Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
318 Gäste und 18 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Verschlossene Schatten
Eingestellt am 04. 08. 2006 13:10


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2006

Werke: 18
Kommentare: 103
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um H├Âldereden eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Verschlossene Schatten

Tot die H├Ąuser, einsam der Wind.
Kein Sein, kein Tun, wohin ich auch seh┬┤,
nur starre, grelle Elektrizit├Ąt
flie├čt unsichtbar von Mast zu Mast
ununterbrochen und gerichtet,
den Schienen gleich mit ekeligem Na├č.

H├Âr ich die Schritte, unter mir, ├╝ber mir, neben mir,
das Echo ist Laut in den n├Ąchtlichen Gassen,
und dr├Âhnt empor zu dunsten Gew├Âlk, sich wandelnd in dunkle Fensternis,
Verkrieche ich unter dem Matsch die Stra├čen entlang,
umgeben von Rissen sp├╝r ich den Drang, verfolgt von den eigenen Sohlen,
f├╝hl ich die Fenster johlen,
schmeck ich sie weinen ganze Pf├╝tzen,
die frech mir ins Gesichte spritzen,
--AUS
nur ein einziger Ton kommt n├Ąher und n├Ąher,
bald hat er mich schon ÔÇô
und hat mich - und l├Ą├čt mich wieder.
WARUM ? Warum ?! ÔÇô zu stark sind die Glieder,
die Beine die Feinde,
f├╝hren mich an betonierten B├Ąumen vorbei
Schritt ÔÇô aus, Schritt ÔÇô ein, wie ein Schalter ÔÇô es ist einerlei,
denn die Zeit, die Zeit geht vorbei !
Geh Ich ? , Gehst Du ? Wer Geht ? Man Steht !
Vor Verschlossenen Schatten.

__________________
Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die W├╝rze des Lebens

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2006

Werke: 18
Kommentare: 103
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um H├Âldereden eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi meine lieben literarischen Freundinnen und Freunde,

kann bitte mal jemand seine meinung zu diesem gedicht sagen bez├╝glich sprache, form,ideen etc.
denn es stellt f├╝r mich wirklich so eine art experiment dar, und mir gef├Ąllt die art irgendwie. Und nun m├Âchte ich wissen ob und wie ich es ausbauen kann. oder ob ich es lieber lassen sollte und es einfach nur schwachsinn ist.

Danke!
H├Âldereden
__________________
Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die W├╝rze des Lebens

Bearbeiten/Löschen    


dockanay
Guest
Registriert: Not Yet

lieber h├Âldereden,

deinen text habe ich schon einige male gelesen, h├Ątte dir sicher auch ohne aufforderung geantwortet, verstehe aber deine ungeduld sehr gut, deinen drang, das macht dich mir sympathischer, jedoch brauchte ich genau diese zeit, um mich auf deine worte einlassen zu k├Ânnen.

das material, das du hier teils sehr mystisch verkl├Ąrt offenbarst, ist verdreckt, kontaminiert (mit ekeligem Na├č [...] / und dr├Âhnt empor zu dunsten Gew├Âlk, [...] / Verkrieche ich unter dem Matsch die Stra├čen entlang, [...] schmeck ich sie weinen ganze Pf├╝tzen), aber immerhin auch greifbar, die wirklichkeit die wir haben, die uns hat und uns vorliegt als unser direkter befund (wohin ich auch seh' [...] / H├Âr ich die schritte [...] / F├╝hl ich die fenster)
ich stelle eine diagnose, nachdem uns der befund nunmehr vorliegt: bitter, aufgeladen mit sinn, verkl├Ąrung, maskierung, teilweise ├╝berladen sogar, dennoch am ende der bilder immer wehmut und wehleid. hier sehe ich eine innere reise, die sich einen dunklen schauplatz gesucht hat, eine ausgestorbene stadt, in der die t├╝ren, die sich nicht ├Âffnen zu verschlossenen schatten werden, gleichzeitig jedoch auch f├╝r menschen stehen k├Ânnten, diese verschlossenen schatten, die dein lyrisches ich zu suchen scheint. es ist nicht wirklich eine reise, eher eine seelische tortur und ihrer jetzigen heimholung, wie du es darstellst, sehe ich ├╝berformte homunkuli, untotes kratzen und kleinere ausbr├╝che an der gef├Ą├čwand, im genlab, im spacelab unseres seins, denn wie wir wissen erlaubt nur das kosmische licht den blick zur├╝ck, in seiner absoluten langsamkeit, in seiner kr├╝mmung auf das geschehende, das totalit├Ąre system einer gegenwart hin, in der wir irgendwie stehen, verpeilt, mit pumpenden lungen, herzmuskeln und gro├čen pl├Ąnen (Geh Ich ? , Gehst Du ? Wer Geht ? Man Steht ! / Vor Verschlossenen Schatten). du bist auf der richtigen f├Ąhrte, suche weiter.

