Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95264
Momentan online:
486 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Vierzehn gefällt das
Eingestellt am 03. 09. 2012 19:32


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Vim
Hobbydichter
Registriert: Sep 2012

Werke: 1
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vim eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

quote:
Sabrina Müller gefällt das.
Hein Szimanski gefällt das.
Gabriel Erhardt gefällt das.
Fabian Geck schreibt: Ja, ja ach das tat gut, diesen W%$!ser das Gesicht zu massieren!
Gabriel Erhart antwortet: Fab, Mann bist du wieder schwul ^^
Fabian Geck gefällt das.
Chantal du Bermont schreibt: Scheiß Flashplayer, oder von was für nem abgef*ckten Handy wurde das Vid aufgenommen, Alter.
Gabriel Erhart schreibt: Chantal süße, sag ma deinem Alten dass er ma wieder randarf, dann kriegste vielleicht n neuen Comp, he?
Chantal Dubermont gefällt das.
Chantal Dubermont schreibt: ... ich mein das Vid.
Chantal Dubermont hat bei »We like to see blood, a plenty of blood« mitgespielt: [4.5 von 5 Blutstropfen rot]. Teile auch du mit deinen Freunden, wieviel Blut du in der letzten Woche gesehen hast!
Hassan Al-Chomani gefällt das.
Leon Hernandez gefällt das.
Gabriel Erhart schreibt: Wo bleibt Bro Jesse, dieser versch*ßene MoFu?
Jesse Erhart gefällt das.
Jesse Erhart hat bei »We like to see blood, a plenty of blood« mitgespielt: [3 von 5 Blutstropfen rot]. Teile auch du mit deinen Freunden, wieviel Blut du in der letzten Woche gesehen hast!
Gabriel Erhart schreibt: Recht so Jesse, den Rest kriegste heut abend aus der Egoshooter perspektieve!!!!!!!
Ina Hint-Erdogan gefällt das.
Leon Müller gefällt das.


Ein Klopfen an der Zimmertür.
Jens holt schnell das Fenster des Textprogramms in den Vordergrund.
»Was willst du, al– Mutti?«
»Wie redest du mit mir?! Hier sind neue kalte Kompressen, gib mir die, die sind schon zu warm.«
»Was ist noch mal der Futur simple von venir?«
Eine Französischlehrerin als Mutter zu haben hat nicht nur Vorteile, sondern schon für elende Keilereien und Wortgefechte gesorgt. Man einigte sich darauf, dass Gabriel und Co. abschreiben dürfen, und dass die wöchentlichen Zahlungen nur noch vierzehn statt fünfzehn Euro betragen.
»Du meinst das futur simple. Aber egal Junge, das hat noch Zeit, morgen musst du nicht in die Schule.«
»Doch, ich muss.«
»Das wird Dr. Brandeis entscheiden, ich habe für heute um halb sechs schon einen Termin arrangiert.«
Andere Mütter hätten ihre Söhne stante pede ins Krankenhaus geschleppt, Verdacht auf Hirnerschütterung oder sowas, nicht so zum Glück die Mutter von Jens, denn der schlimmstenfalls behandelnde Arzt ist zufällig der Onkel von Fab. Scheiß drauf, es nützt nichts zu fehlen. Nicht, dass er sich darum sorgen würde Stoff zu verpassen, das nicht. Wobei, eigentlich könnte er die Lösungen Gabriel auch gleich per E-Mail zukommen lassen. Andererseits was soll’s, ob die Platzwunden Zeit haben zuzuheilen, sie sind sowieso nicht die letzten.
»Du musst einfach vorsichtiger fahren. Geht das nicht in deinen Kopf? Rast wie tout à fait fou. Früher aufstehen, gemütlich frühstücken und dann stressfrei in die Schule radeln, und alles ist in Ordnung.«
Wenn Jens etwas kann, und darauf ist er zuweilen ironisch stolz,
ist das die theatralische, in ein scheues Schulterzucken verpackte
Resignation, womit er seine Mutter regelmäßig dazu nötigt ihm
liebevoll über den Kopf zu wischen. Seit einiger Zeit schilt er sich
ihrer Reaktion, ist er doch kein kleines Kind mehr.
»Was ist das eigentlich das im Hintergrund da, das mit dem f, das hab ich doch schon mal gesehen, im Spiegel glaub ich ...«
»Facebook?«
»Ach ja so heißt das, stimmt. Aber mach doch nicht immer alles parallèlement. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, das habe ich dir doch schon so oft gesagt!«
»Verzieh dich endlich ...«, nuschelt Jens und ist gleichzeitig froh,
dass es undeutlich genug ist – seine Mutter nimmt den Sack dreckige Wäsche und geht sowieso. Das übrigens nicht ganz so fest und zielsicher wie früher, Jens sieht das und es ist ihm bang.

