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Leselupe.de > Gereimtes
Vom Nutzen der Wissenschaft
Eingestellt am 11. 01. 2004 21:19


Autor
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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
Kommentare: 783
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W├Ąr ich ein Mann der Wissenschaft,
dann w├╝rd ich meines Geistes Kraft,
zum Lob des Intellektuellen,
ganz in den Dienst der Menschheit stellen
und rasch zu drei der gr├Â├čten Fragen,
klar das Erforderliche sagen
und zwar so einfach wie es geht,
nat├╝rlich, dass man┬┤s auch versteht.

Das Erste w├Ąr, ich w├╝rd beweisen,
dass nie ein Gott je existiert┬┤,
jedoch von interessierten Kreisen
mit ihm stets unsre Angst gesch├╝rt,
um ungest├Ârt und nach Belieben
dann Macht in Ruhe auszu├╝ben.
So haben sie┬┤s seit je gemacht.
H├Âchst einfach, sicher und durchdacht.
Sobald die Menschheit das erkannt,
w├Ąr immerhin mal das gebannt,
was Papst und Waffenproduzent
ergriffen Religionskrieg nennt,
und niemals mehr m├╝sst man begegnen
Pfaffen, die die Waffen segnen.

Danach ged├Ącht ich zu belegen,
auf unbezweifelbaren Wegen,
wie sinnlos, grausam und vermessen
es ist, wenn Menschen Tiere essen.
Rasch kl├Ąrte die Ern├Ąhrungsfrage
ich rein auf Grund der Faktenlage:
Wir kriegen alles, was vonn├Âten
auch ohne jemanden zu t├Âten.
So k├Ąmen wir nach langer Zeit
vielleicht zu wahrer Menschlichkeit
und k├Ânnten denen, die uns trauen,
dann aufrecht in die Augen schauen.

Als Drittes w├╝rde ich was leisten,
was immer schon die allermeisten
der M├Ąnner ohnehin behaupten,
jedoch nicht wussten, sondern glaubten,
und zwar, dass niemand, wenn er Mann,
die Frauen je verstehen kann.
Dar├╝ber g├Ąb`s dann nie mehr Streit
auf Grund der Wissenschaftlichkeit.
Besonders hilfreich w├Ąr mein Schluss,
dass man sie nicht verstehen muss!
und doch, h├Ârt┬┤ man auf meinen Rat,
recht lang an ihnen Freude hat.
Darauf, das sag┬┤ ich ohne Scheu,
w├Ąr ich sehr stolz, denn das w├Ąr neu!

Ihr seht, es n├╝tzte Allen sehr,
wenn ich ein Wissenschaftler w├Ąr.
Doch wies ich eingangs schon drauf hin,
dass ich ja leider keiner bin.
Und demzufolge muss ich nun
vor unserm Herrgott Bu├če tun,
ihn bitten, wenn┬┤s auch garnichts n├╝tzt,
dass er die Tiere vor uns sch├╝tzt
und n├Ąchtens weiter sinnlos flehn,
dass er mir hilft, das Weib verstehn.

Siehst du, oh Mensch, wie hart es ist,
wenn du kein Wissenschaftler bist?
Das ist ja aber auch zum Weinen:
nie wirklich wissen. Immer meinen.
Stets muss man andre Leute fragen
und dann noch glauben, was sie sagen.
Es hilft allein, ich sagt┬┤ es schon
der Weg der Qualifikation

Ich denk, wir haben uns verstanden:
nutz Deinen Geist, soweit vorhanden
und geh zur Universit├Ąt.
Was mich betrifft, da ist┬┤s zu sp├Ąt.

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

Uff Gareth,

da hast einen redseligen, pardon schreibseligen Tag gehabt.
So viel gereimten Small-Talk um den Kern herum hab ich bei dir noch nicht gelesen.
Die Reime sind aber lustig und der Rhythmus darf ruhig dem Humor mal untergeordnet werden.
Die drei Strophen deiner L├Âsungsvorschl├Ąge finden meine Zustimmung. Und am meisten gelacht hab ich bei deinen ├ťberlegungen zur Frage Mann - Weib.

