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Leselupe.de > Humor und Satire
Vorfahrtsstreit im Supermarkt (Es war alles ganz anders)
Eingestellt am 20. 08. 2002 16:04


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Frieda
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Vorfahrtsstreit im Supermarkt (Es war alles ganz anders)


Also jetzt h├Âr dir den Schwachsinn mal an:

Vorfahrtsstreit im Supermarkt
Zwei M├Ąnner konnten sich in einem Supermarkt nicht ├╝ber die Vorfahrt der Einkaufswagen einigen. Sie gerieten sich so in die Haare, dass die Polizei gerufen wurde. Im Streit, bei dem "nicht jugendfreie Schimpfworte" fielen, musste "ein T-Shirt sein Leben lassen", so die Polizei.


So eine winzige Notiz ganz hinten im Lokalen, unter "Was sonst noch geschah". Da hatte ich wirklich schon bessere Presse. Was f├╝r ein Quatsch, "ein T-Shirt mu├čte sein Leben lassen". Man m├╝├čte diese Schreiberlinge mal zwingen, ihren Mist selbst zu lesen, die w├╝rden nur noch schreien. Au├čerdem war alles ganz anders, und das beste haben sie gar nicht erst gedruckt. Um ehrlich zu sein, das war aber auch wirklich nicht jugendfrei. Mann, war das ein Spa├č als ich dem ..., hahahaha ... ohhh, der fand das bestimmt nicht komisch. Aber gut, ich erz├Ąhle dir mal, wie es wirklich war:

Der Samstag h├Ątte mieser nicht anfangen k├Ânnen. Wei├čt du, so einer von den Tagen, an denen einfach alles schief geht. Gerade am Abend vorher hatten Julie und ich uns endg├╝ltig getrennt. Nicht da├č es mir etwas ausgemacht h├Ątte, trotzdem hatte ich einen ganz sch├Ânen Zorn auf dieses elende Weibsst├╝ck. Ich will dich jetzt nicht mit Einzelheiten nerven, naja, und ein bi├čchen viel getrunken hatte ich wohl auch, jedenfalls wachte ich am Samstagmorgen mit einem gewaltigen Brummsch├Ądel auf. Zehntausend kleine M├Ąnnchen mit Nagelschuhen marschierten durch meinen Kopf, und alle im Gleichschritt, uahh war mir schlecht. Zum Aufstehen war es eigentlich noch zu fr├╝h, aber einschlafen konnte ich auch nicht mehr. Na gut, dachte ich, ein anst├Ąndiger Kaffee wird mir wieder auf die Beine helfen. Tja, und dann hatte ich mich endlich aus dem Bett gequ├Ąlt und in die K├╝che geschleppt, da traf mich voll der Schock: kein Kaffee mehr! Julie dieses Mistst├╝ck hatte wieder mal nichts eingekauft. Was blieb mir anderes ├╝brig, als in den Supermarkt zu fahren und Kaffee zu holen. OK, ich h├Ątte wahrscheinlich gar nicht fahren d├╝rfen, von wegen Restalkohol und so.F├╝r mich gab es nur zwei M├Âglichkeiten: zu Hause zu bleiben und elendig am Kaffeemangel zu krepieren oder auf der Fahrt zum Supermarkt Kopf und Kragen und F├╝hrerschein zu riskieren. Keine Frage, wof├╝r ich mich entschieden habe, kennst mich ja.

Im Supermarkt schnappte ich mir eins von diesen W├Ągelchen. Wenn ich schon mal da bin, kann ich mir auch gleich was zum Mittagessen kaufen, dachte ich. Mann, diese scheu├čliche Musik, die ├╝berall aus den Lautsprechern kam. Das war nicht gerade das, was ich in meinem Zustand ertragen konnte. Und ├╝berall diese fetten Opas und Omas, die mit ihren Wagen im Weg rumstanden. Wieso mu├čten die alle am Wochenende einkaufen? Ich hatte nicht ├╝bel Lust, dem n├Ąchstbestens eins in die Schnauze zu hauen. Ja, eine sch├Âne Rauferei w├Ąre genau das richtige, das w├╝rde meine Laune erheblich steigern. Jetzt brauchte ich nur noch den passenden Gegner. Da stand so ein Gimpel beim Gem├╝se, so ein richtig piekfeiner. Den kauf ich mir, dachte ich, dem sollen seine Tomaten im Hals stecken bleiben. Krach, da war ich ihm auch schon volle Kanne in den Wagen gefahren. "Mensch, du Trottel, hast du keine Augen im Kopf?", br├╝llte ich ihn an und freute mich schon auf die Tracht Pr├╝gel, die ich ihm verpassen w├╝rde. "Mach die Fliege, sonst gibt's eins auf die Nu├č!" Der Knabe sah mich erschrocken an und stammelte: "Oh, V-Verzeihung, tut mir wirklich leid." Und schwupps, hatte er sein W├Ągelchen geschnappt und wollte sich verdr├╝cken. Gerade konnte ich ihm noch ein paar unfl├Ątige Schimpfw├Ârter nachrufen, da war er schon hinter dem n├Ąchsten Regal verschwunden.