quote:
Laura Hans-Mehgert gefällt das.
Rufous DeGruyter gefällt das.
Kel Yilmaz gefällt das.
Kel Yilmaz schreibt: btw, hat wer die Franz-Aufgaben für morgen?
Gabriel Erhart antwortet: Ich! Na ja ok nich so direckt ... ^^
Leon Hernandez antwortet: Meinst echt lil’ Jay komt morgen schon wieder? Fab hat ihn ja ordentlich gesichts opperiert.
Gabriel Erhart antwortet: Glaub schon ich schwör, und wenn nicht, dann kriegt er noch ne OP bei was gans anderem ^^
Inge Mauerblum gefällt das.
Gabriel Erhart schreibt: Ey, Mauerblümchen, auch wieder auf der Höhe? Komm schon, so schlimm wars doch nicht und eigentlich eigentlich wolltest das ja auch.
Inge Mauerblum ist nicht mehr mit Gabriel Erhart befreundet.
Gabriel Erhart schreibt: Tickt die F0t-ze nicht mehr ganz richtig? Ihr alle habt sie ja nicht mehr alle. Mein Alter ist Rechtsanwalt, passt auf wass ihr sagt!!!!!!! Er macht dich fertich Mauerknöterich ich schwör!


An dieser Stelle fühlt Jens das Blut in seinen Adern aufkochen.
Teils, weil er Inge nett findet, und ja, eigentlich findet er sie mehr
als nett, und er bis heute und wahrscheinlich nie verarbeiten kann,
was ihr angetan wurde. Teils aber auch, weil er das nicht mehr hören kann, mein-Alter-ist-Rechtsanwalt hier, mein-Alter-is-Rechts-
anwalt da, wer\'s glaubt wird selig, und es nervt ihn auch, dass es nur einen Gefällt-mir-Button gibt, »Gefällt mir nicht«, »Ich hasse das«, »Ich hasse euch alle«, »Zum Teufel mit der ganzen Facebookscheiße« – Fehlanzeige.
Jens weiß seine Wut zu beherrschen. Das bildet er sich zumindest ein. Er ahnt, dass er sie vielmehr dahin kanalisiert, wo er niemandem anderen schadet als sich selbst, das dann aber so arg wie irgendmöglich. Ja wie unerträglich brav, er schadet ja nicht mal Frau Graßmanns kläffender Wurst auf vier Beinen, die unten geht, und die sein Flachbildschirm – der tiefer ... tiefer ... tiefer ... fällt, auf dem Gehweg zerschellt – um knapp einen Meter verfehlt.
»Das war ein Présent von deinem Vater.«
»Geschenk! Geschenk! Kannst du nicht deutsch reden mit mir, Mann?«
»Ruhig ... ruhig ... so. Wir fahren jetzt zum Arzt. Du sammelst das da unten alles auf, wir bringen es dann gemeinsam zur Sammelstelle für Altelektronik, d’accord? –«
»Du hast wieder getrunken, stimmts?«
»Mais non, pourquoi?«
Es riecht so, diesmal könnte es aber auch die Desinfektion sein. Jens zieht es vor, zu schweigen und zu hoffen, dass er die Fahrt zum Arzt ohne weitere Blessuren übersteht.
»Jedenfalls, wir bringen es zur Sammelstelle und du entschuldigst dich in aller Form bei der Frau Graßmann.«
Und so wird es laufen, das weiß Jens jetzt schon, ganz genauso. Und am Ende des Tages wird die Mutter ihren Sohn, der ihre Alkoholfahne riecht, in den Arm nehmen und sagen, sie sei froh, dass es in ihrer Familie so harmonisch und ordentlich zugehe, denn bei anderen, das müsse er wissen und sich immerzu ins Gedächtnis zurückrufen ...
Und Jens wird schweigen und davon träumen, wie er sie anschreit.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


1 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung