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Leselupe.de > Kindergeschichten
Vom kleinen Engel Fabian
Eingestellt am 12. 11. 2006 13:47


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maerchenhexe
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Vom kleinen Engel Fabian

Es war kurz vor Weihnachten, und wie jedes Jahr riefen die Posaunen im Himmel zur großen Engelparade. Alles, was FlĂŒgel hatte, eilte herbei und stellte sich auf in Reih’ und Glied. Heute wĂŒrde das Christkind nĂ€mlich die Engel aussuchen, die es auf seiner Erdenreise am Heiligen Abend begleiten durften.

Nikolaus, Ruprecht, die Erzengel und Petrus hatten bereits auf den ZuschauerbĂ€nken Platz genommen, als noch ein kleiner verspĂ€teter Engel hereingeflattert kam. Es war Fabian, der mit seinen kurzen StummelflĂŒgeln immer langsamer als die anderen war. Schnell stellte er sich in die Engelreihe, da ging auch schon die TĂŒr auf, und das Christkind kam herein.

„Sei gegrĂŒĂŸt, meine liebe Engelschar“, rief es mit glockenheller Stimme. „ Viele von Euch werden mich in diesem Jahr begleiten dĂŒrfen, denn die Zahl der Geschenke, die es zu verteilen gilt, ist wirklich groß. Nun lasst einmal sehen! Ihr zwei hinten rechts, ihr drei vorne links, ihr fĂŒnf aus der Mitte, und du, kleiner Willibald darfst auch mit, weil dein Haar so wunderschön lang und golden ist.“

Nachdem das Christkind noch weitere zehn Begleiter ausgesucht hatte, wandte es sich wieder allen zu und sagte freundlich: „ Ich habe nun alle Engel ausgewĂ€hlt, die mich in diesem Jahr begleiten dĂŒrfen. Den anderen danke ich fĂŒr ihr Kommen. Wir sehen uns dann wieder im nĂ€chsten Jahr.“ Schon war das Christkind fort und die Engelsparade beendet.

Fabian stand da mit hĂ€ngenden FlĂŒgelspitzen, und seine Haare standen noch borstiger vom Kopf ab, als an allen anderen Tagen. Eine dicke silberne TrĂ€ne kullerte ihm ĂŒber das Gesicht und er dachte:“ Ich werde wohl nie ausgesucht werden. Das Christkind ĂŒbersieht mich Jahr fĂŒr Jahr. Aber wer will auch schon einen Engel mit kurzen StummelflĂŒgeln und abstehendem Borstenhaar?“

Traurig verkroch er sich in den letzten Winkel des Himmels und weinte leise vor sich hin. Dort fand ihn dann auch der Oberengel Kunibert, der Fabians Schluchzen gehört hatte. Kunibert war Mitglied des Engelrates, und ihm erzĂ€hlte der kleine Engel nun seinen großen Kummer. „ Weißt du“, schniefte Fabian, „ ich wĂŒnsche mir nichts mehr, als ein einziges Mal Begleitengel des Christkinds zu sein.“

„ Armer kleiner Fabian“, sagte Kunibert, “ du hĂ€ttest eher mit mir sprechen sollen. Also pass gut auf! Als Begleitengel musst du lange goldene Haare und wunderschöne, große, zarte FlĂŒgel haben. Beides erhĂ€ltst du aber nur, wenn dich ein Kind, so wie du jetzt bist, zu Weihnachten als Spitzenengel auf einen Tannenbaum setzt. Also, fasse Mut, flieg zur Erde und sieh, ob du ein Kind findest.“

Bei diesen Worten keimte große Hoffnung in dem kleinen Engel auf. „Danke, danke lieber Kunibert, “ rief er, „ ich will sofort auf die Erde fliegen und mein GlĂŒck versuchen.“

In Windeseile zog Fabian seine Reisesandalen an und flatterte zur Erde. Und weil er mit seinen FlĂŒgelchen nicht richtig steuern konnte, landete er mitten in der Stadt vor der TĂŒr eines Weihnachts- und Geschenkladens. Eine Frau, die vorĂŒberging, wĂ€re fast auf ihn getreten, sah ihn aber Gott sei Dank im letzten Augenblick und hob ihn auf. „Na“, dachte sie laut, „du bist aber wirklich ein hĂ€sslicher Engel, dich wĂŒrde ich nie auf die Spitze meines Weihnachtsbaums setzen. Vielleicht hat dich ja jemand hier im GeschĂ€ft gekauft und dann weggeworfen.“

Mit den Worten: „ Den hĂ€sslichen Kerl habe ich gerade vor ihrem Laden gefunden“, stellte sie Fabian vor die Besitzerin auf die Theke und verschwand.