Erheitert versichert dir das

Lotte Werther

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
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Hallo, gareth

Der Text gef├Ąllt mir sehr gut. Was ihn aus der allgemeinen Spa├čdichtung aber in meinen Augen besonders heraushebt ist eine Zeile:
nie wirklich wissen. Immer meinen.
Das ist so genau und gleichzeitig so sch├Ân in seiner Hilflosigkeit, dass sich mein Enthusiasmus nicht einbremsen l├Ąsst, mir die die weitere Analysef├Ąhigkeit raubt und die klickbereite Maus ganz nach rechtsau├čen schubst. Zu Recht.

Sch├Âne Gr├╝├če von blaustrumpf


__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Endlich mal wieder ein Text, in dem das Wort "Weib" nicht als Schimpfwort genutzt wird.

...

Doch gib acht:

Die Wissenschaft glaubt von sich sehr,
dass sie stets ├╝berlegen w├Ąr
dem scharfen Sinn gemeiner Leute,
doch st├╝rzt sie sich wir eine Pest
aufs Volk, wenn man sie eben l├Ąsst.
So sagt sie v├Âllig ├╝berzeugt:
seht zu, dass ihr euch v├Âllig beugt
vor unsern wunderbaren Zahlen,
es sei denn, vor den n├Ąchsten Wahlen,
und darum geben wir euch listig
ganz wissenschaftlich die Statistik
und sagen: Politik, daf├╝r
gebt ihr uns ehm mal ne Geb├╝hr
f├╝r jeden Eintritt in die Praxis,
so sei es eben und so mag sie's
als reine Wissenschaft der Zahlen
erleben bis zun n├Ąchsten Wahlen.
Und dann schau her: Ein Tier ist dreist,
weil es im Innern mich zerbei├čt,
statt sich (ich w├╝rde es verehren)
mal vegetarisch zu ern├Ąhren.
Mit Hilfe meiner Wissenschaft
geb ich ihm etwas Fenchelsaft,
worauf es bebend mir entflieht
und hungrig dann von dannen zieht.
Der liebe Gott, ich g├Ąb was drum,
w├Ąr ich's nicht selbst, es ist zu dumm,
denn gestern sprach die Liese flott
zu mir: O Bernd, O Gott, o Gott.
Weil ich sie eben nicht verstund,
sprach sie: Halt endlich deinen Mund,
sieh zu, dass du jetzt machen tust
das was du machen sollst und musst.







__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Herr M├╝ller
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Feine Meterware

Ich war stets gl├╝cklich, wenn eine Stelle kam, wo ich Luft holen konnte. Die S├Ątze haben es aber auch in sich. Das hei├čt aber nichts Schlechtes, sondern, dass selbige Teils├Ątze sich aneinanderreihen wie Perlen auf die Schnur gezogen. Vom Aufbau her perfekt, denke ich, so weit ich das einsch├Ątzen kann, vom Inhalt her kann man sich streiten.
Ob man die Dinge der Welt , des Lebens wirklich einfacher sieht, wenn der Kopf vollgestopft wird mit dem angeblichen Wissen der Welt? Aber es hat ja jeder seinen eigenen Kopf und die einzigen Menschen die noch was "begreifen" sind unsere Babys.

Herzliche Gr├╝├če
Herr M├╝ller
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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LuMen
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Registriert: Jan 2003

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ein Sack voller Lebensweisheiten

Hallo gareth,

trotz einiger L├Ąngen - ich mu├čte wie Herr M├╝ller ab und zu Luft holen - eine sehr am├╝sante (fast) "wissenschaftliche Abhandlung"!
Im Formalen nur ein einziger kleiner Fehler, jedenfalls soweit ich sehe: Die Pfaffen am Ende der vierten Strophe ordnen sich nicht richtig ein. Um wieder den Jambus aufzunehmen, m├╝├čte eine unbetonte Silbe vorangehen, ein "den" oder auch "solch".

Herzliche Gr├╝├če
LuMen

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