Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5508
Themen:   94047
Momentan online:
296 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Verschwunden (Teil II)
Eingestellt am 10. 02. 2018 17:23


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
SilberneDelfine
???
Registriert: Oct 2015

Werke: 44
Kommentare: 271
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Bettinas Mutter sah den Polizisten böse an, setzte sich aber wieder hin und schwieg. Nun fragte der Polizist nach Tims Gewohnheiten. Vielleicht habe er das schon öfter gemacht, einfach ĂŒber Nacht wegzubleiben, ohne Bescheid zu sagen?
Bettina und ihre Eltern verneinten die Frage gleichzeitig.
"Es ist ja fĂŒr einen 19jĂ€hrigen nicht gerade unnormal, mal die Nacht auswĂ€rts zu verbringen", erlĂ€uterte der Polizist seine Ansicht dazu.
"Das hat er noch nie gemacht. Und wenn, hÀtte er Bescheid gesagt."
"Das denken die meisten Eltern, Herr.... ", der Polizist blÀtterte in seinen Unterlagen," "Herr Kallmann. Aber es kommt trotzdem immer wieder vor, dass junge Leute etwas tun, was die Eltern nie von ihnen erwartet hÀtten."
Dann notierte er sich, welche Kleidung Tim am Samstagabend getragen hatte und fragte Bettina, ob ihr, als sie zusammen mit Tim in der Disco war, vielleicht etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei.
Bettina ĂŒberlegte. „Ich habe ihn irgendwann an der Bar in einem GesprĂ€ch mit jemand gesehen, den ich nicht kannte.“
„Können Sie sich erinnern, wie derjenige ausgesehen hat?“
„Er war ungefĂ€hr in unserem Alter, dunkle Haare, dunkel gekleidet. Mehr weiß ich nicht.“ Bettina ĂŒberlegte. „Und als wir nach Hause gefahren sind, habe ich jemanden ĂŒber die Felder laufen sehen. Der lief vor uns weg. Dunkel gekleidet und schlank. Ich dachte erst, das sei Tim gewesen.“
Der Polizist machte sich weitere Notizen.
„Wir werden, sofern Tim in den nĂ€chsten Tagen nicht wieder auftaucht, einen Artikel in die Zeitung setzen und die Bevölkerung, sprich Zeugen, um Mithilfe bitten. Vielleicht hat ihn jemand nach dem Discobesuch ja noch gesehen und kann uns weiterhelfen.“

Auf dem Nachhauseweg schwiegen alle.Zuhause angekommen, lief Bettina in ihr Zimmer, warf sich aufs Bett und ließ ihren TrĂ€nen freien Lauf. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Tim sich nicht melden wĂŒrde, wenn er noch lebte. Was war nur passiert?

Zwei Wochen spĂ€ter fing Bettina mit ihrem Sommerjob als Kellnerin an. Unter anderen UmstĂ€nden hĂ€tte ihr die Arbeit und der Kontakt mit vielen Menschen Freude gemacht, jetzt war ihr fast alles gleichgĂŒltig. Ihre Eltern waren, genau wie sie, traurig und mutlos. Harald versuchte, ihr Hoffnung zu machen, doch das brachte auch nicht viel. Er stellte Überlegungen an, wo Tim vielleicht sein könnte, doch Bettina schĂŒttelt ĂŒber seine AusfĂŒhrungen nur den Kopf.
„Glaub mir, so ist Tim nicht. Er wĂŒrde es sich nicht irgendwo in Spanien oder so gutgehen lassen und uns im Ungewissen lassen. Außerdem hat er doch gar kein Geld.“
Dann schwiegen beide und Bettina dachte daran, wie glĂŒcklich sie noch vor kurzer Zeit gewesen war. Jetzt hatte sich ein dunkler Schatten auf ihr Leben gelegt und Bettina ahnte, dass dieser fĂŒr sehr lange Zeit nicht mehr verschwinden wĂŒrde.

Der Anruf kam, als im Restaurant Hochbetrieb herrschte. Der Chef winkte Bettina unwirsch zu sich heran und drĂŒckte ihr das Telefon in die Hand.
„Sag deiner Mutter, sie soll nĂ€chstens nicht gerade wĂ€hrend der Stoßzeit anrufen.“
Bettina nahm mit einem unguten GefĂŒhl den Telefonhörer in die Hand. Ihre Mutter wĂŒrde sie mit Sicherheit nicht bei der Arbeit stören, wenn es keinen wichtigen Grund dafĂŒr gab.
Dann war sie ĂŒberrascht, wie neutral die Stimme ihrer Mutter klang.
„Die Polizei hat ein ausgebranntes Auto gefunden. Mit einer Leiche. Sie glauben, es ist Tim.“ Bettinas Mutter holte tief Luft. „Ich glaub das aber nicht. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.“
Bettinas Hand, die den Telefonhörer hielt, begann zu zittern.
"Also wir mĂŒssen nicht hinkommen, da die Leiche durch Inaugenscheinnahme nicht mehr zu identifizieren ist", fuhr ihre Mutter fort. Dann schwieg sie und Bettinas Vater war am Apparat.
"Es soll eine Untersuchung stattfinden", sagte er, "aber ob die IdentitĂ€t dadurch geklĂ€rt werden kann, weiß man noch nicht. Das Einzige, was feststeht, ist, dass diese... Sache wohl zur selben Zeit passiert ist, als Tim verschwunden ist."
"Deswegen muss er es ja nicht sein ", warf Bettina ein.
" Nein, eben. Wir mĂŒssen erstmal abwarten."

