Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
248 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Vom rechten Unrecht
Eingestellt am 01. 10. 2008 17:50


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Was ihr auch immer nehmt, sei euch gegeben.
Euch sei auch das geschenkt, das unverdient
Erschlichen. Wenn ihr dabei h├Ąsslich grient,
Die Beute sei die eure. Und vergeben,

Vergessen sei die Tat. Und wen ihr mimt,
Den Heuchler, Hehler oder auch den Henker,
Es ├╝bersieht euch heut der Weltenlenker,
Dem letztes Urteil ├╝ber euch geziemt.

Ihr habt es euch genommen, weil ihr glaubt,
Da├č alles dem geh├Ârt, derÔÇÖs nimmt und raubt.
Die Tage kommen, da wird euch genommen.

Dann klagt ihr selbst. Die Stimmen wird man h├Âren:
Ihr werdet laut das gleiche Recht beschw├Âren,
Das erst durch euch zur Farce ist verkommen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 01. 10. 2008 17:50
Version vom 02. 10. 2008 14:23
Version vom 06. 10. 2008 15:05

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
Kommentare: 242
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Tag, Walther.
Erst einmal ein paar kleine Anmerkungen zum im Ganzen nicht ungelungenen Sonett:



quote:
Was ihr auch immer nehmt, sei euch gegeben.
Euch sei auch das geschenkt, das unverdient
Erschlichen. Wenn ihr dabei h├Ąsslich grient,
Das Grienen liest sich hier etwas erzwungen ... Zumal es inhaltlich nicht an diese Stelle pa├čt.
Auch w├╝rde ein H├Ârer des Gedichtes "Erschlichen, wenn" h├Âren.

Die Beute sei die eure. Und vergeben,

Vergessen sei die Tat. Und wen ihr mimt,
Den Heuchler, Hehler oder auch den Henker,
Es ├╝bersieht euch heut der Weltenlenker,
Dem ja das Urteil ├╝ber euch geziemt.
Das betonte "ja" ist ung├╝nstig. K├Ânnte man durch ein anderes, besser zur Betonung geeignetes F├╝llwort wie z.B. "einst" ersetzen.

Ihr habt es euch genommen, weil ihr glaubt,
Dass alles dem geh├Ârt, derÔÇÖs nimmt und raubt.
Die Tage kommen, da wird euch genommen.

Jetzt klagt ihr selbst. Die Stimmen wird man h├Âren.
Dann werdet ihr das gleiche Recht beschw├Âren,
Das erst durch euch zur Farce ist verkommen.

Insbesondere die beiden Dreier gefallen mir - und das ist insofern selten, da die meisten Sonett-Konstrukteure oft in den Vierern was Nett-Lyrisches schreiben, was die gerne gezwungenen Endverse nicht ein-/aufl├Âsen.

Was etwas unlogisch ist:
"Die Tage (werden) kommen", aber jetzt schon klagen der/die Adressat/en, die das Recht aber noch nicht beschw├Âren, sondern erst "dann".
Ich w├╝rde eher auf den Binnenreim kommen/genommen verzichten, wenn das Resummee in der Gegenwart stattfinden soll - dann m├╝├čte auch die vorletzte Zeile in die Gegenwart.
Oder das Fazit in die Zukunft legen und das "Jetzt" (z.B. durch "einst") entsprechend ersetzen.

Bearbeiten/Löschen    


viktor
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2007

Werke: 117
Kommentare: 309
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um viktor eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

toller text, walther,
die kleineren formalen holperer st├Âren mich nicht, allzu brennend ist der inhalt.
du brauchst nicht auf china oder russland zu verweisen - wir kennen nicht wirklich die dortigen verh├Ąltnisse, nur das, was die medien uns dar├╝ber servieren.
es reicht absolut, die hiesigen, real beobachtbaren verh├Ąltnisse zu betrachten, da herrscht genug dekadenz und gattungsverrat.
m├Âgen die letzten vier zeilen deines sonetts sich bewahrheiten...
liebe gr├╝├če
viktor

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Cosi,

vielen Dank f├╝r Deinen Eintrag. Fangen wir einmal "hinten" an:

quote:
Dann klagt ihr selbst. Die Stimmen wird man h├Âren.
Dann werdet ihr das gleiche Recht beschw├Âren,
Das erst durch euch zur Farce ist verkommen.
Es gab diese Version in der Tat. Ich hatte sie wegen des doppelten "Dann" verworfen, sehe aber durchaus Deine Argumente f├╝r diese Version. Das "da├č" habe ich verbessert, Asche auf mein Haupt, ist mir schon lange nicht mehr passiert. Also: wieder besser aufpassen, wer sich zu sicher ist, wird erst nachl├Ąssig und dann daf├╝r bestraft. Hier k├Ânnte man sich mehrere Varianten vorstellen. Diese gab es schon: Vergessen sei die Tat. U
quote:
nd wen ihr mimt,
Den Heuchler, Hehler oder auch den Henker,
Es ├╝bersieht euch heut der Weltenlenker,
Dem doch das Urteil ├╝ber euch geziemt.
Sie hatte ich verworfen, weil das "Doch" in der damaligen Textversion doppelt war. Die Feinjustierung hat dieses zweite "Doch" ├╝berfl├╝ssig gemacht. Also k├Ânnte man sie nun w├Ąhlen, diese Variante.

Eine weitere w├Ąre z.B.: Vergessen sei die Tat.
quote:
Und wen ihr mimt,
Den Heuchler, Hehler oder auch den Henker,
Es ├╝bersieht euch heut der Weltenlenker,
Dem letztes Urteil ├╝ber euch geziemt.
Ich bin mir noch ein wenig unschl├╝ssig, werde das aber sicherlich in der einen oder anderen Weise die Tage noch umbauen.

Lieben Dank f├╝r Deine Hinweise.

Bester Gru├č W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Viktor,

danke f├╝r Deinen Eintrag. Ich habe das Gedicht nochmals ein wenig umformuliert. So sind einige Schw├Ąchen hoffentlich beseitigt.

Dank an alle f├╝r Hinweise, Tipps und Anregungen.

Lieber Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
Kommentare: 242
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Scheint jetzt soweit ein gelungenes Gedicht zu sein - und auch zeitloser als vorher.

Indes:
>>Dass alles dem geh├Ârt<<
denke ich immer noch ...

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi Cosi,

danke. Dieses "Da├č /Dass" bringt mich noch um den Verstand! Jetzt habe ich es auch in der Worddatei korrigiert. Also k├Ânnte jetzt das Zeitalter der richtigen Grammatik auch dieses Gedicht ereilt haben.

Lieber Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!