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Leselupe.de > Gereimtes
Vor.-/Nach.börslich (gelöscht)
Eingestellt am 26. 02. 2008 17:55


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Walther
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Penelopeia
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Hallo Walter,

der Text ist auf jeden Fall bedenkenswert. Er enthält - in der von Dir wohl bevorzugten strenge S.-Form -, interessante, aber auch schwer nachvollziehbare, dunkle Aussagen.

Da gibt es keinen Grund für dieses Ende;

Das ist einsichtig. Für Börsenschwankungen gibt es oft nur Hypothesen, ist doch der Markt, scheints, eine pychotische Diva.

Es gibt auch keinen Grund für vollen Mund;

Warum? Einige sind immer die winner. Stichwort: Spekulation mit fallenden Kursen...

Es tut hier seine Meinung niemand kund;

An der Börse und in den Banken wird gezielt kolportiert. Um die psychotisch-psychol. Mechanismen für eine Wende auszunutzen. Der Satz

Es wäre doch kein Platz für eine Wende.

ist also nicht so unbedingt nachvollziehbar.

Das Tippen schlägt die Finger wirklich wund;
Die Zunge, sie zerfasert ganz behände
Beim schreienden Verkünden letzter Stände,
Was börslich treibt die Welt so richtig rund.


Die Stimmung in - im Fernsehen zu bestaunenden - Börsensälen ist gut wiedergegeben. Aber: soll das, was Börse macht, moralisch bewertbar sein? Börse ist eine Institution der Märkte, eine Art Interface, Kommunikator, Übersetzer, Vermittler...

Kurz steht der Handel still wie laue Luft,
Um sich an Fadenscheiniges zu heften;
Und in den Börsensälen schwebt der Duft


Schönes Bild. Überzeugt.

Von Angst und Gier; wie mit den letzten Kräften
Entspringt den Märkten Glaube, der laut ruft:
Zur Hölle mit dem Kurs und den Geschäften!



Der Angst und Gier kann ich folgen, es sind nunmal Grundkonstanten unseres - schwankenden, leicht beeinflussbaren, leicht erregbaren, flatterhaften - Gemüts. Aber: wie soll den Märkten ein Glaube entspringen, der Kurse und Geschäfte zum Teufel wünscht? Es handelt sich natürlich um einen Anthropomorphismus, "die Märkte" werden einem (menschl.) Wesen gleichgesetzt. Soll es nun "böse" sein: so käme das einem Teufel gleich, der sich selbst zum Teufel wünscht. Wird das "Wesen" Markt positiv gesehen (die "letzten Kräfte" und der angeführte "Glaube" deuten darauf hin), gibt es den Widerspruch zum sonstigen Funktionieren/ Kommunizieren über das Werkzeug Börse...

LG

P.

Ps.: Wer so böse bewertet, sollte den Grund dafür angeben! Sonst kann es nur als Feigheit oder Oberflächlichkeit interpretieren.

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Walther
Routinierter Autor
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Hallo Penelopeia!

Danke für diesen - tiefschürfenden und durchaus kritischen - Kommentar! Endlich wieder eine Kritik, die die Schwächen anpackt und die Stärken streift. So soll es ja auch sein. Auf die Schultern klopfen kann vor einem Spiegel jeder selbst.

Doch nun zur Kritik.

(1) Vers 1, Strophe 1:
Einen manifesten ökonomischen Grund für dieses Ende gibt es wirklich nicht. Eigentlich hat hier die Dummheit einiger gewichtiger Hinterbänk(l)er, einen davon hat es jetzt gerade erwischt - Bear Stearns -, ein anderer hat ihn geschluckt - JP Morgan - und ein dritter von den Fünfen, Herr Ackermann, ruft gerade nach dem Staat, den ganzen Laden an den Rand der Pleite getrieben.

(2) Vers 2, Strophe 1:
In der Tat hat Herr Ackermann keinen Grund, seinen Mund so voll zu nehmen. Auch seine Bank hat mitspekuliert, nein, die Subprime Fonds mit erfunden. Er kommt mir hier vor wie der Dieb, der "Haltet den Dieb" ruft.

(3) Vers 3, Strophe 1:
Wer tut hier seine Meinung kund? Der Betroffene, der die Zeche zahlt? Der, der es besser wissen hätte können/müssen? Ich? Nein: Der Markt tut es, und der ist, je nach Betrachtungswinkel, viele oder keiner (niemand). Es ist eine wilde Horde intelligenter Affentiere, die gerade die Beute verhökern, die sie in den nächsten 3 Generationen einfahren wollen. Kurz: Der Bär, dessen Fell sie gerade verhandeln, ist möglicherweise noch gar nicht vorhanden, vielleicht sogar nicht einmal als unschuldiges Ei im Eileiter einer ungeborenen Bärin.

(4) Vers 4, Strophe 1:
Hier spricht der aus Erfahrung klüger gewordene Affe; soweit Menschenaffen das überhaupt hinkriegen, das mit der Klugheit. Der sagt nämlich: Jetzt ruft alles nach Staat, Regelungen usw. usf. Und dann finden die obigen Hinterbänk(l)er wieder ein Loch, um die Zukunft zu verhökern und die Vergangenheit zu beschönigen (SubPrimes mit Triple AAA rating, selten so gelacht, die Banane brachte mich fast um, die mir da in die Röhre kam, und zwar in die falsche).

Wie man sieht, hat der Schreiberling was gedacht, aber vielleicht zu viel. Abstraktion ist gut, aber diese hier wohl doch zu abgehoben. Das schwante mir schon ein Weilchen, aber ich hatte nicht so recht eine Idee, wie ich das, was ich sagen wollte, hätte besser sagen sollen. Klassisches Eigentor: Gut gewollt ist eben nur bemüht, aber nicht immer von Erfolg gekrönt, setzen, geht grade noch, reimt sich wenigstens.

Der Rest kam ja einigermaßen durch, immerhin. Besser als nix, sage ich da, es hätte auch zu 100% in die Hose gehen können. So ist nur der Dax abgestürzt, ich hänge noch in den Sielen.

Danke und Gruß

W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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