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Leselupe.de > Kurzprosa
Verlassen zu werden - 2006
Eingestellt am 20. 01. 2006 23:46


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Holger Svedberg
Hobbydichter
Registriert: Jan 2006

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Liebevoll verpackt liegen sie da. Erste dĂŒnne Staubschichten lassen die vor wenigen Wochen noch erkennbare Winterlandschaft auf dem Geschenkpapier erblassen. Mein Blick wendet sich ab.

Ich checke meine Mails. Noch immer erhalte ich zahlreiche Newsletter, die mich an vergangene PlĂ€ne erinnern. Stelle beilĂ€ufig fest, dass der Fuchs seinen Bausparzins gesenkt hat. Klasse! So langsam wĂ€re es an der Zeit Spießer zu werden. Wann ist der nĂ€chste Stichtag? Mir egal.
Ich entdecke die Mail „Einladung“ von Lisa, meiner besten Freundin, die ich kenne, seitdem meine Ma ihrer Ma im Wickelraum eines Kaufhauses mit einer Windel aushalf. Sie verlobt sich, mit Hannes, einem Beamten des gehobenen Dienstes. Danke Lisa, wenn es den „Elefanten im Porzellanladen“ nicht geben wĂŒrde, Du wĂŒrdest ihn erfinden. Mit einem „Ich freu‘ mich fĂŒr Euch“ antworte ich knapp. NatĂŒrlich leite ich auch den Hinweis, dass der Bausparzins ein Rekordtief erreicht hat, direkt an das Brautpaar in spe weiter. Mittwochabend, nach „Hart aber fair“ im WDR, hatte ich den deutschen Beamten noch als mein persönliches Feindbild 2006 auerchoren. Und nun entscheidet sich Lisa mit gerade einmal 27 Jahren, ihren Lebensabend mit einem solchen Kerl verbringen zu wollen. Irgendetwas lĂ€uft hier schief, und zwar gewaltig.

Hunger - ein in diesen Tagen eher seltener auftretendes GefĂŒhl weist mir den Weg in meine KĂŒche. Ich öffne den KĂŒhlschrank und entdecke, dass es nichts zu Entdecken gibt. Außer einer Flasche feinperlenden Prosecco, der auf dem Etikett als idealer Begleiter zu allem, was mein KĂŒhlschrank derzeit nicht zu bieten hat, angepriesen wird. Keine Ahnung, wie lange die Flasche schon dort steht. Aber vermutlich sollte sie einem ganz besonderen Moment gehören. Mein Blick wandert einen halben Meter nach rechts. Ich freue mich, meinen Holz-Brotkasten zu sehen. Denn im Augenblick der EnttĂ€uschung gĂ€hnender Leere in meinem KĂŒhlschrank nimmt der Brotkasten so etwas wie die Rolle des stillen HoffnungstrĂ€gers, heute nicht mehr Einkaufen zu mĂŒssen, ein. Ich lege die die Fingerkuppe meines rechten Zeigefingers unter den Griff des Kastens und rolle die Lamellenfront mit einer gekonnten Bewegung nach oben. Ha, wer sagt‘s denn? Das ist er, mein Aldi-Vollkorntoast mit der Ökotest-Wertung \"Gut\". Mit einem triumphalen LĂ€cheln automatisieren sich die AblĂ€ufe der folgenden Sekunden. Ich entnehme zwei Scheiben, halte sie zu PrĂŒfzwecken kurz unter meine Nase und lasse sie dann - wĂ€hrend ich mit meiner linken Hand bereits den „Go!-Schieber“ des Toasters zum „NachuntendrĂŒcken“ bereit halte - sanft in die entsprechenden Vorrichtungen gleiten. Nun öffne ich den Prosecco, schenke mir ein Glas ein, setze mich wieder an den Rechner und klicke auf „Neue Nachricht“.
Der Toast ist fertig. Ich entnehme beide Scheiben und lasse sie aus der Luft auf meinen Teller fallen. Warum nur wundere ich mich immer wieder, dass der Toast heiß ist, wenn ich nach dem Toastvorgang nach ihm greife? Egal, jedenfalls ist meine Abendessen nun gemacht und mein HungergefĂŒhl in KĂŒrze befriedigt.

