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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Verwelkt.
Eingestellt am 13. 12. 2003 18:54


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Senerva
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Verwelkt - 13.12.2003 ┬ę Janine Greis

Z├Ąrtlich glitten seine Finger ├╝ber die sanften Bl├╝ten der Rose ÔÇô er merkte nicht, wie sich die Dornen dieser tief in sein Fleisch fra├čen. Konnte er ├╝berhaupt noch etwas f├╝hlen? Irgendetwas? Nein. Er l├Ąchelte stumm und blickte hinab. Sein Blick folgte einem Blutstropfen, einem winzig kleinen, der doch so ein gro├čer Teil von ihm war ÔÇô er starb, als er auf dem Boden auftraf. ÔÇ×Alles in Ordnung mit Dir?ÔÇť Diese schrecklichen Worte riefen ihn in die krasse Realit├Ąt zur├╝ck. Er sah auf, hob den Kopf. Ein schwaches Nicken folgte, das seinem Bruder, der wenige Meter neben ihm stand, zu verstehen gab, dass ├╝berhaupt nichts in Ordnung war.

Er erinnerte sich an die Zeit zur├╝ck, an dem sie noch an seiner Seite weilte. Immer, einfach immer, f├╝hlte er sich gl├╝cklich, wenn er sie nur in den Armen halten konnte ÔÇô ihre N├Ąhe alleine bewirkte schon die Liebe, die ihm tagt├Ąglich, seit sie nicht mehr bei ihm war, das Herz zerfra├č ÔÇô kleine St├╝cke br├Âckelten ab. Immer w├╝nschte er sich, das ganze Herz w├Ąre endlich fort, in der erl├Âsenden Dunkelheit erloschen, doch dieser eine, verbitterte Wunsch wurde ihm einfach nicht erf├╝llt. Er sollte diese Qualen leiden.

Sein Bruder seufzte leise und trat einen Schritt zur├╝ck, um ihm den Freiraum zu geben, den er wohl brauchte. Seine Hand wollte die Seine ergreifen, im Halt spenden, doch sah er ihn bereits an jenem Abgrund des Lebens stehen. ÔÇ×Es hat keinen Sinn mehr, ihr hinterher zu trauern.ÔÇť Welch Narr! Er schloss die Hand so fest um die Rose, dass deren Dornen sich noch tiefer in seine Haut fra├čen ÔÇô das Schlimmste war wohl, das er dieses Gef├╝hl des Schmerzes genoss. Er schloss die Augen, wollte schreien, ihn einfach nur anschreien und fertig machen. Doch es ging einfach nicht.

Die Zeit mit ihr kam ihm so kurz vor ÔÇô und doch war sie so lange, das die Zeit, gleich dem Sande in der Sanduhr, dahin rieselte. Er sp├╝rte, irgendwann war es vorbei, irgendwann w├╝rde sie gehen ÔÇŽ doch unbedingt so? Einfach so seinem Leben entrissen, das nun eine krasse Wende nahm? Es musste ihnen beiden so hervor bestimmt worden sein. Schlie├člich geschah alles so pl├Âtzlich, so ungewollt, dass beide voneinander fort gerissen wurden, ohne auch nur ein Wort des Abschiedes zu wechseln.

ÔÇ×Du ÔÇŽÔÇť Die Worte versanken im Nichts der Unendlichkeit. Der Bruder blickte den vereinzelten Bluttropfen hinterher, die gleich Tr├Ąnen des Regens, auf die Erde fielen. Er seufzte leise, ermahnte sich selbst, die spitze Bemerkung, die auf seiner Zunge lag, f├╝r sich zu behalten. Und mit einem Mal wusste er, das alles vorbei war. Das der, der ihm dort gegen├╝ber stand, auf unnat├╝rliche Art und Weise ÔÇŽ starb. Aber das konnte doch nicht sein! Er konnte jetzt nicht einfach gehen! Kleine W├Âlkchen entstanden vor seinem Mund, als er die Luft scharf ausstie├č. Es war so grotesk! Der, der die Rose in der Hand hielt, gleichsam einem Schwert, l├Ąchelte.

Er sah Licht ÔÇô helles Licht. Es war einfach da und nahm ihm f├╝r einen Moment die Einsamkeit, die tief in ihm aufkeimte. Das Licht vermochte ihm die N├Ąhe zu geben, die er so lange hatte missen m├╝ssen ÔÇŽ wenn auch nur f├╝r wenige Sekunden. Seine Hand hob sich langsam, doch lie├č er die Rose nicht zu Boden fallen. Die Zeit war noch nicht reif, einfach noch nicht reif, dass sie nun, f├╝r jetzt und immer, starb.