zu deiner sprache muss ich wieder das gleiche bemerken: du darfst einen text nicht ├╝berladen, da er irgendwann in seinem fortschreiten an kraft verliert. doch kenne ich das sehr gut: in meinen fr├╝heren jahren habe ich so viele w├Ârter wie ich nur konnte versucht in ein gedicht hineinzuzw├Ąngen. heute l├Âsche ich sie in langen sitzungen wieder aus meinen texten heraus, um das eigentliche herauszuholen. gerade bei der vergabe von adjektiven solltest du immer wieder ├╝berpr├╝fend sein.

insgesamt ein von dunkelheit und depressiver stimmung lebender text, also etwas, was dem schwingen meiner seele sehr entgegenkommt. weiter so.

Bearbeiten/Löschen    


Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

mich w├╝rde interessieren, wo du hier das experiment siehst?
vg,
Prosa.

Bearbeiten/Löschen    


H├Âldereden
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2006

Werke: 18
Kommentare: 103
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um H├Âldereden eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

@ Dockanay,

Ganz lieben Dank f├╝r deine intensive auseinandersetzung mit meinem gedicht! Jetz wei├č ichs endlich konkret, dass ich auf die adjektive acht geben muss. Das werde ich sehr beherzigen, und du hast den jugendhaften drang dazu gut beschrieben

@ prosaiker,

das experiment sehe ich zum einen in der sprache in den f├╝nf zeilen:

Verkrieche ich unter dem Matsch die Stra├čen entlang,
umgeben von Rissen sp├╝r ich den Drang,
verfolgt von den eigenen Sohlen,
f├╝hl ich die Fenster johlen,
schmeck ich sie weinen ganze Pf├╝tzen

da hier unm├Âgliches geschildert wird. Aber vielmehr interessiert mich was diese zeilen beim leser f├╝r ein gef├╝hl ausl├Âsen!
Nat├╝rlich kann das f├╝r dich alles alte kamelle sein und wirklich neu ist es ja nun auch nicht, aber f├╝r mich ist es neu, ich versuch eben dies und das zu probieren. Und da ist es f├╝r mich ein experiment. Das ist wie mit der musik, manche m├Âgen moderne klassik oder free jazz als schrecklich empfinden, andere haben ihr ohr an diese art musik schon "angepasst", f├╝r sie stellt alles ein durchaus gewohntes klangbild dar.
__________________
Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die W├╝rze des Lebens

Bearbeiten/Löschen    


casy01
Guest
Registriert: Not Yet

ich habe dieses kleine WERK meinem Mann zugesandt.


Ich empfinde es als m├Ąnnlich und markannt und sinn-bildvoll geladen


"die Strasse h├Ârt sich mehr nach einen alten Flussbett an"

seine erste spontane Antwort....

interesannt zu erleben wie unterschiedlich und schnell

Empfindungen einwirken .. das macht es dann lebendig

gef├Ąllt mir sehr gut sehe Bilder dazu

Bearbeiten/Löschen    


druckfehler
Guest
Registriert: Not Yet

endlich mal wieder nach l├Ąngerer Zeit ein ergreifendes Gedicht gelesen. Danke

die 5 Zeilen auf die du hinweist (f├╝r mich das Kernst├╝ck deines Gedichts) l├Âsen bei mir durch ihre Schilderung des Unm├Âglichen das Gef├╝hl einer gewissen Glaubhaftigkeit deines Gedichts an. Denn in "normalen" Worten h├Ąttest du eine solche Situaton wohl nicht so wahrheits- oder eher noch gef├╝hlsgetreu schildern k├Ânnen.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!