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Leselupe.de > Gereimtes
Vom Nutzen des Sterbens
Eingestellt am 25. 01. 2008 00:49


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gareth
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Wenn einer stirbt, das ist schon recht.
F├╝r einen selber ist es schlecht,

jedoch, f├╝r and┬┤re macht es Sinn.
Denn, wenn ich erst gestorben bin,

steht jedem nun zu sagen frei,
wie ich als Mensch gewesen sei,
beziehungsweise klipp und klar,
das, was von mir zu halten war.

Manch einer macht davon Gebrauch.
Man selber tat┬┤s ja manchmal auch.

Mag sein, man tagt zu sp├Ąter Stunde
und mancher Witz macht seine Runde
und einer hat ein Ding erz├Ąhlt,
das, lebend, dich auf┬┤s Blut gequ├Ąlt,
worauf er die Bemerkung macht:
"Da h├Ątte er jetzt sehr gelacht!"

Sei┬┤s, dass da eine Dame schw├Ârt,
du h├Ąttest heimlich sie begehrt,
der lebenslang du, voller List
entkommen wolltest und auch bist.

Auch denkbar, dass da jemand zischt:
"Na, endlich hat es ihn erwischt!",
um gleich noch mit Entschiedenheit
hinzuzuf├╝gen: "H├Âchste Zeit!"

Doch kann┬┤s auch sein, dass jemand dann,
wenn niemand damit rechnen kann,
in jener Runde leise spricht:
"So lang er lebte hab ich nicht
gewagt, ihm ein Mal zu gestehen,
wie ich es liebte, ihn zu sehen,
das tut mir leid und ihr sollt wissen:
Ich werde immer ihn vermissen."

Auch so, ihr Lieben, kann es geh'n,
und ist es nicht zum Weinen sch├Ân,
dass jemand, weil wir nicht mehr sind
nunmehr den Mut zur Wahrheit find┬┤t
und wir, nachdem wir schon vergangen
erfahr┬┤n, dass man an uns gehangen?

Man kann┬┤s vermutlich nicht mehr h├Âren,
doch will ich mich da nicht beschweren,
und, ├╝berdies, was wei├č denn ich,
ob nicht, wenn unsereins verblich
und einging in die Ewigkeit,
nicht doch was bleibt in Raum und Zeit.

Am Ende komm ich nun zum Schluss:
da jeder endlich sterben muss,
tut man┬┤s am Besten frohen Mutes,
es hat ja, wie geseh┬┤n, auch Gutes.



Version vom 25. 01. 2008 00:49
Version vom 25. 01. 2008 17:45

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gareth
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H├Âchste Zeit zu antworten

Nat├╝rlich freue ich mich sehr, dass Ihr: ENachtigall, anbas und Inu meinem Versuch der leichten Behandlung eines an sich schwerwiegenden Themas etwas abgewinnen k├Ânnt. Und das noch in dem Sinne, in dem es gedacht ist. Das bedeutet mir nat├╝rlich was.

Der Anklang von "B├╝ttenrede", anbas, ist nat├╝rlich nicht gewollt, aber ich kann, glaube ich, nachvollziehen was Du meinst. Und vielleicht spielt bei diesem Anklang auch die Jahreszeit eine Rolle. Eigentlich finde ich es aber auch nicht schlimm, weil es ja auch gute B├╝ttenreden gibt, wenn auch, zugegeben, sehr, sehr selten.

Bei Dir, MDSpinoza, bin ich nicht sicher, ob eine Antwort meinerseits wirklich erforderlich ist. Ich w├╝sste auch nicht recht, was ich sagen soll, wenn ich ehrlich bin. Du hast ja lediglich Deine klare Ablehnung ausgedr├╝ckt, und das ist Dein gutes Recht.

Und zu Deiner Analyse, JoteS:

Eigentlich sind es keine Verse, in die ich das Gedicht eingeteilt habe. Es sind eher eine Art "Sinnbl├Âcke", um in sich geschlossene Gedanken etwas hervorzuheben. Man k├Ânnte das auch lassen, glaube ich.

Was Du mir mit dem Begriff "epigonenhaft" sagen willst, ist mir nicht ganz klar. Ich w├╝rde aber jederzeit einr├Ąumen, dass es f├╝r mich Vorbilder gibt in der Kunst, schwierige Themen humorvoll und in einer einfachen Sprache zu beschreiben. Wenn es das war, dann magst Du recht haben :o)


Soviel f├╝r den Augenblick

gareth

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