einen Songtext handelt.

Inhaltlich trivial bis grenzwertig platt, was schon beim Titel beginnt. Wenn das, was hier beschrieben wird, die verkehrte Welt ist - was zur H├Âlle ist dann die richtige? Will dein lyrisches Ich - und ich denke in diesem Fall w├Ąre "du" als Ansage treffender - Raptexte neigen meiner Erfahrung nach nicht unbedingt zu perspektivischen Spielereien - willst also du irgendwelche Utopien vom Dachboden kramen, nur kurz mal Luft ablassen, ne runde Verbalkotzen quasi, willst du gesellschaftlichen Wandel bewirken, beziehungsweise einen solchen wenigstens vor-denken?

Eine semi-reflektorische und willk├╝rlich wirkende, zerfaserte Anklage (da f├Ąllt mir Krachts Faserland ein; die Kritik in seinem Roman ist glaubw├╝rdiger).

Ein authentischer K├╝nstler, in diesem Fall ein Rapper, k├Ânnte da nat├╝rlich noch ein bisschen was rausholen - allein durch den Vortrag (denke da im deutschen Bereich etwa an Prinz Pi, der ja seinerseits in absehbarer Zeit auch keine Professur f├╝r Argumentation erhalten wird).

Ich halte solche Pauschalmeckerei schlicht f├╝r zweifelhaft und gef├Ąhrlich.

Sprachlich durchschnittlich, wobei es nat├╝rlich im Deutschen schwierig ist, musikalische Leichtigkeit zu erzeugen; angels├Ąchsische Musiker habens da leichter - nicht jeder Deutsche ist schlie├člich ein Heine.

Bis denn,
Prosa.

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Sta.tor
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Ich muss gestehen: dass der Text ein Songtext sein soll, habe ich erst mitbekommen, nachdem ich ihn gelesen hatte. Er spricht mir aus der Seele und ich bewerte ihn sehr gut. Das liegt aber an ├ťbereinstimmungen von Anschauungen unserer heutigen Gesellschaftsverh├Ąltnisse. Was nicht hei├čen soll, dass ich deinem Text kritiklos seine grammatikalischen Schw├Ąchen durchgehen lasse. Da gibt es einiges zu bem├Ąngeln und ich w├╝rde dich bitten, diesen f├╝r mich wirklich bemerkenswerten Text noch einmal komplett zu ├╝berarbeiten.
Die Slang-Akustik muss ├╝berhaupt nicht sein und stiehlt dem Text seine Ernsthaftigkeit. Seine ungenaue Metrik ist hingegen hinnehmbar, wie auch die unsauberen Reime angesichts der brisanten Thematik. Sowas erwarte ich manchmal sogar. Aber, saubere Interpunktion (zwecks zweifelslosem Verst├Ąndnis) und sorgf├Ąltige Gro├č- und Kleinschreibung sind bei einem Werk dieser Problematik einfach Voraussetzung. Auch, oder vielleicht gerade, wenn du eher Leute der von dir skizzierten Lebensverh├Ąltnisse ansprechen wolltest. Man muss eben als kritisierender K├╝nstler Vor- und nicht Ebenbild sein. Sonst kritisiert man nichts. Und ich denke mal, du willst mit deinen Worten was bewirken, diesen Eindruck hatten sie jedenfalls auf mich gemacht.

Gr├╝├če dich
Thomas


__________________
schlimmer geht immer

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dissidentin
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Erstmal sch├Ânen Dank f├╝r die raschen Antworten euch beiden.

@eNachtigall:

Schade... Der Text ist bisher zwar in einer ├ťbungsversion aufgenommen, wovon ich das Netz aber lieber verschone.
Wenn es aufgenommen ist, schick ich es Dir aber gern...

quote:
Inhaltlich trivial bis grenzwertig platt, was schon beim Titel beginnt. Wenn das, was hier beschrieben wird, die verkehrte Welt ist - was zur H├Âlle ist dann die richtige?

Mit der H├Âlle k├Ânntest Du recht haben...

quote:
Will dein lyrisches Ich - und ich denke in diesem Fall w├Ąre "du" als Ansage treffender - Raptexte neigen meiner Erfahrung nach nicht unbedingt zu perspektivischen Spielereien - willst also du irgendwelche Utopien vom Dachboden kramen, nur kurz mal Luft ablassen, ne runde Verbalkotzen quasi, willst du gesellschaftlichen Wandel bewirken, beziehungsweise einen solchen wenigstens vor-denken?

Gesellschaftlichen Wandel sicher, was sonst..?
Es geht hier nicht um eine fiktive Welt sondern um eine, in der wir uns alle bewegen bzw. bewegen m├╝ssen und die so einfach nicht klar geht.

Evtl. bewegst Du Dich geistig ferner liefen und nimmst diese uns alle betreffenden Tatsachen nicht wahr, weil Du eine Art Eremitenleben f├╝hrst, mag sein, allerdings hat eine gro├če Mehrheit hat halt nu mal nicht das Gl├╝ck bzw. die M├Âglichkeit sich von allem fernzuhalten und nur noch ausschlie├člich hinter B├╝chern zu verschanzen.

