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Leselupe.de > Ungereimtes
Von der Kraft meines Pfirsichbaumes -Haibun
Eingestellt am 02. 10. 2003 14:38


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chribe
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Sep 2003

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Haibun


Von der Kraft meines Pfirsichbaumes

Wie viele Jahre dieser Pfirsichbaum schon in meinem Garten steht, wei├č ich nicht. Als wir das Grundst├╝ck kauften, zeigte der Baum eine Bl├╝tenpracht, die auf eine gute Ernte hoffen lie├č.
Er ist der einzige Schmuck einer kleinen Wiese und f├Ąllt auf, wenn man den Garten betritt.
ÔÇ×Diesen Baum will ichÔÇť, sagte ich zu meinen Mann bei unserer Besichtigung.
ÔÇ×Und ich will den Garten dazuÔÇť, sprach er l├Ąchelnd.
Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Leckere Pfirsichbowlen, Kuchen, Marmeladen und Kompotts habe ich mittlerweile aus den saftigen Fr├╝chten bereitet.
Aber die Ernte wurde von Jahr zu Jahr weniger.
ÔÇ×Ich f├╝rchte, wir m├╝ssen den Pfirsichbaum durch einen neuen, jungen ersetzenÔÇť, meinte mein Mann.
Doch der alte Baum wohnte schon lange in meinem Herzen und hatte nicht nur in der Erde tiefe Wurzeln geschlagen. Ich wollte den Zauber nicht missen, den der Baum in den vergangenen Jahren auf mich herab warf.
An seine rosaroten Bl├╝ten und den zarten Duft im Fr├╝hling, erinnere ich mich das ganze Jahr ├╝ber.
Ostern, kurz bevor sich die Knospen ├Âffneten, schm├╝ckte ich den Pfirsichbaum mit bunten Eiern und brachte so die Augen meiner Enkelkinder zum Leuchten.
Meinem Schaukelstuhl spendete er im Sommer Schatten und lie├č mich in so manch s├╝├čen Traum versinken. In seiner K├╝hle las ich ├╝ber das Leben der Maria Stuart, des Forrest Gump, von der Sch├Ânheit der Balearischen Inseln und lernte die englische Sprache besser zu verstehen.
Viel Arbeit gab mir der Baum im Herbst, wenn sich die Bl├Ątter erst gelb, dann dunkelrot f├Ąrbten und nach und nach herabfielen. Fast t├Ąglich harkte ich das Laub von der Wiese und h├Ąufte es in der N├Ąhe des Komposthaufens zu einer Wohnung f├╝r den Igel.
Im Winter, wenn die kahlen ├äste vom Schnee bedeckt waren, der Frost einen Kristallglanz auf die Zweige hauchte und die V├Âgel lebhaft an den Futterringen pickten, trug er mich in eine wei├če M├Ąrchenwelt.
Bevor der Baum von der Axt gef├Ąllt wurde, sollte er eine Chance bekommen. Er wurde im Herbst zugeschnitten. Gern verzichteten wir ein Jahr auf die Fr├╝chte, weil wir im darauf folgenden viele gro├če und saftige Pfirsiche zu ernten hofften. Und der Baum entt├Ąuschte uns nicht. Sein Bl├╝tenreichtum ├╝berraschte alle.
Nun ist es wieder Herbst.

Pfirsichbaum wirft ab
die bunten, welken Bl├Ątter-
in sich neue Kraft

__________________
Christa Beau

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lapismont
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Hallo chribe,

sehr gute Arbeit. Der Haiku passt wunderbar dazu.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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enniaG
Guest
Registriert: Not Yet

Geduldiges M├╝hen

zahlt sich meist aus.
Du hast es wundervoll beschrieben,
liebe chribe,
mit Herz und viel Gef├╝hl.

Das Haiku
ist ein
kr├Ânender Abschluss.

Und jetzt ├╝berlege ich,
dass es doch vielleicht falsch war,
als wir unserem Pfirsischbaum
das Leben nahmen...


Liebe Gr├╝├če sendet dir ┬░┬░┬░┬░┬░┬░┬░ enniaG

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Mara K.
Guest
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hallo chribe,

ein wirklich gelungenes haibun und was das haiku angeht,
jaaa, es muss ja schlie├člich passen beim haibun ...
ich w├╝nsche dir noch weiterhin viele gute ideen und allerhand spa├č bei allem was du tust, herzlich Mara K.