So eine Pleite! Ich ├╝berlegte noch, was ich als n├Ąchstes tun sollte, da krachte es auf einmal und ich bekam einen heftigen Sto├č in die Seite. "He, junger Mann, passen Sie doch auf!", schrie mich so eine olle Tussi an. "Halt's Maul, Omi!", fast h├Ątte ich ihr eine gelangt. Meine H├╝fte tat h├Âllisch weh, und in meinem Kopf dr├Âhnten noch die Nagelschuhe. Rumms, da traf mich ein Schlag auf die linke Schulter, so da├č ich gegen das Regal taumelte und ein paar Gl├Ąser mit Gurken zu Bruch gehen lie├č. "So eine Frechheit!", keifte die Oma und schwang ihren Gehstock drohend in meine Richtung. Benommen sch├╝ttelte ich den Kopf. Na warte Omi, jetzt wird der Onkel ernsthaft b├Âse. Gerade wollte ich mich auf sie st├╝rzen, da wurde ich von hinten festgehalten. "Lassen Sie die Dame zufrieden", n├Âlte ein kleines Alterchen in affigen kurzen H├Âschen und einem knallbunten Hemd. "Was soll das, sie hat doch mich angegriffen", sagte ich und ri├č mein T-Shirt der L├Ąnge nach auf, um die Prellungen an Schulter und H├╝fte zu zeigen. "Hilfe, ein Exhibitionist!", kreischte die Omi. Der Alte lie├č auch nicht locker: "So etwas wie Sie sollte man einsperren! Jemand mu├č die Polizei rufen!"

Inzwischen hatte sich eine betr├Ąchtliche Menge Schaulustiger um uns versammelt. Mann, ich sag dir, da packte mich echt die Wut. Dieser bl├Âder Affenarsch, wie seine krummen Beinchen aus den bescheuerten H├Âschen herausragten. Ein schneller Griff, ein Ruck, und schon hatte ich ihm die H├Âschen heruntergerissen. Oh Mann, ein Bild f├╝r die G├Âtter! Der hatte doch tats├Ąchlich nichts drunter, und seine armen alten Eier baumelten jetzt frei in der Luft. Ich lachte noch, als die Polizisten mich abf├╝hrten. "Hey Jungs", grinste ich, "Hoffentlich gibt es bei euch wenigstens einen anst├Ąndigen Kaffee."

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Zeder
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Wie war es also???

Liebe Frieda,

ja, sehr sch├Ân - solche Phantasie gef├Ąllt mir! Besonders die "Zwischengeschichte" mit dem ersten Rempler, der nicht gerempelt werden wollte... Und ohne Vorwarnung taucht dann jemand auf, den es unweigerlich treffen muss, weil die Zeit "reif" ist - sehr sch├Ân!

Die Retrospektive ist Dir sehr gut gelungen!

Viele Gr├╝├če,
__________________
"Die Ceder ist ein hoher Baum, oft schmeckt man die Citrone kaum" (Wilhelm Busch)

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Frieda
Routinierter Autor
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Hallo liebe Zeder,

danke f├╝r Deine R├╝ckmeldung, freut mich, da├č die Geschichte "angekommen" ist. Deine Vorgabe hatte mich schon die ganze Zeit gereizt, kein Wunder, da├č da die Phantasie mit mir durchging. Trotzdem brauchte ich eine ganze Weile, bis es so weit war, da├č ich es jemandem zumuten konnte.

Liebe Gr├╝├če
von Frieda

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hera
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Hallo Fieda!

Genial b├Âsartig, ver├╝ckt und komisch und diese mitrei├čende Handlung, diese interessanten Charaktere...
Ich bin begeistert!

hera

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Frieda
Routinierter Autor
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Ooooch Hera ...

... wie lieb von Dir. Danke f├╝r das Wort "genial" (geht mir runter wie ├ľl *schmunzel*). Ich selber stecke viel zu tief in meinen Geschichten drin, um sie beurteilen zu k├Ânnen, deswegen bin ich sehr auf Hilfe von au├čen angewiesen.

Liebe Gr├╝├če
von Frieda

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