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Leselupe.de > Ungereimtes
Von Rot und Blau
Eingestellt am 31. 05. 2004 19:36


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lapismont
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Die m√ľde Nacht hat sich verbraucht.
Mit feuchter Hand durchsucht sie deine Haare.
Nur Geschichten √ľber Tr√§ume;
da du nicht schläfst, erlebst du sie.
Zuerst die Jäger in den Schatten
auf den Spuren deiner Hast.
In deinen Ohren spielt die Angst
ein schnelles Lied aus Schritten hinter dir.
Bewegst du matt die Lider
und erhoffst ein bisschen Lärm,
ein wenig Trubel nur,
fällst du auf das nasse Gitter
und das Grauen nimmt dich fest,
schlie√üt dich in ein Stahlgeflecht aus L√ľgen,
jene leeren Ahnungen von Trost.
Der Tau schreibt Lebensfreude kalt auf deine Haut,
bis in die Kerne deiner Zellen
fließt das Kondensat der fernen Nacht,
das Blau getrennt vom Rot
erbricht dich das Gähnen deiner Stadt.
Zitternd lädst du dich neu auf
im Strom der Menschmaschinen,
ziehst dir dunklen Nachtgestank
durch deine Lungen tief ins Herz.
Was dann noch durch deine Straße fährt,
lebt nicht mehr.
__________________
Kunst passiert.

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Hannah Rieth
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Hallo Lap,

wow, das gefällt mir richtig gut! Ein paar kleine Vorschläge hätte ich, allesamt Kleinigkeiten und eigentlich Geschmackssache...

Zuerst (kommt noch ein "dann"?) die Jäger in den Schatten
auf den Spuren deiner Hast.

ein wenig Trubel nur,
fällst du auf das nasse Gitter
und das Grauen nimmt dich fest,
schlie√üt dich in ein Stahlgeflecht aus L√ľgen,
jene leeren Ahnungen von Trost.

erbricht das Gähnen deiner Stadt auf dich.
Zitternd lädst du dich auf (hier fehlt mir irgendwie ne Silbe)
im Strom der Menschmaschinen,
riechst dir dunklen Nachtgestank
durch deine Lungen tief ins Herz.

Lieben Gruß, Hannah *beeindruckt*

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lapismont
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Hallo,

Hanna riet und ich gehorchte


Zumindest was die fehlende Silbe anbelangt. Hat mich beim Lesen auch gestört.
erbricht w√ľrde mir nur so gefallen:
erbricht Dich das Gähnen deiner Stadt.
Denn nur dann kommt das Brechen im Sinne von √úbergeben mit hinein. Es sollte irgendwie stark sein und den Ekel ausdr√ľcken.

Wenn ich das "ein wenig" weglasse, kann der ganze Vers weg.
Das bischen Lärm sollte näher erläutert werden. Trubel nur, passt auch nicht so recht mehr zum Folgevers.
Da bin ich noch nicht √ľberzeugt. Eher w√ľrde ich so umschreiben:
Bewegst du matt die Lider
und erhoffst ein bisschen Trubel nur,
fällst du auf das nasse Gitter

?
cu
lap

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Hannah Rieth
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Hallo Lap,

quote:
Hanna riet und ich gehorchte

brav... :-)

Das "erbricht" finde ich richtig gut so!

quote:
Wenn ich das "ein wenig" weglasse, kann der ganze Vers weg.

Hihi, lies deinen Text doch bitte noch mal! Das "ein wenig" war ein √Ąnderungsvorschlag von mir. ;-)

Lieben Gruß,

Hannah

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lapismont
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Ui Hannah,

hast recht.

flux werde ich Deinen Vorschlag hineintipfern, Danke.

huscht
der lap
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Jongleur
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Hallo lapis,
ich versteh ja nicht alles - aber das meiste gef√§llt mir ausgesprochen gut, sind Wendungen dabei, so lyrisch und dennoch sofort auf den Punkt nachzusp√ľren! Sch√∂n!

Mit feuchter Hand durchsucht sie deine Haare.

In deinen Ohren spielt die Angst
ein schnelles Lied aus Schritten hinter dir.


Ha! Wie nachvollziehbares Großstadt"lied". Großstadtangst.

schlie√üt dich in ein Stahlgeflecht aus L√ľgen,
jene leeren Ahnungen von Trost.


Zitternd lädst du dich neu auf
im Strom der Menschmaschinen,


Kleine Anmerkungen:

riechst dir dunklen Nachtgestank
durch deine Lungen tief ins Herz.


Bei "riechen" sträubt sich in mir was gegen die reflexive Verwendung. Ich rieche die Rose. Aber ich rieche nicht *mir* die Rose. Wäre hier "ziehe" (von ein-ziehen) eine Möglichkeit? "ziehst dir dunklen Nachtgestank / durch die Lungen bis ins Herz" ?

Das war der sprachliche Teil zu diesem Satz ... aber ablaufm√§√üig scheint es mir fraglich, oder habe ich es falsch verstanden? Die Nacht ist verbraucht, sp√§ter ist sie "fern" (Kondensat der fernen Nacht) - also dachte ich, die Zeitebene l√§ge so Richtung Morgens√§mmerung, fr√ľher Morgen, denn da ist ja auch der Strom der Menschmaschinen. Zu diesem Zeitpunkt (Menschmaschinen, Tagesbeginn) ist doch die Nacht gelaufen, das "Nachtgestank-Einziehen" also vorbei.
Oder meintest Du die "√úberreste" der Nacht?
Anregung z.B.:
Zitternd lädst du dich neu auf
im Strom der Menschmaschinen,
trägst den dunklen Nachtgestank
noch in den Lungen, noch im Herz.

Zitternd lädst du dich neu auf
im Strom der Menschmaschinen,
der Gestank der abgestandnen Nacht
sitzt tief in deiner Lunge.

Nicht verstanden habe ich die 3. Zeile, fehlt mir irgendwie die Zuordnung. So ist es nur Schlagwort - im √ľbrigen Gedicht arbeitest Du mit vollst√§ndigen S√§tzen. Durchsucht die Nacht die Haare nach Tr√§umen?
Und die beiden letzten Zeilen. Weder verstehe ich den Sinn. Es ist von "auch noch" die Rede, was hieße, tot ist demnach auch das angesprochene Lyrische Ich. - ??? - Das hatte aber doch gerade neue Energie am Menschenstrom geschöpft, aufgeladen???
Und dann das "f√§hrt", "... was noch f√§hrt" - das Ich (oder Du) h√∂rt Schritte hinter sich, stolpert √ľber ein Gitter, f√§llt - es ist offensichtlich zu Fu√ü unterwegs. Wieso dann "auch noch f√§hrt"?

Hab ich etwas nicht richtig verstanden?

Gr√ľ√üe vom Jongleur

(P.S. Mit dem Bild des "Erbrechens" hab ich es nicht so, muss man halt hinnehmen, okay, Frage des persönlichen Stils; es begegnet mir öfter, aber ich mags dennoch nicht.
(ehrlich will ich schon sein, gell) - und wenn schon, dann w√ľrde mir "der Stadt" besser gefallen, weil das die Anonymit√§t der Gro√üstadt tr√ľge - und rhythmisch f√ľr mich ein wenig glatter kl√§nge)

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