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Leselupe.de > Kurzprosa
Von einer bleichen Dame mit einem rotnäsigen Ehemann (Übersetzung)
Eingestellt am 20. 10. 2000 18:19


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Bernd
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On a Pale Lady
With a Red-Nosed Husband

Whence comes it that in Clara's face
the lily only has its place?
Is it because the absent rose
has gone to paint her husband's nose?
(Anon.)

Von einer bleichen Dame
mit einem rotnäsigen Ehemann

Wie kommt es, dass von Grits Gesicht
nur lilienbleiches Lächeln spricht?
Vielleicht, weil jetzt die Rosenglut
auf ihres Gatten Nase ruht?

(Übersetzung von Bernd Hutschenreuther)


-----------------------------------------------------------
(alt: auf folgendes bezieht sich der nachfolgende Dialog)

Was ist besser?

1. Variante

Von einer bleichen Dame
mit einem rotnäsigen Ehemann

Wie kommt es, dass von Grits Gesicht
die Lilie blickt und andres nicht?
Vielleicht, weil ihre Rosenglut
jetzt auf des Gatten Nase ruht?
(Anon.)


2. Variante

Von einer bleichen Dame
mit einem rotnäsigen Ehemann

Wie kommt es, dass von Klaras Haut
die Lilie nur herunterschaut?
Vielleicht, weil ihre Rosenglut
jetzt auf des Gatten Nase ruht?
(Anon.)


Original:

On a Pale Lady
With a Red-Nosed Husband

Whence comes it that in Clara's face
the lily only has its place?
Is it because the absent rose
has gone to paint her husband's nose?
(Anon.)


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maskeso
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Zu allererst denke ich, dass du in Zukunft vielleicht das Original voranstellen solltest. Ich zum Beispiel blättere stets zunächst nach unten um erst den Ursprungstext zu lesen und danach die Übersetzung.

Mir gefällt die erste Variante irgendwie besser und es ist wohl auch kaum ein "Fehler", die Alte Grit stat Klara zu nennen - der Name Klara hat wohl auch im Original keine tiefere Bedeutung und wurde sicher auch dort nur verwandt, weil er gerade passte. Ein echtes Problem in der zweiten Version ist die Wortstellung in Vers 4 (inkl. Titel). Die Variante, dass "Die Lilie nur herunterschaut.." legt dem Leser eigentlich die Interpretation nahe, dass die Lilie etwas anderes tun sollte, als nur herunterzuschauen. In der ersten Version kommt ein solches potentielles Missverständnis nicht vor.
Generell lässt sich hier aber auch ein generelles Problem bei Übersetzungen herausheben, da die "Lilie" im Deutschen eben nicht den Doppelsinn besitzt wie das englische "lily" (gleich "Lilie", bzw. "weißlich"). Dadurch verliert die Übersetzung gegenüber dem Original doch ein wenig an Reiz.
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Bernd
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Das ist wahr und gleichzeitig die Schwierigkeit jeder Lyrik-Übersetzung.
Den deutschen Text habe ich nur nach vorn gestellt, weil viele nicht englisch können.
Vielleicht aber ist es wirklich besser, ihn nach hinten zu setzen.
Die 2. Variante wahr die erste fassung, und ich habe sie genau wegen der eindeutigeren Gestaltung geändert.

Mit den Farben: Ich denke darüber nach, das Problem auch für deutsch zu lösen, ist nicht so leicht.

Grüße von Bernd
und Danke für die Bemerkungen.

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Bernd
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3. Variante

Von einer bleichen Dame
mit einem rotnäsigen Ehemann

Wie kommt's, sehn wir in Grits Gesicht,
scheint's lilienbleich, wie früher nicht?
Vielleicht, weil all die Rosenglut
jetzt auf des Gatten Nase ruht?
(Anon.)
(Übersetzung von Bernd Hutschenreuther)
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maskeso
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"..wie früher nicht".
knapp vorbei würde ich sagen. Das Wort "lilienbleich" finde ich echt OK, aber eben der oben genannte Satz stellt eine echte Änderung des Ursprungstextes dar. Im Original wurde nie gesage, dass sie früher nicht bleich war - außer durch die Aussage "..has gone to", was schon eine Veränderung des Ursprungszustandes darstellt. Immer noch empfinde ich vor allem daher die erste Variante als die Beste, aber die Dritte ist zumindest ein großer Schritt in die richtige Richtung. Möglicherweise haben wie hier aber auch ein Beispiel für Unübersetzbarkeit.
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Bernd
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Hallo, Maskeso,

ich habe das im Original so verstanden, daß sie früher noch nicht bleich war, sondern daß ihre rote Gesichtsfarbe auf des Gatten nase überging.

Ich habe hier versucht, den schöpferischen Prozeß (teilweise) und die Schwierigkeiten an einem praktischen Beispiel zu zeigen.

Ich glaube auch, daß die erste Fassung die beste ist.

Danke für die Diskussion,
ich überlege weiter.

Grüße von Bernd
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