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Leselupe.de > Ungereimtes
Verweigerung
Eingestellt am 01. 04. 2011 16:27


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Vera-Lena
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Verweigerung

Ich werde nicht ewig bl├╝hen
sagte die Rose
und lie├č als kleine Voranzeige
ein Bl├╝tenblatt
zu Tische gleiten
wenn du bis hundert z├Ąhlst
bekommst du auch die anderen

Aber ich schwieg



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Vera-Lena
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Ich denke immer noch ├╝ber diesen Text nach, den ich vor einigen Stunden ganz spontan geschrieben habe.

Das Lyri verweigert sich hier an der falschen Stelle. Es h├Ątte sich schon, bevor es die Rose vom Strauch herabschnitt klar machen sollen, dass sie nicht ewig bl├╝hen wird.

Eigentlich bedeutet ein Verbl├╝hen der Rose nicht ihren Tod, sondern es ist die Einleitung dazu, dass aus dem Bl├╝tenboden sich die Hagebutte bilden kann. Das geht aber nur, wenn die Blume an ihrem Strauch verbleiben kann.

Das Lyri hat demnach die Rose um ihre eigentliche Bestimmung gebracht.

Sich danach von der Blume einfach abzuwenden, hilft dann auch nicht mehr.


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Heidrun D.
Guest
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Liebe Vera-Lena,

mich inspiriert dein Gedicht. Du erlaubst mir deshalb bestimmt eine Variante oder?

quote:
Verweigerung

Ich werde nicht ewig bl├╝hen
sagte der Fr├╝hling
und lie├č als Vorgeschmack
ein Bl├╝tenblatt fallen

wenn du bis hundert z├Ąhlst
kriegst du die anderen

Aber ich schwieg
So k├Ąme nat├╝rlich ein anderer Sinn in das Geschehen und mehr Hoffnung hinein. - An deinem Text st├Ârt mich die Zeile "zu Tische gleiten" ein wenig. Nat├╝rlich ist ersichtlich, was du damit meinst, doch wirkt der Vers auf mich etwas gestelzt und klanglich eher ├╝berfl├╝ssig.

Aber ist vielleicht Geschmackssache.

Freundliche Gr├╝├če
Heidrun

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Vera-Lena
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Nun ja, liebe Heidrun,

es ist schon so, wie Du es sagst, der Sinn w├Ąre, w├╝rde ich Deinen Vorschlag ├╝bernehmen, ein v├Âllig anderer.

In meinem Text hat das Lyri es verbockt, dass die Rose keine Frucht hervorbringen kann.

Das "zu Tische Gleiten" ist etwas sehr Intimes.Man sieht das Lyri vor der Blumenvase. "Zu Tische" bedeutet ja eigentlich, dass man zu einer Mahlzeit gerufen wird.

Demnach sitzt das Lyri da in der Vorfreude, durch etwas Wohltuendes beschenkt zu werden.

Aber dann......
pl├Âtzlich wird ihm bewusst, dass es die Rose am Strauch h├Ątte lassen sollen. Und es wei├č jetzt gar nicht mehr, wie es sich verhalten soll, denn das Schneiden der Rose kann es ja nicht r├╝ckg├Ąngig machen, also versucht es, sich dem Verbl├╝hen durch Wegschauen(hier durch das Schweigen ausgedr├╝ckt) zu entziehen.

Wie oft sind wir in unserem Leben unbedacht, besonders wenn es sich um die "kleinen Dinge" handelt.

Ich wei├č nicht mehr, welcher Lupianer mir das vor kurzem geschrieben hat, alles ist mit Allem im Universum verbunden. So nat├╝rlich auch hier.

Ich denke mir, das Lyri wird nach diesem Erlebnis f├╝r sich beschlie├čen, in den kleinen Dingen achtsamer zu sein. Ob es das auch schaffen wird, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Wie ich Deinen Vorschlag verstehen soll, wei├č ich aber gar nicht. Das Lyri kann doch den Fr├╝hling nicht ungeschehen machen und dass es nun Fr├╝hling geworden ist, daf├╝r kann es auch nichts. Und wem oder welcher Sache sollte es sich denn verweigern?

Nur um des Klanges Willen kann ich doch einen Text nicht seines Inhaltes und seiner Aussage berauben. Nein, das kann ich nicht.

Ich freue mich aber, dass Du Dich inspiriert f├╝hlst. Vielleicht kannst Du aus meinen Gedanken einen eigenen Text formen und dann einstellen.

Danke f├╝rs Lesen, Bewerten und Deinen gut gemeinten Vorschlag!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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Heidrun D.
Guest
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Liebe Vera-Lena,

eben sehe ich, dass ich mich wohl doch etwas zu sybillinisch ausgedr├╝ckt habe und du dich wohl deshalb einem Verst├Ąndnis "verweigert" hast.

