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Leselupe.de > Gereimtes
Verwandlung
Eingestellt am 11. 09. 2009 14:58


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Vera-Lena
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Verwandlung

Dein LĂ€cheln strahlt durch Fensterscheiben.
Den Atemhauch erahne ich.
Bei Schnee bist du des Schnees Treiben,
im Geigenspiel der Bogenstrich.

FrĂŒhabends bist du aufgestiegen.
Am Himmel blinkt ein neuer Stern.
Als Schleier möcht ich bei dir liegen
ein Lichtjahr oder zwei noch fern.

Du hast dich mir zurĂŒckgelassen.
Im Garten weht noch dein Gebet.
Die Blumen können es erfassen,
weil es als Licht zu ihnen geht.

Mir bist du Lied in meinen Sinnen,
ein Brausen gleich dem Orgellaut.
Was draußen war, jetzt lebt es innen,
gefĂŒhlt, gehört, verzĂŒckt geschaut.








__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Version vom 11. 09. 2009 14:58
Version vom 11. 09. 2009 16:18

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Vera-Lena
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Hallo Trunzun,

da scheint jemand fortgegangen zu sein:

"SpÀtabends bist du aufgestiegen.
Am Himmel blinkt ein neuer Stern?"


Das lyrische Ich ist voller Sehnsucht:

"Als Schleier möcht ich bei Dir liegen (da wird es sich wohl um einen Wolkenschleier handeln)


Aber dann gelingt es, dem lyrischen Ich, seine Sehsucht umzuwandeln in ein Empfinden des andern, so als ob er noch anwesend wĂ€re. Alles, was es frĂŒher mit dem geliebten Du erlebt, empfunden und erfahren hat, kann es in seinem Inneren wieder lebendig werden lassen und auf diese Weise, wird die Sehnsucht wenigstens zu einem Bruchteil gestillt.

Das ist der Inhalt, der mir beim Schreiben vorschwebte. Nun hoffe ich, dass Du Dir den Text auch entschlĂŒsseln kannst.

Es freut mich natĂŒrlich sehr, dass Dir der Text gefĂ€llt und ich danke Dir fĂŒr Deine Nachfrage.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


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presque_rien
???
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Liebe Vera-Lena,

wie schön, nach einer Lupenpause so ein wunderbares Gedicht von Dir zu lesen! Ich lese es als Liebesgedicht, aber auf der anderen Seite könnte es auch ein religiöses Gedicht sein, denn diese Idee der Verwandlung

quote:
Was draußen war, jetzt lebt es innen
ist sehr weitreichend.

Ein paar Anmerkungen:
quote:
Dein LĂ€cheln strahlt durch Fensterscheiben.
Den Atemhauch erahne ich.
Bei Schnee bist du des Schnees Treiben,
beim Geigenspiel der Bogenstrich.

Sehr schön, wie hier Elemente des Wetters - Sonne, Wind, Schnee - zusammengefĂŒgt werden. Allerdings finde ich des Schnees Treiben nicht ideal, denn die Dreisilbigkeit ist bemĂŒht. Vielleicht: Bei Schnee bist du der Flocken Treiben? Oder: Bei Schnee bist du das weiße Treiben? Auch stört mich - aus grammatisch unerklĂ€rlichen GrĂŒnden - das m im beim.
quote:
SpÀtabends bist du aufgestiegen.
Am Himmel blinkt ein neuer Stern?
Als Schleier möcht ich bei dir liegen
nur ein paar Lichtjahre noch fern.
Ich fĂ€nde FrĂŒhabends besser, wenn man die Zeitangabe metaphorisch betrachtet; denn das Lyri braucht Zeit, um zur Erkenntnis der Verwandlung zu gelangen. Die Frage in V6 finde ich aufgrund der Satzform etwas seltsam. Also entweder das Lyri weiß, dass dort ein neuer Stern blinkt, dann fĂ€llt das Fragezeichen weg. Oder das Lyri ist ĂŒberrascht / entzĂŒckt, dann wĂ€re eine Frageform passender wie: Blinkt nicht dort oben noch ein Stern? Nach meinem GefĂŒhl benutzt man Fragen, die den Satzbau einer Aussage haben, nur dann, wenn man etwas, was jemand anders bereits gesagt hat, verwundert wiederholt. Hmm, aber vielleicht meinst du es ja auch so, dass LyrDu das Lyri hat wissen lassen, dass er jetzt als Stern vom Himmel blinkt, und Lyri wiederholt es? ... V8 fĂ€llt aus dem Rhytmus, vielleicht: Ein Lichtjahr oder zwei noch/nur fern? Bei Schleier dachte ich ĂŒbrigens nicht an Wolken, sondern an diese Bilder, die man von Galaxien und Sternhaufen kennt .
quote:
Du hast dich mir zurĂŒckgelassen.
Im Garten weht noch dein Gebet.
Die Blumen können es erfassen,
weil es als Licht zu ihnen geht.
Ja, hier habe ich wirklich nichts zu meckern - meine Lieblingsstrophe. Toll, wie du die Motive aus der ersten Strophe (Wind, Sonne) wieder aufgreifst!
quote:
Mir bist du Lied in meinen Sinnen,
ein Brausen auch wie Orgellaut.
Was draußen war, jetzt lebt es innen,
gefĂŒhlt, gehört, verzĂŒckt geschaut.
In V13 finde ich sehr gelungen, dass du von Sinnen sprichst, nicht bloß von Ohren. Das sind so diese kleinen Details, die wirklich gute und eher mittelmĂ€ĂŸige Gedichte unterscheiden. V14 allerdings gefĂ€llt mir nicht, insbesondere das auch, aber auch der -laut. FĂŒr mich macht Orgellied Sinn, oder Orgelklang, aber (ein einzelner) Orgellaut, der alleine alleine fĂŒr sich braust, und auch noch ohne Artikel.. naja.. Mir fĂ€llt spontan was ein, auch wenn es unsauber ist (aber an einer entscheidenden Stelle!):
quote:
Mir bist du Lied in meinen Sinnen,
ein Brausen wie ein Orgellied. / du braust durch mich als Orgellied
Was draußen war, jetzt lebt es innen,
gefĂŒhlt, gehört, geschaut, geliebt.
Nur so ein paar Gedanken...
Lg Julia