Ich hab keine Ahnung wieviel Zeit (oder von mir aus auch Lust) du hast dich mit echten Menschen im reellen Leben abzugeben, h├Ąttest du sie w├╝sstest du, dass das was du gern als trivial und platt ansehen darfst die Sprache ist, die auch der gemeine Messerstecher aus Deiner Nachbarschaft versteht, der diese Art von Input nur durch die Musik erh├Ąlt.

"HipHop is our CNN" (Chuck D)

quote:
Eine semi-reflektorische und willk├╝rlich wirkende, zerfaserte Anklage (da f├Ąllt mir Krachts Faserland ein; die Kritik in seinem Roman ist glaubw├╝rdiger).

Kenn ich nicht, aber wenn ich mir dann ne ├Ąhnlich bellende Sprache aneigne, die du gerade an den Tag legst, belaste ich meine trotz dem apokalypsischen Zustand immer noch vertr├Ąumt und sensibel gebliebene Seele lieber nicht damit...

quote:
Ein authentischer K├╝nstler, in diesem Fall ein Rapper, k├Ânnte da nat├╝rlich noch ein bisschen was rausholen - allein durch den Vortrag (denke da im deutschen Bereich etwa an Prinz Pi, der ja seinerseits in absehbarer Zeit auch keine Professur f├╝r Argumentation erhalten wird).

Prinz Pi? Na gut... ist wohl Geschmackssache...

quote:
Ich halte solche Pauschalmeckerei schlicht f├╝r zweifelhaft und gef├Ąhrlich.

Begr├╝ndung?


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@Sp├Ątschreiber:
Hab Deine Antwort ├╝bersehen.
Es geht um Hip Hop...

quote:
Ich muss gestehen: dass der Text ein Songtext sein soll, habe ich erst mitbekommen, nachdem ich ihn gelesen hatte. Er spricht mir aus der Seele und ich bewerte ihn sehr gut. Das liegt aber an ├ťbereinstimmungen von Anschauungen unserer heutigen Gesellschaftsverh├Ąltnisse.

Danke, mir ist es n├Ąmlich echt wichtig dass die Message ankommtÔÇŽ

quote:
Was nicht hei├čen soll, dass ich deinem Text kritiklos seine grammatikalischen Schw├Ąchen durchgehen lasse. Da gibt es einiges zu bem├Ąngeln und ich w├╝rde dich bitten, diesen f├╝r mich wirklich bemerkenswerten Text noch einmal komplett zu ├╝berarbeiten.

Die Slang-Akustik muss ├╝berhaupt nicht sein und stiehlt dem Text seine Ernsthaftigkeit.

Ich ├Ąndere den Text gerne noch ein wenig, die Stelle mit ÔÇ×kriegste LiebeÔÇť als erstes, da sie mir selbst nicht gef├Ąllt. F├╝r Verbesserungsvorschl├Ąge bin ich auch dankbar, da mir schon viel an dem Endergebnis liegt. Komplett slangfrei wird er allerdings auch nach der ├änderung nicht sein.

quote:
Seine ungenaue Metrik ist hingegen hinnehmbar, wie auch die unsauberen Reime angesichts der brisanten Thematik.

Er wurde nur teilweise auf Beat geschrieben (die zweite Strophe) und wenn man unsaubere Reime richtig betont wirken sie nicht so (was nicht hei├čt, dass mir das leicht f├Ąllt).

quote:
Aber, saubere Interpunktion (zwecks zweifelslosem Verst├Ąndnis) und sorgf├Ąltige Gro├č- und Kleinschreibung sind bei einem Werk dieser Problematik einfach Voraussetzung.

Ich achtete da weniger darauf, weil er urspr├╝nglich nicht gelesen sondern geh├Ârt werden sollte, kann das hier aber gerne ├Ąndern, hier soll er ja gelesen werden.

quote:
Auch, oder vielleicht gerade, wenn du eher Leute der von dir skizzierten Lebensverh├Ąltnisse ansprechen wolltest. Man muss eben als kritisierender K├╝nstler Vor- und nicht Ebenbild sein. Sonst kritisiert man nichts. Und ich denke mal, du willst mit deinen Worten was bewirken, diesen Eindruck hatten sie jedenfalls auf mich gemacht.

Derartige Lebensverh├Ąltnisse und Verhaltenswiesen im Umgang untereinander findet man ├╝berall -auch hier- lediglich die Verpackung unterscheidet sich. Mir geht es allerdings nicht um die ├Ąu├čere H├╝lle, sondern das darinnen...

Und klar will ich das, genau da wo die Nachricht noch nicht angekommen istÔÇŽ

Danke f├╝r Dein konstruktives und sogar wohlwollendes FeedbackÔÇŽ

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