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Leselupe.de > Science Fiction
Volk ohne Raum
Eingestellt am 20. 10. 2002 02:33


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flammarion
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Volk ohne Raum

Der Astronom blickte durchs Fernrohr und glaubte nicht, was er sah: Eine Kette von zehn Objekten, die sich mit annähernder Lichtgeschwindigkeit der Erde nähert! Er kontaktierte einen Kollegen in Übersee, um sich die Beobachtung bestätigen zu lassen. Dann verständigte er den Präsidenten. Die Erde bekommt Besuch!
Die Welt stand kopf. Niemand vermochte dieser umwerfenden Nachricht cool gegenüberzustehen. Die Trekkies und andere Si-Fi-Fans bekamen sich überhaupt nicht ein und feierten, dass die Wände wackelten. Selbst die eingefleischtesten Pessimisten bekamen leichtes Herzklopfen. Alle fragten sich: Wie sehen sie wohl aus? Sind sie uns ähnlich? Was wird sich für uns ändern, nun, da wir wissen, dass wir nicht allein im Universum sind? Werden die Geistlichen behaupten, der Herrgott habe auch die Aliens geschaffen oder wird jede Religion zerstört?
Alle fieberten dem Tag entgegen, wo der Mensch endlich mit einem Außerirdischen reden wird. Schon erhoben sich einige und behaupteten, dass die Fremden mit Sicherheit nichts als Unheil bringen. Es bildeten sich unterschiedliche Lager in der Bevölkerung. Sogar die Trekkies entzweiten sich, denn keiner konnte sicher sein, was die Aliens bringen würden. So, wie es unter uns Menschen so ne und solche gibt, gibt es auch unterschiedliche Zivilisationen, das wird in jeder Star-Trek-Folge deutlich. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, Straßenschlachten zu verhindern.
Den sich nähernden Raumschiffen wurden Botschaften gesandt, die der Verständigung dienen sollten, WillkommensgrĂĽĂźe und Nachrichten in Wort und Bild. Endlich antworteten die Fremden. Sie hatten so vieles empfangen, dass sie daraus die Grundbegriffe und etliche Vokabeln der englischen Sprache erlernen konnten. Eine scheppernde Maschinenstimme ĂĽberraschte die Menschheit mit folgenden Sätzen: „Wir sehen euch. Wir hören euch. Wir reden euch. Wir kommen von sehr weit. Wir sind ähnlich wie eure Insekten. Wir brauchen eure Luft und euer Wasser, sonst kommt Tod. Wir geben euch gestorbenen ehrwĂĽrdigen Alten. Es ist sein Wille. Ihr uns kennen lernen durch ihn.“
Tatsächlich schwebte bald ein zigarrenförmiges Paket zur Erde nieder und landete nahe der Teleskopschüssel, von der die Botschaften an die Fremden abgegangen waren. Das Wissenschaftlerteam wurde durch Biologen und Ärzte verstärkt und dann ging man daran, den ersten Außerirdischen, dessen Ankunft nicht vertuscht werden konnte, zu untersuchen. Der Präsident hatte alle Regierungen davon verständigt, dass eine Sendung aus dem Kosmos erwartet wird und darum gebeten, dass alle Observatorien genauestens über die Anflugbahn wachen, damit nicht irgendein General Schießbefehl erteilt.
Zuerst einmal galt es, die Kapsel zu öffnen, in der der ehrwürdige Tote lag. Das war nicht einfach! Alles, was man für Hinweise oder Druckknöpfe hielt, erwies sich nämlich als Einschläge kosmischer Partikelchen. Sonst fand sich nichts, nicht die kleinste Andeutung einer Öffnung. Die Kapsel wurde gemessen, gewogen, gefilmt und gescannt. Es blieb unerfindlich, aus welchem Material sie war und auf welche Weise sie sich öffnen ließ. Nur eines war sicher: Es befand sich im Innern ein Hohlraum mit einer biologischen Masse darin.
Nach vielen Stunden angestrengter Arbeit standen die Wissenschaftler ziemlich entmutigt da. Sie brauchten eine Pause. Die meisten gingen auf den Hof, um frische Luft und Zigaretten zu genieĂźen.
Eine Wissenschaftlerin hatte ihr Sandwich im Hof gegessen und kam nun in die Halle zurück. Da lag sie nun, die übergroße Zigarre, und wie das Baby im Mutterleib lag ein Wesen darin, das kennen zu lernen die Menschheit begierig war. Nachdenklich strich sie mit dem Zeigefinger über die Mitte der Längstseite. Da hörte sie ein sachtes Geräusch, nicht viel mehr als das Atmen eines Kindes. Die Kapsel öffnete sich der Länge nach! Die Frau trat zurück und konnte es kaum fassen. Dann rief sie die Kollegen herbei, alle sollten zusammen den Gast sehen.
Was sie erblickten, war sehr beeindruckend: eine 230cm hohe Gestalt, die in ein türkisfarbenes Seidengewand gehüllt war. Die beiden zierlichen Füße waren mit Schuhen aus weißem Leder bekleidet. Wo man bei einem Menschen die Hüften vermutet hätte, saßen bei diesem Wesen zwei Auswüchse, die sich später als ein verkümmertes zweites Beinpaar erwiesen. Die überaus schlanke Taille konnte der Faltenwurf des Gewandes kaum kaschieren. Zwei dünne Arme lagen ruhig und mit über der Brust gefalteten Händen neben dem Oberkörper. Auf der Brust funkelte ein riesiger Rubin an einer goldenen Kette und einige Finger waren mit goldenen Ringen geschmückt. Auf einem dünnen und kurzen Hals saß ein imposanter Kopf mit weit nach hinten ausladendem Schädel. Der Schädel war schwarz und trug zwei Tentakeln, das Gesicht war in rote und braune Zonen unterteilt. Horrormäßig die riesigen Facettenaugen, die offen bleiben mussten, da sie keine Lider hatten.
Alles in allem waren nur wenige Abweichungen von irdischen Insekten festzustellen. Die Dinge jedoch, in denen der Fremde mit unseren Insekten nicht übereinstimmte, waren völlig unerklärlich. Außer der Tatsache natürlich, dass er ein wesentlich größeres Gehirn hatte. Das stand einem denkenden Wesen ja wohl zu. Wer den Kosmos in Raumschiffen durchqueren kann, musste ein denkendes Wesen sein.

