Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92194
Momentan online:
286 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
Vorbei - Sonett
Eingestellt am 21. 12. 2010 10:32


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Vorbei


Man aalt sich in den sicheren Gefühlen,
Dass das, was heute ist, auch morgen sei,
Wenn es geblieben wäre. Doch: Vorbei,
Zerronnen und zerplatzt, der Traum, im kühlen

Und glatten Lächeln jener auf den Stühlen,
Dort, wo man steuert: Weinen? Einerlei!
Man kennt nicht mal des Feindes Konterfei,
Ertrinkt im Strudel, will sich vorwärts wühlen

Im Treibsand falscher Glücks- und Heilsversprechen:
Schal schmeckt die Hoffnung wie zu alter Wein!
Man spürt in seiner Brust ein feines Stechen,

Das Atmen fällt schon schwer, man ist allein.
Die Rüstung strotzt vor Löchern in den Blechen,
Und Sicherheit ist nichts als falscher Schein.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 21. 12. 2010 10:32

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2246
Kommentare: 11062
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das Sonett trifft mich gut. Nichts bleibt. Es sieht lange so aus, dann entstehen Löcher.

Die ersten Strophen zeigen die Illussion des Konstanten, die beiden hinteren das Zerbrechen der Illussion.
Und die ltzte Zeile kommt zum Schuss, dass Sicherheit nichts ist, als Illussion. Das Gedicht ist noch jung, auch wenn im schnellebigen Internet manche nur in Wochen denken.
Aber es ist auch heute aktuell.
Rostflecken und Löcher zeigen sich, wenn man nichts tut, um zu bewahren und zu erneueren. Das trifft auf die Kunstform Sonett selbst gleichfalls zu.

Aber dieses Sonett braucht noch viele Jahre, um Löcher zu bekommen.

Das Gedicht hat viele Facetten:

Liebesgedicht
Familiengedicht
Gesellschaftsgedicht
Sonett-Sonett
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1535
Kommentare: 9779
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lb. Bernd,

Gedichte wirken auf den Leser je nach Lebenssituation und persönlicher (Stimmungs-)Lage. Sonette scheinen ganz besonders zu wirken, weil sie Themen in einer sehr besonderen Form verdichten.

Es freut mich, daß Dich dieser schon etwas ältere Text angesprochen hat. Er ging damals rasch unter, fast unbeachtet, wenn man von der Wertung MD Spinozas einmal absieht. Du hast ihn jetzt wieder nach oben gehievt. Dafür vielen Dank.

LG W.

Lb. Marie-Luise,

danke für Deine positive Wertung und Deine freundlichen Worte. Meine Marotte mit den Großbuchstaben am Versanfang, ich weiß, sie stört die eine und den anderen. Trotzdem danke!

LG W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Feste Formen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!