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Leselupe.de > Kurzprosa
Vom rechten Augenblick des Glücks
Eingestellt am 28. 04. 2008 18:12


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Odilo Plank
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

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Vom rechten Augenblick des Glücks

Es gibt Leute, die behaupten, das Glück sei ein Rindvieh und suche seinesgleichen. Diesen traurigen Verlierern wollen wir nicht zustimmen.
Ich stimme nicht zu, obwohl damals die Einzig-richtige, bei der es mir wie Schuppen von den Augen fiel – zwei Monate zu spät kam. Seit dieser Zeit habe ich eine tiefe Abneigung vor fallenden Schuppen.

Die alten Griechen hatten ein Wort für wunderbare Begebenheiten im Leben: kairós. Man ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort – und tut das Richtige. Sie hatten ein Wort. Also waren sie der Meinung, dass es so etwas gebe – nicht gäbe. Der Konjunktiv 2 ist ein heimtückischer Bursche: Ja, wenn ich damals da gewesen wäre… Er gaukelt uns vor, das Leben sei angefüllt mit verpassten Gelegenheiten, so als ob man ein Leben mit Löchern anfüllen könnte. Die Franzosen formulieren: Si j´avais été là…Wenn ich da gewesen war … Ich war aber nicht.

Da fällt er mir ein, dieser Augenblick unfassbaren Glückes. Ich war da, zur rechten Zeit – und tat das Richtige.

Im Radio war eine Tenorstimme zu hören, aus einer Art Operette. Der Mann sang: Ich bin nur ein armer Wandergesell, gute Nacht liebes Mädel, gut´Nacht… Mehr weiß ich davon nicht, mehr will ich nicht wissen. In diesem Augenblick erschien mir unsagbar schön, was er sang. Und auf dem Tisch stand ein Teller süßer Haferflockensuppe mit Dörrobst. –

Seit dieser Zeit bin ich auf der Suche nach einer solchen Suppe, nach einer solchen Musik. Seit meiner Kindheit bin ich auf der Suche.



__________________
Odilo P.
"Wer über sein Leid spricht, tröstet sich bereits." A. Camus

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