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Klabautermann
???
Registriert: Feb 2003

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Wie viele Jahre dieser Pfirsichbaum schon in meinem Garten steht, wei├č ich nicht. Als wir den Garten wiederholung: das Grundst├╝ck kauften, zeigte er Baum eine Bl├╝tenpracht, die auf eine gute Ernte hoffen lie├č.
Er ist der einzige Schmuck einer kleinen Wiese und f├Ąllt zuerst das ergibt sich bereits aus dem vorherigen Satz auf, wenn man den Garten betritt.
ÔÇ×Diesen Baum will ichÔÇť, sagte ich zu meinen Mann bei unserer Besichtigung.
ÔÇ×Und ich will den Garten dazuÔÇť, sprach er erfreut. "l├Ąchelnd" w├╝rde mir hier besser gefallen als erfreut
Das ist schon Jahre her. Besser: inzwischen sind viele Jahre ins Land gezogen / vergangen Leckere Pfirsichbowlen, Kuchen, Marmeladen und Kompotts habe ich mittlerweile aus den saftigen Fr├╝chten bereitet.
Aber die Ernte wurde von Jahr zu Jahr weniger.
ÔÇ×Der mu├č wohl hier raus und ein junges B├Ąumchen reinÔÇť, meinte mein Mann. klingt umst├Ąndlich. Vorschlag: Ich f├╝rchte, wir m├╝ssen den Pfirsichbaum durch einen neuen, jungen ersetzen
Doch der alte Baum wohnte schon lange in meinem Herzen und hatte nicht nur in der Erde tiefe Wurzeln geschlagen. Ich wollte den Zauber nicht missen, den der Baum in den vergangenen Jahren auf mich herab geworfen hatte.
An seine rosaroten Bl├╝ten und den zarten Duft im Fr├╝hling, erinnere ich mich das ganze Jahr ├╝ber.
Ostern, kurz bevor sich die Knospen ├Âffneten, schm├╝ckte ich den Pfirsichbaum mit bunten Eiern und brachte so die Augen meiner Enkelkinder zum Leuchten.
Meinem Schaukelstuhl spendete er im Sommer Schatten und lie├č mich manchen s├╝├čen Traum tr├Ąumen. Wiederholung von Traum/tr├Ąumen vermeiden: und lie├č mich in so manch s├╝├čen Traum versinken In seiner K├╝hle las ich ├╝ber das Leben der Maria Stuart, des Forrest Gump, las von der Sch├Ânheit der Balearischen Inseln und lernte die englische Sprache besser zu verstehen.
Viel Arbeit gab mir der Baum im Herbst, wenn sich die Bl├Ątter erst gelb, dann dunkelrot f├Ąrbten und nach und nach herabfielen. Fast t├Ąglich harkte ich das Laub von der Wiese und h├Ąufte es in der N├Ąhe des Komposthaufens zu einer Wohnung f├╝r den Igel.
Im Winter, wenn die kahlen ├äste vom Schnee bedeckt waren, der Frost einen Kristallglanz auf die Zweige hauchte und die V├Âgel lebhaft an den Futterringen pickten, trug er mich in eine wei├če M├Ąrchenwelt.
Bevor der Baum von der Axt gef├Ąllt wurde, sollte er eine Chance bekommen. Er wurde verschnitten, man spricht eher von "zugeschnitten"/ausgeschnitten im Herbst und noch einmal im Fr├╝hjahr. Gern verzichteten wir ein Jahr auf die Fr├╝chte, weil wir im darauffolgendem viele gro├če und saftige Pfirsiche ernteten. das wusstet ihr ja im ersten Jahr nach dem Zuschneiden noch nicht. Darum eher schreiben: weil wir im darauf folgenden Jahr viele gro├če... zu ernten hofften. Und der Baum entt├Ąuschte uns nicht.
Nun ist es wieder Herbst.

Pfirsichbaum wirft ab
die bunten, welken Bl├Ątter-
in sich neue Kraft

liebe chribe,

eine sch├Âne Erfahrung, die ich gut nachvollziehen kann, weil ich im Herbst selbst immer die B├Ąume zuschneide und die alten, oder zu vielen ├äste und Zweige entferne. Sch├Ân beschrieben diese Notwendigkeit.
Doch genau diese Stelle k├Ânntest Du noch ein klein wenig ausbauen. Schreib vielleicht, dass der Baum sich im Fr├╝hjahr in viel zahlreicherer Bl├╝te zeigte z.b. [├╝brigens, im Fr├╝hjahr soll man die B├Ąume nicht mehr zuschneiden, denn da haben sie bereits Saft gezogen und laufen viel eher Gefahr, d├╝rr zu werden. Im Grunde erfolgt das Zuschneiden im Herbst.


Versteh die Anmerkungen nur als Vorschl├Ąge. Du kannst die Geschichte aber wirklich noch ein wenig abrunden. Falls Du daran arbeitest, lass es mich ruhig wissen, wenn Du sie wieder einstellst bzw. hier gefeilt hast.

viele Gr├╝├če
schickt
Klabautermann

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chribe
Autorenanw├Ąrter
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Von der Kraft meines Pfirsichbaumes

danke f├╝r Lob und Kritik
chribe
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Christa Beau

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