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Leselupe.de > Kurzprosa
Viagra
Eingestellt am 15. 08. 2001 19:10


Autor
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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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VERKEHRS-S(T)AU

Wer in Freudenh├Ąuser schleicht,
weilÔÇÖs zu Hause ihm nicht reicht,
heimlich, klamm, inkognito,
hat ja keineswegs Niveau,
sondern lediglich Gew├Ąhr,
dass bezahlter Schein-Verkehr
nur Verdruss bringt, auf die Dauer.

Erstens wird die Alte sauer,
zweitens zehrt das Rumgel├╝ge
am gek├╝nstelten Gef├╝ge
b├╝rgerlicher Konvention.
Drittens, schlafft die Kondition,
braucht so mancher bald die blauen
Pillen, um sein Selbstvertrauen,
das ihm drohte zu verflachen,
wieder k├╝nstlich zu entfachen.

Allerdings, was nutzen Pillen,
fangen Weiber an zu schrillen,
so sie rausgefunden haben,
wo sich ihre Musterknaben
├Âfters aufzuhalten pflegen.
Weder windiges Erregen
noch gek├╝nsteltes Versteifen
hilft, wenn M├Ąnner nicht begreifen,
dass die Show gelaufen ist.

Wer sich nicht als Realist
hadernd in sein Schicksal f├╝gt,
und sich weiterhin betr├╝gt,
mit dem blauen Pr├Ąparat,
wandelt auf recht schmalem Grad
zwischen triebhaftem Verhalten
und Gef├╝hlen, die erkalten.

Also kommtÔÇÖs, wieÔÇÖs kommen muss,
lange h├Ąlt der ├ťberschuss
an gekaufter Manneskraft
ja nicht vor, und pl├Âtzlich macht
Ohnmacht klar, dass er erkennt:
Niemand kann den Abw├Ąrtstrend
├╝ber Kunstprodukte mindern
oder ihn auf die Dauer hindern.
Liebe, nur auf Sex beschr├Ąnkt,
ist der Grund, woran es h├Ąngt,
wenn er nicht mehr kommen kann.
W├╝sste der getriebÔÇÖne Mann
was im Grunde Liebe ist,
w├ĄrÔÇÖ sein Dasein nicht so trist.

__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
f├╝hl'ich mich, das reicht, genug!

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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Wie wahr, wie wahr!

Hallo Dietmar!

├ťberaus gelungen deine Mahnung. Rythmisch stutze ich kurz zwischen dritter und vierter Strophe, aber nach erneutem (lauten) Lesen, passte es dann doch gut.

Klasse!

Lieben Gruss von

Kadra

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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Ja, ja, die M├Ąnner !

Hallo Kadra,
freue mich sehr ├╝ber deine Zeilen. Habe soeben mal unter deinem Profil nachgeschaut, wow, welch st├╝rmisches Foto, Klassissimo! Und hochstudierte Sprachwissenschaftlerin bist du auch noch. Da bekomme ich ja fast Komplexe als gelernter Maurer. Ich kann nur aus dem Bauch schreiben, ohne Hintergrundswissen ├╝ber Semantik, Duktus, Versma├č und wei├č der Teufel, was es da alles noch zu beachten gilt.

Alles Gute dir, und auf bald, Dietmar
__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
f├╝hl'ich mich, das reicht, genug!

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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Dann, lieber Dietmar, hast du einen ├╝beraus begabten Bauch, der insgeheim eine Menge vom Schreiben versteht.

Gr├╝ss ihn bitte von mir und sag ihm, er soll sich noch lange zu Wort melden

Kadra, die fast rot geworden w├Ąre, ob des netten Komplimentes

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Hallo Dietmar,

die h├Ąngenden Probleme hast du jetzt gel├Âst, die noch
(aus)stehenden schaffst du auch noch.
Gef├Ąllt mir sehr gut.
Kompliment!
Liebe Gr├╝├če
Willi

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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Das noch Stehende bew├Ąltigen

Lieber Willi,

ja, aber gerne, nur, was steht denn noch? Zu vieles liegt am Boden, zertr├╝mmert, geschunden, mit Stiefeln getreten, vom Ungeist zerfressen, von fanatischen Ismen getrieben und zerrieben, wo gibt es denn noch Halt? Halten wir uns etwa gegenseitig? Oder h├Ąlt nicht jeder von uns nur eine andere Grabrede, je nach Befindlichkeit, Unwissenheit oder gar nach dem Grade der erb├Ąrmlichen Arroganz, die wiederum nur ein Spiegel unterdr├╝ckter ├ängste, also Hilflosigkeit, darstellt? Treiben wir nicht alle durch ein v├Âllig gleichg├╝ltiges Universum, das uns nur desinteressiert beobachtet. Wer sich mit einem wie auch immer gearteten Glauben aus diesem Dilemma helfen kann, den mag man bewundern oder verachten, allemal g├Ąbe er aber dadurch (unbewusst) zu verstehen, dass er nichts verstanden hat, er ist lediglich geflohen, wenn nicht von der Realit├Ąt, dann vor sich selbst!

Was ist deiner Meinung nach mit uns los, Willi? Wir ergehen uns hier sch├Ângeistig in allerlei Betrachtungen ├╝ber das reale und/oder abstrakte Leben, das sich f├╝r jeden einzelnen von uns total anders darstellt und vermeinen, damit einen Beitrag zur Sublimierung oder gar zur Rettung der Menschheit zu leisten!? Ich halte das f├╝r einen ebenso infantilen wie verh├Ąngnisvollen Irrtum, betrachtet man das Resultat aller bisher von abertausenden von aufgekl├Ąrten Individuen geleisteten Bem├╝hung, aus dem Rohling Mensch ein einf├╝hlsames, in sich ruhendes und letztlich von Serenit├Ąt getragenes, humanes Wesen heraus zu mei├čeln!

Vielleicht denkst du jetzt betroffen an Worte wie Geduld, Augenma├č oder die Zeit ist uns nicht gegeben, um sich ├╝ber sie zu erheben. Ich kenne die Psalmen, die Religionen, die Philosophen und die Worte der ├Âstlichen Weisen recht gut, habe mich Jahrzehnte mit all dem auseinandergesetzt, sie alle zu Rate gezogen. Mit welchem Ergebnis? Ich wei├č, dass ich nichts wei├č! Aber das wu├čte der alte Grieche (wer auch immer, glaube Aristoteles war's) auch schon vor rund 2500 Jahren. Nun gut, ich schweige ja schon wieder und mache einfach weiter, spannend genug ist es ja, aber was?

Wollte weder dich noch jemanden sonst mit diesen Anwandlungen deprimieren, Willi, aber manchmal muss man auch ├╝ber das wohlgesetzte, eher aber floskelhaft-verbindliche Wort hinausrufen d├╝rfen, oder nicht?

Ein heute von allerlei Merkw├╝rdigkeiten etwas gebeutelter Dietmar gr├╝├čt dich und gleichzeitig auch Kadra ganz herzlich
__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
f├╝hl'ich mich, das reicht, genug!

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