Mir geht es - wie gesagt - um den Klang. Aufgrund deiner Formatierung gibt es einen Vers "zuviel", der (bei mir) ein Holpern erzeugt:

quote:
Verweigerung

Ich werde nicht ewig bl├╝hen
sagte die Rose
und lie├č als kleine Voranzeige
ein Bl├╝tenblatt
zu Tische gleiten
wenn du bis hundert z├Ąhlst
bekommst du auch die anderen

Aber ich schwieg
Anders s├Ąhe es bei:

quote:
Verweigerung

Ich werde nicht ewig bl├╝hen
sagte die Rose
und lie├č als kleine Voranzeige
ein Bl├╝tenblatt zu Tische gleiten
wenn du bis hundert z├Ąhlst
bekommst du auch die anderen

Aber ich schwieg
So lie├če es sich nahtlos lesen und erg├Ąbe Wohlklang, fast einen Reim.

Ähnlich verhielte es sich bei dem von mir geschriebenen Beispiel, das den Klang noch deutlicher harmonisierte:
quote:
Verweigerung (Heidrun`sche Inspiration))

Ich werde nicht ewig bl├╝hen
sagte der Fr├╝hling
und lie├č als Vorgeschmack
ein Bl├╝tenblatt fallen

wenn du bis hundert z├Ąhlst
kriegst du die anderen

Aber ich schwieg
Ich hoffe, dass ich mich nun klarer ausgedr├╝ckt habe. Das Gedicht bleibt ja ohnehin beim Autor, Exempel k├Ânnen aufgegriffen werden oder nicht. Darin sehe ich eigentlich kein Problem.

Freundliche Gr├╝├če
Heidrun





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Vera-Lena
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Liebe Heidrun,

ich wei├č doch, dass Du mir helfen m├Âchtest. Dar├╝ber besteht keinerlei Zweifel.

Aber nun sieh einmal:

Der Text hat 4 Halbzeilen. Dabei muss ich mir doch etwas gedacht haben, meinst Du nicht? Doch das wei├č ich, dass Du davon ├╝berzeugt bist, dass ich meine Texte, selbst wenn sie so spontan enstehen, bevor ich auf "Ver├Âffentlichen" klicke, genau ├╝berdenke.

Vielleich schaust Du, ehe Du jetzt weiterliest mal in Dein Buch Erwin Arndt:" Deutsche Verslehre" auf Seite 228. Da steht ein Text aus "Kindheit" von Bobrowski.

Oh je, was wird da ger├╝ttelt und zugengebrochen, es k├Ânnte einem grausen. Auch die Enjanbements sind nicht so ganz ohne.

Aber auch er hat sich etwas dabei gedacht, was man allerdings wohl erst versteht, wenn man den ganzen Text vor sich hat.

Nun wieder zu meinem Text:

Wenn ich innerhalb der einen Strophe(es gibt ja nur eine und dann noch eine sozusagen nachgereichte Zeile) nur eine Halbzeile h├Ątte, w├Ąre "die Rose" viel zu stark betont. Das eigentliche Handeln oder Vorkommnis, n├Ąmlich das Verbl├╝hen bek├Ąme nicht den ihm geb├╝hrenden Platz.

Und nun bitte ich Dich, sprich einfach ein paar Mal laut

"zu Tische gleiten".

Was h├Ârst Du?

Aha, bei dem zu l├Âst sich das Bl├╝tenblatt.
Bei dem Ti f├Ąllt es auf den Tisch.
Bei dem sche gleiten rutscht es noch ein wenig weiter auf der Tischplatte, sofern diese aus Glas oder hochpoliertem Holz besteht.

Das ist der Klang, den ich h├Âre und der mir wichtig ist.

Freie Rhythmen, wie man "Ungereimtes" ja eigentlich nennen k├Ânnte, leben von solchen Kl├Ąngen, also von Kl├Ąngen, die eine Aussage machen, deshalb ist es ja auch so schwer ein Gedicht in freien Rhythmen zu schreiben. Auch ich habe damit erst begonnen, als ich schon ├Ąlter als 30 Jahre war.

Die Halbzeilen fordern zudem den Leser auf zum Innehalten, damit er seinen Gedanken nachgehen kann.

So lese ich diesen Text. Wenn Du ihn anders liest, sei Dir das unbenommen. Aber dass ich ihn nicht ver├Ąndern kann, das wirst Du jetzt, da bin ich mir ganz sicher, doch verstehen.

Danke f├╝r deine wohlmeinede Unterst├╝tzung!

Dir einen sch├Ânen Sonntag!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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