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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Vier Schwestern
Eingestellt am 04. 01. 2004 18:25


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pitty
Hobbydichter
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Vier Schwestern


Es gibt vier Schwestern, die sich einerseits sehr ├Ąhneln, sich andererseits jedoch immer wieder im Wege stehen.

Die eine hei├čt Angst, von der wir immer ├Âfter in unsere Schranken gewiesen werden, obwohl wir ohne jegliche Einschr├Ąnkungen in dieses Leben geschickt wurden. Es gab einen Zeitpunkt, wo wir es zulie├čen, da├č sie uns eingeholt und in unserem Lebensraum eingeschr├Ąnkt hat, anstatt zu begreifen, da├č sie nur ein sch├╝tzender Begleiter auf unserem Lebensweg sein soll.

Es war vorgesehen, da├č wir die Angst annehmen, um uns vor leichtsinnigem Handeln und vor Gefahren zu sch├╝tzen. Es war jedoch nicht vorgesehen, da├č wir - aus Angst vor Verletzungen - die Angst benutzen, um uns vor uns selbst und unseren Mitmenschen zu verstecken.

Das ist sehr bedauerlich, weil dadurch - also durch das Mi├čverstehen dieser Schwester - die Angst einen negativen Wert erh├Ąlt, ohne da├č sie es wirklich verdient h├Ątte.

Die zweite der vier Schwestern hei├čt Zuversicht, die sich nat├╝rlich von ihrer Schwester Angst sehr unterscheidet.

Die Zuversicht gibt uns die M├Âglichkeit zum positiven Denken. Sie macht uns, wenn wir sie richtig verstehen, stark und mutig in allem was wir zu mei├čtern haben. Sie gibt uns Vertrauen in wichtigen Lebensentscheidungen und h├Ąlt auch zu uns, wenn mal etwas nicht so gelingt, wie wir uns das gew├╝nscht h├Ątten.

Zuversichtlich sein hei├čt auch, da├č wir uns auf Situationen einlassen, die nicht von vornherein mit Erfolg gepriesen sind. Die Zuversicht verlangt von uns ebenfalls, da├č wir uns auf Menschen einlassen, obwohl wir vorher nicht wissen, ob sie uns nur gutes tun.
Diese Schwester braucht keine Garantie, auf das, was wir wollen, w├╝nschen oder brauchen.

Wenn wir sie nicht h├Ątten, w├╝rden wir noch mehr abw├Ągen und h├Ątten immer weniger Mut, uns auf unsere eigenen Gef├╝hle zu verlassen oder noch besser, unsere eigenen Gef├╝hle zu sp├╝ren.

Aber da ist ja die kleine? oder gro├če? Schwester \"Angst\", auf die wir immer wieder gerne h├Âren und die uns in diesen Augenblicken daran hindert, wir selbst zu sein.

Da ist noch die dritte der vier Schwestern, die Vernunft hei├čt.

Sie hindert uns noch mehr, uns auf Neues oder Unbekanntes einzulassen. Sie kann nichts tun, ohne eine vollst├Ąndige Garantie daf├╝r zu bekommen.

Die Vernunft w├Ągt alles was sie tut vorher ab und wenn wir auf sie h├Âren, dann beschneidet sie uns in unserem kurzen Leben so sehr, da├č wir eventuell nie erfahren, was wirkliches \"Gl├╝ck\" f├╝r uns selbst bedeutet.

Die vierte Schwester ist die Liebe.

Die Liebe mu├č am mei├čten k├Ąmpfen, weil sie sich so sehr von zwei Ihrer Schwestern unterscheidet. Sie erwartet von uns, da├č wir uns, wenn wir lieben, bedingungslos hingeben , ohne dabei auf die Angst und die Vernunft zu h├Âren. Die Liebe hat den Anspruch, zu geben, was immer unser Gef├╝hl auch hergibt und zu nehmen, was wir als Geschenk daf├╝r bekommen.

Diese offensichtlich einsame Schwester fragt sich oft, warum sie nicht einfach angenommen werden kann, ohne da├č wir mit mindestens einem Auge immer die anderen Schwestern im Auge behalten.

Die Liebe kann nicht f├╝r sich alleine stehen.