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Vera-Lena
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Liebe Julia,

danke fĂŒr eine Anmerkungen! Auch mir ist die dritte Strophe die liebste.

"Des Schees Treiben" hört sich fĂŒr mich geradezu traumhaft an, geschrieben finde ich es auch unschön. Da Lyrik aber immer laut gesprochen wird, stumm gelesen ist sie nur die HĂ€lfte wert, werde ich das Wörtchen so stehen lassen.
Das "m" beim Geigenspiel gefÀllt auch mir nicht so richtig. Besser wÀre es gewesen, wenn in beiden Zeilen hÀtte "Bei" stehen können. Ich glaube, ich tausche das "Beim" Geigenspiel gegen "im Geigenspiel" aus. Da stört das "m" dann gar nicht mehr, weil das "i" den Klang auf eine andere Ebene verlegt hat.

"frĂŒhabends" ist eine gute Idee, weil es die Assoziation zu "viel zu frĂŒh" herstellt.

Die Zeile: Am Himmel blinkt ein neuer Stern?" hatte ich zuvor ganz anders, ich weiß aber nicht mehr wie das war. Jedenfalls erschien es mir zu aufdringlich, zu behaupten, dass der Geliebte jetzt seinen Platz am Sternenhimmel einnimmt. So habe ich aus Scheu und SchĂŒchternheit das Fragezeichen gesetzt, obgleich es fĂŒr das Lyri außer Frage steht, dass der Geliebte seinen Platz dort gefunden hat. Ich werde das Fragezeichen wegnehmen.

Vers 8 werde ich von Dir ĂŒbernehmen. Mir war der falsche Rhythmus auch aufgefallen, aber weil es mehrere betonte Silben hintereinander gab, konnte man es auch so stehen lassen, aber Dein Vorschlag gefĂ€llt mir besser.

Bei dem "Schleier" hat natĂŒrlich jeder seine Assoziationen. Ich wollte nur Trunzun nicht "Im Regen" stehen lassen.

Deinem Vorschlag in der letzten Strophe möchte ich nicht folgen. Einmal möchte ich nicht kurz nacheinander "Lied" zu stehen haben und zum anderen bedeutet Orgellaut fĂŒr mich nicht eine laute Orgel*lach* (das hast Du ja auch nicht gemeint), sondern der "Laut" also der Klang einer Orgel. Das nachgestellte "auch" begeistert mich ebenfalls nicht unbedingt, aber nur deshalb, weil es nachgestellt ist. Keine Ahnung, ob ich da eine andere Lösung finde, jedenfalls brauche ich das Brausen.

Ein Brausen gleich dem Orgellaut

So könnte man den Orgellaut auch als Orgelklang verstehen, und ich glaube, dann gÀbe es da nichts mehr zu beanstanden, allerdings fehlt mir dann das "auch", denn ich wollte schon verdeutlichen, wie vielfÀltig der Geliebte in mir singt.
Trotzdem, ich werde auf das "auch" verzichten und diesen Vers in der letzten Strophe wie oben geschrieben verÀndern.

Danke, danke, danke fĂŒr Deine Hinweise, die mir, wie immer, hilfreich sind!!!!!

Dass der Text auch eine religiöse Ebene anspricht, ist auch mir bewusst. Selbst die griechische Antike könnte einem einfallen, in der Menschen als Sternbilder an den Himmel versetzt werden zB "Das Haar der Berenike".

Dir ganz liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


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Vera-Lena
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Liebe label,

Eigentlich waren die Beiden ja schon miteinander verschmolzen, bevor sie getrent wurden.Denn das was man liebt, damit verschmilzt man. Siehe: "Herr und Hund", wie sie nach langjÀhriger Feundschaft einander immer Àhnlicher werden. Insofern hatten sie sich "gegenseitig ineinander verwandelt", wenn Du so willst.

Aber nun hat sich die Ă€ußere Situation gewandelt und der zurĂŒckgebliebene Teil der Beiden muss sich jetzt in seinem Verhalten verwandeln und die frĂŒher ganz selbstverstĂ€ndliche NĂ€he herstellen, indem er seine inneren SchĂ€tze, den ganzen Reichtum, den er durch das Miteinandersein geschenkt bekommen hat, am Leben erhĂ€lt.

So hatte ich die "Verwandlung" fĂŒr mich selbst verstanden, aber Deine Sichtweise ist natĂŒrlich auch einleuchtend.

Danke fĂŒr Deinen Kommentar!
Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


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presque_rien
???
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Liebe Vera-Lena,

freut mich, dass dir ein paar meiner VorschlÀge gefallen haben, und ein paar auch nicht, denn du hattest an diesen Stellen recht - die jetzige Form gefÀllt mir sehr!

Lg presque

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