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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Von den Wanderschuhen, die gar keine sein wollten
Eingestellt am 08. 08. 2005 16:02


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ratzfatzweg
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Registriert: Jul 2004

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Es tr├Ągt sich tagt├Ąglich Sonderbares zu.
Doch, lieber Leser, dies ist nur eine simple Geschichte.
Eine Geschichte, die sich so an keinem herk├Âmmlichen Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Freitag zugetragen hat. Auch an keinem Wochenende, womit ich Samstag und Sonntag meine. Nebenbei ist es eine frei erfundene Geschichte eines Paares, dass sich nichts viel mehr w├╝nschte als nicht l├Ąnger Wanderschuhe zu sein.
Eines Paares, das von dem wei├čen Strand Almerias tr├Ąumte, von den Salzkristallen in den ├ľsen, die das dunkle Schwarz schon bald mit herrlichem Rot schm├╝cken w├╝rden, von den zwischen den Einlagen kitzelnden Sandk├Ârnern und kontaktfreudigen Igeln, die sich lieblich dreinblickend in die Fusssohlen bohren.
Sie sehnten sich nach klaren Meerwasserr├Ąndern.
Zeichen zarter Ber├╝hrungen, die nicht vom plump grabschenden Schlamm des Waldes oder den kleinen, schmuddeligen Pf├╝tzen der staubigen Stra├čen herr├╝hren w├╝rden.
Wanderschuhe haben ein sehr starkes Auftreten und so kam es, dass sich einer der beiden- der mutigere gewiss- an einem Tag den ich heute und hier nicht nennen m├Âchte, vom Fusse des Besitzers zu l├Âsen erhoffte, in dem die zuvor in den Plan eingeweihten Schn├╝rsenkel ihren Dienst quittierten und sich langsam, aber sicher nicht aus dem Staub sondern in den selbigen machten...
Der zweite, wesentlich ungeschicktere und bei weitem nicht so mutige Schuh ├╝bersah die Hingabe der Geringelten, die sich Ihrem Tr├Ąger offen verbunden f├╝hlten, tapte mit voller Ernsthaftigkeit-sich der Folgen nicht recht bewusst- auf selbige, sich im Staub vor Lachen und Freude ├╝ber die scheinbar gewonnene Freiheit kringelnden und ehe Mann sich versah ├╝berkam den mutigen eine Leere, wie sie sonst nur am Abend, kurz vor dem Deodorieren zu empfinden
war -was unserem Schuh gar nie schmeckte, da er doch an der einen oder anderen Stelle, vermutlich auf Grund unsauberer Fertigung oder durch die langen Wandertage, Nischen in sich barg, in das sich das nach dem wundersch├Ân schaumigen Berg zu Br├╝he zusammengelaufene Spray zur├╝ckzog, um dort stillschweigend den Geist aufzugeben...
Doch Mann war Choleriker und so ergriff er den Schuh, der recht locker dreinstand, lie├č sich die rotgr├╝n farbenen um's angespannte Handgelenk wehen und lie├č das Lederwerk mit voller Kraft durch die L├╝fte sausen...voraus nat├╝rlich.
Und weil er gar noch immer w├╝tend war, zerrte und zupfte er auf einem bewollten Fu├č h├╝pfend, den vor Angst klammernden zweiten vom Fusse und warf ihn dem ersten der Spitze nach hinterher.

Man fand sich im Sande.
Und w├Ąre der Wind auf Grund diverser Verstimmungen an diesem Tag nicht so aufbrausend gewesen, keine Welle h├Ątte sie je ber├╝hrt, kein Sandkorn, kein Meeresigel.

Wahrlich, ein Tag zum Feiern.


__________________
Jeder Satz ist ein Sprung.

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