Inzwischen war ein anderes Projekt kurz vor der Verwirklichung. Nichts neues eigentlich, nur ein Flug zum Mond, ein Astronaut sollte einige Messgeräte aufstellen. Aber man wollte die Gäste nicht beunruhigen. So zögerte man mit der AusfĂĽhrung. Endlich schlug der verantwortliche Professor mit der Faust auf den Tisch und schrie den Präsidenten an: „Wollen Sie sich denn kirre machen lassen von diesen Intelligenzbestien? Man soll Gastfreundschaft auch nicht ĂĽbertreiben!“ Es wurde beschlossen, die Aliens ĂĽber Sinn und Zweck der Rakete aufzuklären und dann das Unternehmen zu starten.

Der Start verlief gut und Tom Wilkens landete sanft auf dem Mond. Er verrichtete die vorgegebenen Tätigkeiten und fĂĽhlte sich halbwegs wohl. Bei den täglichen Kontakten mit der Erdbasis erfuhr er von den Aktivitäten der fremden Zivilisation. Dass sie forderten, auf der Erde landen zu dĂĽrfen. Und zwar möglichst gestern. Sie stellten sich als „Volk ohne Raum“ dar, das dringend Luft und Nahrung braucht, sonst kommt Tod. Niemand kam auf die Idee, dass der Tod die Ankömmlinge erreichen wird, wenn sie nicht bald zu neuer Energie kommen, alle faĂźten die Botschaft als Drohung gegen die Menschheit auf.

