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Leselupe.de > Gereimtes
Vom Nutzen des Weibes
Eingestellt am 01. 06. 2005 21:41


Autor
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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Ein Trost- und Ermutigungsgedicht



Ein Mann beendet seine Pflicht
des abends sp├Ąt. Er l├Âscht das Licht,
geht r├╝cksichtsvoll und leis wie immer
ins eheliche Ruhezimmer,
wo seine Frau seit alters her
stets Stunden fr├╝her liegt als er.

Still sucht er sich die rechte Lage,
derweil noch die und jene Frage
sich nicht verschieben l├Ąsst auf morgen
und ihn bedr├Ąngt in Form von Sorgen.

Und w├Ąhrend er noch sinnend wacht,
bewegt sich seine Gattin sacht,
bis g├Ąnzlich au├čerhalb der Decken
ihr R├╝cken liegt und auch ihr Becken.

Nun, erstmals im Kalenderjahr,
nimmt sie der Mann als weiblich wahr,
und f├╝hlt von ihres R├╝ckens Bogen
sich unerwartet angezogen.

Besonders wirkt auf seine Lende
das breite Rund am R├╝ckenende,
das dort im Dunkel sich erhebt
und manchmal weich und lockend bebt.

Da schwindet alles was beschwerlich,
des Mannes Denken wird begehrlich,
erkennbar wirkt das Lustgef├╝hl
Es erigiert, was erektil

Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf:
Es richtet auch die Frau sich auf
und unter ihrem strengen Blick
geht die Entfaltung rasch zur├╝ck.

Knapp wird und freundlich ihm erkl├Ąrt,
was richtig sei und was verkehrt,
dass man im Grunde nicht dagegen,
nur m├╝sst erÔÇÖs fr├╝her ├╝berlegen,

Es sei Zw├Âlf Uhr und Gott befohlen,
die Nacht w├Ąr da, sich zu erholen,
man wolle nichts als seine Ruh ÔÇô
sagtÔÇÖs, dreht sich um und deckt sich zu.

Den Mann erinnert dies fatal
vom Ablauf her ans letzte Mal
und ├╝berdies an das davor.
Ern├╝chtert legt er sich aufs Ohr.

Doch bald hat sich sein Sinn gewandt,
er hat die Chance im Leid erkannt,
steht auf und federnd ist sein Schritt,
als er an seinen Schreibtisch tritt.

Und sieh: nach wenigen Minuten
ist alles auf dem Weg zum Guten.
Es denkt der Mann, die Gattin d├Âst,
und schon ist sein Problem gel├Âst.

Oh, dunkel ist des Schicksals Walten,
Nichts ahnen wir von seiner Macht,
denn was f├╝r lieblos wir gehalten,
das war sein Wirken mit Bedacht.

Um eines Mannes Geist und Streben
in h├Âchste Sph├Ąren zu erheben
allein durch Meidung seines Leibes,
dazu bedarf es eines Weibes.

Moral: es liegt des Weibes Nutzen
nicht nur im Waschen, Kochen, Putzen,
nein, wie man sieht, macht manchmal auch
die Vorsehung davon Gebrauch.

Version vom 01. 06. 2005 21:41
Version vom 20. 05. 2008 14:28

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MarenS
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

Werke: 185
Kommentare: 2033
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Auch wenn ich es inhaltlich absolut nicht f├╝r meine Person als nachvollziehbar betrachte....es ist einfach k├Âstlich!

Humorvoll-ironisch mit einem Schu├č ordentlicher Boshaftigkeit, getarnt durch "hebend lobende" Worte ├╝ber das Weib...Klasse!

Wehe dem Manne, dem dieses Weib "zur Seite steht" oder besser "liegt"!!!

Hmpf... eigentlich hatte ich ja erwartet, das es ein trivialeres Ende n├Ąhme...er geht zu sienem Schreibtisch, an den PC und ruft entweder Pornoseiten auf oder l├Ąsst sich in einem Chat helfen...
...aber nein, der Gute, stets Arbeitende, treu Sorgende, sich immer M├╝hende, er findet ob der Abweisung die L├Âsung seiner Probleme...sehr sch├Ân, dass l├Ąsst mich erneut sehr breit grinsen!

Ein rundum gelungenes Werk, da f├╝r mich auch der Ausdruck wie der Fluss nichts zu w├╝nschen ├╝brig lassen...danke...

schmunzelt Maren



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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Das ich Deinem Werk durchaus "Schmunzelpunkte" gebe hei├čt nicht, dass ich dem Inhalt zustimme! Du beschreibst da sicher einen totalen Ausnahmefall!!!
LG IKT

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Gareth,

der Schluss hat mich etwas entt├Ąuscht. Alles Vorangegangene lie├č mich f├╝r das Ende mehr erhoffen. Die Pointe ist sehr kurz und m.E. auch ein wenig flach, nach der sch├Ânen Einleitung und der l├Ąngeren, auch sehr am├╝santen Beschreibung. F├╝r mich liest sich das Ende in der Art, dass sich der gute Mann an seinen Schreibtisch setzt und dort entweder anf├Ąngt zu arbeiten oder zu schreiben. Im Zuge dessen wird die Frau gelobt, ob ihrer Weitsicht, die daf├╝r gesorgt hat, dass der Mann flei├čig und strebsam bleibt. Vielleicht auch falsch interpretiert, doch in diesem Sinne lie├č mich das Ende etwas "erwartungsschwanger" zur├╝ck.
Nichts desto Trotz, sehr sch├Ân gereimt - wie immer - dar├╝ber hinaus fl├╝ssig zu lesen.
LG
Sandra

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Sunny Rose
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2005

Werke: 51
Kommentare: 131
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Hallo Gareth,
einfach nur Klasse!

Viele liebe Gr├╝├če
Sunny Rose

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10343
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Lieber gareth,

├╝berzeugend ist Dein Text durch die Worte "seit alters her",
denn bei einem j├╝ngeren Liebespaar w├Ąre die Angelegenheit anders ausgegangen.

Sehr am├╝sant finde ich die Beschreibung der entsprechenden Werkzeuge, auch die Erw├Ąhnung der vorangegangenen Male.

Wenn sich die Geschichte schon ├Âfter so zugetragen hat, ist der Schluss einleuchtend und der arme zersorgte Mann, der ja eigentlich auch sowieso nicht wollte, hat nun doch noch die Gelegenheit, seine Angelegenheiten zu durchdenken, zu ordnen und vielleicht (durch die eingesparte Energie) den kreativen Funken zu finden, der alles pl├Âtzlich auf die Reihe bringt.

Mich st├Ârt eigentlich nur: "Was wir am Weib f├╝r lieblos halten". Du hast die Frau nicht als lieblos geschildert, sie schien eher nicht besonders spontan zu sein. Und da es sich um Deine Schlussaussage handelt, finde ich das doch schade.

Oh, dunkel ist des Schicksals Walten.
Wird Liebesspiel uns vorenthalten,


Wenn es so oder ├Ąhnlich da st├╝nde, h├Ątte es mich ├╝berzeugt.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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