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Leselupe.de > Kurzprosa
Von Blicken und Wegen
Eingestellt am 06. 04. 2007 10:48


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ledsgo
???
Registriert: Apr 2007

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Ein unsicherer Blick nach hinten, wo die ausbleibende Gefolgschaft steht, ganz fern bereits, als w├Ąren sie nichts weiter, als das, was sie waren; und dabei sind sie noch, ganz hinten, dort, wo er nicht mehr sein wollte, wovon sich selbst zu befreien die Intention war. Und nun, dieser Blick nach hinten, und pl├Âtzlich realisiert er: er befreite sich von seinen Liebsten, und doch, zur├╝ckgehen kann er nicht, niemand kann zur├╝ck; in die Vergangenheit zu fl├╝chten, weil man die Zukunft f├╝rchtet, man macht das nicht. Nicht heute, nicht zur Zeit des Fortschritts. Der Blick, nocheinmal gewendet, auf die Kurven, die Berge und T├Ąler der Vergangenheit, auf die Mediteranen Hochs und Skandinavischen Tiefs, kurz: auf das, was man ein halbes Leben nennt.
Man sagt, die ersten 20 Lebensjahre vergingen gleich schnell, wie die Zeit von 20 bis zum bitteren Ende. Das halbe Leben also, vorbei, und was bleibt davon? Eine Matura, ein Haufen schlechter Freunde, guter Feinde, falscher Liebe, alternde Eltern; Erinnerungen an eine Zeit, die irgendein Hirnmechanismus nun hinstellt, als w├Ąre sie so wunderbar gewesen, an die Schule, die er hasste, und derer er sich heute sehnt, weil er Vergangenes kennt, weil er nostalgisch, weil er sehns├╝chtig, weil er ein Tr├Ąumer ist.
2 Grabsteine, es waren seine Gro├čeltern, eine tote Katze, 200 paar Socken; ein Leben zu Gast bei sich selbst. Er f├╝hlte sich, als w├Ąre er sein eigener Beobachter, als w├Ąre er Supervisior in dem Film, der sein Leben war, als f├╝hrte er Regie und spielte die Hauptrolle, obwohl er das Drehbuch nicht kannte.
Nun der Blick, nach vorne, der Weg gabelt sich, es gibt kein \"als- auch\", es gibt nur \"entweder- oder\". Die Optionen sind klar, die ├ťberlegung einfach, und doch, es ist immer Verzicht, der Gunst entstehen l├Ąsst. Er wei├č, er ist erwachsen, da nun nichts mehr geschenkt wird, er wei├č, alles was er bekommt, muss er anderswo geben, und so ist das: als 18 j├Ąhriges Kind beim Rauchen erwischt, mit 20 entscheiden, was man mit seinem Leben machen will, in welche Richtung zu wandern besser ist, zu wissen, was man soll. Seine Eltern, sie sagten ihm, er m├╝sse selber wissen, was er will, was f├╝r ein Schwachsinn, denkt er, als w├╝sste man selber am Besten, was man wollte, als w├╝rde man sich selbst besser kennen, als irgendjemand, der Einen gar nicht kennt. Dass er seine eigenen Fehler machen wolle, erkl├Ąrte er seinen Eltern, als er Auszog, zu fr├╝h, wie er jetzt wei├č, und bis auf diesen, waren nicht viele Fehler gemacht, alles schien ihm so unkonkret, als k├Ânnte es, weil es keine klare Bedeutung hatte, gar kein Fehler sein. Und nun bleibt er stehen, in drei Welten, mit drei Wegen. Warten ist alles, warten, und hoffen das die Entscheidung sich selbst trifft, ein kleines Stolpern nur, und pl├Âtzlich eine Richtung eingeschlagen zu haben. Warten, nichts passiert, die Zeit vergeht, sie wird verschwendet, obwohl sie das h├Âchste Gut sei, sagt man. Und so wartet er, um nicht entscheiden zu m├╝ssen, um nichts Falsch zu machen, denn zum ersten Mal m├╝sste er konkret werden und kann es nicht, er wartet, er spannt sich zwar selber auf die Folter, denn warten, das meint immer Vollkommenheit zu suchen, die es nicht gibt, und doch, es ist ihm lieber, zu warten, als von seiner Freiheit gebrauch zu machen.

__________________
Ich hoffe, du verstehst ein wenig vom Leben, denn vom Sterben hast du keine Ahnung.

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Haremsdame
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Hallo ledsgo,

die Unentschlossenheit Deines Lyrichs ist sp├╝rbar.
Die langen Abschnitte machten es mir allerdings schwer, Deinen Text bis zu Ende zu lesen. Kam da ├╝berhaupt ein Punkt drin vor?
Die Gedanken vor der n├Âtigen Entscheidung, wohin es nun weiter geht, beschreibst Du sehr eindringlich. Sie hielten mich dann doch bei der Stange.
Vielleicht gelingt es Dir noch, sie etwas besser zu strukturieren? Vielleicht ist es auch noch zu fr├╝h f├╝r Deinen Text? Vielleicht brauchst Du noch ein bisschen mehr Abstand?
Der Titel spricht mich nicht sonderlich an. Der m├╝sste irgendwie k├╝rzer und pr├Ągnanter sein... Vielleicht: "Am Scheideweg" oder "Aufbruch"?
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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ledsgo
???
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Hallo Haremsdame,
danke erstmal,wundert mich, dass sich ├╝berhaupt jemand dr├╝ber traute.
Aber es sind - f├╝r mich, da ich ja das Lyrich etwas besser kenne ;-) - genau diese langen abschnitte, die die tats├Ąchlichkeit des textes ausmachen. es geht auschlie├člich um diese l├Ąnge, diese st├Ąndige f├╝r und wieder und im kreise drehen...
es gibt keine pointe, auch keinen sinn dahinter, es ist das platte kreisen um unkonkretes, das den text ausmacht.ich wei├č, er lie├čt sich schwierig und vor allem langwierig, aber irgendwie soll er das auch, vor allem weil es nicht um handlung, sondern um geistiges geht.
Im gro├čen und ganzen w├Ąre es ja nur ein absatz, der in einem weiteren kontext stehen w├╝rde, sofern mir irgendwann mal was einfallen w├╝rde...
Aber du hast mit sicherheit in einem punkt recht: eigentlich ist es zu fr├╝h f├╝r den text...
__________________
Ich hoffe, du verstehst ein wenig vom Leben, denn vom Sterben hast du keine Ahnung.

