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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Vorschlaghammer
Eingestellt am 28. 04. 2015 13:33


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Galax
Autorenanwärter
Registriert: Feb 2012

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Es ist vermutlich weniger ein Gedicht, mehr eine Geschichte ... würde sich wohl auch auf nem Poetry Slam gut machen ... ich schreibe normalerweise solche Dinge nicht, ist nicht meins ... aber irgendwie muss ich das hier Mal loswerden.

Es ist auch reichlich lang ... also wenn jemand nicht die Muse hat, diesen Brocken zu lesen, bin ich nicht böse

Zudem denke ich, dass es noch an der ein oder anderen Stelle etwas abgefeilt werden muss. Perfekt gibts halt nicht oft im Leben. Und manchmal eben doch ... und dann ist es schlimm, wenn diese Perfektion verschwindet:



Vorschlaghammer


Als es begann, waren wir zeitlos,
bereit, neue Normen zu formen.
Da war keine Angst, nur Glück.
Wir hörten uns zu und es wurde endlos laut.
Es war jetzt nicht so, dass da einer schreit, bloß
wer von uns hat eigentlich angefangen, und das Luftschloss gebaut?
Und was heißt da Luftschloss? Es war doch mehr eine Großstadt!
Für uns gab es kein Zurück,
es war der Anfang, der Beginn. Ein Auftakt!

Du warst mehr als eine Stimme im Skype,
mehr als ein Foto auf dem Schirm.
Du ließest mein Herz beben,
konntest zuhör'n und reden.
Branntest dich in mein Hirn,
öffnetest meinen Gedankenspind.
Und inmitten dieser Windung,
in der wir alle alleine sind,
bin ich nun zu zweit.
Mit dir, in absoluter Bindung!

Die Dinge, die ich dir zeigte,
waren dir nicht bekannt.
Natürlich nicht, alles war neu, alles war spann'd
Als sich unser Leben verzweigte,
sind wir voller Euphorie aufeinander zu gerannt.
Reden, sprechen. Träumen, kichern. Zuhören und lachen,
die facettenreiche Welt der Liebe, eingesperrt in unserer Stadt
und irgendwo dazwischen … ließen wir es krachen.

Wir verschlangen uns in Tagen.
Wagten Fragen.
Wollten so viele Dinge sagen.
Wer du bist? Warum du bist?
Was war der Grund des Bebens?
Oder der Sinn des Lebens?
Wir sind es! Mit uns zusammen,
in unserer Stadt gefangen!
Hier sind freiwillig hingegangen,
weil "nicht hier sein" Unsinn ist.

Über Sinn und Unsinn habe ich oft schon nachgedacht.
Bin darüber eingeschlafen, bis heute nicht erwacht.
Du aber hast mich wachgerüttelt,
mit dem Kopf geschüttelt,
auf ein, mir fremdes Leben gezeigt.
Es war grell, wirklich und weit.
Also drehte ich am Dimmer,
habe auf den Ausweg gedeutet.
Warum auch immer,
es hat dir nichts bedeutet.

Ja, ich war anders. Weckt Interesse und Spannung,
brachte frühe Geister und jungen Träume erneut in Wallung.
Mal was neues, weg von der Routine, frei vom Standard.
Mal was anderes als Facebook oder Whats App ...
Aber innerlich warst du zugebaut,
und dein Herz war eingeschneit.
Du hast dich nicht heraus getraut,
warst umgeben von deiner Vergangenheit.
Erschlagen von der Realität,
die all die Sorgen trägt.
Man riet dir: "Lass es sein!
Du gehörst da nicht rein."

Aber du warst doch verliebt.
So geht es Allen am Anfang, das kenn' ich.
Da ist einer, der was Neues gibt,
dich mit seiner absonderlichen Art begeistert.
Heute aber renn ich, flenn ich
        ... dir nach, weil du fliest
        ... wenn du mich siehst.
Du fragst dich, wie ich bisher mein Leben gemeistert,
und merkst, dass meine Art und Weise gar keine 'Masche' war.
Sondern das ich wirklich so bin ... und
         ... das anders eben anders ist.

Du rätselst, wie ich meinen Weg und die Zukunft sehe,
wo ich in zehn Jahren stehe.
Wo will ich denn bleib'n,
es kann doch nicht richtig sein,
das mal eben 'Sprüche' und 'Witze' herausschießen,
aus mich fließen, und meine Gedanken wanken,
wo doch Sorgen stehen sollten,
oder der Gedanke, wo wir morgen stehen wollten.
Und es kann nicht richtig sein,
dass das Realife nur eine Abform der Abnorm ist.
Ja, wir wollten alle irgendwie Individuell sein,
         ... aber wehe, jemand ist es wirklich ...
Das passt nicht rein, das darf nicht sein.