Der Präsident und seine Ratgeber überlegten: Ein Insektenvolk ohne Raum, das fressen will? Die Erde ernährt ja gerade mal uns! Wer lädt sich denn einen Heuschreckenschwarm auf seine Felder ein? Und goldene Ringe trägt der verstorbene Alien, das bedeutet, sie werden auch Gold haben wollen, wenn sie erst mal hier sind! Und wer weiß, was sie sonst noch alles beanspruchen, wenn wir sie willkommen heißen!
Es wurde beschlossen, die Plage vorbeugend zu vernichten. Der Bevölkerung erzählte man etwas von einem tragischen Unfall, zeigte den Außerirdischen auf Konferenzen und im Fernsehen und suggerierte den Leuten, dass es besser sei, dass die Katastrophe geschah, als wenn die Rieseninsekten auf der Erde gelandet wären.

Der Astronaut Tom Wilkens fand in einem tiefen Krater auf dem Mond ein Trümmerstück eines der fremden Raumschiffe. Er brachte es mit auf die Erde. Nach vielen Jahren mühseliger Arbeit gelang es festzustellen, dass es sich um eine Speichereinheit handelte, um Aufzeichnungen eines Rieseninsekts. Er sprach über die Lebensgewohnheiten seiner Rasse und drückte seine Hoffnung aus, recht bald in Frieden auf der Erde leben zu können, denn sie hatten auch die Musik der Irdischen gehört und fanden vieles davon sehr angenehm. So setzten sie voraus, dass die Menschen ebenfalls nach Harmonie streben.
Er schilderte, in welcher Harmonie sie zu leben gewohnt waren, dass sie nur einen einzigen Krieg (genaugenommen war es nur ein Feldzug) gefĂĽhrt hatten in ihrer Geschichte. Einen Krieg gegen die „Trampler“, welche die Sandina – so nannten sich die AuĂźerirdischen – als Delikatesse ansahen. Jener Krieg war nicht zu gewinnen gewesen, und aus Trauer um die vielen Gefallenen wurde beschlossen, sich immer rechtzeitig in Sicherheit zu bringen vor den genäschigen Viechern. In späteren Zeiten waren die Sandina so hoch entwickelt, dass sie die Trampler fĂĽr sich arbeiten lieĂźen in der Art, wie die Menschen Pferde und Esel fĂĽr sich arbeiten lassen.
Er erwähnte, dass die Sandina sehr arbeitsam, ordentlich und naturverbunden seien. Eines Tages aber ereignete sich eine weltweite Katastrophe, sie mussten ihren Heimatplaneten verlassen, um nicht unterzugehen. Leider konnten nicht alle mit; ein Zufallsgenerator traf die Auswahl. Der Rest beglückwünschte die Auserwählten, denn von Neid wussten die Sandina nichts, es gab dieses Gefühl nicht und also auch kein Wort dafür.
so also hatten sie sich auf die Suche gemacht. Voller Hoffnung und mit all dem Wissen, das ihr Volk erlangt hatte. Sie hatten ihre Technik noch vervollkommnet und vermochten Stoffe sehr effektiv umzuwandeln. Sie konnten nun buchstäblich von Luft und Abfall leben. Sie würden - so berichtete der Sandino stolz - ihrer neuen Heimat nicht zur Last fallen.
All dies wurde den Erdenmenschen nicht zugänglich gemacht, denn eine demokratische Regierung macht keine Fehler. Sie tut nichts, was sie später bereuen müsste!

__________________
Old Icke

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Christian Savoy
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Hi!

Das Ende ist ein wenig plump meiner Meinung nach. DafĂĽr ist der Aufbau spannend, ein biĂźchen wie ein kurzer Artikel ĂĽber die ganze Sache, aber das ist vielleicht auch beabsichtigt.
Generell muß ich sagen, daß unter den gegebenen Umständen ein Präventivschlag eine bedenkswerte Option ist, vor allem, wenn die ALiens doof genug sind, zuerst Lebensraum zu fordern und erst Monate später hinzuzufügen, daß wir keine Nachteile davon hätten. Sofern man's glaubt.
Allerdings würde keine Regierung bei halbwegs klarem Verstand diese Aliens angreifen, da sie die Raumfahrt auf weit höherem Level beherrschen als wir und daher
a) dieses Wissen für uns nicht mehr nutzbar wäre (es sei denn, das eine oder andere Schiff wird erbeutet) und
b) mit einer überlegenen militärischen Technologie des Gegners gerechnet werden muß. Ist er feindlich (und somit aggressiv), ist er höchstwahrscheinlich unbezwingbar (Deutschland hätte den 1.WK locker gewonnen, hätten sie in Gegensatz zu den Allierten die Technik des 2. WK gehabt), ist er friedlich, so ist ein Präventivschlag nicht nötig