Wir haben nicht gelernt, unseren eigenen Gef├╝hlen zu trauen, weil sich die Schwester Angst und auch die Schwester Vernunft immer wieder zwischen die Liebe stellen.

Die Liebe kann darum auch nie voll entfaltet werden, weil wir die absolute Grenze der Liebe nie kennenlernen werden. - Aus Angst? Oder weil wir vern├╝nftig sein wollen ?

Lediglich die Zufersicht ist sich mit der Liebe einig. Diese beiden Schwestern sind sich sehr nah und wenn wir es schaffen, den beiden ab und zu zu vertrauen, dann haben wir zumindestens eine kleine Chance, etwas von dem zu erfahren, was wirkliches Gl├╝ck bedeutet, denn Gl├╝ck sollte nicht mit Angst besetzt sein.

Es w├Ąre denkbar und wunderbar, wenn diese vier Schwestern eine Einheit bilden w├╝rden, anstatt sich gegenseitig im Wege zu stehen.

Sie k├Ânnten zusammenarbeiten, denn wir brauchen die Angst in unserem Leben sowie die Vernunft, die Zuversicht und die Liebe.

Wir haben offensichtlich den Ursprung dieser vier Schwestern falsch verstanden, weil wir es nicht lernen werden, jede einzelne so anzunehmen, wie es geplant war.

Das macht diese vier Schwestern sehr traurig und sie m├Âchten uns, als milden Versuch uns aufmerksam zu machen, wenigsten verdeutlichen, welchen Platz sie eigentlich in unserem wertvollen und kurzen Leben einnehmen wollten.

Die Angst meldet sich zuerst und m├Âchte uns sagen, da├č sie ausschlie├člich da sein m├Âchte, um uns vor Gefahren zu sch├╝tzen, die jedes Kind sch├╝tzt. Wenn sie nicht w├Ąre, w├╝rden wir wom├Âglich von einem Hochhaus springen, weil wir keine Angst vor den Folgen h├Ątten (Fliegen mu├č eigentlich sch├Ân sein). Ein gewisses Ma├č an Angst geh├Ârt also unbedingt in unseren Lebensraum.

Die Zuversicht m├Âchte uns mit auf den Weg geben, da├č es n├Âtig ist, zu-ver-Sicht-lich zu denken, zu handeln und zu f├╝hlen, weil wir uns nur durch positives Denken, Handeln und f├╝hlen weiter entwickeln k├Ânnen. Wir sollen aus Ihr Kraft sch├Âpfen, lernen , uns selbst lieben lernen und dadurch f├Ąhig zu werden, andere Menschen zu lieben. Wir werden liebenswert!

Die Vernunft steuert unseren Kopf und m├Âchte dort zum Einsatz kommen, wo unsere eigenen Gef├╝hle nicht mehr wissen, was sie tun sollen, weil sie sich mal wieder in einem Kreisel befinden. Sie verlangt von uns allerdings, da├č wir gut aufpassen und sie nicht daf├╝r benutzen, uns vor uns selbst zu verstecken bzw. vergessen, uns zu sp├╝ren und hinzuschauen, was in uns vorgeht.

Zum Schlu├č meldet sich die Liebe, die eigentlich nur einen Wunsch hat.

Sie will uns helfen, vorbehaltlos unserem eigenen Inneren zuzu-h├Âren und darauf zu vertrauen, da├č wir - was wir auch tun und wof├╝r wir uns auch entscheiden - richtig liegen.

Sie erwartet nicht von uns, da├č das, was wir f├╝hlen, immer und zu jeder Zeit Bestand haben mu├č. Wirklich Lieben ist abh├Ąngig von Entwicklungen der einzelnen Menschen, und es ist aus diesem Grund legitim, uns eventuell anders zu entscheiden, wenn es soweit ist.

Die Liebe will nur geben und uns auf keinen Fall einschr├Ąnken.

Jetzt ist den vier Schwestern wohler und sie hoffen, da├č das, was jede einzelne bewegt, wenigstens einen Teil der Menschen erreicht.

Alle vier sind sich einig und ich w├╝nsche Dir und mir und uns allen, da├č wir ein wenig verstanden haben, was sie uns wertvolles sagen wollen.





















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