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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Von Begegnungen
Eingestellt am 15. 01. 2002 22:50


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Joanne
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

Werke: 5
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Wir trafen uns in der Silberkammer. Morgens um neun. Wobei ich mich immer noch fragte, warum sie die Gurken hier l├Ąngs schnitten.
Weiterhin tat es auch nichts zur Sache, dass ich es f├╝r n├Âtig hielt, noch einmal innezuhalten, bevor ich das Museum betrat. Ich wusste nicht, was mich erwarten w├╝rde. Angst hatte ich nicht. Nur ein sehr merkw├╝rdiges, mich irgendwie bedr├Ąngendes Gef├╝hl. Ich betrachtete den Einband des G├Ąstebuches am Eingang. Wie viel M├╝he sich die Leute doch gaben. Was machte es schon f├╝r einen Sinn, sich in ein solches B├╝chlein einzutragen? Wahrscheinlich mussten die Leute ihren perversen Gedanken freien Lauf geben, indem sie einfach unverst├Ąndliche Dinge hineinschrieben. Es w├╝rde ja eh niemand mehr darin lesen. Die leise Musik stimmte mich gl├╝cklicher. Was hatte ich schon zu erwarten? Meine Knochen taten ein wenig weh, mein Hals f├╝hlte sich trocken an. Die kleine Cognac-Flasche, welche ich eben noch schnell in diesem teuren Spirituosenladen gekauft hatte, stie├č immer wieder leicht gegen die Verschl├╝sse meiner Tasche. Meine Hose sa├č locker und f├╝hlte sich bequem an, meine Lungen verlangten nach einem weiteren Genussmittel. Ich will nicht sagen, dass ich abh├Ąngig war, aber dieses leichte Verlangen lie├č sich nicht allzu einfach wieder abstellen. So griff ich nach der silbernen Schatulle, welche ich stets in meiner rechten Anoraktasche trug. Ich ├Âffnete sie, verteilte ein wenig Tabak in einem franz├Âsischen Bl├Ąttchen und drehte. Kein Prachtst├╝ck, wie immer. Meine H├Ąnde zitterten einfach zu sehr. So war das nun mal. Mein stumpfes Feuerzeug, einst ein wertvolles Geschenk einer l├Ąngst verflossenen Liebe gab dieses wohlig schnarrende Ger├Ąusch von sich und meine Lungen f├╝llten sich mit belebenden Stoffen. Ich atmete tief durch und betrat die Silberkammer der Hofburg in Wien.


Schon immer ein Liebhaber der Kunst, der sch├Ânen Dinge im Leben, der Literatur...
Und dennoch war ich immer wieder erstaunt. Ich war nicht zu fr├╝h gekommen, denn hier hatten wir uns verabredet. Ich konnte ihn schon sehen, als ich den langen Flur betrat, an dessen Ende er auf einem Stuhl, angelehnt an das weiche Samt, sa├č.
Ich fragte mich derweil, ob es wirklich Sinn ergeben w├╝rde, weiterzugehen.
Verfestigt in dem Glauben, der Hoffnung, dass dieses Treffen uns in der Zeit zur├╝ckbringen w├╝rde, neue Erkenntnis offenbarte, schritt ich den Gang entlang. Doch schon jetzt wusste ich, das all das unwiederbringlich vergangen war. Fest verriegelt. Unzug├Ąnglich. Als ich vor ihm stand, war alles ruhig. Um uns die Schmuckst├╝cke der l├Ąngst dahingeschiedenen Kaiser und K├Ânige. Der Armen und Reichen. Die H├Ąnde in meinen Anoraktaschen, die Schatulle und das Fl├Ąschchen sp├╝rend stand ich da. Ich betrachtete sein Gesicht. Ich erkannte es. Seine H├Ąnde. Sein Stil hatte sich ein wenig ver├Ąndert. Wir geh├Ârten nicht hierhin. Wir kamen nicht von hier und dennoch begegneten wir uns an genau dieser Stelle. Wir sagten nichts. Es war so unheimlich still. Sehnsucht ├╝berkam mich. Ich w├╝nschte, ich h├Ątte diesen Moment verhindern k├Ânnen. Wir befanden uns nicht mehr in der Silberkammer. All die wertvollen St├╝cke, alles verschwand. Die Zeit bewegte sich. Wir sa├čen uns gegen├╝ber, schwiegen. Ich vor ihm, auf dem wei├čen Stuhl. Ich sah ihn an. Ich liebte ihn. Doch etwas war geschehen. Ich war verletzt und versto├čen. Wir schwiegen uns an. Niemand bewegte sich. Ich betrachtete sein Gesicht, sah in seine Augen. Die Grausamkeit gewann an Bedeutung. Ich wollte schreien. Aber nichts blieb. Stumm. Es wurde laut. Immer lauter. Ich drehte mich um, sah weg. Und ohne, dass wir auch nur ein Wort gesprochen hatten, rannte ich davon. Und ich renne immernoch...

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Marc Mx
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2000

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Etwas zu verworren

Der Text l├Ą├čt sich locker und leicht lesen. Die Gedanken der Protagonistin ziehen mich in den Text hinein. Und doch finde ich es etwas zu verworren...

"...Wobei ich mich immer noch fragte, warum sie die Gurken hier l├Ąngs schnitten..."
Denk "sie" das am Anfang? Es klingt eher wie aus der Vergangenheit, genau wie das "Wir trafen uns..."
Doch wenn "sie" (siehe Schlu├č "...Und ich renne immernoch...") immer noch rennt, klingt der Anfang dazu total unpassend!

Au├čerdem bleibt f├╝r mich ein bi├čchen zu viel im Dunkeln... Der Text gibt inhaltlich nicht genug her, um in meinen Augen als Kurgeschichte gelten zu k├Ânnen!(?)

Viele Gr├╝├če

MarcPlanet.de

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