Ich trinke einen Schluck, einen ungewöhnlich Großen.

Dann beginne ich zu schreiben: „Warum nur hast Du mich verlassen....?“

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
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Hallo Holger,

liest sich flĂŒssig, der flapsige Ton lĂ€sst auf eine humorvolle Geschichte hoffen.

Doch ganz klar ist mir nicht, was uns die Geschichte sagen soll. Vielleicht hilfst du mir weiter?

Verlassen wirkt der Gute eigentlich nicht, dafĂŒr ist er zu fröhlich.

Bis bald,
Michael
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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Holger Svedberg
Hobbydichter
Registriert: Jan 2006

Werke: 1
Kommentare: 3
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Nabend Michael,

vielen Dank fĂŒr Deine Antwort.

In meiner "Spontan-Geschichte" geht es um das Verlassenwerden und um die Art, einen halbwegs ertrĂ€glichen Umgang mit der neuen Situation zu finden. Demzufolge mutet die Geschichte vordergrĂŒndig fröhlich an, hat im Kern jedoch einen zwischen den Zeilen verborgenen, tief traurigen Kern. Aus diesem Grund erfreut sich der "Liebeskummerhabende" an BanalitĂ€ten.

Bis dann.
Holger

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Inu
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 120
Kommentare: 2153
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Lieber Holger

Ich wĂŒrde mir das Ganze etwas klarer wĂŒnschen.

Warum die Einladung ein Wink mit dem Zaunpfahl ist und ihn so fertig macht, hast Du meines Erachtens nicht gut herausgearbeitet.Ist Lisa die Liebste, die ihn verlassen hat? Im Text wird Lisa aber als 'beste Freundin', bezeichnet, was doch eigentlich ein Frauenausdruck ist, also auf eine Frau als Ich-ErzÀhlerin hindeuten könnte

Was ich nicht so stark finde, ist die Sache mit dem PÀckchen und dem Geschenkpapier am Anfang. Da kommen dann ungeklÀrte Fragen auf wie: was ist da drin? Warum liegt es noch hier? Wollte er es versenden? Hat er es bekommen?

Gut gefĂ€llt mir das Dilemma mit der Hungerbefriedigung, die Schilderung macht ohnehin den grĂ¶ĂŸten Teil der Geschichte aus.

Ich grĂŒĂŸe Dich
Inu

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MDSpinoza
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2004

Werke: 197
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In Mittelfranken wĂŒrde man sagen: "aweng weng." Irgendwie fehlt das, was es zur Geschichte macht.
Was mich auch interessiert ist, warum Du gerade mir eine spam mail schickst, um auf Deinen Erstling hinzuweisen. Nicht gerade eine als erfolgreich bekannte Strategie, sich Freunde zu machen. was Du geschafft hast, ist bei mir auf der Liste: "verzichtbare NervensÀgen" zu landen.
__________________
Lieber ein verfĂŒhrter Verbraucher als ein verbrauchter VerfĂŒhrer...

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F Fuller
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2005

Werke: 0
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"Liebevoll verpackt liegen sie da... "

Willst Du Deine Leser mit Gewalt in die Irre fĂŒhren?


" (...) als mein persönliches Feindbild 2006 auerchoren"

Mach aus dem lezten Wort ein "auserkoren" und dann passt`s - zumindest rechtschreibtechnisch.


Dann brauchst du ĂŒber 200 Wörter um zu beschreiben, wie sich der ErzĂ€hler des störenden HungergefĂŒhls entledigt. Ich ĂŒberlege, ob ein Höhlenmensch in der Steinzeit es da nicht doch schneller geschafft hĂ€tte...?



"Dann beginne ich zu schreiben: „Warum nur hast Du mich verlassen....?“"


Ah... denkt man. Es geht jetzt endlich los!
Doch weit gefehlt. Statt des Pudels Kern kommt hier nur noch das Ende...




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