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heike von glockenklang
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hallo ledsgo,

ich habe deinen text gelesen und denke das du ein gutes talent zum schreiben entwickelst. an der art wie du schreibst glaube ich zu erkennen das du
a. noch sehr jung bist.
b. dich psychologisch und philosphisch derzeit intensiv besch├Ąftigst
c. noch nicht wei├čt wie man thematisch auf den
punkt kommt.

da wir als leser aber keinen film sehen, w├╝nschen wir uns sehr das durch worte ein kopfkino ausgel├Âst wird.
dein text aber ist viel zu langatmig und er kommt nicht auf den punkt.
ganz sicher hast du eine wertvolle aussage, die du aber durch schwulstige ├╝berzogene aussagen und viele worte sehr verw├Ąsserst. ich habe mir erlaubt den ersten abschnitt deines textes etwas mehr auf den punkt zu bringen. dies ist als anregung gemeint. ich pers├Ânlich w├╝rde einen solchen text erst gar nicht schreiben.

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Ein unsicherer Blick nach hinten, in die Ferne, wo die ausbleibende Gefolgschaft steht, als g├Ąbe es nichts besonderes, dabei sind sie immer noch, ganz hinten, dort, wo er nicht mehr sein wollte, wovon sich selbst zu befreien es ihn innerlich dr├Ąngte.
Dieser Blick nach hinten realisiert: der Abstand zu seinen Liebsten ist gro├č, er f├╝hlt sich irgendwie befreit, doch auch unsicher.
Ein Zur├╝ck gibt es nicht. Niemand kann zur├╝ck; in die Vergangenheit weil er die Zukunft f├╝rchtet. Ein letzter Blick, auf die Kurven, die Berge und T├Ąler der Vergangenheit, auf die Hochs und Tiefs, eines halben Lebens.
usw. ...

gru├č heike

__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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Pete
Guest
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Ich habe mir schwer getan, den monolithischen Text ├╝berhaupt zu lesen, dann wollte ich wissen, worauf er hinausl├Ąuft.

Form und Inhalt stimmen ├╝berein: Grabsteinformat! Der Protagonist ist genauso unbeweglich wie ein steinernes Monument.

Die Sprache verdeutlicht den inneren Monolog, der sich in einer Endlosschleife befindet: ├ťberschlagende Gedanken drehen sich im Kreis.

Von daher gelingt es Dir, eine Momentaufnahme eines jungen Geistes einzufangen.

Damit das ganze aber lesbarer wird, k├Ânntest Du noch ein bisschen feilen. Auf dieser Seite sind bereits einige Anregungen geliefert worden.

Ich liefere Dir ein Rezept, das todsicher wirkt.

Willste lesen?

Mach einfach folgendes: K├╝rze auf halbe Buchstabenanzahl, ohne die Aussage zu ver├Ąndern! Dann k├Ânnte es richtig gut werden.

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chrissieanne
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quote:
denn warten, das meint immer Vollkommenheit zu suchen, die es nicht gibt, und doch, es ist ihm lieber, zu warten, als von seiner Freiheit gebrauch zu machen.

das finde ich gro├čartig, spricht mir aus der seele. wie der ganze text mich anspricht. (auch wenn das ein oder andere... aber wir sind nun mal keine grandiosen perfekten schriftsteller)
ich hab nicht das gef├╝hl, dass hier ein sehr junger mensch schreibt. ganz im gegenteil. eher einer in der guten mitte des lebens, der sich sein leben lang mit dieser not des alleingelassenseins im ewigen entscheidungszwang angesichts unendlichster m├Âglichkeiten des lebens, welche sein schicksal bestimmen werden,je nachdem wie er sich entscheidet, auseinandersetzt. und sich an die jugendzeit erinnert, als dieses dilemma seinen bewu├čten gang nahm.
lieber warten, als die falsche entscheidung zu treffen. leider ist warten auch eine entscheidung, die ihre folgen haben wird. das wei├č der prot. auch ganz genau.
warten hei├čt sich ausklinken. warten hei├čt meist einzelg├Ąngertum.
warten ist nicht gleich warten. jeder wartet anders.
und angst vor der faschen entscheidung hei├čt schon falsche entscheidungen gef├Ąllt zu haben. auch das warten kann die falsche entscheidung sein usw. und auch im warten tut man irgendetwas, das man vorher entscheidet. und sei es die glotze anzustellen oder nicht.
es ist eine krux.
gerne gelesen
gruss
chrissieanne

__________________
Das Buch soll die Axt sein f├╝r das gefrorene Meer in uns. (Franz Kafka)

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