Als Obermotz der Erde hat man numal zuallererst die Interessen der Menschen zu wahren, daher kann ich el Präsidente da gar keinen so großen Vorwurf machen.

Ansonsten liebe GrĂĽĂźe und Lob fĂĽr die spannende Ausgangsposition

Chris

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flammarion
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hm,

danke für deine ausführlichen worte. auch ich bin mit dem schluss nicht glücklich und hoffem dass mir da noch was besseres einfällt. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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Gilmon
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Hallo flammarion,

ein schöner Text, mit einem Potential für eine längere Geschichte. Die Geschichte in deinem kurzen Text könnte man auch auf mehreren Seiten beschreiben, aber gerade im Bereich von Fantasy und SF ist es schwierig, kurze Texte zu schreiben.

Dein Text spricht ein grundlegendes Problem an, wie man beim Erstkontakt mit fremden Besuchern umgeht. Ein Problem, welches nicht nur in einem möglichen Kontakt zwischen zwei verschiedener Spezi´s auftritt, sondern in der Vergangenheit vermehrt zwischen verschiedenen Völkern aufgetreten ist. Mancher Indianerstamm wäre gut beraten gewesen, wenn er ähnlich deinem Präsidenten gehandelt hätte. Du hast ein interessantes literarisches Motiv verarbeitet,welches als Grundstruktur für viele Texte dienen kann.

GrĂĽĂźe, Gilmon

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flammarion
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oh,

gilmon, das geht mir runter wie öl. ja, leider hatten die indianer keine raketen oder sonst etwas, was sie den europäern entgegenhalten konnten . . .
ganz lieb grĂĽĂźt
__________________
Old Icke

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jon
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Abgesehen von ein paar Zeit-Wechseln, über die ich stolperte, ein recht flüssig erzählter Text. Netter Tonfall, der an manchen Stellen zwar gebrochen wird („horrormäßig“, und „möglichst gestern") aber durchaus etwas für sich hat. Und ein in der Tat sehr interessantes Thema (wie meine "Vorredener" schon feststellten). Wobei es – durch den Schluss nahegelegt – wohl weniger um den Abschließbefehl an sich geht sondern eher um die Laxheit, mit der das alles anscheinend gehandhabt wird, und um das anschließende "unter den Teppich kehren"…

Einige kronkrete Störstellen gab es aber für mich noch:
Mir stieß die überstrapazierte Trekki-Analyse auf (als gäbe es nicht auch andere "Alien-Freaks" außer Trekkies).
Mir stieß Adeline Kowalski auf – ihre Rolle in der Geschichte ist einfach zu klein, um ihr die Ehre eines Namens zu gönnen. Der Mond-Besucher dagegen ist "lange genug" dabei.
Mir stieß aber vor allem die lange und unelegant einpuzzelte Sandina-Historie auf. Meiner Meinung nach ist sie – in dieser Ausführlichkeit – nicht nötig und wenn – weil der Autor ja immer an seinen Ideen hängt ( ) – sie doch unbeding erzählt werden muss, dann sollte die Info, dass die Typen ihren "Unterhalt" aus Müll "bestreiten" am Ende gegeben werden. In der jetzigen Version geht der Spannungsbogen kontinuierlich hoch, erreicht mit Beginn des letzten Viertels (bei besagter Info) den Höhepunkt und stürzt dann ab. Dann dümpelt die Spannung noch ein bisschen weiter, bevor sie im ersten Teil des vorletzten Satzes nochmal kurz ansteigt (die Bevölkerung erfährt nichts!), und wirkungsvoll im zweiten Teil auf den Punkt gebracht wird. Der letzte Satz wiederholt diesen Punkt – ob das nun gut oder nicht so gut für die Wirkung ist, darüber kann man streiten. Ich sage: Nö, ist nicht nötig. Ein anderer mag einen weiteren Aspekt in diesem Satz gesagt sehen und ihn für nötig erachten.

