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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Vom Versuch blinder Hühner perfekte Körner zu finden
Eingestellt am 30. 11. 2005 23:38


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SpookyKid
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2005

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Vom Versuch blinder Hühner perfekte Körner zu finden.

Wir sind uns ihrer Existenz durchaus bewusst.
Schließlich treffen wir sie täglich.
In der U-Bahn auf dem weg zur Arbeit, im Bistro beim Kaffee mit Freunden, beim Einkaufen fürs Abendessen, einfach überall.
Sie arbeiten als hochbezahlter Geschäftsmann, weniger hochbezahlte Friseurin oder sind gar nichtbezahlte Arbeitslose.
Sie sind in Deutschland inzwischen schon ein nicht zu verachtendes Grüppchen von, laut der Single-Studie 2005 von PARSHIP.de, 11,2 Millionen. Und sie vermehren sich täglich!
Auch ich zähle mich zu dieser Truppe. Ich gehöre in den „Club der einsamen Herzen“, zu den „heartbroken Anonyms“, oder schlicht und einfach: zu den Singles.
Ich kann nicht gerade behaupten dass ich begeisterter Member dieses Vereins bin.
Schließlich kann ich bei meinem Lieblingschinesen nie die Ente bestellen, denn diese ist ausschließlich für 2 Personen. An Knorr-Fix-Tüten muss ich im Supermarkt strikt vorbeigehen, denn auf der Packung ist deutlich „für 2 bis 3 Personen“ zu lesen. Und auf Post mit dem Adressen-zusatz „An die Eheleute…“ kann ich lange warten.
Aber wenigstens bin ich mit diesen Sorgen nicht allein, denn es „leiden“ immerhin ungefähr 11.199.999 weitere Singles mit mir.
Doch woran liegt das? Warum haben wir keinen Partner? Warum finden wir einfach nicht unseren berüchtigten Deckel?
Ein sicherer Grund sind unsere Erwartungen, die wir an unser mögliches Gegenstück stellen.
Liest man beispielsweise die Kontaktanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften glaubt man die Anoncierenden wären auf der Suche nach gottesänlichen Geschöpfen. Gemischen aus den Körpern von Bratt Pitt und Angelina Jolie, der Intelligenz von Albert Einstein und dem Charakter Mutter Theresas.
Wie unwarscheinlich es ist, ein „intelligentes, geistreiches, attraktives, tier- und kinderliebes Schmusekätzchen im besten Alter, Naturverbunden, aktiv, lustig und spontan“ zu finden scheinen sie dabei völlig ausser Acht zu lassen.
Ein Gespräch mit meinen Freundinnen Alina und Johanna, absolut Singel und absolut großartig, bei Tiefkühlpizza (endlich mal keine Singel-packung) und Wein darüber brachte die bisher interessantesten Eigenschaften die man an einen Partner stellen kann zutage, von denen ich bisher gehört habe.
So möchte Johanna ausschließlich eine Beziehung mit einem Mann eingehen, der die passenden Hosen trägt. Ein Typ, der seinen Hintern also nicht in Baggyhosen bettet kommt meiner Freundin nicht ins Haus, geschweige denn ins Bett.
Die Hose spielt für Alina nicht die größte Rolle, wohl aber das, was darin zu finden ist.
Auf die Frage hin, warum sie nicht diesen gutaussehenden, netten Typen im passenden Alter, der absolut auf sie abfährt nimmt, antwortete sie nur trocken „der hat einen Hintern, der kleiner ist als meiner!“
Aha. Also ist nun auch schon die Anatomie des Pos ausschlaggebend, ob ein Mann sich für eine Beziehung eignet.
Ein bisschen weniger anspruchsvoll ist da schon Margarete. Nachdem sie, wie ich bei einem gigantischen Kalorienbecher im Eiscafé erfuhr, sich doch einmal getraut hat, auf eine Annonce zu antworten, die eben nicht so klang wie das oben genannte Beispiel, wurde sie bitter enttäuscht.
Zwar konnte der Anblick des Mannes in einer grünen Windjacke (Anm. d. Autors: Tod dem Erfinder der Windjacken!) sie nicht vergraulen, doch das Gespräch tat sein Übriges.
Der nette Herr, nennen wir ihn mal Mr. X, wohnte mit seinen 49 Jahren nämlich noch bei seiner Mutter.
Auf die Frage hin, was er denn für Hobbys und Interessen habe antwortete er nur „Ich habe da mein Aquarium…“ - weiter nichts. Soso. Mr. X wohnt also „oben bei Mutti“ und hat „sein Aquarium“.
Das wäre wahrscheinlich nicht die aufregenste Liaison ihres Lebens gewesen, also suchte Margarete das Weite.
Verständlich, wie ich finde.
Zwar sollten wir eventuell nicht unbedingt auf Beinbekleidungen und Körperteilbeschaffungen bei der Suche unseres Partners achten, doch was zu viel ist, ist zu viel.
Doch was ist denn eigentlich zu viel? Wann müssen wir kapitulieren und die Widrigkeiten unseres Gegenübers hinnehmen?
Mama weiss, während des Wäschezusammennehmens, wie immer Rat:
„Ohne Zugeständnisse in der Partnerschaft geht es nicht. Schließlich bist auch du nicht ohne Fehler…“
Stimmt. Gerade ich bin nicht ohne Fehler. Ich habe zum beispiel keinen blassen Schimmer von Chemie, Physik und Technik, meine Wage zeigt nie das Idealgewicht an und wenn ich essen gehe werfe ich grundsätzlich etwas um oder mache mir gigantische Flecken auf die Garderobe. Trotzdem will ich geliebt werden.
Also sollten wir hinnehmen, wenn der mögliche zweite Schuh des Paares zu große Ohren hat, nicht weiss was die Antimaterie ist oder wie sie funktioniert und wenn er in Gottes Namen beim Sex die Socken anlassen will.
Nur wenn wir unserer besseren Hälfte Fehler erlauben, kann aus dem Ich ein Wir werden.
Oder eben aus der Mikrowellen-Lasagne für eine Person, eine knusprige 2er-portion Ente beim Chinesen.

__________________
ich tanz in die zukunft,
liebe das leben,
feier im zwielicht.

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jon
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Registriert: Nov 2000

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Bitte UNBEDINGT noch mal in Sachen Rechtschreibung und vor allem Kommasetzung durchgehen! Und: Lieber weniger Absätze (, manchmal scheint die Absatz-Taste automatisch an den Punkt gekoppelt zu sein), dafür aber vielleicht Leerzeilen zwischen den Absätzen

…mehr hab ich an Handwerklichem im Moment nicht auszusetzen.



Nur ganz kurz was zum Inhalt:
Ach je (*), schon wieder jemand, der „wir achten zu sehr auf Äußerlichkeiten!" als Kern des Single-Überschuss-Problems ansieht …

(*)
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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