Als Bettina nach Hause kam, erfuhr sie noch weitere Einzelheiten ĂŒber den unbekannten Toten. Ein Polizist hatte ihren Eltern erklĂ€rt, dass der Tod nicht in Zusammenhang mit dem ausgebrannten Auto stehen mĂŒsse. Es könne genauso gut sein, dass er schon tot war, als er in das Auto gelegt und das Auto angezĂŒndet wurde. Ein Verbrechen sei nicht auszuschließen.
Aber wenn dieser Tote gar nicht Tim war?

Die Dinge hingen in der Luft. Es gab noch keine neuen Erkenntnisse. Bettina dachte manchmal darĂŒber nach, "dass ein Verbrechen nicht auszuschließen sei." Wer hĂ€tte Tim etwas antun wollen?

Es wurde September. Bald wĂŒrde Bettinas Studium beginnen und sie wĂŒrde nur noch ab und zu am Wochenende in ihrer Heimatstadt kellnern. Sie dachte an ihrem Arbeitsplatz gerade darĂŒber nach, dass sie eigentlich froh war, alles hinter sich zu lassen, – sogar Harald, weil sie alles nur an ihren verschwundenen Bruder erinnerte – als eine Gruppe von drei lĂ€rmenden jungen MĂ€nnern, die an einem Tisch im Außenbereich Platz nahm, ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
„He, Bedienung!“ rief einer der drei und wedelte gebieterisch mit der Hand in ihre Richtung.
„Angeber“, dachte Bettina und ging betont langsam zum Tisch.
„Die Herren möchten bestellen?“ fragte sie dann.
Die „Herren“ waren alle etwa Anfang zwanzig. Zwei hatten dunkle Haare, einer war blond, die zwei dunklen Typen waren schlank, der Blonde war eher krĂ€ftig gebaut. Bettina fiel bei ihrem Anblick die dunkel gekleidete, schlanke Gestalt wieder ein, die sie an dem Samstagabend beim Nachhauseweg aus dem Auto ĂŒber die Felder hatte laufen sehen. Niemand hatte sich an diesen Mann erinnern können, genauso wenig wie an den Mann aus der Disco, der mit Tim ein offenbar hitziges GesprĂ€ch gefĂŒhrt hatte. Zumindest hatte sich kein Zeuge gemeldet, der die beiden MĂ€nner gesehen haben wollte. Aber vielleicht handelte es sich auch um dieselbe Person? Der Gedanke war ihr bis jetzt nicht gekommen.
„Also, ich hĂ€tte gerne ein Bier“, sagte der erste und musterte Bettina anzĂŒglich von oben bis unten. Bettina verdrehte innerlich die Augen. Solch ein Blödmann, der glaubte, Bedienungen seien Freiwild, hatte ihr gerade noch gefehlt.
„Sehr wohl“, sagte sie und wandte sich an die anderen beiden. „Und was darf ich Ihnen bringen?“
In dem Moment, als sie sich umdrehte, um diese Frage zu stellen, verabreichte ihr der Mann, der zuerst gesprochen hatte, einen Klaps auf den Hintern. Bettina drehte sich wĂŒtend um und funkelte ihn an.
„WĂŒrden Sie das bitte sein lassen, sonst rufe ich den Chef!“
„Angelo, benimm dich!“, rief der Blonde, krĂ€ftig Gebaute, gröhlend. „Bist hier ja nicht zuhause!“
„Nee, eben Gottseidank nicht!“ Der mit Angelo angeredete Mann lachte und hob mit gespieltem Bedauern die HĂ€nde.
„Tut mir leid, SĂŒĂŸe.“
Bettina atmete tief durch. „Schon gut“, sagte sie dann. Sie hatte keine große Lust auf irgendwelches Theater und erst recht nicht dazu, den Chef zu rufen. Er wĂŒrde ihr zwar zweifelsfrei helfen, aber sie vermutlich dann nach Hause schicken und der Abend wĂ€re ohne Verdienst und ohne Trinkgeld gelaufen. Das wollte sie nicht riskieren.
Angelo schien sich nun auch zusammenzureißen. Er ließ seine HĂ€nde auf dem Tisch liegen und Bettina konnte in Ruhe die Bestellung der beiden anderen aufnehmen.

Als sie eine Viertelstunde spĂ€ter die bestellten GetrĂ€nke zum Tisch balancierte, schnappte sie schon aus der Entfernung einige Wortfetzen auf. Zu ihrer großen Verwunderung verstand sie „weg“, „hat sich erledigt“ und „Kallmann“.
Ihr Herz begann wild zu klopfen.

- Fortsetzung folgt -

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Etma
???
Registriert: Jan 2016

Werke: 35
Kommentare: 411
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Etma eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Auf dem Nachhauseweg schwiegen alle.Zuhause angekommen, lief Bettina in ihr Zimmer, warf sich aufs Bett und ließ ihren TrĂ€nen freien Lauf.

Er stellte Überlegungen an, wo Tim vielleicht sein könnte, doch Bettina schĂŒttelte ĂŒber seine AusfĂŒhrungen nur den Kopf.

Er wĂŒrde es sich nicht irgendwo in Spanien oder so gutgehen lassen und uns im Ungewissen lassen.

drama drama drama ... was soll man dazu sagen. sprachlich weiterhin nur normal, nichts besonderes, leichte Literatur. Mein Vorschlag ist es das ganze, wenn es inhaltlich schon so ĂŒberdramatisiert sein muss, dann wenigstens sprachlich zu verbessern - und damit meine ich nicht dir drei kleinen Fehler die ĂŒberhaupt nichts zur Sache tun, sondern Nuancen die mir fehlen.

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Werbung