Der Bruder senkte den Kopf, wollte einfach nicht sehen, was sich dort vor seinem inneren Auge abspielte. Er sch├╝ttelte den Kopf, verscheuchte die Gedanken, die pl├Âtzlich in seinem Kopf kreisten. Nein, nein, NEIN! Er wollte es nicht und machte eine rasche, abwehrende Handbewegung zur Seite, um seine Mutter zur├╝ck zu halten, die schon zu ihm kommen wollte. ÔÇ×Lassen wir ihn alleine.ÔÇť Leise, monoton gefl├╝sterte Worte, die hier so falsch klangen. Trotz allem nickte die Mutter, nahm ihren einen Sohn, der noch nicht an der Wahrheit gebrochen war, an der Hand und verschwand mit ihm.

Oh, wie gut sich das Licht doch auf der kalten Haut anf├╝hlte. Noch immer l├Ąchelte er und dieses L├Ącheln starb auch nicht, als das Licht schon wenige Augenblicke verschwunden war. Seine Hand senkte sich wieder, vorsichtig, langsam. Einen Schritt trat er vor, n├Ąher an das Grab heran, das dort vor ihm in den weichen Humus der Welt gelassen worden war. Erinnerungen, oh, diese Erinnerungen! Sie lie├čen sein Herz bersten. Diese Augen ÔÇŽ diese Augen.

Das letzte, was man von dem Mann sah, der dort an dem Grab seiner Liebsten gewacht hatte, war, das er diese Rose auf den Boden fallen gelassen hatte. Er sah so erleichtert aus, so befreit, als er mit fast schon grotesken tanzenden Schritten ├╝ber den Friedhof schritt und diesen schlie├člich verlie├č. Wenige Tage sp├Ąter h├Ârte man, wie ein junger Mann, deren Liebsten vor weniger als 2 Jahren gestorben war, der Realit├Ąt ins Auge gesehen hatte und Selbstmord begannen hatte. Neben seinem selbst ernannten Grabe fand man eine weinrote Rose.



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Buffy
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Hi

Habe deinen Text mehrfach gelesen.
Auch verstanden, was du damit ausdr├╝cken m├Âchtest.
Aber so, wie er hier geschrieben ist, erreicht er mich nicht emotional. Deine Protagonisten wirken auf mich leblos.
Ich w├╝rde diesen Text noch einmal ├╝berarbeiten.
Sorry, aber das ist nur meine pers├Ânliche Meinung.
Gru├č Buffy


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mye
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stimmt

ich muss buffy recht geben... ├╝berarbeiten w├Ąre villeicht eine gute idee, teilweise holpert es einfach beim lesen. doch die idee gef├Ąllt mir... nur ist es eben ein text, der -wie buffy schon sagte- emotional erreichen sollte, es sei denn, du m├Âchtest hier ein erlebnis verarbeiten... dann w├╝nsche ich dir daf├╝r von herzen viel erfolg. wie schon soooo oft gesagt dein stil gef├Ąllt mir; aber k├Ânnte es sein, dass du (und ├╝brigens ist das bei mir genau dasselbe)deine texte schreibst, vielleicht noch einmal dr├╝berliest und sie dann sofort einstellst?

ich w├╝nsche eine angenehme woche!

lieben gru├č

mye
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man findet keine freunde mit sala-at, man findet keine freunde mit sala-at... (die simpsons)

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Senerva
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Mhm.

Alsoooo .. erst einmal danke f├╝r die Kritik - ich h├Ątte nicht gedacht, das sich irgendwer diese Geschiche antut.

Ich werde die Geschichte nat├╝rlich bald ├╝berarbeiten - schlie├člich hab ich bald Ferien. Vielleicht wird sie dann ein wenig verst├Ąndlicher und emotionaler!

Liebe Gr├╝├če,
Janine.

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Buffy
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Hi Senerva

Lese ich aus deiner Antwort eine kleine Entt├Ąuschung?
Das ├╝berarbeiten einer Geschichte macht nun mal keinen besonderen Spass, aber der Inhalt deines Textes ist es wert.
Du hast eine gute Substanz, die ├ťberarbeitung lohnt sich.
Es gr├╝├čt Buffy
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Bin nie falsche Wege gegangenDie Umwege haben mich gepr├Ągtc.by KW

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Senerva
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Entt├Ąuschung? Eigentlich nein. Ich ├╝berarbeite meine Geschichten immer wieder gerne

Aber danke f├╝r den kleinen Ansto├č!

Janine.

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