Will ich etwa das echte Leben verhöhnen?
        Aus der Spannung wurde Anspannung.
        Aus dem Interesse ein aufstöhnen, wegen
des immer wiederkehrenden Abweichens von der Norm.
Wer will das schon?
Und Routine?
Ist doch auch mal nett, ein solider Handel.
Neu ist doch schon lange nicht mehr neu.
"Bleib einmal stehen! Lass uns nach vorn, nach hinten sehen
Immer nur spontan, immer nur gerade eben
die Gegenwart ist doch ständig im Wandel,
es wird sie später auch noch geben."

Man dreht sich im Kreis,
irgendwie will man ja auch mal durchatmen,
mal verschnaufen.
Es bleibt als nichts, als zu laufen.
Weg von mir,
weg von hier.
Die Meisten rennen schon nach drei Monaten,
manche erst nach vier.
    ... das sind dann die Harten.
Die wenigsten halten an und warten,
Sie hoffen,
das ich nun anders 'anders' bin.
Aber das ist nicht drin.
Denn so hast du mich getroffen.
Das ist, wer ich bin.
Das ist, worin du dich so sehr verliebt hast,
das ist dass, wo du heute meinst, das es doch nicht passt.

Ich war dein Rausch und machte die Gedanken frei,
ließ dich träumen, vergessen, veränderte deine Sicht.
Man sperrt sich so oft selbst ein und und merkt es nicht.
Jeder möchte frei sein, ganz besonders du, ganz besonders ich.
Es ist schließlich ein Urinstinkt.
Aber du fürchtest dich,
denn hinter dem Ausgang ist es dunkel.
Angst ist ebenfalls ein Instinkt.
Das Dunkle ist unbekannt.
Warum hab ich mich dorthin gewandt?
Um dir zu beweisen, dass die Finsternis
gar nicht so finster ist.

Schnell geht der Wunsch nach 'neu' und 'anders' vorbei.
zu viel davon kann erschüttern und verwirr'n.
Man baut sich seine kleinen geistigen Gefängnisse und ist gerne dort.
Der Gedanke nach 'anders' verbleibt tief versteckt im Hirn.
Man Träumt von Freiheit, Urlaub, Pause, wäre gerne fort,
kommt aber nicht raus aus seinem Haus.
Man denkt an das, was war, was gewesen sein könnte.
Nicht an das was kann oder geht,
dazu ist es auch zu spät.

Es bleibt nur zu hoffen,
Man ist irgendwann bereit.
das die Tür noch ein wenig offen
und die Chance noch ein wenig bleibt.
Doch sie schließt sich, mit jeder Sekunde,
wie eine schmerzliche Wunde,
langsam und bedächtig.
Du verhinderst es nichts,
denn du fürchtest, es rächt sich.

Ich redete zu viel
und du hörst nicht zu.
Das meiste ist Wiederholung,
nur in einem anderen Stil.
Du kennst das schon,
magst es nicht mehr hören
Dieser Ruf nach Freiheit.
Weil du ja auch schon alles kennst!
Es fängt an dich zu stören,
weil dafür auch keine Zeit bleibt.

Ich habe so oft versucht, dich zurückzugewinnen
erzählt dies, erzählte das.
Fing an zu spinnen,
mal im Ernst, mal im Spaß,
wollte dich befrei'n.
Wollt' mit mir bei dir sein.
Doch ich musste weg, du hattest andere Ziele,
neue, spannendere Spiele.
Sogar mit weniger Widerstand,
Keiner, der alte Lieder sang
die du schon kanntest und damals schon nicht wolltest.
Du hast nicht gemerkt, wie sehr ich bei dir war,
dir so nah.
Mich angeglichen habe,
hineinversetzt, in deine Lage!

Ganz, GANZ früher, als ich noch jung und Naiv war ...
wobei ich jetzt nicht unbedingt behaupten möchte,
dass eines von beiden sich geändert hat … aber
als ich die Welt noch mit anderen Augen sah,
da glaubte ich, Worte seien mächtiger als das Schwert
schneller als ein Pferd …
oder gar der Flash - stärker als Superman!
Doch von weit hinten seh' ich dich renn'
Weil meine Worte dich erschlagen,
sie sind kaum noch zu ertragen.

Poesie? Kunst? Humor?
Damit kannst du nichts anfangen,
es ist nicht logisch, nur emotional.
Da bleibst du auch stur,
das kann dich mal!
Und so kreativen Scheiß,
von dem keiner was weiß,
wie dieses Gedicht,
es hat nun mal kein Gewicht.
Einfach alles prallte ab
nichts mehr begeisterte dich,
nichts mehr interessierte dich,
du wolltest Nichts mehr!
Nichts von mir, nichts von uns.
Es fiel dir nicht mal schwer ...

Unsere Tür ist verschwunden.
Keine Spur mehr, wo sie mal war.
Die Chance ist vertan
und wir leben nun mit diesen Wunden,
dass wir uns dem Glück verwehrt,
uns selbst eingesperrt.
Wir leben getrennt und zwischen uns diese massive Wand …
die vorher dort nicht stand.

Aber ich geb' nicht auf!
Schluss mit dem Gejammer,
Dieses Gedicht hier ist mein Vorschlaghammer.

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