Mit der Lese-Lupe betrachtet, stolperte ich auch ĂĽber dies:

„Sie hatten so vieles empfangen, dass sie daraus die Grundbegriffe und etliche Vokabeln der englischen Sprache erlernen konnten.“ ___ Was ist in diesem Satz der Unterschied zwischen Grundbegriff und Vokabel?

„Die meisten gingen auf den Hof, um frische Luft und Zigaretten zu genießen.“___Der Satz ist urkomisch! Frage: War das beabsichtigt?

„Da lag sie nun, die übergroße Zigarre, und wie das Baby im Mutterleib lag ein Wesen darin, das die Menschheit unbedingt kennen lernen wollte.“____Ich denke, der „Alte" ist tot? Wie kann er da jemanden kennen lernen (wollen)? Eine andere Formulierung, die die Verknüpfung eindeutig macht, wäre angebracht. Zum Beispiel: „…lag ein Wesen darin, das die Menschen kennen lernen wollten.“ oder “… lag ein Wesen darin, das kennen zu lernen die Menschen begierig waren." (PS: Unschöne Dopplung von „lag“.)

„Wo man bei einem Menschen die Hüften vermutet hätte, saßen bei diesem Wesen zwei Auswüchse (nachdem der Tote entkleidet war, wusste man, dass es sich hierbei um das verkümmerte zweite paar Beine handelte).“____Keine Klammern im Erzählteil eines Prosatextes!

„…(nachdem der Tote entkleidet war, wusste man, dass es sich hierbei um das verkümmerte zweite paar Beine handelte). … Vier dünne Arme lagen ruhig und mit über der Brust gefalteten Händen neben dem Oberkörper.“___Macht zusammen acht „Beine“. Es ist also kein „Insekt“ (die haben 6 Beine), sondern ein „Spinnentier“. (Mir scheint evolutionsmäßig nicht logisch, dass die zweiten Beine verkümmert sein sollen – sie hätten zusätzlich Halt geboten. Der Schlüssel, warum das Aufrichten den Affen zum Menschen machte, war nicht die Zweibeinigkeit, sondern die Freihändigkeit – um die zu erlangen musste der Vierfüßer die Zweibeinigkeit in Kauf nehmen. Er musste sogar viele anatomische Kniffe entwickeln und Kompromisse eingehen, um den Nachteil der Zweibeinigkeit wieder wett zu machen. Ein Achtfüßer kann dagegen vier Hände frei machen und trotzdem ganz sicher auf vier Beinen laufen – warum sollte er diesen Vorteil aufgeben?)

„ „Wollen Sie sich denn kirre machen lassen von diesen Intelligenzbestien?“ “___Es war nie die Rede von überlegener Intelligenz! Überlegene Technik ok, aber die Weißen waren auch nicht intelligenter als die Indianer, obwohl sie ihnen technisch überlegen waren…

„…und suggerierte den Leuten, dass es besser ist, dass die Katastrophe geschah, als wenn die Rieseninsekten auf der Erde gelandet wären.“___Das klingt nach: „Wir werden die Katastrophe herbeiführen, ihr seht doch ein, dass das vernünftig ist!“ Gemeint ist doch aber (hoffentlich): "…und suggerierte den Leuten, dass die Katastrophe, die die Rieseninsekten ereilt hatte, die Rettung der Menschen gleichkam." (Wobei ich mich wundere, dass niemand über diesen "glücklichen Zufall" stolperte …)


So viel also dazu. Ich hoffe, es hilft und bietet vielleicht sogar einen Ansatz für einen besseren Schluss…

GruĂź
jon
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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