„ HĂŒbsch bist du aber wirklich nicht“, sagte Frau Herzberger, der das LĂ€dchen gehörte, wĂ€hrend sie den kleinen Engel betrachtete. Aber du bist nun einmal ein Engel, also stell ich dich ins Regal zu den anderen.“

Den kleinen Engel fasste schon wieder leichte Verzweiflung, als er sich nun im LĂ€dchen umsah. Es gab den herrlichsten Weihnachtsschmuck zu kaufen; goldenes und weißes Engelhaar, dicke rote und silberne Kugeln, Weihnachtskrippen und natĂŒrlich Engel! So viele Engel gab es hier, kleine, große, Krippenengel und Spitzenengel fĂŒr den Tannenbaum – und alle hatten lange goldene Haare und zarte große FlĂŒgel.

Fabians Hoffnung sank erheblich. „ Zwischen all den wunderschönen Figuren wird mich hier auch keiner nehmen“, dachte er wehmĂŒtig.

Dann kam der „Heilige Abend“. Bis zum Mittag hatten die GeschĂ€fte noch geöffnet, und die Menschen liefen eilig durch die Stadt, um die letzten Besorgungen zu erledigen. Auch in Frau Herzbergers WeihnachtslĂ€dchen gab es an diesem Morgen viel zu tun, und Tine, ihre kleine Tochter, war auch da und half ihrer Mutter, so gut sie konnte. Dauernd kamen Leute herein, die nach Christbaumkugeln und Spitzenengeln fĂŒr ihren Weihnachtsbaum fragten, und ein Regal nach dem anderen leerte sich.

Als Frau Herzberg am Mittag den Laden schloss, stand Fabian mutterseelenallein in dem großen Regal und weinte still vor sich hin. Alles war umsonst gewesen, niemand hatte ihn gewollt. Er war einfach zu hĂ€sslich. In seinem Kummer hatte er nicht bemerkt, dass Tine vor das Regal getreten war und ihn genau ansah. „ Mama, “ sagte sie plötzlich zu ihrer Mutter, „ ich glaube, dieser kleine Engel weint. Er ist bestimmt traurig, weil ihn niemand am heiligen Abend als Spitze auf seinem Tannenbaum haben will. Aber ich möchte ihn, Mama! Ich wĂŒnsche mir, dass er heute Abend auf der Spitze unseres Tannenbaumes sitzt und glĂŒcklich ist“. „Aber Kind“, entgegnete Frau Herzberger, „es ist doch nur eine Figur, und die kann nicht weinen. Doch wenn es dir Freude macht, nehmen wir ihn.“

Fabian konnte nicht glauben, was er da hörte, und sein kleines Engelherz schlug in rasendem Stakkato. Und tatsĂ€chlich! Tine nahm ihn behutsam aus dem Regal und trug ihn in die Wohnung hinauf, die ĂŒber dem WeihnachtslĂ€dchen lag.

Und am Heiligen Abend thronte er auf der Spitze des Tannenbaums und blickte mit leuchtenden Augen auf die Kugeln, Girlanden und Kerzen unter sich. Den ganzen Abend jubelte und sang er vor sich hin und war glĂŒcklich wie nie in seinem Engelleben.

Er schaute gerade wohl zum tausendsten Mal auf die brennenden Kerzen unter sich, als ihn etwas an der Nase juckte; ein langes goldenes Haar hatte sich an seiner Nase verfangen und kitzelte ihn nun! Da kannte seine Freude keine Grenzen mehr.

Am Dreikönigstag flog Fabian wieder in den Himmel zurĂŒck mit großen zarten EngelsflĂŒgeln, und sein langes, goldenes Haar bauschte sich im Flugwind.

Und im folgenden Jahr wurde er bei der Engelsparade als erster vom Christkind ausgesucht.






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flammarion
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einfach

zum heulen schön. nur die interpunktion ist nicht korrekt. nach punkt, komma, doppelpunkt kommt ein leerfeld, aber nie nach anfĂŒhrungszeichen unten. korinthenkacker, ich weiß.
ganz lieb grĂŒĂŸt

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Old Icke

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